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Alt 26.07.2007, 17:02   #1
Fokker
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Der Goebbels von Scientology

Zitat:
Thomas Gandow, Sekten-Experte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg hat mit einem Nazi-Vergleich helle Empörung bei Scientology provoziert. In einem Interview mit der «Rheinischen Post» vom Samstag bezeichnete er den US-Kinostar Tom Cruise als «Goebbels von Scientology», der nach Deutschland gekommen sei, um die Bewegungsfreiheit der Organisation auszudehnen.
[...]
Fünf Tage nach Gandows Vergleich reagiert die Organisation mit einer bissigen Presseerklärung: «Volksverhetzer Pfarrer Gandow gehört des Amtes enthoben», fordert die Vorstandssprecherin der Scientology Kirche Deutschland, Sabine Weber. Gandow habe «schon seit langer Zeit jeden Bezug zur Realität verloren», behauptet sie und schlussfolgert, der Sekten-Beauftragte zeige mit seinen «neuesten Hasstiraden» gegen ein Mitglied der Scientology Kirche «einmal mehr seinen ungebremsten Hass und Fanatismus im Umgang mit Andersgläubigen».
Quelle
Na, was haltet ihr von diesem Vergleich?

Meiner Meinung nach hat Gandow mit diesem Vergleich schon recht. Das sich Scientology darüber aufregt, sollte uns am ***** vorbeigehen.
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Alt 31.07.2007, 10:48   #2
Killerkeks
 
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Killerkeks befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Kann mich mit dem Gedanken anfreunden, hätte man vielleicht anders formulieren können - aber wie immer - hätte das dann keine Aufmerksamkeit erregt ;-)
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Es ist manchmal besser, überhaupt nicht zu denken als intensiv und falsch zu denken.

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Alt 31.07.2007, 15:27   #3
SoPaDe
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Der Vergleich ist absolut unangebracht und die Reaktion der Scientology nachvollziehbar. Ich lehne diese Sekte zwar ab, aber die Ablehnung muss anders artikuliert werden !

Insbesondere wenn so ein Nazi-Vergleich von Deutschen kommt, dann wirkt das immer wie ein Freikaufen von der eigenen Verantwortung bzw. Vergangenheit.

Goebbels, Göring und Co. sind Deutsche und das ändern solche bescheuerten Vergleiche auch nicht. Niemand sollte mit solchen Vergleichen versuchen die deutsche Geschichte zu vertuschen oder zu verwischen und schon gar nicht die Deutschen selbst !!!
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Alt 31.07.2007, 23:34   #4
Killerkeks
 
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Verstehe deinen Beitrag gar nicht... Zu vertuschen wird in meinen Augen nicht versucht...
Die Kirche sollte sich jedoch mal überlegen, was sie denn gg. den Holocaust gemacht hat...

kex
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Alt 01.08.2007, 14:06   #5
SoPaDe
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Wenn man an der Singularität der Shoa zweifelt bzw. an ihr rüttelt, dann wird meiner Meinung nach auch vertuscht.
Das ist ein ganz einfacher Mechanismus der schon seit Jahrzehnten angewandt wird.
Man nimmt einfach irgend ein Ereignis oder eine Persönlichkeit und vergleicht sie mit einem Ereignis aus der Shoa oder einer NS-Persönlichkeit (diese Vergleiche sind, wie in unserem Fall meist lächerlich, weil sie in gar keinem Verhältnis stehen).
Dadurch werden die Verbrechen der Deutschen zwar nicht in Abrede gestellt, aber es wird aufgezeigt, dass diese Verbrechen auch von anderen bzw. noch heute begangen werden.
Wenn dies so wäre, dann wäre der Holocaust nur noch ein Verbrechen von vielen,die Verbrecher eben nur noch Verbrecher, damit würde in der Bedeutungslosigkeit aufgehen.

Oft wird dieser Mechanismus auch als rhetorisches Mittel genutzt um Tatsachen zu verdrehen und sich selbst aufzuwerten.
Im Nahost-Konflikt wurde und wird oft folgender Ausspruch (im Bezug auf die Israelis) genutzt :

" Aus den Opfern von damals sind die Täter von heute geworden !"

und

"Die Juden haben nichts aus dem Holocaust gelernt!"

Hiermit wird impliziert, dass die Juden bzw. Israelis auch nicht besser als ihre Mörder seien und das lässt die shoa dann doch viel weniger schlimm erscheinen, nicht wahr ?
Es wirkt fast so als standen sich damals zwei gleichstarke Gegner gegenüber und dies gibt insgeheim sogar noch eine Begründung für den Holocaust.
Durch die zweite Parole erscheint die These Ausschwitz sei nur eine Besserungsanstalt gewesen und allen Mühen der Deutschen zum Trotz haben die Juden trotzdem ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Die ganze Problematik fast der Professor für Geschichte an der FU Berlin, Wolfgang Wippermann, in einem ansonsten auch recht lesenswerten Interview, zusammen :

Zitat:
Wenn man von der Vergleichbarkeit ausgeht, wird auch die Singularität des Holocaust geleugnet. Weiterhin ist der Vergleich eine strukturelle Relativierung. Das hat sogar ein strikter Befürworter der Totalitarismustheorie - Imanuel Geiss - gesagt. Ich halte von den Totalitarismustheorien wenig, sie sind auch nicht bewiesen worden. Ich wehre mich ganz entschieden gegen diese vergleichende Aufrechnung, die schon fast zu einer »Trivialisierung des Holocaustes« - wie Peter Gay gesagt hat - führt. ganzes Interview
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Alt 06.08.2007, 18:24   #6
Fokker
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Ein Goebbels macht noch keine Shoa.
Bei der Singularität geht es darum, dass der Staat und seine Institutionen systematisch geplant und legalisiert haben, was wir heute als den Holocaust kennen und das ohne eine Bedrohungslage durch die Juden bzw. allein durch eine rassistische Ideologie geleitet.

Zudem halte ich den Begriff Singularität für zweifelhaft, bzw. zu sehr in die Vergangenheit orientiert. Ich glaube nicht, dass der holocaust ein Ereignis ist, welches nur ein einziges mal stattfinden kann, schließlich impliziert dies der Begriff "Singularität". Meiner Meinung nach kann sich dieser Horror wiederholen und es hängt allein davon ab, wie die menschen mit ihrer Geschichte umgehen. Darum halte ich es für falsch jedweden Vergleich mit Geschehnissen aus der NS-Zeit zu verbieten mit dem Argument, es würde die Singularität relativieren.
Sicherlich können Vergleiche dazu genutzt werden den Holocaust zu relativieren, aber:
Ein Goebbels macht noch keine Shoa.
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