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Alt 25.11.2007, 21:49   #61
System
Schlächter
 
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Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 383
System befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Meine Erfahrung mit HartzIV-Empfängern ist da eine andere. Und die sagt mir, dass DAS nicht die Mehrheit der HartzIV-Empfänger ist.
Jetzt könnten wir streiten, wessen Erfahrung die bessere ist, aber…

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Ich würde da eher auf die Studien verweisen, die besagen, dass HartzIV nicht genug ist. Deswegen reicht es nicht. Auch ohne HDTV reicht es kaum.
Was jetzt? Reicht es nicht oder reicht es kaum? Fast zuwenig ist eben immer noch genug. Für Sonderausgaben usw gibt es auch immer etwas extra, wenn man denn seine viele Hartz-IV-Freizeit nutzt um sich zu informieren, was einem alles zu steht. Gibt es denn auch irgendwo eine dieser Studien online einzusehen oder sind die alle geheim?

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Ich möchte damit sagen, dass Löhne von Wegen 3 Euro die Stunde zu wenig sind.
Die Löhne sind durch einen freien Markt entstanden und damit auf dem optimalen Wert. Jede Änderung an diesen muss irgendjemand bezahlen. Ob ich Arbeitgeber direkt besteuer (und damit Arbeitgeben weniger attraktiv mache) oder Mindestlöhne einführe (und damit Arbeitgeben weniger attraktiv mache) spielt keine Rolle.

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Problematisch ist nur, dass man ja in der Zeit, in der man noch kein Geld damit verdient (Man kann schließlich nicht morgens mit allem an Equipment und Arbeitskräften im Repertoire aufstehen und sofort losverdienen), muss man arbeiten.
Die Bank ist dein Freund und gibt bei vernünftigen Geschäftsvorschlägen Starthilfe. Außerdem gibt es ein paar Dinge für die man nur besondere Fähigkeiten brauch um gut zu verdienen und kein Geld einsetzen muss. Etwa kann jeder Hartz-IV-Empfänger ein Buch schreiben und dann versuchen das zu vermarkten (entweder an Verleger oder per Print-on-Demand übers Netz). Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten und man muss eben immer die eigenen Stärken berücksichtigen (wenn man denn welche hat).

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Wenn man währenddessen aber noch gleichzeitig ne Familie versorgen muss, dann kann das ja so keinen geben. Vor allem wenn man Risiko eingeht und danach mit noch leereren Händen dasteht. Wenn man Puffer hat, kann man sich Risiko leisten. Wenn nicht, dann nicht...
Tatsächlich kommt man nicht mit einer Familie auf die Welt. Man kann bis zur Gründung einer Familie warten bis auf 2 Beinen steht. Es ja selbst für arme Schlucker möglich sein Kondome zu benutzen. Außerdem gibt es auch mit Familie noch Möglichkeiten.

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Weil sie nicht in die Volkskasse einzahlen. Außerdem bekommen sie ja noch mehr aus ihrer Privatkasse raus.
Das sie nicht einzahlen ist mir klar. Du hast aber genau das gefordert. Nur wieso sollte jemand der nichts aus diesem Topf will, weil er seinen eigenen hat dort einzahlen? Wieso ist es fair, wenn die einen für die anderen bezahlen müssen?

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Aber der Durchschnittsmensch stirbt in etwa in dem Reichtum, in dem er auch geboren wurde. Da kann man jetzt hier und da Dinge schönreden mit Beobachtungen wie "ich kenne einen, der [...]" und bla, aber das ist einfach so. Daran hat sich in hundert Jahren wenig geändert.
Nun, der Durchschnittsmensch macht vielleicht etwas falsch. Mit unseren ganzen Sozialleistungen ist der Aufstieg zumindest technisch möglich. Ich vermute der Umgang mit Geld muss erlernt werden und Leute mit armen Eltern lernen das eben nicht, weil in der Schule stattdessen nur Religion, Latein und Musik unterrichtet wird.

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Außer dass "ganz unten" nicht mehr so tief ist wie vor hundert Jahren.
Ich würde auch eher dort ansetzen, wenn man wirklich etwas verbessern will. Erstens glaube ich, dass es schädlich ist, zu viel Geld umzuverteilen und zweitens glaube ich nicht, dass sie die Leute mit Geld dieses so einfach wegnehmen lassen.

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Das wird mir schon nicht gelingen, da ich weder BaFög, noch viel Geld von zuhause bekommen kann.
Kein BaFög? Also doch zu reich? Und wieso geben die Eltern dann nichts ab?

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Werde schon nen Kredit aufnehmen, bevor ich überhaupt mal mit meinem richtigen Job angefangen habe und um den dann so knapp wie möglich bemessen zu können, auch nebenbei jobben. Und ich gehöre noch nicht zum armen Teil der Bevölkerung.
Nun, in anderen Ländern wie den USA ist das ganz normal. Wenn man später gut verdient, kann man ja alles zurück bezahlen. Wenn man damit fertig ist, kann man ja das Geld richtig einsetzen. Mir ist allerdings noch nicht so klar, wofür du diesen Kredit brauchst.

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Deine Do-it-Yourself-1-2-3-Reich-werden-Anleitung ist leider nichts für Leute, die mal eben so 125 Euro jeden Monat zurücklegen können. Nicht für welche, die für 3 Euro die Stunde arbeiten, weil sie nichts besser bezahltes finden.
Ich kenne hier Putzstellen in meiner Nähe, wo man 12 € die Stunde + Anfahrt bekommt. Besser bezahlte Stellen gibt es in Masse. Nur muss man dort eben richtig arbeiten und auch mal gepflegt aussehen, weil man auf Menschen losgelassen wird.

Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Zu dieser Ansicht würde ich nur kommen können, wenn ich mir einrede, dass das Geld 1:1 direkt in die Premierezugänge von Hartz-IV-Empfängern fließt.
Das hat damit nichts zu tun. Ob man Geld sinnvoll genutzt wird oder nicht, wenn man es mir wegnimmt, ist es für mich weniger wert, weil ich ja damit rechnen muss, dass man es mir wegnimmt. Wer will schon mit Geld bezahlt werden, dass einem der Staat gleich wieder abnimmt?
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Alt 27.11.2007, 11:25   #62
Fokker
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Beiträge: 3.137
Fokker befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Das ist oft bei Leukämiekranken und Organempfängern so. Dann heißt es jedoch seitens der Versicherung NICHT offiziell "Wir erstatten die Kosten nicht", sondern es wird inoffiziell aufgehört, nach Spendern zu suchen usw.
In den Statistiken tritt das dann natürlich anders hervor.
Und wo hast du das her? Ist die Prognose schlecht, die soziale Situation der Genesung abträglich oder sprechen noch andere Faktoren gegen eine Transplantation sinkt eher die Priorität, mit der man in den Listen geführt wird.
Zitat: System Beitrag anzeigen
Eine Million Euro für eine Operation? Wie viele hundert Chefärzte sind daran denn beteiligt und wie viele Wochen wird operiert? Bezahlen die Privaten solche mysteriösen Operationen denn?
Nicht unwahrscheinlich. Allein was ein Transplantierter am Tag für Medikamente nehmen muss... das kann schonmal in die Tausende gehen.
Zitat: tfc Beitrag anzeigen
Ich würde da eher auf die Studien verweisen, die besagen, dass HartzIV nicht genug ist. Deswegen reicht es nicht. Auch ohne HDTV reicht es kaum.
Da muss man aber auch fragen, in wessen Auftrag solche Studien durchgeführt wurden. Ich kenne Leute, die mit dem gleichen Geld sehr gut auskommen.
Zitat: System Beitrag anzeigen
Die Bank ist dein Freund und gibt bei vernünftigen Geschäftsvorschlägen Starthilfe. Außerdem gibt es ein paar Dinge für die man nur besondere Fähigkeiten brauch um gut zu verdienen und kein Geld einsetzen muss. Etwa kann jeder Hartz-IV-Empfänger ein Buch schreiben und dann versuchen das zu vermarkten (entweder an Verleger oder per Print-on-Demand übers Netz). Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten und man muss eben immer die eigenen Stärken berücksichtigen (wenn man denn welche hat).
Naja, von einem Buch kann man nicht leben, auf keinen Fall.
Blöd ist eigentlich, dass die Ich-AGs eingestellt wurden, denn damit konnte man ganz gut seine eigene Existenz aufbauen. Der neue Gründungszuschuss ist da eher suboptimal, der Zuschuss fällt geringer aus und außerdem sind ALG2 Empfänger ausgenommen.
Zitat: System Beitrag anzeigen
Kein BaFög? Also doch zu reich? Und wieso geben die Eltern dann nichts ab?
So einfach ist das nun nicht. Wenn deine Eltern beispielsweise ein Haus gebaut haben und ihr Gehalt im Bereich der Förderungsbewilligung liegt ist es kein Problem BaFög zu beziehen, wird das Haus jedoch gekauft und nicht gebaut, bekommt man garnichts, hat aber trotzdem die Kredite am Hals.
Zitat: System Beitrag anzeigen
Nun, in anderen Ländern wie den USA ist das ganz normal. Wenn man später gut verdient, kann man ja alles zurück bezahlen.
Angesichts der Tatsache, dass wir zu wenig Uni-Absolventen haben und zu wenig Kinder, ist dies kontraproduktiv. Viele werden sich aus finanziellen Gründen gegen das Studium entscheiden und diejenigen, die sich dennoch dafür entscheiden sind mit Krediten belastet, in einer Zeit, wo eigentlich eine Familie gegründet werden müsste.
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