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Alt 01.04.2008, 15:22   #16
Fokker
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Die Wähler springen schon auf linke Themen an, das zeigen ja die Wahlergebnisse: Insgesamt haben linke Parteien eine Mehrheit.

Großartig verändert wurden die Positionen der einzelnen Parteien jedoch nicht. Außer man sieht es als so dramatisch an, dass die SPD vom schröder'schen Kurs abweicht.
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Alt 02.04.2008, 15:01   #17
T-Rex
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Die Wähler springen schon auf linke Themen an, das zeigen ja die Wahlergebnisse: Insgesamt haben linke Parteien eine Mehrheit.

Großartig verändert wurden die Positionen der einzelnen Parteien jedoch nicht. Außer man sieht es als so dramatisch an, dass die SPD vom schröder'schen Kurs abweicht.
Sie weicht ja nicht vom Kurs ab - sie fährt nur nicht mehr geschlossen in eine Richtung und teilweise ist schwer auszumachen wer eigendlich wo hin will.

Steinbrück, Steinmeier etc. sind ja noch da und haben ja auch den Mut eher unangenehme Dinge nach vorn zu bringen - die sind also auf einem berechenbaren Kurs. Das ist ja schonmal was wert - und weil es was Wert ist wird auch der Ruf nach einem Come Back des Herrn Müntefering laut.

Frau Ypsilanti hat nun auf Kommando von Kapitän Beck schon die dritte 180° Kursänderung in 3 Monaten vollzogen, weil das Ziel 'Regierungsbildung' in Ihrer Karte nicht deutlich genug eingezeichnet war.

Der SPD Kurs ist also irgendwie immer 'richtig'. (So richtig wie die Uhrzeit, die eine kaputte analog Uhr zweimal am Tag anzeigt)
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Alt 04.04.2008, 01:26   #18
Fokker
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Zitat: T-Rex Beitrag anzeigen
Sie weicht ja nicht vom Kurs ab - sie fährt nur nicht mehr geschlossen in eine Richtung und teilweise ist schwer auszumachen wer eigendlich wo hin will.
Was ja wiederum dafür spricht, dass der linksruck nur dahergeredet ist.

Die Situation der SPD ist wohl derzeit eher auf ein Führungsproblem zurückzuführen.
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Alt 14.04.2008, 15:50   #19
T-Rex
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Was ja wiederum dafür spricht, dass der linksruck nur dahergeredet ist.

Die Situation der SPD ist wohl derzeit eher auf ein Führungsproblem zurückzuführen.
Welches Scheitern von Institutionen währe das nicht ?

Ich bin mal gespannt, wann die Frau Nales auf das vermeindlich nun müdegerittene Führungspferd aufspringt.

Ich kann nur sehr schwer meine angespannt - freudige Erwartung auf das dann kommende Rodeo unterdrücken.

Ach Wunschträume.
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Alt 16.04.2008, 02:19   #20
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Es ist im Großen und Ganzen normal das, das Volk einen Linksruck erlebt, wenn es feststellt das sie benachteiligt werden, im Gegensatz zu einem kleinen Prozentteil reicher Menschen in der BRD.
In einer Zeit in dem das Privatesierungsmonster um sich greift und die Menschen hören das die Konjunktur steigt, sie aber nichts davon haben, im Gegenteil, ist es normal das man nach Verstaatlichung ruft.
Schlecht ist das nicht, aber die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Der Kapitalmarkt ist ein Gewässer voller Haie, nichts ist beständig und niemand kann sich sicher fühlen. Weder die Macher noch die, die davon profitieren. Es ist Zeit für eine Reform, es ist Zeit für ein Eingreifen der staatlichen Institution. Wir wollen keinen sozialistischen Staat, wir wollen einen gerechten Staat, der das Volk an erster Stelle setzt und die Wohlhabenden in die Pflicht nimmt. Wir wissen alle das Sozialismus und Kommunismus in eine Diktatur führt, zu fast 100 Prozent. Das Einzige was wichtig ist, ist das die die viel haben, auch viel für die Gemeinschaft machen. So einfach ist das und das der Staat die Menschen in öffentliche Dingen wie, Stromversorgung, öffentliche Verkehrsmittel und Universitäten unterstützt. Somit wäre die eine oder andere Verstaatlichung nicht schlecht.
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Alt 16.04.2008, 18:35   #21
T-Rex
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Zitat: ChiefofStaff Beitrag anzeigen
Es ist im Großen und Ganzen normal das, das Volk einen Linksruck erlebt, wenn es feststellt das sie benachteiligt werden, im Gegensatz zu einem kleinen Prozentteil reicher Menschen in der BRD.
Jetzt währen mir beinahe die Tränen gekommen. ;-) Eigendlich müsste das ja zu einem Ruck nach Bürgerlich führen, denn das wollen die Leute doch schließlich sein - Spiesser mit Bausparvertrag und nicht mehr Malocher - egal in welchem System.
Zitat: ChiefofStaff Beitrag anzeigen

In einer Zeit in dem das Privatesierungsmonster um sich greift und die Menschen hören das die Konjunktur steigt, sie aber nichts davon haben, im Gegenteil, ist es normal das man nach Verstaatlichung ruft.
In einer Zeit der implodierenden Arbeitslosigkeit und der mega Lohnrunden sollte man etwas vorsichtiger sein mit der Verelendungspropaganda - dass geht sonst nach hinten los. Übrigens verdienen immer noch die Leute in der Privatwirtschaft mehr als die Staatsangestellten in selber Funktion.

Zitat: ChiefofStaff Beitrag anzeigen
Der Kapitalmarkt ist ein Gewässer voller Haie, nichts ist beständig und niemand kann sich sicher fühlen.
Ist richtig - mir fehlt Wirtschaftsunterricht an Schulen. Niemand in G7 ausser vielleicht den Italienern ist Volkswirtschaftlich so ungebildet wie die Deutschen. Die meisten Deutschen glauben nach Umfragen z.B. dass die Gesellschaft davon profitiert, wenn Güter mit mehr Arbeitskraft hergestellt werden als mit weniger.

Zitat: ChiefofStaff Beitrag anzeigen
wir wollen einen gerechten Staat, der das Volk an erster Stelle setzt und die Wohlhabenden in die Pflicht nimmt.
Gerechtigkeit ist wichtig - Leistungsgerechtigkeit wohlgemerkt. Am wichtigsten für die Gerechtigkeit ist eine korruptionsarme Gesellschaft. Sozialpolitk die alimentiert anstatt zu fördern und zu fordern ist immer Korruption.

Privateigentum zu besitzen bedeutet Verpflichtungen zu besitzen und Verantwortung zu tragen. Man hat dann wirklich etwas zu verlieren und etwas zu gewinnen. Nur so geht es nach vorn. Privatisierung ist kein Monster sondern eine Fee mit schlechter Laune bei falscher Bedienung.

Der Staat kümmert sich um die Gesetze, die dafür sorgen, dass die Lösungen, die sich der Kapitalbesitzer vorstellt niemanden Schädigen oder Herabwürdigen. Armut nach Deutscher Art ist aber nicht Gleichbedeutend mit dem Verlust der Würde.

Am wichtigsten für diese Welt ist: Monetärpolitik. Ich wiederhole mich da.

Wie gehen wir mit der Verteilung der erwirtschafteten Güter um ? Diese Frage beantwortet - Monetärpolitik.

Wirklich vermögende Menschen müssen begreifen, dass sie für den Kapitalbesitz allein nicht auf Dauer eine Rendite von 20% und mehr bekommen können, wenn die Produktivität im selben System nur um 4% steigt. Aus rein mathematischen Gründen geht das schief.

Folge: 1. Weltkrieg - Niedergang der Niederländer, Niedergang Roms, Niedergang des British Empire, Niedergang der USA in 2012 ?!?

(Wir haben eher weniger Grund uns über letzteres zu freuen - die Alternativen müssten sich erst noch klarer herausbilden)
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Alt 16.04.2008, 23:07   #22
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Zitat: ChiefofStaff Beitrag anzeigen
Wir wollen keinen sozialistischen Staat, wir wollen einen gerechten Staat, der das Volk an erster Stelle setzt und die Wohlhabenden in die Pflicht nimmt. Wir wissen alle das Sozialismus und Kommunismus in eine Diktatur führt, zu fast 100 Prozent.
Und du bist dir ganz sicher das deine Parteikollegen das auch wissen? Ehrlich, ich habe neuerdings bei der Linkspartei ein ganz eigenartiges Gefühl in der Magengegend. In den 90iger Jahren bis zuletzt, immer habe ich versucht zu beruhigen, immer habe ich SED-Parallelen als Panikmache und verkehrte Ansichten angeprießen. Ich denke, es war richtig so. Doch so langsam scheint Gregor Gysis Lebenswerk ins Wanken zu geraten.

Was ich sehe:

- Marx/Engels Zitate sollen 1zu1 ins Parteigrundsatzprogramm geschrieben werden
- bundesweit sammeln sich in der Basis der Linkspartei kommunistische Anhänger (Frau Wegner war/ist leider kein Einzelfall) die bis hoch in den Parteilisten kandidieren.
- Linke Abgeordnete im Bundestag entsetzen mich immer mehr: Zuletzt fiel Norman Paech unangenehm auf als er Anti-Dalai Lama Sprüche von sich gab und Frau Schneider damit bestätigte, siehe Trupoli.de.

Zitat:
"Der tibetische Bhuddismus steht für eine reaktionäre Gesellschaftsordnung."Kontext: Mit dieser Aussage unterstützt Paech die Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Christiane Schneider, die den Dalai Lama mit Ayatollah Chomenei verglichen hatte.
- Nicht zu vergessen die KPF innerhalb der Linkspartei (Kommunistische Plattform), sie erringt intern einen stetig wachsenden Einfluss. Ihr Hauptanliegen ist die Bewahrung marxistischer Positionen, ihr Feindbild ist einfach: alles was antikommunistisch organisiert ist
- aufpassen sollte man auch auf die Gruppierung Marx21, die sich gezielt von unten in die Linkspartei drängt um ihre Vorstellungen durchzusetzen.

Eines kann ich auf jeden Fall ableiten, die heutige Linkspartei ist sozialistischer und kommunistischer als es die PDS je war. Umso überraschender ist es eigentlich, dass die Stimmung im Land gegensätzliches beschreibt.
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Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln.
Otto von Bismarck
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Alt 17.04.2008, 12:55   #23
Fokker
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Zitat: Neuklon Beitrag anzeigen
Zuletzt fiel Norman Paech unangenehm auf als er Anti-Dalai Lama Sprüche von sich gab und Frau Schneider damit bestätigte, siehe Trupoli.de.
Man kann ja vieles sagen, aber das es den Tibetern vor der chinesischen Annektierung gut ging, ist eine maßlose Übertreibung. Theokratie, monasterische Zwingburgen, Leibeigene, kaum Bildung...usw.
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Alt 18.04.2008, 01:05   #24
ChiefofStaff
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Zitat: Neuklon Beitrag anzeigen
Und du bist dir ganz sicher das deine Parteikollegen das auch wissen? ...

Was ich sehe:

- Marx/Engels Zitate sollen 1zu1 ins Parteigrundsatzprogramm geschrieben werden
- bundesweit sammeln sich in der Basis der Linkspartei kommunistische Anhänger (Frau Wegner war/ist leider kein Einzelfall) die bis hoch in den Parteilisten kandidieren.
- Linke Abgeordnete im Bundestag entsetzen mich immer mehr: Zuletzt fiel Norman Paech unangenehm auf als er Anti-Dalai Lama Sprüche von sich gab und Frau Schneider damit bestätigte, siehe Trupoli.de.



- Nicht zu vergessen die KPF innerhalb der Linkspartei (Kommunistische Plattform), sie erringt intern einen stetig wachsenden Einfluss. Ihr Hauptanliegen ist die Bewahrung marxistischer Positionen, ihr Feindbild ist einfach: alles was antikommunistisch organisiert ist
- aufpassen sollte man auch auf die Gruppierung Marx21, die sich gezielt von unten in die Linkspartei drängt um ihre Vorstellungen durchzusetzen.

Eines kann ich auf jeden Fall ableiten, die heutige Linkspartei ist sozialistischer und kommunistischer als es die PDS je war. Umso überraschender ist es eigentlich, dass die Stimmung im Land gegensätzliches beschreibt.
Sagen wir mal so, kommunismus wurde noch nie richtig angewandt und den Sozialismus haben wenige missbraucht um ihre Macht zu sichern. Wenn einige noch vom Kommunismus überzeugt, ist das eher naiv. So etwas kann nicht funktionieren, denn jeder Mensch strebt nach Macht und es wird immer welche geben die diese für sich sichern wollen und der Kommunismus und der Sozialismus können das. Aber zum Glück setzt sich die Linke nicht nur aus Kommunisten oder alten SEDlern zusammen. Ganz im Gegenteil, gerade mal 500 Parteimitglieder lassen sich der SED zuordnen und das auch nur vor 1989 in Positionen, wie die eines passiven Mitlgliedes oder eines Kreisvorstandes, sollten die sich aus der Politk raushalten, nach 1989? Eher nicht,m die haben auch dazugelernt. Da gibts die eine oder andere Äußerung von Mitgliedern die in einer parallen Realität leben und keinerlei Zustimmung durch 99,99% der Restpartei finden. Ich finde ihre Äußerungen bezüglich Tibet selbst abstoßend, aber man kann ihr nicht den Mund verbieten. Ein Ausschluss ist möglich, aber da wird soweit ich das in den Zeitungen mitverfolgen konnte schon ermittelt. MArx war sicher kein dummer Mensch, seine Ansichten sind auch nicht schlecht, aber komplett würde ich ihm doch nicht zustimmen. Aber das ist auch normal, schließlich war er kein Gott der alles wusste, auch wenn mancher das so sehen mag. Solchen Menschen muss man auf die Finger hauen und ihnen die Schwachpunkte aufzeigen. Links zu sein heißt ja nicht gleich, mit Hammer und Sichel ( oder Zirkel und Hammer ) Flagge durch die Straßen zu rennen oder Marxsprüchen um sich zu schmeißen. Für mich heißt das nichts weiter als für die Masse der Bevölkerung zu sein und für deren Bedürfnisse, für die Menschen die jeden Tag rechnen müssen, weil ihre Löhne zu niedrig und die Preise zu hoch sind. Für die Menschen die nicht wissen was mit ihrer Rente ist oder was wenn die Erbwerbsunfähig sind. Sehen wir uns an woran der Staat alles denkt, da gibt es Hartz IV, Ein Euro Jobs und und und. Am Anfang war ich als ehemaliger Spdler auch dafür, doch nach den Jahren stellt man fest es klappt nicht. Ein Euro Jobber ersetzen normale Arbeitskräfte und Hartz IV Empfänger müssen ihre Ersparnisse aufbrauchen. Menschen die jahrelang malocht haben und jeden Cent für ihr Alter gespart haben und sich dern Traum eines eigenen Hauses oder der Eigentumswohung erfüllt haben, müssen sehen wo sie bleiben und verlieren meist alles. Die wenigen Reichen in unserem Land profitieren von niedrigen Steuern, im verlgleich zu anderen Ländern. Immer mehr Rechte der Arbeitnehmer werden gekürzt und abgeschafft, die Gewerkchaften sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Der Staat hat die Pflicht seinen Bürger zu schützen und die Rechte die er hat, ob das nun populistisch klingt oder nicht, also soll er auch eingreifen und nicht durch sinnlose Reformen den Menschen das Leben noch schwerer machen. Dann schon eher die Wahrheit sagen, dass der Sozialstaat nicht finanzierbar ist und jeder selbst vorsorgen soll, das finde ich nicht besser, aber fairer. So ähnlich ist es auch, wenn man die Mittel nicht von denen nimmt die es verkraften können und man nicht an Ecken spart, wo es wirklich nötig istm, dann wird sich nichts ändern. Das es einen Linksruck gibt, liegt zum einen daran das sicher einiges eher Protest ist, aber auch vieles ein Wunsch nach Gerechtigkeit. Ich könnte hier stundenlang was erzählen und einiges am Polemik einfügen, aber warum. Jeder weiß doch wie es ist, nur Lösungen zu finden ist schwer...aber lösbar!
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Alt 18.04.2008, 11:47   #25
T-Rex
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Zitat: ChiefofStaff Beitrag anzeigen
... wenn man die Mittel nicht von denen nimmt die es verkraften können und man nicht an Ecken spart, wo es wirklich nötig istm, dann wird sich nichts ändern.
Es wird in Deutschland keine Leistung und kein Geld zum Verteilen geben, wenn wir es bestrafen Leistung zu bringen und belohnen Arm zu sein.

Dann gibt es SELBSTVERSTÄNDLICH mehr Armut.

Das Scheitern des Kommunismus, der DDR, der Sovietunion und das soziale Versagen der Lateinamerikanischen Staaten bestehen darin, dass eine politische Elite darüber entscheided oder entschieden hat, wer genug Geld hat um es zu verstaatlichen. Trenne Kapital und Verantwortung und eines davon verschwindet - meistens beides - es gibt in der Geschichte keine anderen Beispiele.

Eine prozentuale Quellensteuer auf alle Kapitalerträge ist ALLES was wir brauchen, um Gerechtigkeit auf der Kapitalseite herzustellen.

Übrigens zahlen die oberen 20% in Deutschland 75% der Steuern.

Es ist also schlichtweg Falsch, das in Deutschland die Reichen weniger zum Staatshaushalt beitragen als die Armen.

Wir werden von zwei Seiten betrogen - von denen, die sich ein Leben in Luxus auf Staatskosten gönnen und von denen, die für Ihr Kapital 20% Rendite verlangen - egal ob das noch möglich ist oder nicht.

Am Meisten aber von denen, die für DEIN Geld Verprechungen machen, die SIE in ein Amt heben sollen.
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Alt 18.04.2008, 17:58   #26
Neuklon
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@ChiefofStaff
Schade das du nicht auf meine Punkte eingegangen bist. Gerade der Aufschwung der KPF lässt mich aufhorchen, dazu hätte ich gerne ein Statement von dir gehört. Größtenteils hast du meine Zustimmung in dem was du sagst, ich sehe vieles ähnlich. Dennoch so klein ist das ideologische Problem in der Linkspartei nicht. Das könnte eines Tages zu ernsthaften Folgen führen, unterschätzt das bloß nicht. Momentan, auch wenn mich dafür viele ungläubig anschauen, sehe ich in der Linkspartei noch mehr Ähnlichkeit zur Gründungszeit der SPD als es diese Partei selbst wahren konnte. Das heisst im Umkehrschluss jedoch nicht das ich eher bereit bin euch zu wählen. Eines gefällt mir nämlich überhaupt nicht, der populistische Politstil. Wenn ich mir so anschaue was ihr fordert, muss ich immer an den Geldesel denken der leider niemanden zu Gute kommt. Nun, das ist aber ein anderes Thema.
Marx, ihm Dummheit zu unterstellen wäre Torheit sondersgleichen. Seine Zeitanalysen waren für die damalige Zeit goldwert. Das Problem sind seine Schlussfolgerungen die oftmals zu theoretischer Natur waren, sie mussten förmlich falsch interpretiert werden. Weiterhin muss jedes System scheitern das gegen menschliche Natur ankämpft.

Auch wenn es lang ist, Jürgen Albrecht hat einmal einen vortrefflichen Vortrag als Abrechnung mit dem Sozialismus gehalten, er richtet sich direkt an alle Marxisten. Da ich selbst ehemaliger DDR-Bürger war, ist dieser Vortrag seither auch meine Doktrin der Abrechnung. Man kann es nicht besser auführen!

Zitat:
Direkt an den nicht mehr unter uns lebenden Marx: "Menschen machen beim Denken grobe Fehler, weil sie sich selbst überschätzen und die Komplexität der Natur ignorieren."

a) Der von Marx und Engels entwickelte Dialektische Materialismus besteht im Kern aus drei 'Grundgesetzen der Dialektik':
- Das Gesetz des Umschlagens von Qualität in Quantität und umgekehrt
- Das Gesetz der Einheit und des Kampfes der Gegensätze
- Das Gesetz der Negation der Negation

Die sozialistischen Staaten hätten sich anders entwickelt, wenn die marxistischen Ideologen den Dialektischen Materialismus verstanden und von Anfang an umfassend angewendet hätten. Sie taten das Gegenteil, die o.g. Gesetze wurden in der täglichen politischen Praxis konsequent ignoriert.

Marx und Engels haben beim Dialektischen Materialismus ihre Erkenntnisse allerdings überschätzt und sie vorschnell in den Rang von Naturgesetzen erhoben. Die drei 'Grundgesetze der Dialektik' sind nicht in der Lage, die Entwicklung 'der Natur, der Menschengesellschaft und des Denkens' umfassend zu beschreiben.

b) Das Menschenbild der Marxisten wird durch drei Aspekte determiniert: Produktion, politische Ökonomie und Gesellschaft. Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, sein Bewusstsein und sein Denken kreisen um die Arbeit, das Gemeinwohl und die Interessen seiner Klasse. Nach Ansicht der Marxisten ist die Arbeit das Gattungswesen des Menschen.

Marxisten sind davon überzeugt, dass sich durch die gesellschaftlichen Umstände und durch permanente ideologische Missionierung ein Mensch neuen Typs entwickeln wird, kompatibel zum Sozialismus und Kommunismus.

Für Marxisten sind alle Menschen von untergeordneter Bedeutung, die nicht direkt in die materielle Produktion eingebunden sind. Alleine die (Hand-) Arbeiter sind entscheidend, denn sie bilden die 'führenden Klasse' und steuern über die 'Partei der Arbeiterklasse' die Entwicklung der Gesellschaft. Schon Geistesarbeiter (Intelligenz) passen nicht ins System, aber man braucht sie, denn ohne sie funktioniert leider keine Produktion. Der bereits global sichtbare Umbau der Arbeitswelt unter dem Einfluss neuer Informationstechnologien hatte keinen Einfluss auf den philosophischen Überbau sozialistischer Staaten. Individualität, Gedankenfreiheit und Unternehmungsgeist waren im Sozialismus nicht gefragt, sie wurden als 'Überreste einer überholten Gesellschaft' angesehen.

Aber "reale" Menschen leben nicht, um zu arbeiten. Sie arbeiten, notgedrungen, um zu leben. Seit es Menschen gibt, ist ihr Gattungswesen die Gier nach Eigentum und Macht. Eigentum ist Macht und Macht war immer schon die beste Gewähr für das Überleben der eigenen Gene. Menschen sind keine kollektiven Ameisen sondern subjektive, höchst unterschiedliche Individuen. Wesentlich mehr als Klassenkampf und Ideologie interessiert sie der tatsächliche Lebensstandard (Das Sein bestimmt das Bewusstsein!). Sie wollen ihren eigenen Verstand benutzen und nicht die Befehle einer angeblich unfehlbaren Partei ausführen. Ihr Verhalten ist weitestgehend genetisch festgelegt und durch Erziehung und Gewalt höchstens temporär zu verändern.

Mit ihrem Glauben an die Machbarkeit des "neuen Menschen" haben die Marxisten ein Gesellschaftssystem für eine nicht existierende Sorte von Menschen aufgebaut. Auf den Umkehrschluss kamen sie nicht: Das Gesellschaftssystem so zu verändern, dass es mit den tatsächlich vorhandenen Menschen optimal funktioniert. Das genau ist die grösste Stärke des Kapitalismus. Ein fataler Irrtum mit Todesfolge.

c) Vor allen Dingen aber wurden die Zeichen der Zeit nicht erkannt: Der technische Umbruch im Bereich der Information, die Gentechnik, die Globalisierung, die Acceleration dieser Zivilisation, die Verknappung der Recourcen, die Überbevölkerung, die High Tech Kriegsführung und die Ursachen der Effektivität des inzwischen global agierenden Kapitalismus. Wäre der Historische Materialismus wahr und nicht nur ein Glaubenssatz gewesen, hätten diese ganz wesentlichen Anstösse für zukünftige Entwicklungen aus dem Sozialistischen Lager kommen müssen. Aber sie kamen vom Kapitalismus und das sozialistische Lager hat sie borniert ignoriert oder verschlafen, weil dazu bei Marx nichts zu finden war. Letztlich führte der Verzicht auf die Negation der Negation und auf den eigenen Verstand zur Implosion des sozialistischen Lagers, denn es war der wirtschaftlichen Effektivität des Kapitalismus nicht annähernd gewachsen.

d) Marx ist klar, dass die Bourgeoisie nicht freiwillig die Macht hergeben wird. Im Kommunistischen Manifest propagiert er Bürgerkrieg und Revolution: "Indem wir die allgemeinsten Phasen der Entwicklung des Proletariats zeichneten, verfolgten wir den mehr oder minder versteckten Bürgerkrieg innerhalb der bestehenden Gesellschaft bis zu dem Punkt, wo er in eine offene Revolution ausbricht und durch den gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie das Proletariat seine Herrschaft begründet." (vgl. MEW Bd. 4, S. 473)

Alle Revolutionen der Geschichte waren gewalttätig. Aber sie dauerten keine 70 Jahre. Es ist kein vernünftiger Grund erkennbar, warum die sozialistischen Staaten nach den Anfangswirren der Revolution nicht hätten demokratisch organisiert werden können. Im Gegenteil, das hätte der sozialistischen Idee eine wesentlich grössere Akzeptanz bei der Bevölkerung verschafft. Wahrscheinlich aber ist keine Diktatur aus sich selbst heraus in der Lage, sich zu demokratisieren. Die offene Diktatur hatte die Entmündigung eines ganzen Volkes zur Folge: Ständige Präsenz massiver Gewalt, intellektuelle Bevormundung, flächendeckende Bespitzelung bis hin zu scheindemokratischen Spielchen. Mit intelligenteren Menschen an der Spitze der Staaten wären diese gravierenden Irrtümer vermeidbar gewesen.

e)Entscheidende Ursache der geschichtlichen Veränderung der Gesellschaften sind nach marxistischer Auffassung die Widersprüche zwischen Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen. Die 'Politische Ökonomie' verhindert ab einer bestimmten Höhe der Produktivkräfte die weitere Entwicklung der Gesellschaft. Das Privateigentum an den Produktionsmitteln wird letztlich für alle Schwächen des Kapitalismus verantwortlich gemacht. Die Verstaatlichung löst diese Widersprüche und macht den Weg frei für eine qualitativ neue Gesellschaftsordnung, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen aufgehoben ist. Gleichzeitig kann durch zentrale Planung und Leitung besser auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen eingegangen werden. Folgerichtig waren im Realen Sozialismus die Produktionsmittel verstaatlicht (Volkseigentum = Staatseigentum), die Wirtschaft wurde zentral gesteuert, jedes private Unternehmertum war verboten.

Sträflich vernachlässigt wurde bei diesem Wirtschaftskonzept, dass die Gier der 'Produktivkraft Mensch' nach persönlichem Mehrwert, die menschliche Neugier und der unternehmerische Tatendrang die alles entscheidenden Antriebskräfte für die Wirtschaft einer Gesellschaft sind. Die sozialistische Wirtschaft war ihrer Eigendynamik beraubt und ausschliesslich auf zentrale, staatliche Planung und Steuerung angewiesen. Eine solche Wirtschaft hat gegen freies Unternehmertum und verteilte Intelligenz - gegen den global agierenden Kapitalismus - keine Chance.

Fazit: Die beschriebenen Irrtümer der Marxisten sind klar und eindeutig mindestens für jeden erkennbar, der sein Leben in der DDR gelebt hat. Es sollte zumidest so sein.

Im 20. Jahrhundert wurde in einem 70-jährigen Praxistest (!) bewiesen, dass der Reale Sozialismus/Kommunismus trotz Diktatur gegenüber dem Kapitalismus nicht konkurrenzfähig und eine von vielen gesellschaftlichen Utopien ist. War es das letzte sozialistische Experiment mit Millionen von Menschen? Die benannten Irrtümer sind real, fundamental und nicht aus der Welt zu schaffen. Niemand ist in Sicht, der durch Analyse und Synthese ein neues Konzept für eine bessere Gesellschaft auf die Beine stellt. Im Gegenteil: Die Analyse zeigt: Nichts funktioniert so perfekt und einfach, wie die Steuerung der Menschen durch Geld.

Auch deshalb wird uns der global agierende Kapitalismus erhalten bleiben. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass er durch Unilateralismus, Nation-Building und Präventivkriege a la Bush 'optimiert' wird und zur nächsten Diktatur, der offenen Diktatur des Kapitals, mutiert. Parallel dazu aber leben wir (noch) in einer pluralistischen Gesellschaft, deren Freiheiten und Lebensstandard man sich in der DDR kaum vorstellen konnte.

Unter den Sozialisten und Kommunisten aber blühen die Legenden und die Verschwörungstheorien. Die Restauratoren sind am Werke. Schon wieder hat sich eine Partei den Aufbau des Sozialismus auf die Fahnen geschrieben. Unbeirrt von der Realität und im festen Glauben an den Marxismus. Wer ein Leben lang nur 'Klassiker' interpretiert hat, ist offenbar trotz des Dialektischen Materialismus unfähig, über den Tellerrand zu gucken.
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Zitat:
Dann schon eher die Wahrheit sagen, dass der Sozialstaat nicht finanzierbar ist und jeder selbst vorsorgen soll, das finde ich nicht besser, aber fairer.
Nein, was ist daran fair? Es entspricht nicht der Wahrheit. Der Sozialstaat funktionierte bisher einwandfrei, eben solange wie das System der zeitlichen Entwicklung angepasst war. Nun bleibt die Zeit jedoch niemals stehen, sodass jedes System reformiert werden muss um mit der Entwicklung stand zu halten. Sich heute hinzustellen und die Achseln zu zucken "hm, irgendwie passt es nicht mehr zusammen", will einfach nicht in meinen Kopf. Woher kommt diese Gleichgültigkeit? Natürlich ist es mitunter nicht leicht neue Lösungen zu finden, wir reden hier aber doch nicht von einem Mysterium.
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