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Alt 14.09.2006, 23:25   #1
Fokker
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Fokker befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ratzinger macht sich unbeliebt bei den Moslems

Papst Benedikt hat an seiner früheren Universität (Regensburg) einen Vortrag über Glaube, Vernunft und Universität gehalten.
Dabei benutzte er Folgendes als Ausgangspunkt seiner Ausführungen:
Zitat:
Als Ausgangspunkt seiner Überlegungen zitierte Ratzinger den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaeologos. Dieser hatte im Jahr 1391 im Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten Perser einen Dialog über das Christentum und den Islam geführt. Konkret ging es um das Verhältnis von Religion und Gewalt. Kaiser Manuel II. äußerte sich, wie Ratzinger einräumte, in «erstaunlich schroffer Form»: «Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten ...Gott hat kein Gefallen am Blut, und nicht vernunftgemäß zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider.» Ratzinger meinte: «Hier tut sich ein Scheideweg im Verständnis Gottes und so in der konkreten Verwirklichung von Religion auf, der uns heute ganz unmittelbar herausfordert.»
Quelle
Seit dieser Äußerung ist man in der Türkei sehr erbost. Man bezeichnet die Worte des Papstes als taktlos, einseitig, voreingenommen, feindselig und provozierend.
Papst Benedikt wird im November die Türkei besuchen.

Mag man jetzt sehen wie man will, im Artikel werden nur Bruchstücke des Vortrags geliefert und das die islamische Welt leicht erregbar ist, hat man an den Karikaturen gesehen. Andererseits setzt sich das jetzige Kirchenoberhaupt ja auch nicht in dem Maße für Ökumene ein, wie man es sich wünschen könnte - insofern kann ihm die Aufregung eigentlich egal sein.
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Alt 15.09.2006, 00:27   #2
System
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System befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich find das übertrieben wegen so einem kleinen Zitat. Ganz klar, wie er das gemeint hat, wird es zumindest nicht. Allerdings muß man wohl zugeben, dass sowohl Christentum und Islam näher bei der Gewalt als bei der Vernuft stehen. Der Papst sollte also lieber mal vor der eigenen Haustür kehren und die Islamisten sollten sich nicht so aufregen, wenn jemand mal Probleme der Religion anspricht.
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Alt 15.09.2006, 01:57   #3
Andreas57
 
Beiträge: n/a
Jedem der den Äußerungen der Kirche, des Vatikans und dem jeweils aktuellen Papst kritische Skepsis entgegenbringt, empfehle ich dringend die Lektüre von Karl-Heinz Deschner´s `Kriminalgeschichte des Christentums´.
Die Lüge ist systemimmanent und konzentriert sich auf das Christentum seit seiner Entstehung.
 
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Alt 15.09.2006, 11:20   #4
Au.Souchy
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Ich kann mir kaum vorstellen, dass hier nicht vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wird. So dumm kann noch nicht einmal ein kath. Pabst sein, eine solche Bemerkung zu machen und dann weiter auf Frieden hoffen zwischen den Religionen. Zumal dieses Zitat im Gegensatz zu früheren Anmerkungen zur islamischen Welt steht, in denen der Pabst die Mehrheit der Muslime als friedfertig und die Religion keineswegs als blutrünstig beschrieben hat.
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„Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.“
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Alt 15.09.2006, 17:27   #5
Fokker
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Also ich habe mir die ganze Reden mal angeschaut(angetan?) . Man kann sie übrigens hier nachlesen.

Der Papst spricht in ihr -wie schon erwähnt- über Vernunft und Glaube. Einleitend benutzt er obige Geschichte des Byzantiners. Der Byzantiner sagt aus, das es nicht vernünftig ist, Glaube mit dem Schwert zu verbreiten. Nach dieser Darstellung wäre Gott also ein Wesen, dass immer rational handelt und denkt.
Der Islam geht hier von einer anderen Ansicht aus, dies verdeutlicht Ratzinger durch folgendes Zitat:
Zitat: Papst Benedikt
Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez, der darauf hinweist, daß Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, daß Gott auch nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und daß nichts ihn dazu verpflichte, uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch Götzendienst treiben.
Quelle
Damit endet im Großen und Ganzen sein Exkurs in den Islam. Weiterhin versucht er zu verdeutlichen, ob die byzantinische (eigtl. hellenistische) Ansicht generell zutrifft.

Im Zitat des Byzantiners ist also die wichtigste Stelle die, an der das Wort 'vernunftgemäß' ins Spiel kommt. Das ist der Haken an dem sich Benedikt im weiteren aufhängt.

Persönlich halte ich eher die Darstellung des Islamologen für zutreffender, auch wenn etwas anderes wünschenswerter ist.
Wievieles wird dadurch erklärt, dass wir Menschen nicht fähig sind Gottes Entscheidungen zu begreifen - sie sind halt transzendent.
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Alt 15.09.2006, 23:05   #6
tdd
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Hi
Die Rede hätte er besser nicht gehalten. Allerdings ist die westliche Reaktion mal wieder erbärmlich. Entweder man entschuldigt sich, oder man redet mal endlich Klartext, das besonders im Nahen Osten etwas gegen die Radikalen islamisten getan werden muss. Im Augenblick wird ein Schlingerkurs gefahren, der doch zu nichts führt.
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Alt 16.09.2006, 02:34   #7
Andreas57
 
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Jenseits aller mehr oder weniger überlegten Äußerungen, sei es von westlich-christlicher oder von östlich-islamischer Seite, ärgert mich die offensichtlich vorgeschobene Empfindlichkeit der islamischen Welt.
Stellt, wer auch immer, meine Denkweise, meinen Glauben, meine Überzeugung in Frage, so werde ich mich damit auseinandersetzen und Argumente suchen und finden.
Hier aber machen Spinner die, zugegeben nicht zu Ende gedachten, Einlassungen eines Mannes zum Politikum.
Läßt man alle anderen Überlegungen außen vor, so sind hier eindeutig Kräfte am Werk, die den Islam hemmungslos als Vehikel mißbrauchen.
 
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Alt 16.09.2006, 09:26   #8
Au.Souchy
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Ich kann und will nicht einsehen, dass wir jetzt irgendwelche Religionsführer von egal woher neuerdings um Erlaubnis bitten sollen was wir wie und ob überhaupt Sagen, Denken, Zeichnen oder auch nur Zitieren dürfen.
Die Moslems könnten doch einfach dafür Sorge tragen, dass die Gründe wegfallen. Den Grund für die Mohamedkarrikaturen genau wie für die Diskussion um den heiligen Krieg liefern Moslems. Keiner sonst.
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Alt 16.09.2006, 10:39   #9
Au.Souchy
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Nun hat der Chef des staatlichen Religionsamtes in der Türkei zugegeben: Er habe die umstrittene Rede von Papst Benedikt XVI. gar nicht vollständig gelesen.
Quelle
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Alt 16.09.2006, 18:26   #10
tyska
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Zitat: A.Souchy Beitrag anzeigen
Nun hat der Chef des staatlichen Religionsamtes in der Türkei zugegeben: Er habe die umstrittene Rede von Papst Benedikt XVI. gar nicht vollständig gelesen.
Quelle

Na, das kennen wir doch schon.

Dass einige Muslime Sturm laufen, wenn sie nur von irgendwoher hören, man habe Unziemliches über ihre Religion verlauten lassen. Erinnert mich an den Aufruhr im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen.
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Alt 16.09.2006, 23:03   #11
tdd
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Hi
der Papst hat sich jetzt Entschuldigt:
Zitat:
Papst entschuldigt sich

Die Reaktionen auf seine Regensburger Rede bedauere er sehr. Papst Benedikt XVI. hat sich für seine umstrittenen Äußerungen zum Islam entschuldigt. Muslime zu beleidigen sei nicht die Absicht des Papstes gewesen, teilte der Vatikan in Rom mit.
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/auslan...437394,00.html

Ich hoffe, der schwachsinn ist damit nun zu Ende.
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Alt 17.09.2006, 00:07   #12
Au.Souchy
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Leider nicht. Der oberste Religionsführer Ägyptens in Kairo fordert, während die friedliebenden Muslims Brandsätze gegen Kirchen schleudern, eine persönliche Entschuldigung des Papstes bei den Muslims. Die Stellungnahme des Vatikans sei nicht ausreichend.
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Alt 17.09.2006, 03:25   #13
Andreas57
 
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Die eigentliche Problematik ist eine völlig andere.
Es geht hier keineswegs um böse Christen, die die Muslime, den Islam und Allah verunglimpfen.
Die islamische Welt hat schlichtweg ein Identitätsproblem. Seit mehr als 300 Jahren als reichlich dämlich bezeichnet, seit 1100 p.C.n permanent angegriffen, seit rund 150 Jahren von der technischen Entwicklung abgeschnitten, entwickeln sich zwangsläufig Neurosen.
Sobald man aber den eigenen Minderwertigkeitskomplex erkennt, sucht man automatisch nach dessem Verursacher.
Die arabisch-muslimische Welt weiß, daß Europa ohne arabische Mathematik, Architektur und Medizin noch auf den Bäumen säße.

Dann kommen plötzlich irgendwelche Leute, von eben diesen ehemaligen `Entwicklungsländern´ unterstützt, erzählen, daß vor 1800 Jahren deren Vorväter auf einem Stück Wüste gesessen hätten und schmeißen die ursprüngliche Bevölkerung raus.
Wenig später macht eine Supermacht, nicht wie propagiert ein Unrechtsregime sondern, ein ganzes Land platt.

Hierzu lassen sich noch viele Beispiele anführen.

Zum Verständnis sollte das Vorabstehende aber genügen.
 
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Alt 17.09.2006, 06:53   #14
Au.Souchy
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Au.Souchy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
@Andreas. Ohne dir jetzt zu Nahe treten zu wollen, aber das liest sich als würde der örtl. Imam posten.
Wo ist der Prophet, der lange vor den Kreuzzügen gefordert hat den Glauben mit dem Schwert zu erzwingen?
Wo bleibt bei den Betrachtungen das osmanische Reich?
Was ist mit griechischen Mathematikern, römischer und griechischer Architektur?
Seit wann sind die Juden unsere Ahnen?
Und im Irak sind es Muslims, die sich gegenseitig weg- und das Land zerbomben.
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