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Alt 04.07.2008, 09:20   #1
Fokker
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Kusch hilft Würzburgerin beim Sterben

Roger Kusch hat einer alten Dame aus Würzburg beim sterben geholfen. Sterben wollte die Frau, weil sie Angst davor hatte in ein Altersheim zu kommen. Bereits letztes Jahr hatte er einen Apparat vorgestellt, der die Selbsttötung erleichtern sollte. Diesen hatte er im aktuellen Fall allerdings nicht angewendet.
Kusch nutzte die alte Frau aus um seine Ziele zu verfolgen, es ging meiner Meinung nach hierbei nicht um den Menschen, sondern vor allem um Kuschs Ziele und das halte ich für äußerst verwerflich.
Wieder einmal muss man konstatieren, dass es bei der organisierten Sterbehilfe nicht um den Sterbewilligen sondern um Geld oder die Interessen anderer.
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Alt 04.07.2008, 10:04   #2
Neuklon
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Den Fall kenne ich bisher nicht, könntest du bitte noch eine Meldung beifügen?

Bei der Thematik fällt es ganz schwer objektiv zu bleiben. Das Problem ist offensichtlich, eine völlig legale und uneingeschränkte Sterbehilfe beinhaltet große Risiken der "Ausnutzerei" und das Gegenteil lässt Menschen in Unwürde sterben. Das Schicksal Chantal Sébire dürfte jeden noch heute bewegen.

Wie sieht ein vernünftiger Mittelweg aus? Ein Gesetz das Sterbehilfe in Eigenregie per Zustimmung ermöglicht ist genauso fatal wie ein generelles "Nein". Es wäre aber zu überdenken Menschen bei unheilbaren Krankheiten und großen Schmerzen seelischer wie körperlicher Natur ihrem Leid früher zu entlassen, wenn dies gewünscht ist.

In Würzburg hat er Kusch dagegen lediglich Ängste einer alten Frau ausgenutzt und sie "überredet". Das ist keine Sterbehilfe sondern Anstiftung zum Selbstmord, wenn ihr mich fragt.
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Der Urknall ist in Wahrheit unser Horizont in der Zeit und im Raum. Wenn wir ihn als Nullpunkt unserer Geschichte betrachten, dann aus Bequemlichkeit und in Ermangelung eines Besseren. Wir sind wie Entdeckungsreisende vor einem Ozean: Wir sehen nicht, ob es hinter dem Horizont etwas gibt.
Hubert Reeves
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Alt 04.07.2008, 10:34     #3
Fokker
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Nachrichten findest du mittlerweile genug, einfach mal "Kusch" bei einer Nachrichtensuchmaschine eingeben...
Bei Wikipedia steht es mittlerweile auch im Artikel über Kusch.

Eines ist jedenfalls klar, wenn es um Sterbehilfe geht, dann sind Selbsttötungsmaschinen und Vereine wie Dignitas nicht der richtige Weg. Vielmehr sollte eine psychotherapeutische Begleitung stattfinden, deren Ziel es ist auch andere Auswege aufzuzeigen.
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Alt 05.07.2008, 00:46   #4
tdd
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ich sehe gar keine Möglichkeit, die Sterbehilfe nicht komerziell zu betreiben. Der Staat hat die Aufgabe Leben zu schützen. Produkte zur Sterbehilfe müssen natürlich käuflich erworben werden. Hier entsteht bei Legalsierung sofort ein Markt und somit auch ein Interesse, möglichst viele solcher Produkte zu verkaufen.
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tdd
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Alt 05.07.2008, 09:12   #5
Imago
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@tdd
Aber besteht dieses Problem nicht sowieso bei Medikamenten generell ?

Zitat: neuklon
In Würzburg hat er Kusch dagegen lediglich Ängste einer alten Frau ausgenutzt und sie "überredet".
*shrug* da die Frau das jetzt weder bestätigen noch widerlegen werden kann, sind das auch nur unbestätigte Mutmaßungen.

Zitat: neuklon
Das ist keine Sterbehilfe sondern Anstiftung zum Selbstmord, wenn ihr mich fragt.
btw. grad gelesen dass dieses gar keine Straftat darstellt :o. War mir auch neu.
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Alt 05.07.2008, 10:00   #6
Leitwolf
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So einfach ist das mit der Anstiftung zum Selbstmord nicht. Es kommt dabei wesentlich darauf an, aus welchen Motiven und in welcher Weise der Anstifter handelt. Wer einen anderen gezielt und vorsätzlich in den Tod treibt bleibt weiterhin als Mörder oder zumindestens Totschläger strafbar.
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"Political correctness is tyranny with manners".
Charlton Heston

Lieber eine Waffe in der Hand, als einen Polizisten am Telephon.

Leute die keine Waffe besitzen sollten, halten sich nicht an Waffengesetze.
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Alt 05.07.2008, 11:50   #7
tdd
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den Vergleich mit Medikamenten zieht nicht, Medikamente sind dazu da, um Krankheiten zu heilen oder Symptome zu lindern. Mir wäre kein Medikament bekannt, das damit wirbt, dass sie einen besonders gut Umbringen können.
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Alt 05.07.2008, 12:18   #8
Leitwolf
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Mal ehrlich, die Mittel welche bei der Sterbehilfe zum Einsatz kommen sind im großen und ganzen ganz normale Narkosemittel in tödlicher Dosis. Ein Unternehmen wird sicher mehr daran verdienen Opa Meier jede Woche eine Ampulle Morphium für seine Schmerzen zu verkaufen, als einmalig zwei Ampullen mit denen er sich das Leben nimmt.
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Alt 05.07.2008, 13:14   #9
Imago
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Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
So einfach ist das mit der Anstiftung zum Selbstmord nicht. Es kommt dabei wesentlich darauf an, aus welchen Motiven und in welcher Weise der Anstifter handelt. Wer einen anderen gezielt und vorsätzlich in den Tod treibt bleibt weiterhin als Mörder oder zumindestens Totschläger strafbar.
hm, hab ich dann später auch gelesen dass es ganz so simpel auch nicht ist. Ist auch strittig ob man dann nicht wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar ist. Ich darf jmd. zum Selbstmord anstiften, aber wenn er dann im Sterben liegt bin ich zum Helfen verpflichtet *scnr*.
Deutsches Rechtssystem =>

Zitat: tdd
den Vergleich mit Medikamenten zieht nicht, Medikamente sind dazu da, um Krankheiten zu heilen oder Symptome zu lindern.
Passt vielleicht nicht 1:1 aber ist zumindest ähnlich. Wie oft hört man dass auf Deibel komm raus teure Medikamente verschrieben/angepriesen werden auch wenn die oft gar nicht zwingend notwendig ist. Der Konflikt zwischen der Notwendigkeit zum Umsatz machen und Wohl des Patienten im Auge zu halten ist bei beiden da.

Nur sicher kann man ein teures,unnötiges und nichts bewirkendes Medikament leichter verkraften als wenn man grad zur Sterbehilfe überredet worden ist. Insofern passt der Vergleich vielleicht nicht wirklich 100%
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Alt 05.07.2008, 13:51   #10
Leitwolf
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Zitat: Imago Beitrag anzeigen
Ich darf jmd. zum Selbstmord anstiften, aber wenn er dann im Sterben liegt bin ich zum Helfen verpflichtet *scnr*.
Deutsches Rechtssystem =>
Auch wenn im deutschen Rechtssystem viele unlogisch und unnötig kompliziert geregelt ist, so ist dieser spezielle Fall doch sehr gut nachvollziehbar. Anstiften oder Beihelfen kannst du nämlich nur zu einer Straftat, was eine reine Selbsttötung jedoch nicht ist.
Die unterlassene Hilfeleistung (bzw. Tötung durch Unterlassen) dagegen ist eine eigene Straftat. Diese hat nichts mit der vorherigen Anstiftungshandlung zu tun, sondern kann von dir auch ohne diese begangen werden.
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Alt 07.07.2008, 21:44     #11
Fokker
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Zitat: tdd Beitrag anzeigen
Hi
den Vergleich mit Medikamenten zieht nicht, Medikamente sind dazu da, um Krankheiten zu heilen oder Symptome zu lindern. Mir wäre kein Medikament bekannt, das damit wirbt, dass sie einen besonders gut Umbringen können.
Die Dosis macht das Gift. Viele Medikamente sind durchaus dazu in der Lage jemanden schnell um die Ecke zu bringen. Viele Medikamente sind gute Gifte, Zytostatika heißen bspw. nicht umsonst Zellgifte oder auch das recht bekannte Digitalis - gut geeignet in hoher Dosierung jemanden umzubringen. Vielen ist sicher auch die bezeichnung Giftschrank bekannt, dort lagern dann zumeist Medikamente.

Medikamente werden zwar verkauft, jedoch unterliegt dieser Verkauf Regulierungen, die zB dem Apotheker sehr enge Grenzen bei der Preisgestaltung bieten. Das Kommerz-Argument kann man hier also nur eingeschränkt bringen.

Zitat: Imago Beitrag anzeigen
Passt vielleicht nicht 1:1 aber ist zumindest ähnlich. Wie oft hört man dass auf Deibel komm raus teure Medikamente verschrieben/angepriesen werden auch wenn die oft gar nicht zwingend notwendig ist. Der Konflikt zwischen der Notwendigkeit zum Umsatz machen und Wohl des Patienten im Auge zu halten ist bei beiden da.

Nur sicher kann man ein teures,unnötiges und nichts bewirkendes Medikament leichter verkraften als wenn man grad zur Sterbehilfe überredet worden ist. Insofern passt der Vergleich vielleicht nicht wirklich 100%
Meistens sind es Patienten, die die teuren Medikamente verlangen, weil Generika ja nicht so gut sind. Der Arzt hätte auch wenig davon, wenn er die teuren Medikamente verschreibt, weil das ja zum einen auf sein Budget geht und zum anderen gibt es Richtlinien der Krankenkassen welche medikamente verschrieben werden sollen, das wird also eine Retourkutsche.
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Alt 07.07.2008, 23:09   #12
Neuklon
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@Fokker
Zitat:
Eines ist jedenfalls klar, wenn es um Sterbehilfe geht, dann sind Selbsttötungsmaschinen und Vereine wie Dignitas nicht der richtige Weg. Vielmehr sollte eine psychotherapeutische Begleitung stattfinden, deren Ziel es ist auch andere Auswege aufzuzeigen.
Leider bezieht sich dein "auch" heutzutage auf "ausschließlich". In Deutschland hat der Bürger eigentlich keine Wahl, er muss sich bis zum Tag X medizinisch betreuen lassen, ob er will oder nicht, bis die jeweils beste Maschine nichts mehr ausrichten kann. Wie stark jemand dabei leidet, wird nicht berücksichtigt. Alternative Wege sind Suizid oder Patientenverfügungen al'a "keine künstliche Lebenserhaltung" (rechtlich noch umstritten). Alle bestehenden Möglichkeiten garantieren keinen würdigen Abgang. Es bleibt höchstens die Hoffnung in Ruhe eines Nachts von dannen zu schleichen.
Sterbehilfen könnten das Problem mehrheitlich abmildern, natürlich in engen Rahmenbindungen. Ich halte es für zwingend notwendig nur Fälle zuzulassen in denen unheilbare und physisch wie psychisch hohe Belastungen eine Rolle spielen...wie eben bei dem genannten Fall aus Frankreich. Eine grundsätzliche Ablehnung ist nicht mehr lange tragbar.

Nun brauchen wir uns aber nichts vorzumachen, alle Parteien sind noch ausnahmslos dagegen. Im Moment bereiten die Länder eine Gesetzesinitiative vor um organisierte wirtschaftliche Sterbehilfe zu verbieten. Damit würden sich dann Personen wie Kusch strafbar machen. Das kommt gleich nach dem Vers: "...denn sie wissen nicht was sie tun."
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Alt 07.07.2008, 23:20   #13
tdd
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auf Grund des hippokratischen Eides darf ein Arzt seinem Patienten nicht schaden und ihm eine Tötungspille verschreiben. Und das sollte auch so bleiben. Wenn der Arzt die Option bekommt, seine Patienten auch Töten zu können, wird der eine oder andere Anfangen seine alten Patienten dazu ermuntern die Todespille zu nehmen. Damit hat der Arzt dann sein Budget geschont und er kann sich wieder den Privatpatienten zuwenden.

Aber darüber braucht man gar nicht nachzudenken, weil aktive Strebehilfe unmoralisch ist, und weiterhin verboten gehört. Eine Tötungskultur am lebenen Menschen ist ein absolutes No-go.
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Alt 07.07.2008, 23:29     #14
Fokker
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Der hippokratische Eid steht bereits jetzt im Konflikt mit der Praxis, sollte es zur legalisierung kommen dann wird es auch Ärzte geben, die Sterbehilfe leisten. Denn welche Möglichkeit gäbe es, wenn die Sterbehilfe gesellschaftlich akzeptiert und legal ist, sich dem zu entziehen?

Eine Alternative zu einem Arzt gibt es auch nicht, oder welcher Quacksalber sollte den Patienten vorher beurteilen, ob noch Chancen auf Linderung besteht, ob es sich um eine Depression handelt etc. und in der Folge dann auch noch die Medikamente verabreichen?

@Neuklon
Die Alternative zur Sterbehilfe ist immer noch die Palliativ-Medizin. Warum sollte man hier nicht die Kapazitäten in Krankenhäusern ausbauen und zudem Hospize einrichten? Ich denke, dass viele Leute nicht wissen, was die Medizin auch in dieser Situation leisten kann. Mit der richtigen Betreuung ist würdevolles und schmerzfreies Sterben nahezu garantiert.
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Alt 08.07.2008, 02:19   #15
Neuklon
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Unsere Gesellschaft geht davon aus das niemand Sterben möchte. Daher ist es Ärzten untersagt Menschen im richtigen Moment zu erlösen, wie man es ohne großes Aufsehen bei Haustieren vormacht. Es ist eine merkwürdige Zeit in der wir leben: Großvater xy muss Monate an Maschinen dahinvegetieren, halb tot, bis endlich nichts mehr hilft. In der gleichen Zeit fahren unzählige Tierärzte im Land von Haus zu Haus um leidende Tiere Wochen der Qual zu ersparen. Da muss man sich wirklich ernsthaft fragen wer besser dran ist.

Ich möchte nochmals betonen das es nicht um ärztliche Profilierung im Bereich Sterbehilfe geht. Ein unheilbar kranker Mensch besitzt in Deutschland keine Möglichkeit selbst zu entscheiden wann sein Leben in Würde zu Ende gehen soll. Nein, er muss sofern er noch in der Lage ist von einer Brücke springen, ein Messer bemühen oder Gift schlucken....was auch immer, in jedem Fall passiert es ohne Pflegepersonal.
Ich weiß nicht wie ihr darüber denkt, ich persönlich würde es schätzen wenn ich die Chance dazu hätte eines Tages.

Bei der Möglichkeit einer gesetzlichen Sterbehilfe müssen natürlich bestimmte Faktoren ausgeschlossen werden:

a) kein Arzt sollte es verordnen oder anbieten dürfen
b) der Patient muss von sich aus den Wunsch hegen (Voraussetzung: psychisch zurechnungsfähig etc.)
c) Genehmigung nur bei unheilbaren Krankheiten die einen sicheren Tod binnen 1 Jahr zur Folge hätten
u.s.w. ...

Szenarien einer "Überredung" sollte in keinem Fall möglich sein, da bin ich bei dir tdd.

@Fokker
Zitat:
Die Alternative zur Sterbehilfe ist immer noch die Palliativ-Medizin.
Damit habe ich mächtige Probleme. Das Ziel dieser Methodik ist es, den Patienten so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Ob Unmengen an Schmerzmitteln mit Nebenwirkungen, haufenweise Infusionen oder sogar kleine medizinische Eingriffe um das Leid zu verlängern...alles findet Verwendung. An die Möglichkeit, dass ein Mensch nicht die letzten 3 Monate seines Lebens mit Chemie vollgepumpft werden und stattdessen sterben möchte, denkt dabei niemand.

Gerade heutzutage, wo Betreuung in Krankenhäusern und Co. katastrophale Maßstäbe erreicht hat, kann Palliativ-Medizin genau zum Gegenteil einer würdigen Lebensendphase werden.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/876/164413/
Zitat:
Kritik an Münchner Palliativmedizin - Chronik eines unwürdigen Todes
Leider kann ich solche "Einzelfälle" bestätigen. Die letzten 2 Krankenhausaufenthalte von Bekannten/Familienangehörigen waren der reinste Horror. Einmal wurde aus einem Routineeingriff eine halbjährige Krankengeschichte (aus Hygienemangel angesteckt) und beim zweiten Fall musste der Patient doch tatsächlich 4x binnen einem halben Jahr mit den gleichen lebensgefährlichen Symptomen eingeliefert werden ehe das Ärzteteam auf die Idee kam das Richtige zu tätigen. Der Kracher an der Geschichte war, wir Laien haben gefragt ob nicht eventuell ein Herzschrittmacher nötig wäre nachdem uns nach dem ersten Mal erklärt wurde was passiert war...3x lautete die Antwort, nein.
Das sind Zustände sage ich euch, unglaublich.
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