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Alt 23.04.2008, 21:06   #1
Fokker
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Fokker befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Organspende - Mangel an Organen

Das EU-Parlament hat über Möglichkeiten beraten die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen. Der Bedarf an Organen übersteigt die Zahl der gespendeten.
Als Lösung wird ein EU Organspendeausweis vorgeschlagen, ein gemeinsamer Organpool und eine Transplantationshotline.
Transplantationstourismus und die kommerzielle Ausbeutung soll allerdings verhindert werden.

Eine weitere Möglichkeit die Organspenden zu erhöhen wäre sicherlich die Möglichkeit der Widerspruchsregelung - d.h. jeder ist Organspender, solange er dem nicht ausdrücklich widersprochen hat.

Wie seht ihr das?
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Alt 24.04.2008, 21:23   #2
Leitwolf
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Leitwolf befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wenn es nicht genügend Organspender gibt, muss eben mehr Aufklärung betrieben oder auch ein Anreiz für potentielle Spender geschaffen werden. Von der Widerspruchsregelung halte ich nichts, da sie die Rechtsstellung des Bürger quasi umkehrt und damit massiv verschlechtert.
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"Political correctness is tyranny with manners".
Charlton Heston

Lieber eine Waffe in der Hand, als einen Polizisten am Telephon.

Leute die keine Waffe besitzen sollten, halten sich nicht an Waffengesetze.
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Alt 24.04.2008, 22:32   #3
Au.Souchy
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Au.Souchy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Tatsache ist aber das in Ländern wie Österreich nahezu jeder der keine Organe spenden will, eine Widerspruch mit sich führt, wo hingegen bei uns kaum ein Spendewilliger einen Organspendeausweis besitzt. Aber das muss wohl jeder für sich entscheiden ob er die Rechte einer Person die nicht mehr existiert höher bewertet als die von Lebenden.
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Die drei großen Feinde der Unabhängigkeit sind die Habenichtse, die Reichen und die Parteien.
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Alt 25.04.2008, 01:03   #4
Neuklon
Benutzer
 
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Neuklon befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bei diesem Thema stecke ich regelmäßig in der Zwickmühle. Einerseits würde ich anderen Menschen gerne helfen, dennoch kommt für mich eine Organspende im Todesfall nicht in Frage. Das hat mit Angst und moralischen Bedenken zu tun. Immer wieder hört man von Menschen die plötzlich im Leichenraum des Krankenhauses wieder aufwachen obwohl sie für tot erklärt wurden. Eine Organspende muss aber schleunigst erfolgen, je früher desto besser nach dem ableben. Hinzu kommt das es ohnehin zu wenige Spender gibt, die Gefahr des beschleunigten Abgangs ist also im Bereich des Möglichen.
Meine Entscheidung hat dementsprechend auch Folgen, so steht für mich fest das ich ebenfalls kein Spenderorgan annehmen würde, eine reine Gewissensfrage. Wohlmöglich würde ich sonst jemanden eines streitig machen der eine andere Ansicht vertritt. Natürlich ist das aus jetziger Sicht alles leicht dahergeredet. Wer weiß schon was im Ernstfall passiert. Wenn ich umkippe und doch eines annehme, ist erstere Entscheidung ebenso anders. Aber so soll es eigentlich nicht sein.

Ich hoffe das die Forschung schnell genug Organspenden überflüssig macht...das wäre für alle Beteiligten die beste Lösung.
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Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln.
Otto von Bismarck
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Alt 25.04.2008, 02:59   #5
Au.Souchy
Master of Desaster
 
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Au.Souchy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Um den feststellenden Arzt vor einer strafrechtlich relevanten Fehldiagnose zu bewahren, sollte nach Ansicht von Pathologen darauf geachtet werden, dass der Arzt bis zum Eintreten der Totenflecken (erste Anzeichen erkennbar spätestens 30 Minuten nach Eintritt des Todes) oder bis zu einem anderen sicheren Nachweis (zehnminütige EKG-Null-Linie, Hirntodnachweis durch Elektroenzephalografie) mit Maßnahmen zur Wiederbelebung fortfährt. Auf Grund der modernen medizinischen Diagnostik kann der Tod eines Menschen in jedem Fall zweifelsfrei festgestellt werden
Quelle
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Alt 25.04.2008, 09:16   #6
Leitwolf
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Tatsache ist aber das in Ländern wie Österreich nahezu jeder der keine Organe spenden will, eine Widerspruch mit sich führt
Ja, weil er sich dort in einer schlechteren Rechtsstellung befindet und somit dazu gezwungen ist.

Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Aber das muss wohl jeder für sich entscheiden ob er die Rechte einer Person die nicht mehr existiert höher bewertet als die von Lebenden.
Menschenwürde und der Schutz der Individualrechte bestehen auch über den Tod hinaus. Der Zweck kann nicht in jedem Fall die Mittel heiligen.
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Alt 25.04.2008, 10:06   #7
Au.Souchy
Master of Desaster
 
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Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Wenn es nicht genügend Organspender gibt, muss eben mehr Aufklärung betrieben oder auch ein Anreiz für potentielle Spender geschaffen werden. Von der Widerspruchsregelung halte ich nichts, da sie die Rechtsstellung des Bürger quasi umkehrt und damit massiv verschlechtert.
Vielleicht könnte man ja einen Anreiz dadurch schaffen nicht spendewillige von Transplantationen auszuschließen. Das wäre doch dann nur gerecht. So könnte jeder bis zur letzten Konsequenz seine Bürgerrechte wahrnehmen.
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Alt 25.04.2008, 13:50   #8
Leitwolf
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Und wie lange muss ich Organspender gewesen sein, damit ich ein Anrecht auf ein Organ habe? Und was passiert mit Kindern, oder Behinderten die hierüber garnicht entscheiden können?
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Alt 25.04.2008, 14:15   #9
Au.Souchy
Master of Desaster
 
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Für Kinder und Behinderte die darüber nicht entscheiden können, wären ohne weiteres von der Regelung auszuschließen. Ansonsten ganz einfach als man noch gesund war. Wieso sollte jemand, der selbst nicht bereit war zu helfen, weil seine Rechte ja über den Tod hinaus gehen, Spendewilligen ein Organ wegnehmen. Das widerspricht doch seinen eigenen Prinzipien. Quid pro quo.

P.S. Wenn Organe übrig bleiben, können sie die ja durchaus bekommen.
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Alt 25.04.2008, 15:15     #10
Fokker
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Ich bin gegen deinen Vorschlag, Au.Souchy. Meine Motivation als Organspender beruht nicht auf einer quid pro quo Einstellung.

Wenn die Widerspruchsregelung abgelehnt wird, würde es ja vielleicht schon helfen, wenn jeder Deutsche einmal gefragt wird, ob er spenden möchte oder nicht?

@Neuklon
Deine Ängste sind unbegründet. Ärzte sind ja keine Organjäger, man wird so oder so alles tun, was möglich ist und danach wird erst der Tod festgestellt. Bei einem Hirntod muss der Tod sogar von 2-3 Ärzten (alle mit intensivmedizinischer Erfahrung und möglichst aus unterschiedlichen Fachrichtungen) unabhängig voneinander festgestellt werden.

Dann kann erst das Transplantationsteam kommen, welches im übrigen auch erst anreisen muss.

Unter derartigem Zeitdruck stehen die Ärzte also nicht. Außerdem besteht kein Anreiz für sie, da das entnommene Organ ja nicht unbedingt einem ihrer Patienten zukommt, diese werden ja zentral verteilt.
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Alt 25.04.2008, 15:40   #11
Au.Souchy
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@Fokker. In #7 das war mehr eine Reaktion auf #6 als ein wirklich ernst gemeinter Vorschlag.
Täglich sterben 3 Menschen die auf ein Organ warten während reichlich Organe begraben werden. Ich denke bevor man sich über die Rechtsstellung von Leichen Gedanken macht, sollte man vielleicht mal einen Tag auf einer Station mit Mukoviszidose-Kindern verbringen und sich Gedanken um deren Rechtsstellung machen. Die meisten Religionen haben kein Problem mit Transplantationen und ein Atheist dürfte schon mal gar keine Bedenken wegen einer Organentnahme haben.
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Alt 25.04.2008, 20:52     #12
Fokker
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Ja, ich finde das Brimborium um Leichen auch recht übertrieben. Aber was soll man machen, die Mehrheit scheint anderer Meinung zu sein.
Darum meine Ausweichlösung.
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Alt 25.04.2008, 22:01   #13
Au.Souchy
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Ja, ich finde das Brimborium um Leichen auch recht übertrieben. Aber was soll man machen, die Mehrheit scheint anderer Meinung zu sein.
Darum meine Ausweichlösung.
Ob und wofür sich da entschieden wird, steht ja noch in den Sternen. Genauso wie es dann in der BRD umgesetzt wird. Im Moment scheint in Deutschland allerdings eher der Grundsatz zu gelten: Ein toter Patient ist ein guter Patient.
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