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Alt 24.08.2006, 17:13   #1
Fokker
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Fokker befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Beitrag Nach acht Jahren dem Entführer entkommen

Als 10 Jährige wurde sie entführt. Acht Jahre später gelingt der 18 Jährigen Natascha Kampusch die Flucht vor ihrem Entführer, der sie in einer Montagegrube in seiner Garage gefangengehalten hat.
Der Entführer flüchtet daraufhin und begeht Selbstmord, indem er sich vor einen Zug wirft.

Ihr Gefängnis war mit Toilette, Kleiderschrank und Bett ausgerüstet, Zeitung und Radio durfte sie lesen/hören. Hier gibt es noch mehr Informationen.

Meiner Meinung nach absolut krass. Nach so langer Zeit in gefangenschaft wieder frei zu sein. Soviel wie die Frau verpaßt hat... die gesamte Jugend, keine Schulausbildung geschweige denn berufsausbildung. Das jetzt nachzuholen wird sicher schwer sein - wer setzt sich als Erwachsener schon gern zu 11 jährigen in die 4./5. Klasse? Ganz abgesehen davon, inwieweit Natascha Kampusch die Gefangenschaft psychsich überstanden hat...
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Alt 24.08.2006, 21:57   #2
Mistral
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Mistral befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
AW: Nach acht Jahren dem Entführer entkommen

Was man nicht vergessen sollte: die polizei hatte den entführer schon unter verdacht und hat ihn dann laufen lassen...

wie das wohl für die eltern ist nach 8 jahren ihr kind wiederzubekommen?
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Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
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Alt 25.08.2006, 00:54   #3
Gandolf
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Gandolf befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
AW: Nach acht Jahren dem Entführer entkommen

Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Als 10 Jährige wurde sie entführt. Acht Jahre später gelingt der 18 Jährigen Natascha Kampusch die Flucht vor ihrem Entführer, der sie in einer Montagegrube in seiner Garage gefangengehalten hat.
Der Entführer flüchtet daraufhin und begeht Selbstmord, indem er sich vor einen Zug wirft.

Ihr Gefängnis war mit Toilette, Kleiderschrank und Bett ausgerüstet, Zeitung und Radio durfte sie lesen/hören. Hier gibt es noch mehr Informationen.

Meiner Meinung nach absolut krass. Nach so langer Zeit in gefangenschaft wieder frei zu sein. Soviel wie die Frau verpaßt hat... die gesamte Jugend, keine Schulausbildung geschweige denn berufsausbildung. Das jetzt nachzuholen wird sicher schwer sein - wer setzt sich als Erwachsener schon gern zu 11 jährigen in die 4./5. Klasse? Ganz abgesehen davon, inwieweit Natascha Kampusch die Gefangenschaft psychsich überstanden hat...

Ich gehe mal gar nicht auf diesen Beitrag ein, bevor ich nicht die Genehmigung für wütende Beschimpfungen habe.

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Alt 25.08.2006, 08:30   #4
Drusilla
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Drusilla befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
AW: Nach acht Jahren dem Entführer entkommen

Viel wichtiger ist doch die Frage, ob sie überhaupt wieder richtig leben kann.
Eine sooo lange Gefangenschaft hinterlässt Spuren. Die Psychologen sprechen ja schon vom Stockholm-Syndrom bei N.K. Also da muss man echt langsam dran gehen.

Die ganze Geschichte an sich finde ich sehr furchtbar. Die Eltern haben sich nach der Entführung getrennt, weil jeder den/die anderen/andere beschuldigt hat.....
Und der Typ der gekidnappt hat, hat sich ja auf der Flucht vor der Polizei vor einen Zug geworfen..... Der hat ja wohl mal richtig Angst gehabt. Und das vollkommen zu Recht.
Für N. wird es jetzt richtig schwer, sich wieder in das "normale" Leben zu integrieren. Und die Eltern werden es da auch nicht leicht haben.
Die Gefahr besteht natürlich auch, daß sie selber so eine Aktion selber durchführen wird/will. Sie kennt es ja nicht anders und hält es für richtig. Da bin ich mal gespannt, wie es weitergeht. Schlimm ist ja, daß ihr Entführer schon hin ist. Normalerweise ist die Fahndung, Verhaftung und natürlich auch die Verhandlung mit der Verurteilung ein sehr wichtiger Prozess, für die "Heilung". Und das fällt ja komplett weg.
Ich habe sehr großen Respekt vor N.K., weil sie es geschafft hat, da rauszukommen. Und ich werde wohl jetzt auch sehr viel an sie denken. Sie wird jetzt sehr viel Kraft brauchen um die nächsten Wochen, Monate und Jahre zu überstehen.


Kisses
Dru
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Alt 25.08.2006, 16:19     #5
Fokker
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AW: Nach acht Jahren dem Entführer entkommen

Zitat: Gandolf
Ich gehe mal gar nicht auf diesen Beitrag ein, bevor ich nicht die Genehmigung für wütende Beschimpfungen habe.
Wir sind natürlich alle an deiner Meinung interessiert und als vernunftbegabter, intelligenter Mensch wirst du sicher auch in der Lage sein, deine meinung in entschärfter Form zu präsentieren, ohne das die Aussage dahinter verfälscht wird - davon bin ich überzeugt.
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Alt 25.08.2006, 19:09   #6
Robroy
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AW: Nach acht Jahren dem Entführer entkommen

Zitat: Mistral Beitrag anzeigen
Was man nicht vergessen sollte: die polizei hatte den entführer schon unter verdacht und hat ihn dann laufen lassen...
Konkreter Verdacht bestand nie, er wurde auch nie festgenommen so dass sie ihn "laufen lassen" hätten können. Der einzige Anhaltspunkt bei den Ermittlungen war, dass er selben Bezirk wohnte und einen Lieferwagen in der Art besaß in dem Zeugen das Mädchen verschwinden sahen, und da war er sicher nicht der Einzige. Für eine Festnahme und einen Durchuchungsbefehl reicht das bei Weitem nicht.

Zitat: Drusilla
Viel wichtiger ist doch die Frage, ob sie überhaupt wieder richtig leben kann.
Eine sooo lange Gefangenschaft hinterlässt Spuren. Die Psychologen sprechen ja schon vom Stockholm-Syndrom bei N.K. Also da muss man echt langsam dran gehen.
Sie hat zweifellos psychisch und körperlich Schäden davongetragen, wobei das mit dem Stockholm-Syndrom Spekulation ist - in den diversen Artikeln zu dem Fall heißt es übereinstimmend, sie habe die Nachricht vom Tod des Entführers "gefasst" aufgenommen, und immerhin ist sie geflohen als die Gelegenheit bestand, während der Gefangenschaft hat sie ihn nach eigener Aussage auch immer wieder gebeten sie freizulassen, siehe http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,433592,00.html
Auch diese Gefahr
Zitat:
Die Gefahr besteht natürlich auch, daß sie selber so eine Aktion selber durchführen wird/will. Sie kennt es ja nicht anders und hält es für richtig.
sehe ich daher nicht so sehr, für "richtig" hat sie ihre Lage ja auf keinen Fall empfunden.

Zitat:
Ich habe sehr großen Respekt vor N.K., weil sie es geschafft hat, da rauszukommen. Und ich werde wohl jetzt auch sehr viel an sie denken.
dito - auf jeden Fall ist die Sache sehr heftig da sie ihre wichtigste Lebensphase - Pubertät und heranreifen zu einer Erwachsenen - in Gefangenschaft und Isolation verbracht hat, vom sexuellen Missbrauch der offenbar auch stattgefunden hat ganz zu schweigen.

Interessant finde ich - so schockierend der Fall als Ganzes ist und so sehr ich den Täter verabscheue - dass sie in all den Jahren ihren Intellekt offenbar altersgemäß entwickeln konnte, wobei das auch nur den ersten Eindruck der mit dem Fall befassten Beamten darstellt.
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Alt 26.08.2006, 18:15     #7
Fokker
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AW: Nach acht Jahren dem Entführer entkommen

Nunja, das Stockholm-Syndrom gibt es ja in unterschiedlicher Ausprägung.

Zitat: Robroy
Interessant finde ich - so schockierend der Fall als Ganzes ist und so sehr ich den Täter verabscheue - dass sie in all den Jahren ihren Intellekt offenbar altersgemäß entwickeln konnte, wobei das auch nur den ersten Eindruck der mit dem Fall befassten Beamten darstellt.
Ich denke, da hatte sie Glück. Sie wurde mit 10 Jahren entführt, viele Fähigkeiten sind zu der Zeit schon voll entwickelt. Zudem hatte sie scheinbar Zugang zu Medien... Anregung hatte sie also durchaus - Natürlich ist es trotzdem bemerkenswert.
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Alt 28.08.2006, 15:40     #8
Fokker
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Neuigkeiten:
Zitat:
Die acht Jahre gefangen gehaltene Natascha Kampusch hat sich in einer Erklärung erstmals zu ihrem Martyrium geäußert. Ihre Stellungnahme wurde am Montag in Wien verlesen. Über ihren Entführer sagte sie: «Er war nicht mein Gebieter, ich war gleich stark.»
Sie fügte hinzu: «Er hat sich mit der Falschen angelegt.» Zu ihrem Verhältnis zu dem Täter Wolfgang Priklopil erklärte sie: «Ich nannte ihn nie Gebieter, obwohl er das wollte.» Ihr Entführer habe sie gewissermaßen «auf Händen getragen» und zugleich «mit Füßen getreten», sagte die 18-Jährige.
Priklopil hatte nach der Flucht seines Opfers Selbstmord begangen. Kampusch sagte in ihrer Erklärung: «Aus meiner Sicht war sein Tod nicht notwendig. (...) Ich trauere in einer gewissen Weise um ihn, denn er war Teil meines Lebens.» Zu ihrer achtjährigen Isolation in einer Kellerzelle sagte sie: «Ich habe nicht das Gefühl, dass mir was entgangen ist».
Yahoo.de

Also da könnte man schon Ansätze des Stockholms-Syndroms reininterpretieren...
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Alt 28.08.2006, 16:07   #9
Robroy
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Beiträge: 111
Robroy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Der Mann war 8 Jahre lang ihre einzige Bezugsperson, selbstverständlich lässt sie da sein Tod nicht kalt, was aber noch lange nicht bedeutet, dass sie ein positives emotionales Verhältnis nach der Definition des Stockholm-Syndroms zu dem Entführer aufgebaut hat. Was ich schon im letzten Posting angesprochen habe, ihre wiederholten Bitten um Freilassung, ihre Flucht sowie die im yahoo-Artikel und vielen anderen heutigen Berichten zu dem Fall zitierte Äußerung, der Entführer hätte "sich mit der Falschen angelegt" sprechen dagegen.

Ich weiß nicht ob sich ein anderes Kidnapping je über so lange Zeit hinweggezogen hat, herkömmliche psychologische Erklärungsmodelle stoßen bei einem derart außergewöhnlichen Fall vermutlich schnell an ihre Grenzen.
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Alt 28.08.2006, 16:10   #10
System
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Reinterpretieren ist wohl das richtige Wort. Ich finde hier wird zu viel spekuliert. An den knappen Aussagen die bisher gemacht worden, kann man sowas nur schwer machen.

Man darf ja etwa einfach nicht vergessen, dass sie geflohen ist. Da würde ich ein Stockholm-Syndrom doch schon fast ausschließen. Ich meine mich auch daran zu erinnern, dass sie deswegen fliehen konnte, weil er das Interesse an ihr verloren hat, da sie ihm wirklich langsam zu stark (zu groß, zu alt) wurde. Wenn diese Erklärung wirklich von ihr selbst geschrieben wurde, macht sie auch nicht den Eindruck sonderlich schwach zu sein oder durch das Geschehene besonders geschädigt. Insofern könnte ihr Einschätzung der Situation zu treffen

Auch gibt sie klar zu erkennen, dass sie sich ihrer teilweise schlechten Behandlung bewußt war, immerhin schreibt sie, dass sie mit «mit Füßen getreten» wurde. Das hört sich nicht nach Stockholm-Syndrom an. Die Momente, wo er sie «auf Händen getragen» hat, wird es wohl auch sicherlich gegeben haben und diese entsprechend so zu verstehen, ist auch legetim.

Dass man um Leute trauert, die 8 Jahre Bestandteil des Lebens waren, ist wohl auch ganz normal. Sowas kann man mit einer normalen Entführung, wo die Geiseln mehr Angst vor der Polizei als vor den Geiselnehmern haben, doch überhaupt nicht vergleichen. Ist ja jetzt auch nicht so, dass sie ihn in der Öffentlichkeit überschwenglich lobt und eine Abschiedsfeier veranstaltet.
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Alt 28.08.2006, 19:04     #11
Fokker
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Zitat: Yahoo/Natascha Kampusch
«Ich habe nicht das Gefühl, dass mir was entgangen ist»
Mag sein, das ihr Recht habt. Aber andererseits müßt ihr bedenken, dass dieses Sydrom ja auch in Abstufungen auftreten kann.
Man könnte sich zB fragen, wie sie zu der oben zitierten Aussage kommt...
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Alt 28.08.2006, 19:25   #12
System
Schlächter
 
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Man könnte sich zB fragen, wie sie zu der oben zitierten Aussage kommt...
Es wird wohl ihre Überzeugung sein, dass sie nichts verpasst hat. Ich kenn genug Leute, die auch freiwillig den ganzen Tag zuhause sitzen und damit zufrieden sind. Das Sozialverhalten ist nunmal zu einem Teil auch anerzogen und so gewöhnt man sich eben an seine lustige Kammer.

Dass sie jetzt nicht der witzig spritzige Kontakttyp ist, merkt man ja etwa auch daran, dass sie mit ihren Eltern nur telefonischen Kontakt hat und dabei war sie doch schon alt genug, als sie entführt wurde, um sich an ihre Eltern zu erinnern. Vermutlich fühlt sie sich durch ihre Eltern gestört.
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