Westafrika
Boeing stürzt in den Atlantik - Über 90 Tote
Die Boeing 727 rammte beim Start ein Gebäude des Flughafens und stürzte kurz darauf ins Meer. An Bord waren mehr als 250 Menschen - viele davon libanesische Gastarbeiter, die ihren Weihnachtsurlaub in der Heimat verbringen wollten.
REUTERS
Das abgetrennte Cockpit der Unglücksmaschine am Atlantikufer
Westafrika Cotonou/Benin - Die Maschine der Fluggesellschaft United Transport Airlines aus Guinea, die nach Beirut fliegen sollte, stürzte am Nachmittag kurz nach dem Start vom Flughafen Cotonou ab. Cotonou ist die Wirtschaftsmetropole Benins. Das Flugzeug sei von zwei Libanesen gechartert worden, teilten Sprecher des Beiruter Flughafens mit.
Der libanesische Fernsehsender El Manar berichtete unter Berufung auf einen Augenzeugen von 90 Toten. Es würden aber noch weitere Leichen geborgen. Unter den Opfern seien 80 bis 85 Libanesen. Etwa 35 Libanesen hätten den Absturz überlebt, zitierte der Sender weitere Augenzeugen. Etwa 150 Meter vor der Küste trieben Dutzende Leichen zwischen den Wrackteilen des Flugzeugs, darunter Frauen und Kinder. Fischer und Bewohner Cotonous suchten im Wasser nach Überlebenden.
Ein Sicherheitsbediensteter des Flughafens sagte der Nachrichtenagentur AP, die Maschine habe beim Start ein Gebäude am Ende der Piste gerammt. Es sei Feuer ausgebrochen und es habe eine Explosion gegeben. "Das Flugzeug ist explodiert und die Trümmer sind ins Wasser gefallen." Der Atlantik ist nur etwa 500 Meter von der Startbahn entfernt. Der Präsident Benins, Mattieu Kerekou, begab sich an die Absturzstelle und informierte sich über das Unglück.
Die Maschine war in Conakry im westafrikanischen Guinea gestartet und hatte auf ihrem Weg nach Beirut in Cotonou 36 weitere Passagiere an Bord genommen. In Benin lebt eine große libanesische Gemeinde. Einen weiteren Zwischenstopp sollte die Maschine in Dubai einlegen.