Stimmt, denn Jobs liegen bei uns nur so auf der Straße. Wer arbeit will findet Arbeit und jeder Arbeitslose hat selbst schuld daran. Warum sollte die Allgemeinheit auch dafür aufkommen? Die Allgemeinheit soll dann aber für die aufkommen, die arbeiten gehen und die vom Arbeitgeber verschuldet einen Hungerlohn von 500.- bekommen? Warum soll ich denn die Produktion eines Unternehmens finanzieren? Dann investiere ich doch lieber in eine Grundversorgung eines einzelnen. Und 1000.- ... was sind schon 1000.-? Das reicht dir vlt. als sparsamer junger Kerl, ohne Familie und ohne Verpflichtungen - das wars dann aber auch schon...
Was nutzen dem Unternehmen denn 1.000.000.000 neue Fernseher die sie herstellen, wenn sie nicht verkauft werden? Kann sich aber jemand einen Fernseher leisten, dann kauft er sich auch einen. 4/5 produzieren wir für das Ausland - bricht uns irgendwann mal der Exportmarkt weg (und das kann ganz schnell gehen), dann brechen uns auch 4/5 der Abnehmer weg... Und was machen die Unternehmen dann? Wir müssen den Binnenmarkt stärken. Wir haben seit Jahren eine negative Lohnentwicklung. Die Leute haben Jahr für Jahr weniger Reallohn in der Tasche, während man in Skandinavien etc über 30% Reallohnzuwachs hat... Es wird dadurch also Kaufkraft entstehen - Vergleichbar mit den positiven Erfahrungen mit dem Mindestlohn in Großbritannien... Und Kaufkraft ist genauso wichtig wie Leistung. Klasse ist zum Beispiel, dass du heute 3 Jahre lang Ausbildung machen kannst, nicht übernommen wirst und dann eben kein ALG II bekommst - das gibts erst, wenn du auchn Jahr geschafft hast... Was kann der Azubi denn jetzt dafür, dass es dem Unternehmen an sozialer Verantwortung fehlt?
Man kann sich aber selbst verwirklichen - heute wird man nur geknechtet. Und ganz ehrlich mit 800.- im Monat käme ich nicht aus. Ich müsste mir trotzdem noch etwas hinzuverdienen...
Das Geld kann man ja umlegen, wenn die ihre Steuern zahlen, die die Arbeitslosenzahlen in die Höhe treiben, dann ist auch das Geld da...
Man beachte bei all der Polemik, dass heute nicht viel weniger an ALG + Hartz bezahlt wird...
System hat in einem anderen Thread angesprochen, dass die Geringverdiener selbst schuld seien - würden sie die Billiglöhne nicht akzeptieren bzw. den Job nicht annehmen würden, müssten die Löhne angehoben werden (Prinzip Angebot / Nachfrage) und da hat er absolut recht. De facto kann ich es mir aber nicht leisten einen Niedriglohn abzulehnen, weil ich dadurch meinen ALG-Anspruch verliere... Wenn ich allerdings eine Grundversorgung hab, die zum Leben ausreicht, kann ich mir den Job aussuchen und es müssten Löhne angepasst werden, dann entsteht nämlich wieder Wettbewerb.