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Alt 16.10.2008, 23:26   #1
Fokker
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1000 Mann für Afghanistan

Zitat:
Mit großer Mehrheit hat das Parlament für die Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes gestimmt. Verteidigungsminister Jung nennt die 442 Ja-Stimmen einen Vertrauensbeweis. Die Linke sieht Deutschland dagegen «auf der Rutschbahn».
Quelle
Außerdem werden 1000 weitere Soldaten nach Afghanistan geschickt. Das Mandat wurde gleich um 14 Monate verlängert um es aus dem Bundestagswahlkampf 2009 herauszuhalten. Allerdings ist mittlerweile über die Hälfte der Deutschen gegen die Beteiligung am Afghanistankrieg.
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Alt 17.10.2008, 11:28   #2
Detlef05
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Die Frage ist doch, wie lange dies noch so weiter gehen soll, wenn selbst die Regierungskoalition über Ausstiegsszenarien nachdenkt und eine Mehrheit in der Bevölkerung den BW-Einsatz ablehnt.
Und es gibt doch keinen besseren Ausdruck für Unsicherheit und politische Schwäche, als das Thema aus dem Bundeswahlkampf heraushalten zu wollen.
Wir haben in Afghanistan nichts zu suchen!
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Alt 17.10.2008, 13:49   #3
T-Rex
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Zitat: Detlef05 Beitrag anzeigen
Wir haben in Afghanistan nichts zu suchen!
Also die Taliban sind schon mächtige Spinner - und Deutschland steht im Einfluss vieler radikalislamischer Gruppen - klar gab es erst den Krieg und dann den Terror - aber wenn wir unsere Kultur der Gleichberechtigung und wissenschaftlichen Offenheit gegen Kreationisten und Islamisten verteidigen möchten, werden wir anecken mit diesen Krawallbrüdern.

Warum nicht dort und jetzt - wo wir schonmal dabei sind ?

In Kabul gibt's nicht gerade wenige Menschen, die sich freuen endlich wieder eine Polizei und demzufolge auch wieder Schulen und Geschäfte zu sehen.

Das der Laden da gerade massiv in der alten Korruption versinkt ist natürlich höchst unerfreulich.

Da würde ich aber sagen: Viel hilft viel und von nichts kommt nichts - was wir da Angefangen haben sollten wir auch zu (einem guten) Ende bringen. Die Ammis habens im Irak ja auch geschafft. (Da sind die übrigens um den Iran zu bedrohen - und dass war schon Clintons Ziel - da musste nicht erst W kommen)
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Alt 17.10.2008, 14:37   #4
Leitwolf
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Allerdings ist mittlerweile über die Hälfte der Deutschen gegen die Beteiligung am Afghanistankrieg.
Was zu beweisen wäre. Denn ob die Umfragen diesbezüglich wirklich repräsentativ sind, wage ich zu bezweifeln.

Zitat: Detlef05 Beitrag anzeigen
Und es gibt doch keinen besseren Ausdruck für Unsicherheit und politische Schwäche, als das Thema aus dem Bundeswahlkampf heraushalten zu wollen.
Es ist auch jetzt noch jeder Partei möglich, im Wahlkampf einen Abzug aus Afghanistan zu fordern und ihn dann ggf. später auch durchzusetzen. Das Thema wird eben nur nicht wahlkampfbeherrschend sein.
Und das halte ich für eine sehr kluge Entscheidung, denn wir haben einerseits ganz andere Probleme als Afghanistan und andererseits ist die deutsche Sicherheitspolitik auch ohne populistische Contraeinlagen schon chaotisch genug.
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Alt 17.10.2008, 15:31   #5
Neuklon
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Es ist wahrlich eine weise Entscheidung das Thema aus dem Wahlkampf rauszuhalten. Dafür habe ich vollstes Verständnis. In den Augen der Kritiker hätte "alles" geschehen können, eines wäre mit Sicherheit gleich geblieben, die Beurteilung! Schwäche ist ein Vorwurf der leicht zu setzen, aber schwerlich widerlegbar ist. Es sei denn man kontert mit Härte oder dem Argument, was wohl eher von Schwäche zeugt: Abzug vor Beendigung des Einsatzes oder Verlängerung mit dem Wissen um Schwerstarbeit.

Wir sollten uns vor Augen halten das Deutschland 2001 dem Einsatz als Bündnisfall zugestimmt hat, soviel vor den Augen der USA als auch der NATO. Zumindest in der Vergangenheit war das deutsche Wort etwas wert.

Das sollte allerdings nicht darüber hinweg täuschen das es lange offensichtliche Differenzen um die militärgeführte Strategie gab. Die Bundeswehr war von Anfang an mehr damit betraut im Hinterland für Ruhe, Sicherheit, Aufbau und Ordnung zu sorgen...um den direkten Kampf ging es selten. Das was an der Front passierte, konnte nicht glücklich machen und führte letztendlich zu einer verschärften Sicherheitslage, eingerührt durch eine Kampfstrategie der Unvernunft.
Seitdem Bush immer mehr zur lahmen Ente degradiert wird, wandelt sich das Bild. In außenpolitischen Angelegenheiten scheint er längst die Machtbefugnisse abgegeben zu haben. Immer deutlicher tritt zu Tage das nun jene Strategie verfolgt wird, die Barak Obama vor über 1 Jahr bereits forderte, als wäre er längst ins Weiße Haus eingezogen. Da wäre z.b....

- im Hintergrund verhandeln die USA mit dem Iran, seit her ist es ruhig geworden. Angriffe verbaler Art werden rar. Viel entscheidender allerdings ist die Zusammenarbeit im Irak. Es ist dem aus US-Sicht "verhassten" Nachbarland zu verdanken das nun viele Iraker, allen voran die sunnitischen Stämme, die Seiten gewechselt haben um gegen Al-Quaida zu kämpfen.
Damit fehlt der Terrororganisation endgültig das Rückgrat.

- auch in Pakistan hat sich die Lage deutlich verändert. Die neuen Machthaber kämpfen endlich mit der erforderlichen Härte gegen Terroristen im eigenen Land. Damit wird das Rückzugsgebiet der Taliban eingekreist. Augenblicklich mit der Beendigung der Machtunterstützung von Seiten der USA zu Musharraf konnte dieser sich nicht mehr seinen Gegnern im Inland erwehren und klein beigeben. Offiziell waren es Wahlen, ja ja...

- die USA haben bereits begonnen ihr Hauptaugenmerk auf Afghanistan zu verlegen und Pakistan nicht auszuklammern. Das sind genau die Taten nach jenen Worten von Obama...

Damit macht der Einsatz in Afghanistan wieder Sinn...das Blatt hat sich gewendet. Zu verdanken ist das einzig und allein der endenden Macht von Bush. Jetzt war/ist Raum da um verfehlte Strategien zu ersetzen.

In dieser Phase wäre es töricht unsere Soldaten abzuziehen.
Solange die Strategie "dämlich" war, habe ich mich wie einige andere auch, für einen Abzug ausgesprochen. Aber schon zu der Zeit sagte ich, es hängt mit diesem Punkt zusammen. Jetzt hat sich das erledigt und damit ist es Schnee von gestern.
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Der Urknall ist in Wahrheit unser Horizont in der Zeit und im Raum. Wenn wir ihn als Nullpunkt unserer Geschichte betrachten, dann aus Bequemlichkeit und in Ermangelung eines Besseren. Wir sind wie Entdeckungsreisende vor einem Ozean: Wir sehen nicht, ob es hinter dem Horizont etwas gibt.
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Alt 19.10.2008, 00:30   #6
Leitwolf
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Zitat: Neuklon Beitrag anzeigen
Immer deutlicher tritt zu Tage das nun jene Strategie verfolgt wird, die Barak Obama vor über 1 Jahr bereits forderte, als wäre er längst ins Weiße Haus eingezogen. Da wäre z.b....
Naja, ob Obama wirklich der aussenpolitische Heilsbringer ist als den viele Deutsche ihn sehen wage ich schwer zu bezweifeln. Nur weil er hierzulande ein wesentlich besseres Image als Mc Cain oder gar Bush hat, heisst das weder dass er bei den arabischen Machthabern besser ankommt, noch dass seine Strategien besser anschlagen werden.
Vor allem weil der zentrale Punkt seiner aussenpolitischen Verprechungen eben der Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak ist.

Zitat: Neuklon Beitrag anzeigen
im Hintergrund verhandeln die USA mit dem Iran, seit her ist es ruhig geworden. Angriffe verbaler Art werden rar. Viel entscheidender allerdings ist die Zusammenarbeit im Irak. Es ist dem aus US-Sicht "verhassten" Nachbarland zu verdanken das nun viele Iraker, allen voran die sunnitischen Stämme, die Seiten gewechselt haben um gegen Al-Quaida zu kämpfen.
Bitte? Wie kommst du denn zu dieser Einschätzung? Die Iraner sind Shiiten und bei den irakischen Sunniten wahrscheinlich noch verhasster als die Amerikaner.
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Alt 19.10.2008, 12:49   #7
Neuklon
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Ich bin in der Hinsicht kein typischer Deutscher, ich erwarte von Obama ganz andere Taten als den Abzug aus dem Irak. Für Deutschland ist die Lage in Afghanistan wichtig. Dort musste die Strategie umgehend verändert werden um die Zielsetzung erfüllen zu können. Die Taliban und diverse Terroristen sind nicht zu besiegen ohne das in Westpakistan aufgeräumt wird. Das hat auch Obama gefordert und Pakistan schon vor 1 Jahr mehr oder weniger offen mit Krieg gedroht wenn sie nicht langsam aus den Puschen kommen. Und siehe da, seit Bush' Macht schwindet, hat sich in Pakistan so einiges verändert. In Afghanistan selbst hat er angekündigt die Truppenstärke deutlich zu erhöhen. So soll auch mehr Augenmerk auf sichernde Maßnahmen gesetzt werden. Diesen Punkt hat Bush' Politik stets vernachlässigt, es ging immer nur um Kampf, Kampf, Kampf.

Im Irak hat sich die Lage ins Positive gedreht, seit der Iran mitmischt und für Ruhe sorgt. Al Sadr wurde besänftigt und viele sunnitische Stämme kämpfen nun auf US-Seite. Das haben die Amis Teheran zu verdanken, aus 2 Gründen:

- Lange sah es so aus als würde der Irak zerbrechen (Norde, Mitte, Süden). Das wäre für den Iran geopolitisch eine Katastrophe - neue Rückzugsgebiete für Terroristen könnten entstehen die auch den Iran bedrohen können, die verhassten Gruppen würden ihre eigenen Staaten regieren und der hart erkämpfte Einfluss auf den Irak wäre dahin. Nein, für die Iraner ist ein geeinter Irak die beste Lösung um gewisse Personen in Schach zu halten.

- Die USA sind für Teheran eine Gefahr, je schneller sie abziehen desto besser. Dabei ist jedes Mittel recht, hinterher können sie sich dem kleineren Problem widmnen. Sobald die Amerikaner aus der Region raus sind, ist Iran stärkste Kraft.
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Alt 19.10.2008, 13:11   #8
Detlef05
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Zitat: Neuklon Beitrag anzeigen
Ich bin in der Hinsicht kein typischer Deutscher ... Für Deutschland ist die Lage in Afghanistan wichtig. Dort musste die Strategie umgehend verändert werden um die Zielsetzung erfüllen zu können. Die Taliban und diverse Terroristen sind nicht zu besiegen ohne das in Westpakistan aufgeräumt wird.
Da sieht man mal wieder, wie sehr es mir an geopolitischem Gesamtverständnis mangelt. Vielleicht kannst Du ja nochmal erläutern warum für Deutschland ausgerechnet die Lage in Afghanistan so bedeutsam ist? Das könnte man damit verbinden, zu erklären, warum unbedingt die Taliban und "diverse Terroristen" (militärisch?) besiegt werden müssen und was unter dem merkwürdigen Zusammenhang "in Westpakistan aufräumen" zu verstehen ist? Irgendwoher aus machtpolitischem Zusammenhang kenne ich den Begriff des "Aufräumens" ...?
Gut, dass geostrategisch-ökonomische Interessen bei all dem keine Rolle spielen!
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Alt 19.10.2008, 14:09   #9
Neuklon
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@Detelf

Vor allen Dingen wegen unseren Streitkräften vor Ort. Wir haben 2001 den USA das Versprechen gegeben Seite an Seite mit ihnen nach Afghanistan zu gehen - selbstgezogene Bündnisfallkarte. Geostrategische Aspekte gibt es für uns nicht. Wir wissen beide für wen der Krieg bedeutsam ist und warum. Für Deutschland zählt nur das gegebene Wort und der Schutz der eigenen Leute im Einsatz.

Zu Pakistan: http://www.focus.de/politik/schlagze...019&did=930305
aufräumen = Kampfeinsätze gegen Taliban und Co.

Vielleicht wolltest du das von mir hören, rein thematisch bist du selbstredend besser auf dem Stand als du vorhin zu äußern pflegtest.
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Alt 19.10.2008, 14:27   #10
Detlef05
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Zitat: Neuklon Beitrag anzeigen
Wir haben 2001 den USA das Versprechen gegeben Seite an Seite mit ihnen nach Afghanistan zu gehen - selbstgezogene Bündnisfallkarte. Geostrategische Aspekte gibt es für uns nicht. Für Deutschland zählt nur das gegebene Wort und der Schutz der eigenen Leute im Einsatz.
Ist das so wie beim kirchlichen Eheversprechen "Bis das der Tod uns scheidet...? Uns bindet also in Afghanistan ein Versprechen gegenüber den USA?
Ich habe in den letzten Tagen immer wieder gehört, wir wären dort, weil wir eine lichte Zukunft am Hindukusch mitgestalten wollen. Ohne Taliban und so.( Eine Truppe braucht doch diesen Gegner! Nur mal theoretisch: In Afghanistan gibt es Wahlen. So wie sie sich westliche Demokraten vorstellen. Der Staatspräsident ist out, der politische Arm der Taliban erringt die absolute Mehrheit. Was machen wir dann?) So etwas nenne ich ein geosstrategisches Interesse!
Das unsere eigenen Leute dabei geschützt werden müssen, das ist doch ganz klar!!!!!!!!!!
Aber wie man dies tun kann, das ist eben umstritten!

PS: Wenn man eine Karte zieht, kann es auch eine Lusche sein!
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Alt 19.10.2008, 15:00   #11
Neuklon
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Ach Detlef, da geht es um so viel mehr. Die USA sind Deutschlands Schutzmacht, gleichzeitig sind wir Verbündete in einem großflächigen "westlichen" Militär-, Ideologie- und Machtgebildes. Das JA steht für alles oder nichts. Ein jetziger Abzug ohne tiefere Gründe wäre ein vernichtender Schlag gegen unsere eigene geopolitische Ausrichtung. Das hat alles mit Afghanistan nichts zu tun. Wir sind ein Teil der NATO, wir sind ein Teil der US-geführten westlichen Imperialpolitik.
Bevor wir uns davon lösen, sollten wir ernsthafte Alternativen besitzen. Europa ist noch nicht so weit als das es alleine auf den Füßen stehen könnte. Was bliebe, eine Verbrüderung mit Russland? Das ist wohl mit Blick auf osteuropäische Ziele nicht fruchtbar. Es gibt sie nicht, die schönen Alternativen. Es sei denn man möchte sich selbst Schwächen oder aus der Imperialpolitik aussteigen, und das hat Deutschland nicht als Ziel. In Berlin ist man froh nach "langer" Abwesenheit zurück auf der Weltbühne zu sein.

Afghanistan interessiert dabei nicht die Bohne...jedenfalls nicht für die BRD.
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Alt 19.10.2008, 15:22   #12
Detlef05
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@Neuklon:
Brilliant! Selten wurden alle Hintergründe so knapp, aber deutlich und erschöpfend ausgesprochen!
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Alt 19.10.2008, 15:58   #13
Au.Souchy
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Afghanistan ist schon so eine richtige Erfolgsgeschichte. Fast so toll wie USA und der Irak wo der Frieden mehr Todesopfer gefordert hat als der Krieg. Wie wir Seite an Seite mit den Warlords die Taliban vertrieben haben und jetzt einerseits unsere BW für die einheimischen Verbündeteten eine funktionierende Infrastruktur aufbaut um einen erfolgreichen Drogenhandel betreiben zu können und andererseits unsere Polizei den dringend benötigten Nachwuchs für die Taliban ausbildet.
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Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wußte das nicht und hat's gemacht.
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Alt 20.10.2008, 14:59     #14
Fokker
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Zitat: Neuklon
- auch in Pakistan hat sich die Lage deutlich verändert. Die neuen Machthaber kämpfen endlich mit der erforderlichen Härte gegen Terroristen im eigenen Land. Damit wird das Rückzugsgebiet der Taliban eingekreist. Augenblicklich mit der Beendigung der Machtunterstützung von Seiten der USA zu Musharraf konnte dieser sich nicht mehr seinen Gegnern im Inland erwehren und klein beigeben. Offiziell waren es Wahlen, ja ja...

- die USA haben bereits begonnen ihr Hauptaugenmerk auf Afghanistan zu verlegen und Pakistan nicht auszuklammern. Das sind genau die Taten nach jenen Worten von Obama...
Na, ob sich hier die große Änderung einstellt, wage ich doch zu bezweifeln. Wer sagt uns denn, dass die Pakistanis nicht wie eh und je leere Häuser beschießen und dies dann als Erfolg gegen die Extremisten verbuchen? Auch die verlinkten Schlagzeilen gab es unter Musharrafs Herrschaft genauso.
Zudem gerät Pakistan in ernste Schwierigkeiten, der Staatsbankrott droht. Nicht zuletzt durch Korruption und den Krieg gegen den Terror. Zardari ist keinesfalls über jeden Zweifel erhaben, schließlich ist er auch bekannt als "Mr. Ten-Percent".

Was man auch nicht vergessen darf: Es gibt zwischen der pakistanischen Armee und den Islamisten starke Bande. Zum einen sind in der Armee selber Islamisten und zum anderen wurden die Taliban zum Teil von den Pakistanis ausgebildet. Jetzt diese Armee zu einem effektiven Vorgehen gegen die einstigen Freunde/Verbündeten zu bewegen ist eine Gratwanderung.

Zitat: Neuklon
Damit macht der Einsatz in Afghanistan wieder Sinn...das Blatt hat sich gewendet. Zu verdanken ist das einzig und allein der endenden Macht von Bush. Jetzt war/ist Raum da um verfehlte Strategien zu ersetzen.
Das möchte ich doch sagen ist ein optimistischer Blick in die Zukunft und keine Interpretation der Gegenwart.

Zitat: Leitwolf
Bitte? Wie kommst du denn zu dieser Einschätzung? Die Iraner sind Shiiten und bei den irakischen Sunniten wahrscheinlich noch verhasster als die Amerikaner.
Na das will ich doch auch meinen. Eher wäre dem Iran doch ein Irak lieber, der mit sich selbst im Bürgerkrieg beschäftigt ist, als ein starker, fast schon traditioneller Gegner.

Zitat: Neuklon
Wir sollten uns vor Augen halten das Deutschland 2001 dem Einsatz als Bündnisfall zugestimmt hat, soviel vor den Augen der USA als auch der NATO. Zumindest in der Vergangenheit war das deutsche Wort etwas wert.
Hm, da bemühe ich mal ein Zitat: "Bündnisfall auf immer?" Von Frau Vollmer. Die Schutztruppe in Afghanistan ist außerdem auf ein Ersuchen der afghanischen Regierung dort stationiert.
Man sollte sich schonmal überlegen dürfen, ob das alles so sinnvoll ist und da kann auch kein Totschlagsargument wie "deutsches Ehrenwort" etwas daran ändern - was das deutsche Ehrenwort wert ist, sollte man aus der Geschichte gelernt haben.

Aber es ist sicherlich nicht geboten unverrichteter Dinge wieder abzuziehen. Die Frage ist nur, wie lange wir bleiben sollen. Welche Perspektive gibt es und wie könnte eine Exitstrategie aussehen? Ungeklärte Fragen, die unbedingt eine Antwort erfordern, bevor man an weiteres Engagement in Afghanistan denkt.
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Alt 20.10.2008, 15:52   #15
tyska
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Die Probleme Afghanistans sind mit den zur Verfügung stehenden militärischen Mitteln langfristig nicht zu lösen.


Also: Raus mit Schaden, aber so schnell wie möglich.
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