![]() |
|
| Registrieren | Wissens-Bank | Chat | Neue Beiträge | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren |
|
|||||||
|
|
#46 |
|
Benutzer
Registriert seit: 01.09.2008
Ort: Gatersleben
Beiträge: 559
|
Gehört Gott in die Schule?
Unter diesem Thema wird gerade die heutige "Diskussion am Vormittag" des DLF gesendet. Ausgangspunkt einer kontroversen Diskussion ist die Absicht der Initiative "Pro Berlin", in der nächsten Zeit 170.000 Unterschriften Berliner Bürgerinnen und Bürger zu sammeln, um ein Volksbegehren zu initiieren, dessen Ziel die Einführung des Religionsunterrichts an staatlichen Schulen des Landes Berlin als Wahlpflichtfach ist. Der Religionsunterricht soll dabei anderen Schulfächern gleichgestellt werden, d.h. nicht auf wenig attraktive Unterrichtszeiten, z. B. Freitagnachmittag gelegt werden.
Neuklon hat an dieser Stelle dazu mit Bezug auf das eigentliche Thema dieser Debatte schon seine klare Auffassung geäußert. Wir wollen also keine religiös-kulturelle Diskussion führen. Religionsunterricht könnte m. E. unter folgenden Prämissen an staatlichen Schulen erteilt werden: 1. Alle Religionen sind gleichberechtigt. Es gibt kein Primat des Christentums. Die Konfessionen erteilen diesen Unterricht nach Maßgabe der personellen und materiellen Möglichkeiten ihrer Institutionen. Sie werden vom Staat nicht alimentiert, dieser stellt nur unentgeldlich die Unterrichträumlichkeiten nach Maßgabe des Schulgesetzes zur Verfügung. 2. Religionsunterricht ist bei der Unterrichtsplanung nachrangig. Seine Inhalte dürfen nicht dem GG widersprechen. Ist dies nicht der Fall, kann der Schulleiter jederzeit unter Angabe der Gründe die Unterrichtserteilung untersagen. Dagegen ist Verfassungsbeschwerde, aber kein verwaltungsrechtlicher Rechtsweg zulässig. 3. Qualitative und quantitative Wertungen der schülerischen Leistungen in den Fächern im Fach Religion sind zulässig, aber nicht versetzungsrelevant. 4. Quantitative und qualitative Wertungen der Leistungen in den Fächern "Religion" bzw. "Ethik" entfallen in Abschluß- und Entlassungzeugnissen und dürfen nicht Gegenstand verbaler Wertungen sein. Dazu gehört auch der Vermerk über die Teilnahme am jeweiligen Unterrichtsfach. Man darf gespannt sein! Glauben und seine Vermittlung muss als Privatsache akzeptiert, aber nicht staatlich gefördert werden. PS: In diesem Sinne bin ich auch für die Abschaffung der Kirchensteuer!
__________________
NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. - Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander) |
|
|
|
|
|
#47 |
|
Benutzer
Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 582
|
Ich halte das noch immer für einen grandiosen Fehler. Religion hat als Unterrichtsfach in der Schule nichts zu suchen, allein schon die Tatsache das "Glaube" mit "Lehre" gleichgesetzt wird, erschreckt mich. Noch wesentlich unschöner wäre/ist die völlige Gleichsetzung mit Fächern wie Mathe, Bio oder Chemie. Da wird "Wissen" mit "Glaube" verwechselt - der Grundbaustein steter Missionierung.
Wer gläubig ist, egal in welche Richtung, kann seine Haltung im privat-öffentlichen Raum Ausleben. Da ist es gut und gerne aufgehoben. Ab der Sekundarstufe II könnte man über Theologie nachdenken als Zusatzangebot...mehr, nein Danke. Religion und deren politische und gesellschaftliche Bedeutung sind Glieder der politischen Fachkunde - PB. Der Staat sollte diesbezüglich klar Stellung beziehen, und zwar in Richtung getrennter Vermittlung von Werten... Eltern und Kinder/Jugendliche die eine andere Auffassung vertreten, ist es freigestellt eine privat-religiöse Einrichtung zu nutzen.
__________________
Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln. Otto von Bismarck |
|
|
|
|
|
#48 |
|
Benutzer
Registriert seit: 01.09.2008
Ort: Gatersleben
Beiträge: 559
|
Eine klare Haltung, die ich gut nachvollziehen kann.
Mein Problem ist, dass nun aber wir Atheisten (Oder schreiben wir besser Agnostiker ) mit Gläubigen verschiedener Konfessionen zusammenleben und uns nolens volens viele gemeinsame moralisch-ethische Werte und Auffassungen vereinen. Mich erschreckt in diesem Zusammenhang eher die Gleichsetzung von "Glauben" und "Wissen", nicht die Tatsache, dass man meint, Glauben lehren zu müssen. So verstehe ich Religionsunterricht auch nicht.Theologie in Sekundarstufe II wäre dabei doch viel weitergehend! ![]() Noch aber steht der Grundsatz des Laizismus nicht im GG. Solange bleiben wir ein säkularer Staat mit dem Gottesbezug in der Verfassung und einem Regierungsoberhaupt, das in seinem Amtseid entscheidet, ob es glaubt, dass ihm Gott helfen könnte. Dieser Staat kann den Religionsunterricht schon aushalten und tut dies ja bereits.
__________________
NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. - Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander) |
|
|
|
|
|
#49 |
|
Benutzer
Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 582
|
Ich bin weder Atheist noch Agnostiker....und einer Religion gehöre ich erst recht nicht an.
Religion = von Menschen geschaffene Organisationen zur Verbreitung von Glaubenslehren, wie uns die Historie lehrt zu oft aus Gründen der Macht- und Meinungszentralisierung. Lemminge lassen sich besser blenden und führen, wenn eine starke Bindung Gottes vorherrscht. Aus diesem Grund lehne ich diese Form ab. Atheismus = der umgekehrte Glaube. Diese Menschen denken sie müssten sich bewusst Abgrenzen, bemerken jedoch nicht das die unbegründbare Ablehnung Gottes Werkes das Gleiche in Grün darstellt - ohne Gotteshäuser, ohne Organisation ... Agnostizismus = Ich teile die Definition "Von den Göttern weiß ich nichts, weder daß es solche gibt, noch daß es keine gibt" ... das war es dann aber auch schon. Nein, ich bin wohl eher ein Aussenseiter der Aussenseiter bezüglich meiner Sicht. Ich bin ein Gläubiger meiner eigenen Gedankenwelt - das ist meine Religion, wenn man so will. Als Mensch funktioniere ich wie jeder andere, dort wo Wissen aufhört beginnt Glaube. Der Unterschied besteht darin das ich nichts nachempfinde was irgendwer einmal dachte sondern meine eigenen Linien erforsche. Ich würde mir Wünschen das mehr Menschen aufhören an das zu Glauben was ihnen beigebracht wird und anfangen über sich und die Welt aktiv nachzudenken - zu hinterfragen. Es ist ein stiller Glaube der ohne Predigt und Expansion ausgelebt wird. Das wäre jetzt alles ein eigenes Thema wert, in einem Theologieforum z.b. ... Mag sein das unser Staat den linearen Religionsunterricht aushalten kann, natürlich. Aber wie sieht es aus wenn mehrere Religionen mitmischen? In gleicher Form hält Deutschland auch das Gegenteil aus, wie z.b. in Berlin und Brandenburg. Christen gehen 1 oder 2x die Woche nachmittags in die Kirchenschule, Moslems in die Koranschule und Atheisten werden zuhause von ihren Eltern zurechtgerückt. Freilich, in den letzten Jahren wird daran immer heftiger gerüttelt. Evangelische Christen besuchen nun ihre eigenen Grundschulen im Lande. Das gleiche finden wir in Berlin bei den islamischen Grundschulen vor. Die schöne heile Welt ... wie soll da gegenseitiges Verständnis reifen? Das funktioniert nicht. Das führt zum Glaubenskrieg....aus dieser Konsequenz heraus sammeln sich nun auch Bürger die vehement die Ausweitung der christlichen Lehre an allen Schulen fordern um sicherzustellen das die "Gegner" im Glaube nicht die Oberhand gewinnen. Da denkt kein Mensch nach...es ist zum verrückt werden.
__________________
Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln. Otto von Bismarck |
|
|
|
|
|
#50 |
|
Benutzer
Registriert seit: 01.09.2008
Ort: Gatersleben
Beiträge: 559
|
Also ein gläubiger Egozentriker oder ein egozentrischer Gläubiger?
![]()
__________________
NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. - Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander) |
|
|
|
|
|
#51 |
|
Master of Desaster
Registriert seit: 05.09.2006
Ort: Köln
Beiträge: 917
|
Ihr verwechselt meiner Meinung nach Religionslehre mit Religionserziehung. Religionsunterricht an Schulen bietet die einmalige Möglichkeit objektiv über Religion zu informieren, denn Religion spielt in dieser Welt nunmal immer noch eine große Rolle. Nicht in meinem Leben und so wie es scheint auch nicht im Leben der meisten User hier, aber im Leben derer die es nur zu gerne sehen würden, wenn Kinder und Jugendliche nicht kritisch an die Religionen herangeführt werden. Wenn Religion aus der Schule rausgehalten wird, steht Extremisten wie den Evangelikalen Tür und Tor offen. Und dazu sag' ich: NEIN DANKE.
|
|
|
|
|
|
#52 |
|
Benutzer
Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 582
|
Au.Souchy, es geht mir nicht darum, Religion als Thema vollständig aus dem Schulunterricht zu verweisen. Ich finde es nur merkwürdig das es ein eigenes Fach bildet. Zu meiner Zeit wurde das Thema völlig unproblematisch ins Fach der politischen Bildung gepackt. Auch wir wurden aufgeklärt, ohne Schwerpunkt. Das dauert kein (oder mehere) Schuljahr(e)...
Die Aufgabe der Schulen ist nach meiner Interpretation neben der Wissenslehre der gesunde Blick auf unser weltliches Leben. So ist es unumgänglich das religiöse Fragen ebenso im Geschichtsunterricht besprochen werden oder während günstiger Momente in der Litarturbildung. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Bin ich etwa Extremist geworden? Das müsste ich wohl nach deiner Bemerkung der Türen und Tore. Immer weniger Jugendliche können ordentlich lesen und schreiben nach 10 Jahren Schule, aber Religionsunterricht, das muss sein. Das will ich nicht verstehen...
__________________
Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln. Otto von Bismarck |
|
|
|
|
|
#53 |
|
Master of Desaster
Registriert seit: 05.09.2006
Ort: Köln
Beiträge: 917
|
|
|
|
|
|
|
#54 |
|
Weltmeister
Registriert seit: 25.10.2007
Beiträge: 587
|
Eine Chance besteht im Islamunterricht in Schulen - das könnte ein Mittel sein endlich etwas Struktur in die islamische Glaubenskultur zu bringen, da predigt ja jeder Imam was er will ;-) Warum nicht praktisch denken und den Schülern einen extremistischen Islam durch eine verhuschte Religionslehrerin nahebringen lassen ? Das hat bei mir damals eine derartige Aversion gegen die Kirche ausgelöst...
__________________
“ A human being should be able to change a diaper, plan an invasion, butcher a hog, conn a ship, design a building, write a sonnet, balance accounts, build a wall, set a bone, comfort the dying, take orders, give orders, cooperate, act alone, solve equations, analyze a new problem, pitch manure, program a computer, cook a tasty meal, fight efficiently, die gallantly. Specialization is for insects." Robert Anson Heinlein |
|
|
|
|
|
#55 |
|
Benutzer
Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 582
|
@Au.Souchy
Wir können darüber noch Wochen reden, ich merke schon, hier prallen Gegensätze aufeinander die nicht aus der Welt zu schaffen sind. Ich kann mich glücklich schätzen das meine Kinder ihre Schullaufbahn abgeschlossen haben ohne das sie jemals im Fach Ethik oder Religion unterrichtet wurden. Wäre es anders gekommen, ich hätte mich mit unserem Staat juristisch angelegt - alle Instanzen hoch, was natürlich dauert ... Hätten sie es gewollt, in Ordnung, diese Möglichkeit hätte ich akzeptiert. Aber als normales Pflichtschulfach ohne Pro-Zustimmung, nicht ohne Kampf. @T-Rex
__________________
Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln. Otto von Bismarck |
|
|
|
|
|
#56 |
|
Benutzer
Registriert seit: 18.02.2004
Ort: Aachen
Beiträge: 468
|
Platon ist ein merkwürdiger Vergleich, ist dieser doch eine individuelle Person und kein Kollektiv.
__________________
"Nothing in life is to be feared, it is only to be understood." Marie Curie |
|
|
|
|
|
#57 |
|
Master of Desaster
Registriert seit: 05.09.2006
Ort: Köln
Beiträge: 917
|
|