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Alt 29.11.2007, 14:27   #16
FabianLehr
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Registriert seit: 26.11.2007
Ort: Speyer
Beiträge: 6
FabianLehr befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
@System. "Nun, der komplette Verzicht auf Fleisch hätte natürlich auch Folgen für unsere Tierwelt. Der Rinderfinnenbandwurm und der Schweinefinnenbandwurm benötigen etwa Menschen als Wirte um sich fortzupflanzen und können nur durch den Verzehr von Fleisch aufgenommen werden. Möchtest du diese beiden Tierarten ausrotten?"

Wenn ich entscheiden müsste, ob ein Bandwurm, ein Wesen ohne Gehirn und ohne Denk- oder Gefühlsfähigkeit also, aussterben soll oder ob einige Milliarden Rinder und Schweine gerettet werden, Wesen, deren Intelligenzniveau und Empathiefähigkeit relativ gesehen nicht sehr weit unter der eines Menschen stehen - dann entscheide ich mich sicher für die Rinder und Schweine.

"Viele andere Tiere werden vom Menschen nur gehalten, weil mit ihrem Fleisch verdient werden kann. Essen die Menschen weniger Fleisch, so wird es einfach insgesamt weniger Tiere geben. Ist es besser für eine Kuh nie geboren zu werden, weil sie keiner essen will, oder wenigstens für eine kurze Zeit glücklich in Massentierhaltungsanlage mit vielen anderen Kühen zusammen zu leben? Möchtest du diesen Tieren ihr Recht auf Leben verweigern, indem du dafür sorgst, dass sie nie geboren werden?"

Erlaube mir eine Gegenfrage: Fühlst du dich denn wenigstens schuldig für die mehreren Trillionen Kinder, die du mit den im Laufe deines Lebens produzierten Spermien theoretisch zeugen könntest, aber noch nicht gezeugt hast? Bist du der Ansicht, dass ein Mann, der nicht täglich mehrere Millionen Kinder zeugt, sich schuldig macht, weil er unzählbaren Massen von Spermien das Recht auf ihre mögliche Existenz raubt?

"Wieso ist es in Großbritannien, wo es viel mehr Vegetarier als bei uns gibt, gesetzlich vorgeschrieben typische Produkte von Vegetariern mit dem Vitamin B12 anzureichern?"

Der Vitamin B12-Mangel tritt nur bei Veganern, nicht bei Vegetariern auf. Und auch das lässt sich lächerlich leicht korrigieren: Ich selbst bin Veganer und nehme einfach täglich eine Vitaminbrausetablette zu mir, womit der B12-Mangel vollkommen ausgeglichen wird. Jedes Vitamin lässt sich mittlerweile mühelos synthetisch herstellen. Außerdem treibe ich keinen Sport :-)

"Was ist eigentlich mit den Vegetarier, die sogar ihre Katzen vegetarisch ernähren? Diese ist nicht artgerecht und als Tierquälerei zu bezeichnen. "

Ich habe keine Katzen und kenne mich deswegen auch nicht mit vegetarischer Katzenernährung aus. Aber wenn es möglich ist, Katzennahrung herzustellen, die ohne Fleisch alle von einer Katze benötigten Elemente enthält, sehe ich nichts, was gegen die vegetarische Katzenernährung spricht.

@Fokker. "Wie System schon gesagt hat. Die meisten Vegetarier/Veganer treiben meist auch Sport, Rauchen nicht etc., die Studien belegen also nicht direkt, dass vegetarische/vegane Ernährung besser ist."

Aber sie zeigen, dass fleischlose Ernährung offensichtlich zumindest überhaupt keine negativen Auswirkungen hat und es somit keinerlei Notwendigkeit zum Fleischessen gibt.

"Der Mensch ist ein Allesfresser, dazu hat er sich evolutionär entwickelt und dazu gehört eben auch der Verzehr tierischer Produkte."

Menschen besitzen auch Geschlechtsorgane, aber daraus würdest du kaum ableiten, dass man jede attraktive Frau vergewaltigen sollte, die einem über den Weg läuft. Evolutionär hat es sich bspw. bei Menschen auch so entwickelt, dass behinderte oder schwächliche Kinder nach der Geburt umgebracht wurden, um die Gruppe nicht zu belasten. Sollten wir diesen schönen Brauch auch wiederbeleben, weil er natürlich ist?
Ob etwas natürlich ist oder nicht, ist doch völlig irrelevant. Interessant ist nur, ob eine Handlung, die ich begehe, irgendjemandem Schaden zufügt und, wenn ja, ob diese Handlung sich vermeiden lässt.
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Alt 29.11.2007, 15:14   #17
System
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Beiträge: 382
System befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Wenn ich entscheiden müsste, ob ein Bandwurm, ein Wesen ohne Gehirn und ohne Denk- oder Gefühlsfähigkeit also
Bandwürmer haben natürlich ein Gehirn (ein sogenanntes Zerebralganglion), sowie ein strangförmiges Nervensystem. Sie können mit Sinnesorganen ihre Umgebung wahrnehmen und darauf reagieren. Sie lernen Tricks natürlich weniger gut als etwa Schweine oder Hunde. Heißt das also, dass es für dich okay ist, beispielsweise Insekten oder andere niedere Lebewesen zu verzehren? Ab wann ist ein Lebewesen minderwertig genug um verzehrt werden zu können?

Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Erlaube mir eine Gegenfrage: Fühlst du dich denn wenigstens schuldig für die mehreren Trillionen Kinder, die du mit den im Laufe deines Lebens produzierten Spermien theoretisch zeugen könntest, aber noch nicht gezeugt hast?
Soll ich jetzt jeden Tag zig Frauen vergewaltigen oder wie stellst du dir diese Befruchtungsaktion vor?.

Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Bist du der Ansicht, dass ein Mann, der nicht täglich mehrere Millionen Kinder zeugt, sich schuldig macht, weil er unzählbaren Massen von Spermien das Recht auf ihre mögliche Existenz raubt?
Männern können selbst keine Kinder zeugen. Millionen von Kinder schon überhaupt nicht, auch nicht mit Hilfe. Millionen von Rindern können wir aber problemlos halten, wie du selbst weißt. Kannst du dir das auch für Millionen (bzw Milliarden wenn wie alle Männer abernten) von Kindern vorstellen? Wer soll diese ernähren und erziehen? Du?

Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Aber wenn es möglich ist, Katzennahrung herzustellen, die ohne Fleisch alle von einer Katze benötigten Elemente enthält, sehe ich nichts, was gegen die vegetarische Katzenernährung spricht.
In Deutschland spricht vor allem dagegen, dass es strafbar ist, weil nicht artgerecht und damit Tierquälerei. Deinen Hund hingegen darfst du gern veganisch ernähren. Die kommen damit klar.

Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Aber sie zeigen, dass fleischlose Ernährung offensichtlich zumindest überhaupt keine negativen Auswirkungen hat und es somit keinerlei Notwendigkeit zum Fleischessen gibt.
Ich kenne auch eine Menge 20-jährige, die schon seit über 6 Jahren rauchen und auch noch nicht wie der Tod auf Latschen aussehen. Ist Rauchen deswegen jetzt gesund? Viele Schäden lassen sich erst nach langer Zeit feststellen, besonders, wenn man dich nicht aufschneiden darf. Ein Blutbild und eine oberflächliche Untersuchung sagen erschreckend wenig über den Gesundheitszustand eines Menschen aus.

Auf dem Profilbild auf deiner Homepage siehst du außerdem ein wenig blass aus. Bist du sicher, dass du dich wohl fühlst und dir das nicht nur einbildest, dass es dir gut geht?
Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Menschen besitzen auch Geschlechtsorgane, aber daraus würdest du kaum ableiten, dass man jede attraktive Frau vergewaltigen sollte, die einem über den Weg läuft.
War das nicht eben noch dein Vorschlag?

Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Evolutionär hat es sich bspw. bei Menschen auch so entwickelt, dass behinderte oder schwächliche Kinder nach der Geburt umgebracht wurden, um die Gruppe nicht zu belasten. Sollten wir diesen schönen Brauch auch wiederbeleben, weil er natürlich ist?
Was heißt den "natürlich"? Er ist eben effizient. Heutzutage sind wir aber so gut, dass wir Effizienz nicht mehr nötig haben. Auf einer einsamen Insel mit zu wenig Essen, würde ich aber auch die Kranken und Schwachen zu erst sterben lassen, wenn dich das beruhigt.

Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Ob etwas natürlich ist oder nicht, ist doch völlig irrelevant. Interessant ist nur, ob eine Handlung, die ich begehe, irgendjemandem Schaden zufügt und, wenn ja, ob diese Handlung sich vermeiden lässt.
Schlechte Ernährung ist schädlich. Statt die Tiere selbst zu essen, holst du dir sie eben aus der Brausetablette.

Sag mal, was hältst du eigentlich von Tierversuchen? Sollten neue gefährliche Medikamente deiner Meinung nach lieber an Menschen ausprobiert werden oder ist es okay, wenn etwa Affen sterben, damit du ein besseres Mittel gegen Vitamin-B12-Mangel hast?

Dürfen die Menschen in armen Ländern eigentlich weiter Tiere essen, solange sie keine Brausetabletten haben?
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Alt 29.11.2007, 15:42   #18
Imago
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Zitat: FabianLehr
Auch hat der Umfang und die Perfektion der modernen Tötungsindustrie einen Grad der Entartung erreicht, den wohl noch vor hundertfünfzig Jahren niemand für möglich gehalten hätte. Fand die Tötung von Tieren noch im 19. Jahrhundert meistens immerhin noch nach einem mehr oder weniger angenehmen Leben statt, folgt die Exekution der Opfer heute einem Höllendasein, gegen das Dantes Visionen verblassen. Geboren im Dreck einer stinkenden, brütendheißen Blechbaracke, in die niemals ein Strahl Tageslicht fällt und deren spärliche Beleuchtung nur vom Schein kalter Neonröhren stammt, wird die Kreatur in einen winzigen Stahlkäfig gezwängt, so eng, dass das Metall sich oft tief ins Fleisch schneidet, gemästet mit synthetischer Nahrung vom Fließband, manchmal aus den zermahlenen Überresten ihrer Leidensgenossen gewonnen, und eines Tages unter panischer Todesangst abgeführt zur Hinrichtung.
Und es gibt sicher auch viele "Fleischfresser" die sich gegen "unmenschliche" Haltungsbedingungen in der Massentierhaltung aussprechen. Aber die daraus folgende Forderung ist doch "nur", dass die Haltungsbedingungen verbessert(und schärfer überwacht) werden müssen, aber nicht sich komplett des Fleischgenußes entsagen zu müssen.
Diese übliche Polemik der "fanatischen" Tierschützer den Leuten die (sicher oft auch zutreffenden) Missstände & Leiden der Tiere in unsere Gesellschaft anzuprangern, um dann daraus den Anspruch abzuleiten mit ihre ethischen & moralischen Vorstellungen von "menschlichen Tieren" im Recht sein, ist vermutlich der Grund warum diese Anprangerungen bei den meisten Leuten mittlerweile auf taube Ohren stößt. Ich wette ein Großteil der Leute würde zustimmen dass auch Nutztiere in Massentierhaltung nicht unnötig gequält werden sollten. Aber von hier ist es noch ein Riesenschritt zu der Forderung doch bitte die Tiere dem Menschen gleichzustellen.


Zitat: FabianLehr
Das Verrückte und Schizophrene an der Situation ist ja nun, dass sicher 99% aller Menschen meiner dogmatischen Prämisse "Es ist falsch, ein Lebewesen zu töten, wenn es nicht notwendig ist" theoretisch zustimmen würden, sich aber in der Praxis nicht darum kümmern und die Gültigkeit dieser Prämisse willkürlich auf eine einzige Spezies beschränken, obwohl es dafür nicht den geringsten vernünftigen Grund gibt.
Sieh es mal von dieser Seite. Das Schwein ist ein Nutztier. Das ist quasi der einzigste Grund warum es überhaupt in menschlicher Umgebung existiert. Um nun diesen Nutzen auszuschöpfen ist es notwendig es zu töten. Das geschieht also keineswegs grundlos.

Zitat: FabianLehr
Der Vitamin B12-Mangel tritt nur bei Veganern, nicht bei Vegetariern auf. Und auch das lässt sich lächerlich leicht korrigieren: Ich selbst bin Veganer und nehme einfach täglich eine Vitaminbrausetablette zu mir, womit der B12-Mangel vollkommen ausgeglichen wird. Jedes Vitamin lässt sich mittlerweile mühelos synthetisch herstellen.
Also bitte, der Mensch kann prima überleben mit dem was die Natur ihm gibt. Warum soll ich grundlos meine Nahrung auf irgendwelche künstlich hergestellten Lebensmittel umstellen?
Ich bin noch "naturverbunden" genug, dass ich lieber ein Stück Fleisch/Fisch esse, als irgendein mit Präparaten/Vitaminen künstlich angereichertes Vegatarier/Veganer-Produkt

Zitat: FabianLehr
Die meisten Studien deuten darauf hin, dass der Verzicht auf Fleisch die Lebenserwartung im Schnitt um ungefähr 5 Jahre verlängert.
Die Frage ist, würde es diesen Unterschied immer noch geben würde wenn die "Fleischfresser-Fraktion" ein genauso großes Augenmerk auf eine ausgewogene Ernährung legen würde wie die Vegetarier/Veganer?
Oder andersrum gesagt, ich kenne ziemlich viele Leute die sich normal ernähren(ohne sich groß einen Kopf darum zu machen), die aber trotzdem körperlich gesund sind(und sicherlich auch manche bei denen dass nicht der Fall ist *scnr*). Aber ich kenne keinen Vegetarier, der nicht von sich sagt, dass er ein extra Augenmerk auf seine Ernährung legt, damit diese auch ausgewogen und gesund ist.
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Alt 02.12.2007, 17:03   #19
Fokker
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Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Aber sie zeigen, dass fleischlose Ernährung offensichtlich zumindest überhaupt keine negativen Auswirkungen hat und es somit keinerlei Notwendigkeit zum Fleischessen gibt.
Aber dafür muss man Pillen fressen. Ich halte es für nicht erstrebenswert, sich von setwas abhängig zu machen.
Zitat: FabianLehr Beitrag anzeigen
Menschen besitzen auch Geschlechtsorgane, aber daraus würdest du kaum ableiten, dass man jede attraktive Frau vergewaltigen sollte, die einem über den Weg läuft. Evolutionär hat es sich bspw. bei Menschen auch so entwickelt, dass behinderte oder schwächliche Kinder nach der Geburt umgebracht wurden, um die Gruppe nicht zu belasten. Sollten wir diesen schönen Brauch auch wiederbeleben, weil er natürlich ist?
Vollkommen sinnlose Vergleiche, die du hier ziehst.
Von der Evolution ist der Mensch immer noch betroffen, nur weil unsere Gesellschaft Behinderte akzeptiert, heißt das nicht, dass Evolution ausgeschlossen ist.
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement.
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