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Alt 31.12.2003, 21:46   #1
Peacer
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Peacer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Die Neocons in den USA sind leiser geworden

Auch mal etwas positivere Nachrichten kurz vor dem Jahreswechsel.

Zitat:
Irak: Die Neocons in den USA sind leiser geworden
Von Hubert Wetzel, Washington

Als im März die ersten amerikanischen Panzer durch die irakische Wüste rollten, feierten die Neokonservativen ihren bisher größten Triumph. Nach dem Irak-Krieg hat der Einfluss der Falken in der US-Regierung abgenommen.

Jahrelang hatte diese kleine Gruppe beinharter Sicherheitspolitiker auf eine Revolution in der US-Außenpolitik hingearbeitet. Der Präventivschlag gegen Bagdad, Auftakt zu einer breiteren Kampagne zur Demokratisierung des Nahen Ostens, war ganz nach ihrem Geschmack. Dass Amerika fast alleine in den Krieg zog, gegen den Widerstand wichtiger Verbündeten, störte die "Neocons" nicht. Es war ein Beweis für amerikanische Entschlossenheit und Stärke. "Wir sind in einer Wilhelminischen Phase", stöhnte damals ein US-Diplomat.

Heute, neun Monate nach dem Fall Bagdads, ist das martialische Geschrei leiser geworden. "Sie reißen die Klappe nicht mehr ganz so weit auf", sagt ein europäischer Diplomat schadenfroh. Die schwierige, verlustreiche Besatzung in Irak hat die Kriegsbegeisterung gedämpft.



Theorie von der Demokratisierungswelle in Nahost bisher unerfüllt


Das heißt nicht, dass die Neocons ihre revolutionären Pläne aufgegeben haben. Sie glauben weiter an eine Demokratisierungsmission der USA im Nahen Osten, die es - notfalls mit Gewalt - zu verfolgen gilt. Sie glauben immer noch, dass der Aufbau einer Demokratie in Irak andere Diktaturen wie Dominosteine umfallen lassen wird. Und sie glauben, dass Amerika das Recht hat, gegen Länder loszuschlagen, die Massenvernichtungswaffen an Terroristen liefern könnten - wenn der Rest der Welt auch zweifelt und zetert. Was Europa "Unilateralismus" schimpft, nennen die Neocons "Führungsstärke".


Doch hat sich die Theorie von der Demokratisierungswelle in Nahost bisher nicht erfüllt. Statt dessen haben die blutige Besatzung sowie die vergebliche Suche nach Massenvernichtungswaffen in Irak den Einfluss der Neokonservativen in der US-Regierung deutlich gemindert.


So bemühte sich die Regierung in Washington um neue Uno-Resolutionen für den Wiederaufbau in Irak. Sie begann, die Beziehungen zu Deutschland, Russland und Frankreich zu reparieren. Und sie beugte sich der Forderung, die Macht in Bagdad schneller als geplant an die Iraker zurückzugeben. Beobachter verknüpfen die künftige Rolle der Neocons mit dem politischen Schicksal von Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz, ihrem prominentesten Vertreter in der US-Regierung.


Die Wetten laufen bereits: Während einige Beobachter Wolfowitz schon als neuen Sicherheitsberater sehen, sagen andere für Februar seinen Rücktritt voraus.
http://www.ftd.de/pw/in/1072525169989.html
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