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Alt 02.05.2004, 21:25   #1
Fokker
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Pfeil FDP - eigene Gesundheitsreform

Die FDP hat ein eigenes Konzept einer Gesundheitsreform vorgestellt. Demnach sollen die gesetzlichen Krankenkassen abgeschaft und privatisiert werden.

Kinder sollen nicht mehr beitragsfrei mitversichert sein, sondern über eine Pauschalprämie miteingebunden werden. Allerdings müsste deswegen auch das Kindergeld erhöht werden, so führt es Guido Westerwelle aus.

Die Versicherungspflicht würde demnach weiterbestehen. Für die Versicherungen müsse es Pflicht sein Basistarife ohne Risikoüberprüfung anzubieten.

Hört sich alles schon etwas amerikanisch an. Bevor man aber urteilen kann, sollte schon etwas mehr bekannt sein.
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Alt 03.05.2004, 09:30   #2
ToTo
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AW: FDP - eigene Gesundheitsreform

Naja, ich würde vorschlagen wir übernehmen das Gesundheitswesen von Dänemark, und gut ist.
Was die FDP vorschlägt, geht natürlich wieder nur zu Lasten der Geringverdiener, andere Ideen können die halt nicht entwickeln.
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Alt 04.05.2004, 03:23   #3
Gothmog
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AW: FDP - eigene Gesundheitsreform

Die tun eben weiter liberal. Das wollen sie schließlich auch sein. Ich glaube nicht, dass das sinnvoll ist.

Die Krankenkassen müssen sparen; gut. Dann sollte man sich darauf besinnen, was sie sind... Krankenkassen. Die sollte Kranken vorbehalten bleiben. Wer ängstlich ständig verdachtlos Vorsorgeuntersuchungen machen lässt oder wegen jeder kleinen Erkältung zum Doc rennt, kann das bitte vollständig aus eigener Tasche finanzieren. Dann können wir uns auch die Praxisgebühr schenken.
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Alt 04.05.2004, 09:26   #4
ToTo
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AW: FDP - eigene Gesundheitsreform

Zitat: Gothmog
Wer ängstlich ständig verdachtlos Vorsorgeuntersuchungen machen lässt oder wegen jeder kleinen Erkältung zum Doc rennt, kann das bitte vollständig aus eigener Tasche finanzieren.
Hmm, ich nehme jetzt mal ganz stark an, das du noch sehr jung bist, oder?

Vorsorgeuntersuchungen haben ihren Sinn, und sind sicherlich nicht mit "aängstlich" und/oder "verdachtlos" in Verbindung zu bringen. Je älter ein Mensch wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, das er erkrankt. Somit ist es mehr als angebracht, sich regelmäßig durchchecken zu lassen. Dies spart enorm Geld. Denn Krankheiten, werden sie rechtzeiti erkannt, können so im Keim erstickt werden.
Und bist du selbst Arzt, das du beurteilen kannst was eine harmlose Erkältung ist, und was nicht? Es gibt viele gefährliche Krankheiten, die eben "harmlose" Symptome wie Erkältung und leichtes Fieber haben.
Die Gesundheit ist das höchste Gut. Man sollte es nicht zum Wirtschaftsfaktor machen.
Untersuchen aus eigener Tasche bezahlen? So ein Vorschlag kann nur von jemanden kommen, der entweder im Wohlstand lebt, oder die Preise nicht kennt. Bereits ein einfaches EKG kostet um die € 130,00.
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Alt 04.05.2004, 11:33     #5
Fokker
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AW: FDP - eigene Gesundheitsreform

Vor allem: Wenn keiner mehr zum Arzt geht, wird auch ein Wirtschaftszweig geschwächt!

Unser Gesundheitssystem hat jetzt schon so einige absurde Regelungen, wie zB die Budgetierung der Ärzte.
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Alt 04.05.2004, 14:31     #6
Fokker
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AW: FDP - eigene Gesundheitsreform

Ein EKG kostet übrigens nur 6,25 € mit Befund. Ein Belastungs-EKG nur 15 €.

Also nichts mit 130 €... So viel verdienen Ärzte nicht.
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Alt 04.05.2004, 15:38   #7
Gothmog
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AW: FDP - eigene Gesundheitsreform

Zitat: ToTo
Hmm, ich nehme jetzt mal ganz stark an, das du noch sehr jung bist, oder?
Auch wenn ich dem mal seinen Bezug zum Thema abspreche; ja, ich bin 20 Jahre jung.

Zitat: ToTo
Vorsorgeuntersuchungen haben ihren Sinn, und sind sicherlich nicht mit "aängstlich" und/oder "verdachtlos" in Verbindung zu bringen. Je älter ein Mensch wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, das er erkrankt.
Nicht jede Vorsorgeuntersuchung hat ihren Sinn, und ich erlaube mir mal, mich selber zu zitieren: ich sprach von ständigen verdachtlosen Vorsorgeuntersuchungen. Jemand mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko sollte sich, nach Absprache mit seinem Arzt, ruhig regelmäßig untersuchen lassen.

Zitat:
Somit ist es mehr als angebracht, sich regelmäßig durchchecken zu lassen. Dies spart enorm Geld. Denn Krankheiten, werden sie rechtzeiti erkannt, können so im Keim erstickt werden.
Bei einem sonst gesunden Menschen wird äußerst selten bei einer Vorsorgeuntersuchung zufällig eine schwere Krankheit festgestellt werden, die sich schleichend anbahnt.


Zitat: ToTo
Und bist du selbst Arzt, das du beurteilen kannst was eine harmlose Erkältung ist, und was nicht? Es gibt viele gefährliche Krankheiten, die eben "harmlose" Symptome wie Erkältung und leichtes Fieber haben.
Das mag sein. Ich gehe allerdings nur zum Arzt, wenn ich so krank bin, dass ich das wirklich nötig habe. Ich werde bestimmt nicht einmal alle Fachschaften für Vorsorgeuntersuchungen abklappern.
Und ich bin kein Arzt; auch habe ich nicht vor, einer zu werden. Allerdings ist ein guter Freund von mir Arzt, und das schon eine Weile. Meine Meinung dazu habe ich mir erst nach einigen Gesprächen über dieses Thema mit ihm gebildet. Die Anzahl der Leute, die in Deutschland wegen lächerlichen Symptomen ins Krankenhaus rennen, ist enorm. Das ist eine zentrale Ursache für die extreme Überlastung der Ärzte hier. Es kostet unheimlich viel Zeit, die die wirklich Kranken viel dringender bräuchten.
Der Besagte wohnt jetzt im Norden von Norwegen, knapp unterm nördlichen Wendekreis, und ist dort ebenfalls als Arzt in einem Krankenhaus tätig. Dort kommen die Leute tatsächlich nur, wenn sie wirklich krank sind. Und dann weiß ein Arzt auch, dass er das tut, was er tuen sollte: Kranke heilen. Und nicht überempfindlichen, verwöhnten Leuten gut zureden.


Zitat: ToTo
Die Gesundheit ist das höchste Gut. Man sollte es nicht zum Wirtschaftsfaktor machen.
Wer krank ist, sollte die Behandlung selbstverständlich und vollständig aus der Krankenkasse finanziert bekommen. Jemandem, der einen Unfall hat oder so starke plötzliche Schmerzen, dass er einen Notdienst aufsuchen muss, 10€ abzunehmen, und zwar zusätzlich zu denen, die man sowieso pro Quartal bezahlen muss, finde ich pervers.
Ständige Arztbesuche von gesunden Menschen dagegen sind nicht lebensnotwendig, die sind Luxus. Und der sollte nicht aus der Krankenkasse finanziert werden.

Zitat: ToTo
Untersuchen aus eigener Tasche bezahlen?
s.o.

Zitat: ToTo
So ein Vorschlag kann nur von jemanden kommen, der entweder im Wohlstand lebt, oder die Preise nicht kennt.
Ich habe nie davon geredet, Krankenkassen abzuschaffen, sondern sich auf ihren ursprünglichen Nutzen zu besinnen. Wenn die überflüssigen Arztbesuche, und welche das sind, sollen ruhig Ärzte entscheiden, aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen, entlastet das nicht nur die Krankenkassen, sondern auch unsere Krankenhäuser.
Noch einmal: wer teure Untersuchungen und Behandlungen nötig hat, der soll sie auch bezahlt kriegen. Aber nicht die, die es nicht nötig haben.

Ich bin in den letzten Jahren dreimal zum Arzt gegangen. Einmal wegen einer Mittelohrentzündung, einmal wegen einer Blinddarmreizung oder -entzündung (da waren sich die Ärzte nicht so ganz sicher, ich habs ganz knapp ohne Operation überstanden) und einmal wegen Karies unter einer Füllung, ebenfalls höllisch schmerzhaft.

Und wegen kleineren Wehwehchen bewege ich mich nicht zum Arzt.
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Alt 04.05.2004, 15:48     #8
Fokker
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Zitat: Gothmog
Die Anzahl der Leute, die in Deutschland wegen lächerlichen Symptomen ins Krankenhaus rennen, ist enorm. Das ist eine zentrale Ursache für die extreme Überlastung der Ärzte hier. Es kostet unheimlich viel Zeit, die die wirklich Kranken viel dringender bräuchten.
Wie willst du diese Leute davon abhalten?
Wie willst du entscheiden, ob jemand doch nicht so krank ist? Auch diese leute haben ein Recht auf Behandlung und der Arzt die Verpflichtung den Symptomen nachzugehen.

Wenn es wirklich ein "lächerliches" Symptom ist, dann wird die Behandlung auch entsprechend einfach und schnell sein.
Zwischen lächerlichen und ernsten Symptomen zu unterscheiden ist schwer.
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Alt 04.05.2004, 16:15   #9
Gothmog
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AW: FDP - eigene Gesundheitsreform

Zitat: Fokker
Wie willst du diese Leute davon abhalten?
Sie dafür zahlen lassen.

Zitat: Fokker
Wie willst du entscheiden, ob jemand doch nicht so krank ist? Auch diese leute haben ein Recht auf Behandlung und der Arzt die Verpflichtung den Symptomen nachzugehen.
Ich will niemandem das Recht auf Behandlung absprechen. Aber das Recht auf Finanzierung von unnötiger Belastung der Krankenhäuser und -kassen.

Natürlich ist es nicht ganz einfach, zu differenzieren. Aber einige einfache Richtlinien kann man durchaus aufstellen. Am Ende muss dann der Arzt entscheiden. Der wird im Zweifelsfall eher nicht gegen den Patienten entscheiden; der wird nämlich sowieso bezahlt. Da sollte man sich also keine Sorgen machen.

Zitat: Fokker
Wenn es wirklich ein "lächerliches" Symptom ist, dann wird die Behandlung auch entsprechend einfach und schnell sein.
Richtig. Das Problem ist die Masse dieser überflüssigen Behandlungen. Die sollte reduziert werden. Völlig davon abhalten kann man die Bevölkerung nicht. Aber ich würde damit rechnen, dass man einen großen Teil abschrecken kann. Das haben sie ja mit der Praxisgebühr auch schon geschafft; damit treffen sie jedoch leider auch die Falschen.

Zitat: Fokker
Zwischen lächerlichen und ernsten Symptomen zu unterscheiden ist schwer.
Falsch. Das kann jeder. Und fast immer gehen schwere Krankheiten mit schlimmen Symptomen einher, ungefährliche dagegen mit schwachen. Die Symptome sind ja nun auch das, was im Endeffekt die Schwere einer Krankheit ausmacht.
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Alt 04.05.2004, 16:33     #10
Fokker
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Zitat:
Ich will niemandem das Recht auf Behandlung absprechen. Aber das Recht auf Finanzierung von unnötiger Belastung der Krankenhäuser und -kassen.
Ob eine Behandlung notwendig ist oder nicht, kann man meistens erst nach einer Untersuchung sagen. Also kannst du dem Patienten ja nicht erst zu zig Untersuchungen schleppen und ihm dann verklickern, dass er bitte alles selber zahlen muss, man konnte ja schließlich nicht wissen, dass es etwas unbedeutendes ist!

Zitat:
Richtig. Das Problem ist die Masse dieser überflüssigen Behandlungen. Die sollte reduziert werden.
Überflüssige Behandlungen gibt es nicht, wenn jemand vom Arzt behandelt werden muss ist es wohl notwendig...

Zitat:
Falsch. Das kann jeder.
Falsch, glaub mir das mal.

In der Medizin wird per Ausschlussdiagnostik behandelt. Man muss die Krankheiten nach und nach ausschließen, bevor man eine sichere Diagnose stellen kann. Auf dem Weg dahin liegen nunmal viele Untersuchungen, um die man nicht herumkommt, wenn man eine qualifizierte Diagnose stellen will.

Das bedeutet eben auch, dass man erst nach den Untersuchungen sagen kann, ob jemand ernsthaft krank ist oder nicht.
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Alt 04.05.2004, 16:44   #11
Danny
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AW: FDP - eigene Gesundheitsreform

Die Frage die sich stellt ist doch, warum man in anderen Leuten deutlich weniger zum Arzt gehen.

In Dänemark gibt es das Hausarztmodell. Er behandelt allein, nur im Notfall wird der Patient an Fachärzte überwiesen, daß spart enorm, da z. B. auch diese teuren Doppeluntersuchungen wegfallen.
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Alt 04.05.2004, 16:57   #12
Gothmog
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Zitat: Fokker
Ob eine Behandlung notwendig ist oder nicht, kann man meistens erst nach einer Untersuchung sagen. Also kannst du dem Patienten ja nicht erst zu zig Untersuchungen schleppen und ihm dann verklickern, dass er bitte alles selber zahlen muss, man konnte ja schließlich nicht wissen, dass es etwas unbedeutendes ist!
Ich habe langsam das Gefühl, mit Absicht missverstanden zu werden. Wenn jemand einen anscheinend guten Grund hat, zum Arzt zu gehen, sei es ein plötzlich auftretendes Krankheitsbild oder ein anderswie begründeter Verdacht, dann soll er das tun und dafür nicht bezahlen müssen. Aber mit einem normalen Schnupfen muss ich nicht zum Arzt gehen, und auch nicht wegen einem Zeckenbiss, solange er sich nicht schlimm entzündet oder ich ihn in einer Umgebung gekriegt habe, in der sie Krankheiten übertragen, gegen die ich nicht geimpft bin.
Natürlich kann es passieren, dass jemand nicht zum Arzt geht, obwohl er besser gegangen wäre. Aber das passiert jetzt genauso, und wahrscheinlich eher; denn momentan muss er immer zahlen, egal, wie schwer die Krankheit ist.

Zitat: Fokker
Überflüssige Behandlungen gibt es nicht, wenn jemand vom Arzt behandelt werden muss ist es wohl notwendig...
Natürlich gibt es überflüssige Behandlungen. Fast jede behandelte Erkältung ist überflüssig. Ich für meinen Teil überstehe meine ganz gut ohne Behandlung; andere rennen dafür direkt zum Doc und lassen sich wer weiss was für Mittelchen verschreiben. Es würde reichen, gingen sie zur Apotheke und kauften sich etwas Hustensaft und Nasenspray, wenn sie es ohne nicht aushalten, weil eine Erkältung ja so an Körper und Nervern zerrt. :-) Zum Arzt muss man dafür sicherlich nicht.
Und das ist selbstverständlich nur eins von vielen Beispielen.

Zitat: Fokker
Falsch, glaub mir das mal.
Bestimmt nicht. Du sprachst von Symptomen. Und das ist genau das an einer Krankheit, was jeder an sich feststellen kann.
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