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#31 |
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Benutzer
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
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Nein, weder der Untergang des Abendlandes noch der Verfall der Bildung ist unmittelbar sofort zu befürchten, würde man Homeschooling in der BRD grundsätzlich erlauben. Als Zielgruppe kommt wohl ohnehin nur eine verschwindend kleine Minderheit überhaupt in Betracht. Ob der beabsichtigte Standard des Bildungsniveaus und vor allem der Bildungsinhalte damit einhalten lässt, das scheint mir schon zweifelhaft, obwohl ich nicht bestreiten will, dass es unserer Schulverwaltung grundsätzlich möglich sein sollte, dies zu garantieren. Nur, wie wir sehen, ist das theoretisch gut durchdachte System durchaus anfällig für Versagen im Einzelfall.
Dass homeschooling bisher in den Ländern, die das System unterstützen oder in unterschiedlicher Form bereits eingeführt haben, noch nicht zu aussergewöhnlich negativen Entwicklungen geführt hat, heisst nicht, dass das nicht in Zukunft der Fall sein kann. Hätte man vor 20 Jahren einen durchschnittlichen US-Lehrer gefragt, ob es denkbar ist, dass in Zukunft Kreationismus an staatlichen Schulen unterrichtet wird, hätte sich sicher kaum jemand ernsthaft mit der Möglichkeit auseinander gesetzt. Und doch ist diese 'Theorie' jetzt an einigen Schulen regulärer Schulstoff. Wohlgemerkt, nicht wegen homeschooling. Aber homeschooling wäre u.U. für bestimmte Interessengruppen eine wertvolle Methode, ihre eigenen Bildungsinhalte in die Gesellschaft zu tragen. Zu nennen wären da unter anderem zum Beispiel islamistische, fundamental-christliche und antisemitische Gruppen und Sekten. Und die wären sicherlich dankbar für diese Chance, ihre eigenen Lerninhalte zu vermitteln. Ob man die Idee 'homeschooling' deshalb generell ablehenen sollte? Wie gesagt, ich sehe eigentlich keinen echten Bedarf dafür, aber einige schwerwiegende Risiken. Wenn sich diese natürlich ausschliessen ließen; ok, von mir aus. Ich zweifle zwar an den Vorteilen, aber wenn sich wirklich qualifizierte Eltern finden, die sich so nachhaltig für ihre Kinder engagieren wollen, dann soll mir das natürlich recht sein. Ich habe ja das Beispiel aus Bremen genannt. Da sind zumindest die ganz grossen Katastrophen ausgeblieben.
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Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov |
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#32 |
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Schlächter
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 382
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Darf ich vielleicht noch vorschlagen, dass wir statt Homeschooling vielleicht lieber Heimunterricht sagen, sodass ich statt homegeschoolt einfach zuhause unterrichtet sagen kann.
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#33 |
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Benutzer
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
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Auch das überrascht mich einigermassen, da der Unterricht im Normalfall bis gegen 15.30h dauert. Wenn die Kinder danach zusätzlich noch in eine 'Spezial'-Schule gehen, kann da eigentlich sowieso nicht viel vernünftiges rauskommen. Aber natürlich, den Kontakt zu kruden Ideen kann man heute nicht mehr verhindern (läuft ja auch an der Schule vorbei im Internet). Wie du sagst, das erfordert eben, den Bürgern das entsprechende Vertrauen entgegenzubringen. Vermutlich ist es tatsächlich so, dass jene, die sich ernsthaft für ihre Kinder in dem Masse einsetzen wollen, dieses Vertrauen auch verdienen sollten. Mich schrecken eben Beispiele ab, in denen Eltern lieber zwei Flachbildschirm-Fernsehgeräte (einen für das Kind) auf Raten anschaffen, statt ihren Sohn in den Kindergarten zu schicken. Möglicherweise ein krasser Einzelfall, aber der Gedanke, solchen Eltern auch noch den Heimunterricht zu überlassen, behagt mir nicht besonders.
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Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov |
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#34 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.962
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Außerdem ist es in vielen Teilen der Welt nichts besonderes nach der Ganztagsschule noch andere Schulen zu besuchen.
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement. |
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#35 |
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Schlächter
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 382
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Das sollte nicht auf den Religionsunterricht beschränkt sein. Den Lehrer dort traue ich so etwas nämlich nicht zu. Ich habe schon oft mit moderaten religösen Menschen diskutiert, die offenbar den Eindruck hatten, dass eine "Theorie" eine ziemlich unsicher Sache sei und auf gleicher Stoffe mit reliigösen Behauptungen stehe.
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#36 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.962
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