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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.907
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Vergleichbarkeit: Nordirland-Konflikt / Palästina
Dieses Thema kam zwischen mir und Leitwolf in einem Chat auf. Meiner Meinung nach gibt es große Parallelen zwischen beiden Konflikten.
In beiden Fällen gehen die Konflike auf eine Besiedelung durch eine andere Volksgruppe/Religionsgemeinschaft zurück:
In beiden Fällen wurde die Religion zur Selbstdefinition der Ethnien erhoben, wobei natürlich vielfach die Religion nur vorgeschoben ist, um zu mobilisieren. So haben die arabischen Staaten nicht aus rein religiösen Gründen angegriffen, sondern um für ein Groß-Arabien zu kämpfen. Wie seht ihr das? Wo seht ihr Unterscheide?
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement. |
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Benutzer
Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 258
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Ich würde beide Konflikte ganz und gar nicht vergleichen wollen, dazu sind sie zu spezifisch verschieden ausgeprägt.
Im ehemaligen Nordirlandkonflikt (regional) ging es um verschiedene Problemfelder die sich zusammengenommen gewalttätig ausprägten. Religionsansichten, Wirtschaft, Armut, Unabhängigkeit...die unterschiedlichen Positionen/Situationen waren meistens gigantisch. An den Unruhen beteiligten sich meistens nur wenige Bürger. Im nahen Osten existiert dagegen ein reiner Kultur- und Weltenkrieg. Zu Beginn war es das Versprechen der Briten, ein Territorium an 2 Völker abzugeben für ihre eigenen Staatsansprüche. Auf der einen Seite (westlich des Jordan) die Juden, die endlich nach so langer Zeit zurück in ihr geheiligtes Land kommen konnten (abgesehen von den wenigen die nie fortgingen) um ihren eigenen modernen Staat zu errichten nach dem jüdischen Königreich vor grauer Urzeit. Auf der anderen Seite standen die Araber die ebenfalls mit Transjordanien ihr Emirat bekommen sollten. Schon damals hat der Westen versagt als er dabei die kleine Volksgruppe der arabischen Palästinenser (Araber sind schließlich nicht gleich Araber) vergaß und die Kultur nicht verstand. Als England dann auch noch als Koloniemacht versagte, war das Chaos perfekt. Palästinenser betrachteten nun England und die Juden als Fremdmacht an die sie vertreiben wollten und die Juden waren hart entschlossen gewaltsam ihren Staat zu errichten, es dauerte nicht lange bis religiöse, völkische und kulturelle Sperrspitzen die Hauptrolle übernahmen. Die arabischen Nachbarn schlugen sich natürlich auf die einheimische Kulturseite. Um ein Groß-Arabien ging es dabei wohl nie, dazu sind Sunniten, Schiiten und Co. einfach zu verstritten. Gewisse Gemeinsamkeiten wird man stets vorfinden, Menschen handeln weltweit ähnlich...hier sind diese Muster aber nicht entscheidend.
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Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln. Otto von Bismarck |
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