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Alt 26.11.2007, 10:08   #1
FabianLehr
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Küchenethik

Hallo zusammen,
bereits vor einigen Monaten habe ich meine Gedanken zu einem immer noch viel zu wenig beachteten Thema in einem kleinen Essay konzentriert, den ich hiermit zur Diskussion stellen möchte - Kommentare und Kritik sind natürlich stets erwünscht:

Küchenethik


Wenn es um Tiere geht, werden wir alle zu Nazis.
Für Tiere herrscht jeden Tag Treblinka.

Isaac Bashevis Singer

Bruno ist tot, nicht aber das Gedenken an ihn. Noch Monate nach dem befohlenen Tod des anarchischen Braunbären gehen Bruno-Shirts über den Ladentisch, erhalten seine Jäger Drohbriefe und wird lauthals der unnötig brutale Umgang mit dem unbequemen Tier verurteilt. Auch bei Berücksichtigung des Umstandes, dass Bruno seiner unbestreitbaren Exotik einen gewissen Sympathievorsprung verdanken dürfte, den weniger charismatische Spezies nicht genießen, wird ein Besucher verwundert feststellen, welchen hohen Stellenwert Tierschutz und Tierliebe in Deutschland genießen. Seit Jahren schießen in den Großstädten der Republik hochmoderne Tierkliniken aus dem Boden, die ihren Patienten eine erstklassige Behandlung bieten, die der menschlicher Krankenhäuser kaum nachsteht. Zeitschriften für Tierfreunde erreichen respektable Auflagen, Fernsehsender stellen kostenfrei Sendeplätze zur Verfügung, um für herrenlos gewordene Haustiere ein neues Heim zu finden, und eine Partei, die den Tierschutz stets als ein wichtiges Motiv ihrer politischen Arbeit präsentiert hat, erreicht Wahlergebnisse im zweistelligen Bereich. Ja, inzwischen ist der Tierschutz sogar ausdrücklich als Verfassungsziel ins Grundgesetz integriert worden. Wer in Deutschland ein Tier quält, so die Theorie, kann dafür juristisch belangt werden. Ein Geschichtsstudent des Jahres 2500, der die aktuelle Fassung des Grundgesetzes liest, würde wahrscheinlich zum Schluss kommen, dass sich in unserer Zeit ein bedeutsamer moralischer Wandel, eine Ausdehnung unseres ethischen Bewusstseins auf die Sphäre des gesamten empfindsamen Lebens vollzogen habe. Ein kleines Detail allerdings verrät der Text des Grundgesetzes nicht: Zwar mache ich mich in der Tat strafbar, indem ich ein Tier quäle - nicht aber, wenn ich es anschließend töte und seine Leiche vertilge. Das Irritierende an dieser momentanen Situation ist nicht die Existenz von Brutalität - sie wird nur die ganz und gar Naiven, von der Anklageschrift der Weltgeschichte Unbelasteten überraschen. Vielmehr ist es die sonderbare Koexistenz einer mit nichtmenschlichem Leben mitfühlenden Solidarität, die es in dieser Stärke wohl noch niemals gegeben hat auf der einen und grenzenlos enthemmter Barbarei gegenüber denselben Wesen auf der anderen Seite. Noch verwirrender: Nur eine verschwindend geringe Minderheit der Bevölkerung ist sich überhaupt der Paradoxie der vorherrschenden "Ethik" bewusst. Der Tierrechtsphilosoph Helmut Kaplan sagte einmal sinngemäß, dass das wirklich Erschreckende an unserem Umgang mit nichtmenschlichem Leben nicht darin bestehe, dass niemand etwas gegen das Problem unternehme, sondern darin, dass niemand ein Problem sehe. Seit Kaplans Feststellung sind viele Jahre vergangen, geändert hat sich im Grunde aber nichts.

Nach wie vor sieht die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung - und das gilt nicht nur für Deutschland, sondern mit geringen Abweichungen für alle Staaten der westlichen Zivilisation - keinen Widerspruch in der hingebungsvollen Pflege für den eigenen Hund, die eigene Katze oder das eigene Meerschweinchen und dem massenhaften Verzehr von Tieren, die in der Regel nach einem qualvollen und freudlosen Leben in einem der zeitgenössischen Vernichtungslager den kulinarischen Vorlieben von Menschen geopfert werden, die sie außerhalb des Schlachthofes mit Entzücken und Wohlwollen betrachtet hätten. Mit der Etablierung des Minischweins als Haustier seit einigen Jahren wurde die makabre moralische Kollektivschizophrenie unserer Kultur insofern auf die Spitze getrieben, als es nun möglich ist, sein Haustier zu streicheln und zu tätscheln, während man sich gleichzeitig abgetrennte Körperteile eines seiner Artgenossen auf die Gabel spießt. Weitgehend ignoriert vom Bewusstsein der breiten Bevölkerung hat sich besonders in den Jahrzehnten seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine globale Folter- und Tötungsindustrie entwickelt, neben der alle Massenvernichtungsprojekte totalitärer Gewaltherrscher wie unbeholfene Versuchsstücke wirken, sowohl was die perfide Vollkommenheit des Tötungsablaufes als auch, was die schiere Quantität der Opfer angeht. Kaum ein namhafter Intellektueller des 20. und 21. Jahrhunderts hat sich in seiner Arbeit mit der Ursünde der modernen Industriegesellschaften befasst oder ihre schreiende ethische Problematik auch nur zur Kenntnis genommen. Von wenigen rühmlichen Ausnahmen - der bereits zitierte Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer oder der australische Philosoph Peter Singer seien hier namentlich erwähnt - abgesehen scheint es angebracht, hier von einem moralischen Totalversagen der Intellektuellenklasse unserer Zeit zu sprechen. Während die Vertreter verschiedener philosophischer und politischer Richtungen sich in lautstarken Diskussionen über Detailfragen sozialer und politischer Ethik zerfleischen, nimmt fast niemand von ihnen wahr, dass sie über die womöglich schwerste Herausforderung an moralisches Empfinden und schlichtes Anstandsgefühl, die sich der zivilisierten Menschheit jemals stellte, kein Wort verloren haben. Der Geist der Aufklärung und vielleicht sogar jeder zivilisatorische Fortschritt, den die abendländische Kultur seit der Antike erreicht hat, drohen im Blut der Schlachthöfe zu ertrinken - und niemand, oder doch zumindest fast niemand, erhebt seine Stimme.

Zweifellos, ein Optimist könnte einwenden, dass die Sache der Tierrechtsbewegung sich auf einem hoffnungsvollen Weg befinde, dass sie ähnlich ihren Vorläuferbewegungen am Ende doch den Sieg erringen werde, alleine schon durch ihre eindeutige geistige und moralische Überlegenheit. Ich gestehe, mich plagen massive Zweifel an der Kraft, die Appelle an Vernunft und Anstand entfalten können. Trotzdem - ich gebe zu, dass die vergangenen 200 Jahre insgesamt einen beträchtlichen intellektuellen Fortschritt gebracht haben. Kühne Freidenker haben Diskussionen angestoßen über schwere ethische Missstände, die bis dahin achselzuckend oder billigend von der Bevölkerungsmehrheit akzeptiert worden waren - und trugen nach langen und hartnäckigen geistigen, oft aber auch physischen Kämpfen durch die Macht ihrer kulturellen Überlegenheit schließlich meist den Sieg davon. In diesen zwei Jahrhunderten ist in der westlichen Welt die Erlösung der weiblichen Hälfte der Menschheit aus der Tyrannei ihrer Männer und Väter gelungen, wurde das grelle Unrecht der Sklaverei abgeschafft, die juristische und immer mehr auch in der Bevölkerung verankerte Akzeptanz der Homosexualität erreicht, wurde die politische Macht von Adel und Aristokratie zerschlagen und der demokratische Rechtsstaat etabliert. Und auch mit den großen und mächtigen Dämonen, die sich erst nach der klassischen Zeit der Aufklärung zu regen begannen - Nationalismus, Faschismus und Kommunismus - wurden die intellektuellen Selbstheilungskräfte des Westens nach furchtbaren Qualen fertig. Immer waren es anfangs nur wenige philosophische Außenseiter mit überdurchschnittlich stark ausgeprägtem ethischem Empfinden, die die Laster ihrer Zeit anprangerten und die im Laufe der Zeit stetig mehr Anhänger gewannen, bis ihrer Argumentation kein ernsthafter Widerstand mehr entgegengebracht wurde und sie die Meinungshoheit gewinnen konnten. Soweit sind die Ähnlichkeiten dieser abgeschlossenen Befreiungsbewegungen mit der erst aufkeimenden Tierrechtsbewegung unverkennbar.

Allerdings gibt es auch einige wichtige Unterschiede, die die Hoffnung darauf, sie werde auf ähnliche Weise siegreich sein wie die Kämpfer gegen Sklaverei oder Sexismus, entschieden dämpfen. Damit ein lange geduldeter moralischer Missstand wahrgenommen und Gegenstand einer Diskussion werden kann, müssen normalerweise zwei Bedingungen erfüllt sein: Zunächst muss ein Bildungsstand gewährleistet sein, der es einem großen Teil der Bevölkerung ermöglicht, sich ein zuverlässiges Bild der Lage zu machen und Informationen zu sammeln - der Widerstand gegen Sklaverei, Adelsherrschaft oder Frauenunterdrückung konnte, obwohl diese Probleme seit Jahrtausenden bestanden, erst in der Neuzeit beginnen, nach der Schaffung einer nennenswerten Schicht gebildeter und interessierter Menschen, die in der Lage waren, selbstständige Gedanken über komplexere Probleme zu fassen. Zweitens musste ein Übel oft erst eine grelle, vollends entartete Gestalt erreichen, um entschlossenen Widerstand zu entfachen. Die Wahnidee des Nationalismus beispielsweise wurde erst weitgehend überwunden, nachdem der weltweite Amoklauf, den die faschistischen Regime Deutschlands, Japans und Italiens in seinem Namen begingen, ihn für jeden halbwegs intelligenten Menschen diskreditiert hatte.

Das Problem des Fleischessens erfüllt seit Jahrzehnten beide Kriterien und sollte längst eine energische und breite Gegenbewegung provoziert haben - man wartet aber seit gut einem halben Jahrhundert vergebens. Der Informationsstand, der in der westlichen Bevölkerung über Quantität und Qualität der Tötungsindustrie herrscht, lässt nichts zu wünschen übrig. Jeder Kunde, der sein Steak oder sein Schnitzel auf die Ladentheke legt, weiß sicher, dass es sich dabei um das Resultat eines sinnlosen und grausamen - ich vermeide es, das Wörtchen "unmenschlich" zu benutzen, denn Grausamkeit ist eine äußerst menschliche Regung - Folter- und Tötungsprozesses handelt. Auch hat der Umfang und die Perfektion der modernen Tötungsindustrie einen Grad der Entartung erreicht, den wohl noch vor hundertfünfzig Jahren niemand für möglich gehalten hätte. Fand die Tötung von Tieren noch im 19. Jahrhundert meistens immerhin noch nach einem mehr oder weniger angenehmen Leben statt, folgt die Exekution der Opfer heute einem Höllendasein, gegen das Dantes Visionen verblassen. Geboren im Dreck einer stinkenden, brütendheißen Blechbaracke, in die niemals ein Strahl Tageslicht fällt und deren spärliche Beleuchtung nur vom Schein kalter Neonröhren stammt, wird die Kreatur in einen winzigen Stahlkäfig gezwängt, so eng, dass das Metall sich oft tief ins Fleisch schneidet, gemästet mit synthetischer Nahrung vom Fließband, manchmal aus den zermahlenen Überresten ihrer Leidensgenossen gewonnen, und eines Tages unter panischer Todesangst abgeführt zur Hinrichtung. Hoffnung auf Gnade gibt es nicht. Wohl gibt es wenige Glückliche, die den Menschenvernichtungslagern Hitlers, Stalins oder Maos unversehrt entronnen sind - aus dem Schlachthof gibt es kein Entkommen. Gelingt einem der Todeskandidaten doch einmal die waghalsige Flucht, hat er nicht etwa auf Hilfe und Erbarmen zu rechnen - die hilfsbereite Bevölkerung wird den Delinquenten, dessen Vergehen in seiner Existenz besteht, rasch wieder einfangen und seinen Henkern übergeben. Vielleicht landet die Meldung als lustiges Kuriosum im Lokalteil der Zeitung. All diese erschütternden Fakten über eine alptraumhafte Welt jenseits unserer Vorstellungskraft sind allgemein bekannt, seit Jahren und Jahrzehnten, und trotzdem hat die Tierrechtsbewegung es über das Keimstadium weniger Individuen, die ihren Standpunkt als ethische Außenseiter mehr defensiv als offensiv vetreten, nicht hinausgebracht. Sogar nach zuversichtlichen Schätzungen leben in den Staaten der westlichen Welt höchstens 5-10% der Bevölkerung als Vegetarier, und bei rund der Hälfte davon dürfte es sich um Vegetarier nicht aus moralischen, sondern aus Gesundheitsgründen handeln - diese Gruppe ist für unsere Überlegungen bedeutungslos. Bleibt also die düstere Feststellung, dass wohl deutlich unter 5% der Bevölkerung der am höchsten entwickelten Kultur der Gegenwart ein Problem darin sehen, sadistische Grausamkeit zur Befriedigung einer speziellen kulinarischen Vorliebe zu fordern. Sadistisch - der Begriff trifft es gut, denn tatsächlich hat die Tötungsindustrie unserer Zeit einige Ähnlichkeit mit den Gewaltphantasien, die der exzentrische Marquis die Protagonisten seiner Romane ausleben ließ. Diese durchaus nicht dummen Figuren handeln nicht in einem Zustand krankhafter Vernebelung, sondern im vollen Bewusstsein der schauerlichen Dimension ihres Treibens, die sie aber gerne in Kauf nehmen, solange es ihnen sinnliche Erfüllung verschafft. Lachende, tiefgefrorene Schweinchen, geformt aus den zerriebenen Leichenteilen ermordeter Schweine, kindgerecht zubereitet - auf eine so grauenhafte Idee konnte aber nicht einmal der sicher nicht unkreative Geist Sades kommen. Das Befremdliche am allgemeinen Wohlwollen, auf das die Barbarei stößt, sind vor allem zwei Tatsachen, die jeder aufmerksame Beobachter mühelos feststellen wird. Erstens der Umstand, dass anders als bei allen anderen bisherigen ethischen Problemen vergleichbarer Größenordnung die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen oder kulturellen Schicht kaum eine wahrnehmbare Rolle zu spielen scheint. Während zum Beispiel auch vor der Entstehung einer großen Bewegung gegen die Sklaverei gebildete und intelligente Menschen meist weniger geneigt waren, dieses Unrecht zu billigen, hört man gegen den Leichenschmaus unserer Zeit auch von Menschen, die der kulturellen Oberschicht zugerechnet werden, keinen Protest. In der Tat kann es vorkommen, dass Menschen, die in der Lage sind, ein anregendes Gespräch über Feinheiten einer Beethovenschen Klaviersonate oder die Interpretation eines Heine-Gedichtes zu führen, ihre Konversation unterbrechen, um sich an den zerhackten Überresten eines verwesenden Schweinekadavers zu stärken. Auch Zeitungsinserate für kirchlich organisierte, wohltätige Schlachtfeste, initiiert von sicherlich gebildeten und freundlichen Pastoren mit Sinn für soziale Projekte lassen sich allen Ernstes finden. Unter diesen Umständen stellt sich die dringende Frage, ob die westliche Kultur am Endpunkt ihrer moralischen Weiterentwicklung angekommen sein mag, wenn sogar die allgemein verbreitete, detaillierte Kenntnis unfassbarer Verbrechen nicht einmal ein laues Lüftchen des Protestes entfachen kann. Damit kommen wir zur zweiten bedrückenden Grundtatsache der Fleischproblematik: Den wenigen Tierrechtlern wird seit langer Zeit praktisch kein geistiger Widerstand mehr entgegengebracht, und dennoch ändert sich nichts. Gab es einst wenigstens noch Versuche, das Fleischessen zu verteidigen, wird die erdrückende argumentative Überlegenheit der Tierrechtler heute in Gesprächen kaum noch ernsthaft angegriffen. Die überwältigende Mehrheit der heutigen Fleischkonsumenten hält an ihrem Verhalten nicht etwa fest, weil sie es für ethisch gerechtfertigt halten - sondern deshalb, weil es ihnen vollkommen gleichgültig ist, ob ihr Handeln legitim ist oder nicht. "Mag schon sein, dass ich Unrecht tue, nun würde ich aber gerne weiteressen. Mahlzeit." Ungefähr so könnte die typische Reaktion eines Fleischkonsumenten beschrieben werden, der mit der Kritik an seinem Verhalten konfrontiert wird. Der Optimismus der Aufklärer des 18. Jahrhunderts, die in ihrer Naivität glaubten, man könne Menschen zu einer Änderung ihres Verhaltens bewegen, indem man ihnen nachweist, dass es moralisch unhaltbar ist, muss als gescheitert gelten. Der Genauigkeit halber sei zugegeben, dass es doch noch einige "Argumente" gibt, die gelegentlich zur Verteidigung des Fleischkonsums in den Ring geworfen werden, die allerdings so lächerlich sind, dass es sich eigentlich erübrigt, sie ausführlich zu entkräften.

Trotzdem seien einige dieser Pseudoargumente erwähnt, und wenn auch nicht als Versuch, damit ein Umdenken der Fleischkonsumenten zu erzielen, so doch wenigstens als eine schaurige Kuriositätensammlung für eine eventuell doch zivilisiertere zukünftige Gesellschaft.
So wird desöfteren darauf hingewiesen, dass es sich bei der Tötung zur Fleischgewinnung ja nicht um einen sinnentleerten Lustmord handle, sondern um eine Maßnahme zur Sicherung der menschlichen Ernährung. Menschen, die diesen Einwand geben, haben jedoch völlig ignoriert, dass das ethische Problem des Fleischkonsums zumindest für die westliche Welt seit etwa 150-200 Jahren eine völlig andere Dimension gewonnen hat. Tatsächlich war das Fleischessen für den Großteil der europäischen Bevölkerung bis zur Industrialisierung eine Überlebensnotwendigkeit. Niemand wird einen Bauern tadeln, der Fleisch isst, weil er nicht weiß, ob er genug Getreide ernten wird, um sein Überleben durch pflanzliche Nahrung sicherzustellen. Seit dem 19. Jahrhundert aber befindet sich der Westen in der glücklichen Situation, bei weitem mehr pflanzliche Nahrung zu produzieren, als er jemals verbrauchen könnte. Der Fleischkonsum ist seitdem völlig überflüssig geworden, die Landwirtschaft Europas und Nordamerikas produziert ein Vielfaches der Nahrungsmengen, die die Einwohner dieser Länder verbrauchen können. Gewaltige Berge überflüssiger pflanzlicher Nahrung müssen gar vernichtet werden, um den Marktpreis nicht ins Bodenlose fallen zu lassen. Als Krönung sprechen sogar immer mehr Studien dafür, dass Lebenserwartung und Gesundheitszustand der westlichen Bevölkerung durch fleischlose Ernährung deutlich steigen würden - Millionen fressen sich zu Tode an irrsinnigen Fleischmengen.


Auch der berüchtigte naturalistische Fehlschluss treibt in der Fleischdiskussion allzuoft sein Unwesen - die krude Annahme, dass man aus der Beobachtung, wie es in der Natur zugeht, ableiten könne, wie es zugehen sollte. Anhänger dieser Pseudophilosophie stellen Tierrechtlern demgemäß gerne die Frage, ob sie denn auch Löwen und Tiger verurteilen. Immerhin verdient die Ehrlichkeit, sich zum geistigen und ethischen Niveau eines Raubtiers zu bekennen, Anerkennung.
Die wichtigste und häufigste Verteidigung ist jedoch der Abbruch des Gesprächs mit dem Hinweis "Es geht ja nur um Tiere und nicht um Menschen." Dieser knappe Satz enthält alles Wesentliche. Der Speziesismus reiht sich nahtlos ein in die Tradition des Rassismus und Sexismus. Ganz so, wie frühere Zeiten postulierten "Diesen Menschen darf ich tyrannisieren und demütigen, weil er nicht meinem Geschlecht angehört" oder "Diesen Menschen darf ich quälen, beleidigen, versklaven und für mich arbeiten lassen, weil er nicht meiner Rasse angehört", lautet die heute gängige Wendung "Dieses Wesen darf ich foltern, ermorden und seinen Leichnam vertilgen, weil es nicht meiner Spezies angehört." Die furchtbare ethische und intellektuelle Armseligkeit des Speziesismus zu entlarven und darzulegen, dass nur die Leidensfähigkeit eines Wesens Maßstab im Umgang mit ihm sein kann, ist nicht nötig, Peter Singer hat bereits alles Relevante zu diesem Thema gesagt. Aber auch Singers glänzende Argumentation hat kaum Wirkung gezeigt, der Fleischkonsum wird nicht geringer. Ganz im Gegenteil, seit Jahrzehnten ist die Tötungsindustrie wie ein bösartiges, Metastasen streuendes Krebsgeschwür ins Unermessliche gewachsen, längst gehen die Tötungsziffern in die Milliarden. Mit einiger Wahrscheinlichkeit stellt die Fleischindustrie der Moderne das mit großem Abstand gewaltigste Blutvergießen dar, das seit Entstehung des Lebens jemals auf dem Planeten stattgefunden hat. Nicht einmal die Totenzahlen durch gigantische Naturkatastrophen wie prähistorische Asteroideneinschläge oder die größten Vulkanausbrüche dürften vergleichbar sein mit den stolzen Ergebnissen, die der Fleiß unserer Schlachter liefert. Höss, der Kommandant des Lagers von Auschwitz-Birkenau, der sich in seiner während seines Prozesses geschriebenen Autobiographie stolz rühmt, die effizienteste Tötungsanlage aller Zeiten geschaffen zu haben, ist von seinen eifrigen Kameraden an der Schlachterfront längst bei weitem übertroffen worden.

Die Bejahung dieser Industrie der Vernichtung verkehrt den einfachsten Grundsatz des Anstandsgefühls - denen, die sich nicht selbst verteidigen können, Hilfe und Erbarmen zu gewähren - ins Gegenteil: Die Schwachen und Hilflosen zu quälen, auszunutzen und milliardenfach abzuschlachten, weil sie schwach und hilflos sind. Mit schockierender Brutalität ist das nackte Gesetz des Dschungels in unsere hochzivilisierte Welt zurückgekehrt. Durchaus möglich, dass heutige europäische Schulklassen unter Anleitung ihrer Religionslehrer über Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Barmherzigkeit sinnieren, während eine Straßenecke weiter der Betrieb in einer Todesfabrik munter weiterläuft, allen Anwohnern bekannt und wohlwollend gebilligt. Wer Bilder von Schweinen, Rindern oder Schafen in den modernen Konzentrationslagern sieht, völlig harmlosen, friedlichen und sozialen Wesen, die sich aufgeschlossen und zutraulich an ihre Folterknechte und Henker wenden, ohne einen Vorwurf im Blick, denkt vielleicht an die stillen, friedlichen Leidensgestalten eines Dostojewskij-Romans. Dostojewskij-Figuren, die freilich in die Hölle verlegt wurden.

In einem 2007 geschriebenen Essay über den Fleischkonsum ist es seit der berühmten peta-Kampagne unmöglich, nicht auf den Holocaustvergleich einzugehen. Von zahllosen Seiten ist seitdem zu hören zu hören gewesen, dass man diese beiden Dinge nicht gleichsetzen könne. Das ist wahr - die Anklage, die die moderne Fleischindustrie gegen die Menschheit erhebt, ist noch viel größer als die des Holocausts, und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen fanden die monströsesten Verbrechen der Nazis nicht in der Öffentlichkeit statt, nur eine sehr kleine Zahl von Menschen war detailliert in die Geschehnisse eingeweiht. Wer wollte, konnte die Ohren verschließen und alle Meldungen abblocken über die unfassbaren Gräuel, die irgendwo weit im Osten stattfinden sollten. Für die Vernichtungslager der Gegenwart gibt es keine Geheimhaltungsmaßnahmen. Alles ist jedem bekannt, das Morden vollzieht sich vollkommen ungeniert mitten im öffentlichen Leben und stellt sich als normaler Beruf dar, ohne dass es ernstlich Anstoß erregte, die Arbeitsämter vermitteln freundlich Stellen als Berufsverbrecher. Zur Verteidigung der Menschheit von 1942 kann immerhin angeführt werden, dass sogar die sehr vagen Informationen über die Massenmorde der Nazis in den meisten Staaten eine Welle des Entsetzens auslösten, die den Alliierten die Kraft gab, den anstrengendsten und blutigsten Krieg der Weltgeschichte zu führen, um Hitlers Schreckensreich zu stürzen. Der moralische Widerstand, auf den der Holocaust stieß, war so groß, dass er eine grausige Episode von wenigen Jahren blieb. Auch die Menschenvernichtungssysteme Stalins und Maos verschwanden nach dem Tod des Tyrannen, wenn auch nicht durch äußeren Widerstand, sondern dadurch, dass ihre Nachfolger sich peinlich berührt distanzierten.
Schließlich muss auch berücksichtigt werden, dass sogar die Minderheit der Menschen mit detaillierten Kenntnissen des NS-Lagersystems immense Entschlossenheit und eine große Portion Heldenmut aufbringen mussten, um das System zu bekämpfen. Wer gegen die SS-Mörder aufbegehrte, musste bereit sein, das eigene Leben und das seiner Angehörigen zu riskieren. Verglichen damit ist der persönliche Einsatz, den der Kampf gegen die Tötungsindustrie der Gegenwart verlangt, geradezu lächerlich, nicht einmal eine nennenswerte Umstellung der Lebensgewohnheiten wäre erforderlich. Würde die gesamte Bevölkerung der westlichen Welt beschließen, statt eines Wurstbrotes oder eines Würstchens einen Apfel oder einen Müsliriegel für die Mittagspause mitzunehmen, würde das gesamte System des Grauens binnen weniger Tage in sich zusammenstürzen. Aber nur eine winzige Minderheit hat sich bislang entschlossen, das Würstchen durch einen Müsliriegel zu ersetzen, um sich an den entsetzlichsten Verbrechen, von denen wir historische Kenntnis haben, nicht mehr zu beteiligen.
Wenn man erst einmal zur Erkenntnis gelangt ist, dass die Zugehörigkeit zu einer Spezies für die Frage, ob ich einem Mitlebewesen Schmerzen, Leid und Tod zufügen darf, weil es mir Spaß macht, ebenso bedeutungslos ist wie die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, einer Hautfarbe, einer Religion oder politischen Richtung, verliert der Holocaustvergleich das Skandalöse und erntet ganz selbstverständliche Zustimmung.

Ich schreibe diesen Essay in einem beneidenswert privilegierten Zustand. Nicht nur, dass ich in einem der reichsten, freiesten, sichersten und technisch am weitesten entwickelten Staaten der Welt schreibe. Nicht nur, dass ich zu diesem Zeitpunkt nennenswerte Chancen habe, noch siebzig Jahre und mehr in Wohlstand, Freiheit und Frieden zu verbringen. Vor allem liegt mein Privileg im puren Zufall meiner willkürlichen, unverdienten Spezieszugehörigkeit. Nie wird man auf die Idee kommen, mich einzusperren, zu demütigen und zu quälen, um mich schließlich zu ermorden , meinen Leichnam zu zermahlen, in meinen eigenen Darm zu füllen und aufzufressen, ohne dass irgendwem Zweifel an der Vertretbarkeit dieses Vorgangs kommen. Milliarden andere Lebewesen hatten dieses unerhörte Glück nicht. Sie stehen jetzt gerade, in dieser Minute, eingepfercht in ihren Stahlboxen - denn bewegen können sie sich nicht -, werden gerade zur Hinrichtung geführt oder fühlen schon das Bolzenschussgerät am Kopf. So wird es weitergehen tagein und tagaus, morgen, in einem Jahr und in fünfzig Jahren. Dazwischen werden sich immer wieder angesehene Intellektuelle, die das Weltgeschehen in ihrer Weisheit und Güte überblicken, vom Braten erheben und sich den wirklich wichtigen moralischen Fragen unserer Zeit widmen.
FabianLehr ist offline  
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Alt 26.11.2007, 15:22   #2
vIp3r
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Daumen runter

@FlorianLehr

Bitteschön, wie gewünscht mein Kommentar und Kritik.

Erstens:Ein Essay, seltener: Essai (der, selten: das; über französisch essai von mittellateinisch exagium, „Probe“, „Versuch“), ist eine kurze, geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden.

Also Kurz war die Abhandlung schon mal nicht... und Geistreich ? Na ja, hier werden ja wohl so ziemlich wahllos alle Veganerargumtente und Ideologien in einen Topf geschmissen und dann wird noch gesellschaftlich alles was nicht vegan ist, mit allem was an gesellschaftlichen, menschlichen und politischem Greul existiert (x-Sorten von ...ismus) und nicht rechtzeitig auf die Bäume gekommen ist verglichen.
Und das ohne das sich der Autor wirklich mit den betreffenden Themen mit denen er unsere Gesellschaft vergleicht, auseinandersetzt.

Der totale Rundumschlag ohne Rücksicht auf Verluste.

Was mich an den Veganern inzwischen echt schockt ist ihr Fundamentalismus mit dem sie tierisches Leben ideologisch höherstellen als menschliches Leben. Genauso die Verachtung von Andersdenkenden, zu denen ich mich als bekennender "Omnivore" (lat. Allesfresser) auch zähle.

Ansonsten ist dieses "Essay" nichts anderes als ein im höchsten Maße polemisches Pamphlet in dem Alles was nicht Vegan ist bekämpft, verdammt und verachtet wird.

Eine Vegane Haßpredigt!

Also bitte das Kind beim Namen nennen!
vIp3r ist offline  
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Alt 26.11.2007, 19:00   #3
tdd
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Hi
ich bleibe beim Fleisch.
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Alt 26.11.2007, 20:55   #4
Fokker
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Ich stelle Mensch und Tier nicht auf eine Stufe.
Rein vegane Ernährung ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss, da hier zum Teil Vitamine und Mineralien substituiert werden müssen. Der Mensch ist ein Allesfresser und sollte sich dementsprechend ernähren.
Btw. was ist schlimm daran, sich auf eine Stufe mit Raubtieren zu stellen? Sind diese moralisch den anderen Tieren unterlegen? Wenn du schon soweit gehst, Tiere auf dieselbe Stufe mit Menschen zu stellen, machst du dann hier eine Ausnahme? Tz...
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Alt 27.11.2007, 20:03   #5
Fokker
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Hm, ellenlanges Thema erstellen ohne Bezug und dann nicht antworten. War scheinbar nur eine Aktion um verschiedene Foren voll zu spammen.
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Alt 28.11.2007, 14:20   #6
vIp3r
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Idee

Hab mal kurz gegoogled, Fabian Lehr ist anscheinend mit seinen gerade mal 20 Lenzen ein ganz "Junger Wilder" in seiner "Sturm und Drang Zeit", der gerade sein Abi geschafft hat und demnächst Zivildienst macht, eine Homepage hat er auch.

Am 16.11.hat er dann am Vormittag anscheinend zu seinem Rundumschlag ausgeholt und im Herr der Ringe, Philosophie, Global Talk und was weiß ich nicht wo denselben Beitrag gepostet. Im Philosophieforum gab es sogar eine Antwort von Ihm. Er ist da aber sowiso nicht auf die Antworten zu seinem Post eingegangen, sondern hat dann im gleichen Stil weitergemacht wie in seinem Beitrag.

Vor allem hätte mich ja mal brennend interessiert warum es so ganz "schlimm viel böse" ist Fleisch zu essen und warum es ok ist Pflanzen zu essen. Aber darauf hat er noch niemandem eine Antwort gegeben.

Geändert von vIp3r (28.11.2007 um 15:10 Uhr).
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Alt 28.11.2007, 20:25     #7
FabianLehr
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"Aber darauf hat er noch niemandem eine Antwort gegeben.

Doch, hat er durchaus schon in mehreren Foren extrem ausführlich, aber es ist recht anstrengend, in knapp 20 Foren gleichzeitig zu diskutieren und in jedem davon angemessen zu antworten, das überfordert auch meine Konzentrationsfähigkeit in Internetdiskussionen. Bei Interesse empfehle ich mein "Stammforum" http://forum.tylers-kneipe.de , wo ich schon Diskussionen über Dutzende Seiten zum Thema geführt habe, interessant ist beispielsweise der Thread "Ist Fleisch essen ethisch?" In "Special: Off Topic".
Der Unterschied zwischen der Tötung eines Tieres und der "Tötung" einer Pflanze liegt schlicht darin, dass eine Pflanze kein Gehirn, keine Sinnesorgane und kein Nervensystem besitzt und somit nach so ziemlich allen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahrhunderte weder in der Lage ist, Schmerzen, Angst oder irgendeine Art von Leid, irgendwelche Gefühle, Gedanken oder irgendeine Art von Lebenswillen zu empfinden, die durch eine Tötung verletzt werden könnten. Übrigens ziehst du diese Trennlinie ja genauso, schließlich gehe ich davon aus, dass du es für falsch halten wirst, Exemplare der Tierart Mensch zu töten, zu vergewaltigen oder zu berauben, nicht aber, Blumen zu pflücken.
FabianLehr ist offline  
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Alt 28.11.2007, 20:48   #8
Fokker
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Natürlich kannst du nicht in 20 Foren gleichzeitig diskutieren. Beschränke dich auf entsprechend weniger Foren, wenn du wieder einmal solch eine "Aktion" starten musst. Wenn du nur auf deinem Stammforum diskutieren willst, dann brauchst du auf anderen Foren keine Themen zu starten.

Zum Thema:
Tiere als Nahrungsquelle zu verwenden ist normal und gehört zu einer guten Ernährung dazu. Der Fleischbedarf unserer Gesellschaft ist hoch, was letztlich die industrialisierung erfordert. Aber vielleicht ist es ja humaner für die Tiere, wenn man sie nicht vorher betäubt, sondern gleich mit Speeren ersticht, so wie es unsere Vorfahren gemacht haben?
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Alt 28.11.2007, 22:05   #9
System
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Sind Tiere in der freien Wildbahn unethisch, wenn sie andere Tiere töten und essen, oder ist das eine exklusive Sonderregel nur für Menschen?
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Alt 29.11.2007, 05:44     #10
FabianLehr
Benutzer
 
Registriert seit: 26.11.2007
Ort: Speyer
Beiträge: 6
FabianLehr befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Selbstverständlich ist ein Lebewesen für seine Handlungweise nur dann zur Rechenschaft zu ziehen, wenn es eine Wahlmöglichkeit hatte. Ein Wiesel hat nicht die intellektuellen Voraussetzungen, seine Taten ethisch zu hinterfragen - ein Mensch schon. Du würdest wahrscheinlich auch kaum einen Säugling inhaftieren wollen, der mit einer Waffe spielt, dabei einen Schuss auslöst und einen danebenstehenden Menschen tötet. Abgesehen davon, dass ein Wildtier selbst dann, wenn es die geistigen Fähigkeiten hätte, über seine Handlungsweise moralische Reflexionen anzustellen, nicht anders könnte, weil der Fleischkonsum für dieses Wildtier überlebensnotwendig ist. Für Menschen in den Industriestaaten mit ihrem Überfluss an fleischloser Nahrung ist der Fleischkonsum hingegen vollkommen überflüssig und somit verbrecherisch - jeder Europäer hat genug pflanzliche Nahrung zur Verfügung, sich ohne Fleisch bis zum Herzinfarkt zu futtern. Eigentlich ist es erschreckend, dass man mit zivilisierten Menschen überhaupt darüber diskutieren muss, dass es falsch ist, ein Lebewesen zu töten, wenn es dafür keine Notwendigkeit gibt.

@Fokker. Dass Fleisch zu einer guten Ernährung gehöre, ist natürlich ein Mythos. Ich bspw. bin seit zehn Jahren Vegetarier und seit einem Jahr Veganer, und laut einer Generaluntersuchung, der ich mich kürzlich in der Uniklinik Heidelberg unterzogen habe, habe ich Idealgewicht, perfekte Herzwerte, perfekten Puls und Blutdruck, ein überdurchschnittliches Lungenvolumen, perfekte Leber- und Nierenwerte und eine abnorm geringe Allergieanfälligkeit. Die meisten Studien deuten darauf hin, dass der Verzicht auf Fleisch die Lebenserwartung im Schnitt um ungefähr 5 Jahre verlängert. Koronare Herzverschlüsse bspw. treten ohne Fleischkonsum im Prinzip gar nicht mehr auf - diese Erkrankung wird zu über 99% vom Fleischkonsum verursacht.
FabianLehr ist offline  
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Alt 29.11.2007, 08:47   #11
vIp3r
Benutzer
 
Registriert seit: 25.10.2007
Beiträge: 21
vIp3r befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
@FabianLehrob Pflanzen Schmerz empfinden oder nicht ist doch völlig unerheblich. Auch Tiere können schmerzfrei getötet werden. Einen Überlebensdrang haben sowohl Mensch, Tier als auch Pflanze. Auch eine Pflanze wird alles daran setzen um zu überleben. Ob ein Tier oder eine Pflanze getötet wird macht in diesem Zusammenhang keinen Unterschied. Subjektiv fühlen wir natürlich mehr mit den Tieren, weil wir Ihnen als Mensch deutlich näherstehen als den Pflanzen. Wichtig ist hier die Verhältnissmäßigkeit. Um unsere Ausgewogene Ernärung sicherzustellen brauchen wir Beides.Was mich sehr an Deinen Posts stört ist die Polemik und die willkürlichen Vergleiche. Deine Posts erschlagen alles mit einem Wortschwall. Anscheinend Diskutierst Du gerne im Akkord, hörst aber sehr ungern zu. Vor allem wenn jemand anderer Meinung ist.

Geändert von vIp3r (29.11.2007 um 09:51 Uhr).
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