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Alt 26.10.2007, 13:30   #16
Killerkeks
B90 - Die Lügner
 
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Zitat: Glober Beitrag anzeigen
Ich kann nur hoffen,dass sich Gender Mainstreaming nicht durchsetzten wird


Zitat:
Gender Mainstreaming ist laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundesrepublik Deutschland (2004), davon ausgehend, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt, ein Auftrag an die Spitze einer Verwaltung, einer Organisation, eines Unternehmens und an alle Beschäftigten, die unterschiedlichen Interessen und Lebenssituationen von Frauen und Männern in der Struktur, in der Gestaltung von Prozessen und Arbeitsabläufen, in den Ergebnissen und Produkten, in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und in der Steuerung (Controlling) von vornherein zu berücksichtigen, um das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern effektiv verwirklichen zu können. [1]

So besteht die Aufgabe des Gender Mainstreaming darin, den Blick weg von „den Frauen“ – also sogenannten „frauenspezifischen“ Problemen oder Politikfeldern - auf „die Geschlechter“ allgemein zu richten, damit eine geschlechtersensible Perspektive in alle sozio-politischen und wirtschaftlichen Bereiche integriert werden und somit eine Gleichstellung der Geschlechter von allen in allen Bereichen gefordert werden kann.
Quelle

Was an einer Annäherung von Gerechtigkeit unter den Geschlechtern schlecht sein soll, musst du mir erst mal erklären... Die von dir genannte Quelle scheint mir ja auch ungeheuer seriös zu sein...

kex
__________________
..:: visit (¯`·. www.intim-board.info .·´¯) ::..

Es ist manchmal besser, überhaupt nicht zu denken als intensiv und falsch zu denken.

George Bernard Shaw (1856-1950)
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Alt 26.10.2007, 13:35   #17
Glober
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@Killerkeks,
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Glober

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

Kurt Tucholsky
9.1.1890 - 21.12.1935

Geändert von Fokker (26.10.2007 um 21:09 Uhr). Grund: Beleidigung entfernt
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Alt 26.10.2007, 17:45   #18
vIp3r
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Zitat: Karl-Wilhelm Beitrag anzeigen
Wieso ärgern sie sich? Sie werden ihre Kinder doch wohl ohne diese Broschüre erziehen können!

In den Broschüren steht doch was davon die Kinder zärtlich zu berühren und das für kinder keinen unterschied macht ob sie matschen, kuscheln oder an den genitalien spielen! Das wäre angeblich für Kinder alles ein und das selbe! Kann ich ihnen gerne zeigen die Passage.

Das heißt doch also dass es egal ist ob ich das bäckchen oder die vagina streichle, und das kinder interesse an all ihren körperteilen haben und man die körperteile benennen und zärtlich streicheln soll und das kinder lernen sollen dabei lust zu empfinden.

Wenn ich das alles richtig lese und interpretiere, dann steht da im endeffekt, dass man seine kinder an den geschlechtsteilen stimulieren soll!

Wenn sie das nicht auch so lesen, leben sie auf einem anderen stern, tut mir leid!
Tut mir leid, aber wie kommen Sie denn auf das schmale Brett, das hier zur Sexuellen Stimulation des Kindes aufgefordert wird? Es ist ja wohl aus dem Kontext ganz klar ersichtlich das es hier nicht um irgendwelche Perversionen geht, sondern ganz klar darum den Eltern klarzumachen wie das Kind empfindet und was das Kind an Hilfestellung braucht um seinen Körper und sein Empfinden kennenzulernen.

Gerade solche Interpretationen wie die Ihre, legen doch den Schluß nah, daß jemand der diese Textstelle so interpretiert ein etwas gestörtes Verhältnis zum natürlichen Umgang mit diesem Thema hat.

Also wer ist hier wohl vom anderen Stern?

Gruß

vIp3r
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Alt 26.10.2007, 19:17   #19
Karl-Wilhelm
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Es ist in der Broschüre die Rede vom Streicheln, Benennen und Erkunden und das Eltern dabei Hilfestellung leisten und auch zärtlich die Kinder streicheln und berühren. Meiner Meinung nach ist dabei auch die Rede davon die Sexualorgane zu streicheln. Dies legt zumindest die Vermutung nah, dass hier von einer sexuellen Stimulation die Rede ist. Schließlich wird davon gesprochen, dem Kind Lustempfinden beizubringen. Ist doch offensichtlich. Das ist per Definition eine sexuelle Handlung!

Ich zitiere:

Es ist zB zu beobachten, dass bei der Pflege die Arme, die Nase, die Zehen, das Mündchen usw. benannt und auch oft spielerisch liebkost werden, dass dies aber auffälligerweise nicht den Genitalien, besondern nicht bei denen der Tochter, geschieht: Diese werden eher ausgespart bei der Benennung und Liebkosung!


Die ist doch wohl ein Witz? Was für eine Geisteshaltung spricht daraus? Das hat doch wohl seinen guten Grund, dass ich mein Kind wenn ich es zB im Alter von 1-3 Jahren pflege, wasche oder sonstwie mit ihm spiele, nicht ständig an den Geschlechtsorganen streichle. Dass ich eher Arme, Nase, Zehen, Mündchen, Beinchen usw streichle. Und nicht Klitoris und Eichel!

Das heißt doch auch nicht automatisch, dass die Sexualorgane zB wenn es beim Pipi-machen oder Geschäft-machen auch diese Organe benannt werden können und zB beim abschütteln mal hilfreich zur Hand gegangen werden kann versteht sich auch von selber.

Es entsteht sonst der Eindruck, wie ja auch schon fälschlicherweise angedeutet, es würde sich bei den Kritikern dieser Erziehungsmethoden ausschließlich um absolut prüde und sexuell fehlentwickelte Menschen handeln, die auch Beim Pipi-machen den Penis zu benennen als entartet betrachtet würden. Dies ist aber mitnichten der Fall, das will ich nur noch mal klarstellen, weil in diese Richtung auch Anschuldigungen gemacht wurden!

Es ist mit dem natürlichen Schamgefühl und den natürlichen Hemmungen begründbar, dass in der Erziehung der Kinder die Sexualorgane nicht ständig gestreichelt und stimuliert werden. Dies ist per Definition eine sexuelle Handlung und muss nicht unbedingt sein, dass man seine Kinder mit der Hand befriedigt. Was für eine perverse Haltung steckt da eigentlich dahinter??

Geändert von Karl-Wilhelm (26.10.2007 um 21:00 Uhr).
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Alt 26.10.2007, 20:49   #20
Karl-Wilhelm
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Es geht beim Gender-Mainstreaming darum die Unterschiede zwischen Mann und Frau völlig aufzuheben. Weiterhin geht es darum die Ehe als Institution und Förderungswürdige Zelle aus der Kinder entspringen auszuhölen in Richtung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und Patchwork-Familien. Es geht weiterhin darum die Erziehung aus der Familie herauszuholen und den Eltern zu entziehen, in dem man sie mehr und mehr auf Ganztagseinrichtung übergehen.

Es geht beim Gender Mainstreaming auch darum sämtliche Begriffe die man traditionell kennt wie zB Künstler, Handwerker, Soldaten auch sprachlich umdefiniert in dem man KünstlerInnen, HandwerkerInnen und SoldatInnen schreibt und manchmal auch spricht. Damit sollen auch gedanklich (Gehrinwäsche!) die Schranken zwischen den Geschlechtern mehr und mehr von Kindesbeinen an aufgehoben werden und der Machtschwerpunkt Richtung Frauen verschoben werden!

Gender-Mainstreaming steht gegen alles was traditionelle und konservativ-christliche Werte sind!!

Die Vertreter dieses Gender-Mainstreaming sind vor allem 68er und deren Nachfolgegenerationen, die mit ihrer extrem-liberalen und übermäßig toleranten Geisteshaltung was Sexualität, Drogen, Lebensgestaltung, dem Ablehnen von Disziplin, Ordnung (weil Werte der NS-Zeit) und so weiter, die junge Generation beeinflussen wollen.

So soll zB durch allzu frühzeitige Sexualisierung im Alter von 1-3 und auch später die Enthemmung dieser Kinder betrieben werden um sie bereit zu machen für die große Gleichmacherei, für den Ameisenmenschen, der den eigenen Lüsten fröhnt, der weder Selbstdisziplin, Ordnung, Pünktlichkeit kennt, nur den eigenen Hedonismus, der damit leicht Lenk- und Steuerbar ist.

In weiten Bereichen haben wir dies in unserer Gesellschaft bereits. Die Medienlandschaft als allgemeine Genuß-Befriedigungs-Industrie bombardiert uns mit Sexualisierung. Nackte Haut, Gewalt und Verdummung in Gazetten, auf Werbungen im TV und im Internet.

Gerade ist im Spielgel ein Artikel erschienen: Eine 14jährige wird Web-Prinzessin. Die Pädophilie kommt! Das passt auch gut ins Bild. Genau wie die Scharen von Jugendlichen die bei popstars oder deutschland-sucht-den-superstar den Dieter Bohlen anhimmeln und halbnackt und geil vor der jury und dem fernsehpublikum zu tanzen!

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...513258,00.html
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Alt 27.10.2007, 12:26   #21
vIp3r
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Zitat: Karl-Wilhelm Beitrag anzeigen
Es ist in der Broschüre die Rede vom Streicheln, Benennen und Erkunden und das Eltern dabei Hilfestellung leisten und auch zärtlich die Kinder streicheln und berühren. Meiner Meinung nach ist dabei auch die Rede davon die Sexualorgane zu streicheln. Dies legt zumindest die Vermutung nah, dass hier von einer sexuellen Stimulation die Rede ist. Schließlich wird davon gesprochen, dem Kind Lustempfinden beizubringen. Ist doch offensichtlich. Das ist per Definition eine sexuelle Handlung!

Ich zitiere:

Es ist zB zu beobachten, dass bei der Pflege die Arme, die Nase, die Zehen, das Mündchen usw. benannt und auch oft spielerisch liebkost werden, dass dies aber auffälligerweise nicht den Genitalien, besondern nicht bei denen der Tochter, geschieht: Diese werden eher ausgespart bei der Benennung und Liebkosung!


Die ist doch wohl ein Witz? Was für eine Geisteshaltung spricht daraus? Das hat doch wohl seinen guten Grund, dass ich mein Kind wenn ich es zB im Alter von 1-3 Jahren pflege, wasche oder sonstwie mit ihm spiele, nicht ständig an den Geschlechtsorganen streichle. Dass ich eher Arme, Nase, Zehen, Mündchen, Beinchen usw streichle. Und nicht Klitoris und Eichel!

Das heißt doch auch nicht automatisch, dass die Sexualorgane zB wenn es beim Pipi-machen oder Geschäft-machen auch diese Organe benannt werden können und zB beim abschütteln mal hilfreich zur Hand gegangen werden kann versteht sich auch von selber.

Es entsteht sonst der Eindruck, wie ja auch schon fälschlicherweise angedeutet, es würde sich bei den Kritikern dieser Erziehungsmethoden ausschließlich um absolut prüde und sexuell fehlentwickelte Menschen handeln, die auch Beim Pipi-machen den Penis zu benennen als entartet betrachtet würden. Dies ist aber mitnichten der Fall, das will ich nur noch mal klarstellen, weil in diese Richtung auch Anschuldigungen gemacht wurden!

Es ist mit dem natürlichen Schamgefühl und den natürlichen Hemmungen begründbar, dass in der Erziehung der Kinder die Sexualorgane nicht ständig gestreichelt und stimuliert werden. Dies ist per Definition eine sexuelle Handlung und muss nicht unbedingt sein, dass man seine Kinder mit der Hand befriedigt. Was für eine perverse Haltung steckt da eigentlich dahinter??
In dem fett hervorgehobenen Teil des Zitates gehe ich mit Ihrer Meinung absolut konform!
Allerdings ist es mir auch bei größter Anstrengung nicht gelungen das aus den Broschüren herauszulesen.

Wie man die in der Broschüre benutzten Begriffe wie streicheln, berühren und stimulieren derart aus dem Kontext herausreißen kann, und diese Zusammenhänge dann als gegen das Kind gerichtete sexuelle Handlungen zur Befriedigung eigener sexueller Bedürfnisse definiert, daß ist mir schon sehr rätselhaft. Da müssen sich schon einige Rädchen im Kopf des Betrachters in die falsche Richtung drehen.

Den Begriff "Befriedigung konnte ich in der Broschüre nur an anderer Stelle in einem anderen Kontext finden, wo auch explizit auf das Thema Mißbrauch eingegangen wird:

In dem Abschnitt "Darf denn das alles sein" heißt es:

Zitat:
Wenn die Berührung oder Gesten Ausdruck Ihrer Zuneigung zum Kind sind und Ihre Freude am Zusammensein mit ihm wiederspiegeln, wenn Sie ihm etwas Gutes tun wollen, weil das Kind Freude daran empfindet, so ist das in Ordnung.

Wenn Sie hingegen Körperkontakt suchen oder ihr Kind berühren, um selber darüber sexuelle Erregung oder Befriedigung zu verspüren, wenn es also um Ihre eigene Sexualität geht, die Sie an und mit dem Kind befriedigen wollen, dann müssen Sie dieses Verhalten unbedingt unterlassen....
Ich glaube hier liegt die perverse Haltung eher im Auge des Betrachters der Broschüre.

Gruß

vIp3r
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Alt 27.10.2007, 12:39   #22
vIp3r
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Frage

@ All + Mods

kann man zum "Off-Topic" Thema "Gender Mainstreaming" bitte einen neuen Thread eröffnen, ich habe den Eindruck das damit das eigentliche Thema des Threads verwässert wird.

Gruß

vIp3r
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Alt 27.10.2007, 17:42     #23
Fokker
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Hier wird ja eine interessante Gemengelage aufgemacht.

Gender Mainstreaming, behavioristische Theorien, Sexualität, Homosexualität und frühkindliche Entwicklung werden in einen Topf geworfen und daraus wird eine diffuse Bedrohungslage konstruiert.

Zitat: Karl-Wilhelm Beitrag anzeigen
Es ist in der Broschüre die Rede vom Streicheln, Benennen und Erkunden und das Eltern dabei Hilfestellung leisten und auch zärtlich die Kinder streicheln und berühren. Meiner Meinung nach ist dabei auch die Rede davon die Sexualorgane zu streicheln. Dies legt zumindest die Vermutung nah, dass hier von einer sexuellen Stimulation die Rede ist.
In der Broschüre wird davon ausgegangen, dass dies zB während Hygienemaßnahmen durchgeführt wird. Das dabei die Geschlechtsorgane berührt werden ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich sollte es sein, dass die Eltern dabei zärtlich vorgehen sollte auch absolut selbstverständlich sein.
Der GRUND warum diese Regionen auch berührt und gestreichelt werden sollen wird doch auch in der Broschüre mitgeliefert: Die Kinder sollen ihre Genitalien nicht als namenslose Region kennenlernen, deren Berührung scheinbar tabu ist.
Mir ist das vollkommen einleuchtend.
Auch das Benennen leuchtet mir ein - oder wer erinnert sich nicht an Ausdrücke wie Pillemann oder Mumu für die eigenen Genitalien aus Kindertagen?
'Instinktiv' machen viele Eltern das, was in der Broschüre vorgeschlagen wird nämlich schon automatisch. Das Problem von vielen Kritikern der Broschüre sehe ich darin, dass die Autorin dieses Vorgehen der Eltern in Worte fassen musste, was vielleicht für manche irritierend erscheint, weil damit Sexualität und Zärtlichkeit zwischen Eltern und Kind direkt angesprochen wird - und werden muss, denn das ist ja das Ziel der Broschüre.

Oben genannte Gründe lassen mich zu dem Schluss kommen, dass auch das Liederbuch positiv zu betrachten ist. Die Benennung der Geschlechtsorgane zielt in die gleiche Richtung, wie die Beachtung eben dieser durch die Eltern. Die Kinder sollen diese als natürlich und gut wahrnehmen.

Die Folgen dessen, was passiert, wenn Eltern den Kinder die Befriedigung ihrer Lust bzw. Triebe verbieten und ihnen vorleben, dass ihre Genitalien eine schmutzige Region sind, dürften klar sein: später werden diese Kinder sehr wahrscheinlich Verhaltensauffällig.
Das hat Freud schon erkannt. Wer sich dem in den Weg stellt und wieder zu den Ansichten des 19. Jhd. zurückkehrt, wo man Kinder als asexuelle Wesen betrachtete, der macht einen großen Fehler und tut seinen Kindern damit nichts gutes.
Kinder werden nicht sexualisiert - was für ein Wort - sondern sind schon ein sexuelles Wesen von Geburt an! Kinder empfinden Lust, sie spielen mit ihren Genitalien von sich aus, dazu bedarf es keiner Sexualisierung durch die Eltern oder den Staat, die Eltern dürfen den Kindern nur keine falschen Signale vermitteln, indem sie die Genitalien durch ihr Verhalten als 'schlecht' markern. Das Ignorieren der kindlichen Sexualität ist solch ein Signal.

Zu den beigefügten Hyperlinks:
Ich werde nicht auf die hier angefügten Links im Detail eingehen, weil dass sicherlich dies Format sprengen würde.
Nur soviel: Wenn Frau Kuby schreibt, es wäre das Beste für das Kind, von der Mutter aufgezogen zu werden, so verwendet sie damit zumindest einen falschen Ausdruck. Dem Kind kann es grundsätzlich egal sein, von wem es aufgezogen wird, solange es eine Bezugsperson hat. Das haben u.a. die Untersuchungen von René Spitz ergeben.
Auch eine Frühkindliche Betreuung steht einer positiven Entwicklung nicht im Wege, solange die Eltern eine gute Bindung zum Kind haben und auch die Betreuungseinrichtung kompetent ist:
Zitat:
In particular, child care offers opportunities for more extensive social contacts with peers and adults, and thus may open an extended social world for children. Positive child care experiences may also enhance later educational opportunities, such that those experiencing early nonparental care are better able to benefit from education, adjust to routines, and resist conflicts. Nevertheless, home remains the emotional center of children’s lives and it is important that supportive parent–child relationships not be harmed by child care experiences even when children spend considerable amounts of time in care.
Quelle
Die frühkindliche Betreuung kann also nicht nur ein notwendiger Kompromiss sein, sondern auch positive Effekte auf das Kind ausüben. Das man sich eine kompetente Einrichtung sucht, nehme ich mal als gegeben an, da die meisten Eltern ja das beste für ihre Kinder wollen und dementsprechend darauf achten werden.

Letztlich muss man auch sagen, dass es heutzutage teilweise auch einfach nicht möglich ist, einfach nur Mutter zu sein. Schließlich gibt es wirtschaftliche Zwänge, die auch die Mutter dazu veranlassen wieder eine Arbeit aufzunehmen. Schon allein deswegen brauchen wir Angebote für die Betreuung von Kleinkindern.
Das auch Frauen ein Recht auf Selbstverwirklichung haben, ist ja wohl indiskutabel - insofern muss unser Staat auch dafür Möglichkeiten schaffen.

Gender Mainstreaming
Dieses ist meiner Meinung nach ein ganz anderes Thema. Weder Frau Kuby noch einer der anwesenden Benutzer konnte bisher eine sinnvolle Verbindung zwischen der BZgA-Broschüre und Gender Mainstreaming herstellen.
In den Interviews mit Frau Kuby wird Gender Mainstreaming immer wieder aus heiterem Himmel und ohne Bezug in das Gespräch geworfen. Ein vollkommen haltlose Verknüpfung zweier Themen.

Gender Mainstreaming beschäftigt sich mit der Betrachtung der Auswirkungen von politischen Entscheidungen auf Männer und Frauen. Soetwas von vornherein zu bedenken halte ich erstmal für einen guten Ansatz.
Mit Gender wird in diesem Falls das vonder Gesellschaft vermittelte Rollenbild des Mannes und der Frau bezeichnet. Es wird auch davon gesprochen das es veränderbar ist.

Nun, dem kann ich mich nur begrenzt anschliessen, da ich ein Anhänger der Äquivalenztheorie bin. Anlage und Umwelt (also Einflüsse durch Erziehung, Schule, Medien, Freunde usw.) sind von gleicher Bedeutung. Man kann es auch so formulieren:
- Wo keine Umwelt Forderungen stellt, wird keine Anlage angeregt sich zu entfalten.
- Wo eine anregende Umwelt nicht auf Anlagen trifft, kann sich ebenfalls nichts entwickeln.
Nur wenn beides zusammentrifft, kann etwas daraus entstehen.

Das Bild, so wie es vom Ministerium für Familie etc. dargestellt wird, läßt sich also nur begrenzt verwirklichen. Mit dieser Formulierung erscheint es mir auch wie ein Rückfall in die Zeiten des Behaviorismus, der eigentlich seit 30 Jahren zu den Akten gelegt gehört.

Ob das Konzept durchweg schlecht ist, will ich jetzt nicht sagen. Die Ausrichtung von politischen Entscheidungen auf geschlechterbezogene Unterschiede ist in Ordnung.
Männlichkeit und Weiblichkeit verwischen zu wollen, ist natürlich nicht wünschenswert.
Jedoch kann es nicht schaden, wenn Männer sich auch im Haushalt oder in sozialen Berufen verwirklichen können und dies von der Gesellschaft anerkannt wird. Letzterer Satz sollte Ziel der Politik sein und so erscheint es mir momentan auch.

Eines noch zum Schluß: Heterosexualität, Homosexualität und Transsexualität sind von gleichem Wert und sollten auch gleichberechtigt sein. Niemand hat das Recht sich über den anderen in dieser Beziehung zu stellen.
Diesbezüglich gibt es auch gleich einen Widerspruch von Frau Kuby in Globers zweiten Link:
Zitat:
Du bist Evelyn Meier, 19 Jahre. Du willst mit deiner Freundin Katrin eine Eingetragene Lebenspartnerschaft schließen. Heute geht ihr zu der evangelischen Pfarrerin, Frau Schulz, weil ihr gerne auch kirchlich heiraten wollt.“
[...]
Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einer auf Lustbefriedigung reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung.
Letzterer Satz trennt sich von vorherigen gerade durch einen weiteren. Der Widerspruch sollte einem ins Auge stechen, oder?
Ich finde es gut, wenn Jugendliche sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzen und durch diese Rollenspiele auch versuchen eine gewisse Innensicht zu bekommen.
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Alt 29.10.2007, 00:27     #24
Fokker
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Hätte jetzt nicht gedacht, dass so eine große Zustimmung zu meinem Beitrag herrscht. Wo bleiben Antworten?
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Alt 29.10.2007, 02:43   #25
Glober
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Hätte jetzt nicht gedacht, dass so eine große Zustimmung zu meinem Beitrag herrscht. Wo bleiben Antworten?
Auf einen ausführlichen Beitrag kann man nicht mit zwei Zeilen antworten.
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Glober

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Kurt Tucholsky
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Alt 29.10.2007, 09:18   #26
vIp3r
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Daumen hoch

@ Fokker


Full Ack!


Den Worten kann ich mich nur anschließen!

Gruß

vIp3r
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Alt 06.11.2007, 22:53   #27
Karl-Wilhelm
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Ich finde das Thema ganz schön kompliziert und auch sehr von der eigenen Einstellung abhängig. Damit meine ich, ob man eher konservativ oder liberal eingestellt ist. Ich möchte das Thema nicht unnötig komplizieren und denke, dass eine Vermengung von den vielen Unterthemen die damit einhergehen macht die Sache nicht einfacher.

Ich denke, dass das Thema Sexualität in unserer Gesellschaft schon sehr stark in den Vordergrund gerückt wird und zwar vor allem unter Lust-Aspekten. Das natürliche Schamgefühl und die Intimität die mit dem Thema einhergehen kommen dabei zu kurz. Ich bin kein Experte dabei, kann aber verstehen, wenn man als konservativ eingestellter Mensch eine Art von Dammbruch befürchtet, wenn auch schon Kinder im frühesten Alter zu stark mit dem Thema konfrontiert werden und zwar vor allem in der Hinsicht der Enthemmung. Ich denke, dass es nicht nötig ist, im Kindergarten Lieder über Geschlechtsteile zu singen, und ich würde meine Kinder nicht in einen solchen Kindergarten schicken.

Die Sexualerziehung ist eine Aufgabe der Eltern und es ist selbstverständlich normal, dass beim Waschen und bei der Körperpflege auch die Sexualorgane benannt werden sollen.

Die allzugroße Offenheit die aus dem Liedbuch und der Broschüre sprechen gefallen mir nicht. Das ist meine ganz persönliche Auffassung.

Ich habe den Verdacht dass von Alt-68ern und der von ihnen beeinflussten Nachfolgegeneration mit dem Thema Sex zu offen umgegangen wird. Wir alle kennen doch die Einstellungen dieser Generation. Partnertausch, freie Liebe, Hedonismus usw.

Ich habe den Verdacht, dass hier bereits im jüngsten Alter der Grundstein gelegt werden soll, die Kinder dahingehend zu beeinflussen, dass natürliche Hemmungen abgebaut werden sollen und die Schamgrenze abgebaut werden soll um die Kinder ganz gezielt zu beeinflussen.

Mag sein, dass die Broschüre und das Liedbuch - richtig angewendet - nicht schaden, und auch nützen können und das eine Erziehung die das sexuelle völlig ausklammer richtiggehen schädlich ist.

Wenn man aber alles zusammenzählt bin ich eher für konservative, die Lust nicht überbewertende Erziehung die Verantwortung für ungeborenes Leben, nicht zu frühen Sex und die Herausstellung der natürlichen Schamgrenzen und Hemmungen im Bezug auf Sexualität stärker herausstellt, als das in den Broschüren und Schriften der BZGA der Fall ist.
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Alt 07.11.2007, 22:59   #28
unica
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Ich bin jetzt auch neugierig, aber um mir ein gutes Bild machen zu können, wuerde ich die Broschueren gerne lesen. Leider funktionieren die links ueber vater-aktuell.de nicht. brosch.pdf von fokker ist nur die Broschuere fuer das 1.-3. Lebensjahr. Ist es möglich, die Broschüre fürs 4.-6. Lebensjahr hier nochmal zu verlinken?

Danke, unica
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Alt 08.11.2007, 00:32   #29
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@unica

der link sollte funktionieren.

Gruß

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Alt 08.11.2007, 00:39     #30
Fokker
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