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#16 |
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/(bb|[^b]{2})/
Registriert seit: 26.09.2007
Ort: Aachen
Beiträge: 77
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Speziell bei den im Artikel geschilderten Fällen ist das Urteil völlig plausibel und richtig so.
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#17 |
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Benutzer
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
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Abschaffung der Schulpflicht?
In meinen Augen würde das bedeuten, den Erziehungsauftrag, der heute oft zu ca. 60% vom Fernsehen wahrgenommen wird, zu 90% auf die Medien zu übertragen. Natürlich, es gibt den spektakulären Fall der Elterninitiative, deren Mitglieder (mit professioneller Unterstützung) über Jahre hinweg konspirativ und durchaus erfolgreich, ihre Kinder in Eigeninitiative unterrichtet haben. Aber solche positiven Einzelfälle wären für unsere Gesellschaft keineswegs repräsentativ. Die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung wäre sowohl in finanzieller als auch fachlicher Hinsicht mit selbst einfachen Anforderungen an einen modernen Bildungsauftrag überfordert. Und das keineswegs lediglich aus Bequemlichkeit, sondern weil auch bereits die Ansprüche von Gesellschaft und Arbeitsalltag an Erwachsene im Erwerbsleben dem entgegenstehen würden. Mit einer Abschaffung der Schulpflicht hätte sich der Staat aus einer der letzten hoheitlichen Domänen verabschiedet, die IMHO eine zentrale Existenzberechtigung für seine Eingriffe in unsere Privatsphäre darstellen. Es würde den Trend zur Privatisierung aller Lebensbereiche weiter beschleunigen und damit zwangsläufig finanzschwache Gruppen noch weiter ins Abseits drängen, als dies ohnehin jetzt schon der Fall ist. Ein grosser Teil der Bevölkerung würde damit auf mittlere und lange Sicht dauerhaft vom Zugang zu Bildung, und damit wesentlichen Chancen der Gesellschaft, abgeschnitten.
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Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov Geändert von Ken (19.11.2007 um 22:21 Uhr). |
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#18 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 3.163
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement. |
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#19 |
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Benutzer
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
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Nun, was sind denn die Aufgaben eines Staatswesens?
-Sicherung der Bevölkerung vor äusserer Agression; also Sicherung vor Krieg und fremdstaatlichen Eingriffen -Herstellung und Wahrung der inneren Sicherheit und Stabilität; Rechtssicherheit und Durchsetzung der Gesetze durch Polizei und Justiz -Daseinsvorsorge; Herstellung und Pflege einer wirtschaftlichen/industriellen Infrastruktur durch z.Bsp. Verkehrswege und Verkehrsmittel, öffentliche Einrichtungen, Sozialhilfe, Schulen und Behörden usw. In diesem Bereich der Daseinsvorsorge wird oft kontrovers diskutiert, inwiefern es überhaupt noch sinnvoll und notwendig ist, den Staat für diese Aufgaben in Anspruch zu nehmen. Die Privatisierung von Bundespost zu Post und Telekom, die angestrebte Privatisierung der Bahn oder auch künftige privatfinanzierte Autobahnen sind Beispiele für den schrittweisen Rückbau der staatlichen Daseinsvorsorge. Wobei es sich in diesen Fällen häufig um Bereiche handelt, bei denen man sich von einer Bewirtschaftung nach unternehmerischen Gesichtspunkten im freien Wettbewerb deutlich bessere Ergebnisse verspricht, als bei der staatlich organisierten (wobei es auch Negativbeispiele gibt, wie die Privatisierung der Energieversorgung, die zu nur vier grösseren Anbietern geführt hat, die sich den gesamten Markt aufteilen und den Wettbewerb so untergraben). Der Bildungsauftrag den der Staat im Rahmen dieser Daseinsvorsorge innehat, ist von seiner Charakteristik her nur bedingt geeignet, in private Hände, seien das nun die Eltern selbst oder privat bezahlte Lehrkräfte, überführt zu werden. Sicherlich würden zwar Einzelne von einem privat organisierten Schulwesen profitieren (wie ja auch jetzt schon an vielen Privatschulen ausgezeichnete Bedingungen für Schüler und Lehrkräfte herrschen). Der Prozentsatz der Eltern, die entweder selbst zu unterrichten in der Lage sind oder für diese Aufgabe Privatlehrer bezahlen können, ist nach meiner Meinung allerdings immer noch relativ gering. Wenn wir nun also auf die allgemeine Schulpflicht verzichten würden, um statt dessen ein Art jährliche Leistungskontrolle einzuführen, bei deren Nichtbestehen dann doch wieder eine Schulpflicht 'durch die Hintertür' greifen würde, laufen wir Gefahr, Kindern aus sozialen Randgruppen 'bildungsfernen Schichten' oder wie immer man das nennen mag, die Zeit bis zur Aufdeckung ihrer Defizite zu stehlen. Ihre Chance auf dem modernen Arbeitsmarkt wären nachhaltig beeinträchtigt. Was also wäre gewonnen? Während sich für einige Schüler ein Homeschooling möglicherweise als wahrer Segen entwickeln könnte, wäre die überwiegende Mehrheit doch nach wie vor auf das gewöhnliche staatliche Schulwesen angewiesen. Wobei der Kreis der Schüler mit sozial schwachem Hintergrund möglicherweise noch weiter ins Abseits gedrängt wird, wenn für eine teilweise beträchtliche Zeit die staatliche Kontrolle über das Leistungsniveau dieser Kinder unterbleibt. Über mehrere Generationen hinweg würde dies vermutlich dazu führen, diesen Gruppen überhaupt nur noch einen Notschulabschluss zu ermöglichen. Wobei es für jede Generation schwieriger wird, der Systematik aus schulischem Versagen, Chancenlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt und Abhängigkeit von der Sozialhilfe zu entgehen. Das aktuelle Bildungssystem braucht sicherlich eine grundlegende Veränderung, auch verbunden mit einer deutlichen Erhöhung (lies: Vervielfachung) der Finanzmittel. Gerade die Leistungsfähigsten unter Schülern und Eltern aus diesem System herauszunehmen, wäre in meinen Augen ein Schritt in die falsche Richtung.
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Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov |
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#20 |
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Schlächter
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 383
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#21 |
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Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
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Na ja, das wäre sicher die Grundvorausetzung, um das Homeschooling einzuführen. Allerdings wäre es auch mit dem Aufbau einer umfangreichen neuen Verwaltung verbunden, die die Befähigung der Eltern/Hauslehrer feststellt und konstant überwacht, die jährlichen Leistungsnachweise durchführt und beurteilt und im Bedarfsfall sofort Schritte einleitet, die Kinder wieder in die reguläre Schule einzugliedern. Ich finde, das ist ein doch sehr erheblicher Aufwand für eine potentiell ja recht kleine Zielgruppe. Wohlgemerkt, ich bin nicht grudsätzlich gegen Homeschooling, wenn eine fachliche Befähigung der Eltern und die Einhaltung der üblichen Bildungsinhalte und Anforderungen gewährleistet ist. Ich denke aber, der dafür in Frage kommende Kreis der Bevölkerung ist vergleichsweise klein und überschaubar. Einen echten Bedarf für die Einführung sehe ich nicht, wohl aber die Gefahr, dass es von verschiedenen Gruppen aus unterschiedlichen Gründen missbraucht wird und die Kinder am Ende die Leidtragenden sind.
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Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov |
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#22 |
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Schlächter
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 383
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Offensichtlich muss man erst die fachliche Kompetenz haben und ein gewisses Alter schadet sicher auch nicht, um wenigstens ein wenig Respekt bei den Kindern zu verschaffen. Ich glaube auch nicht, dass Homeschool-Kinder keine Freunde haben und daher sozial benachteiligt sind.
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#23 |
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Benutzer
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
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Sorry, Fussball geht los. Melde mich morgen ausführlich.
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Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov |
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#24 |
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Registriert seit: 26.08.2006
Beiträge: 97
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Wurde hier eigentlich schon ein weiterer, im Zeitalter zunehmender Teamarbeit und Kommunikation doch eminent wichtiger Faktor genannt, der beim Homeschooling etwas zu kurz kommen könnte:
Sozialverhalten Agieren in Gruppen Kommunikation Beziehungen usw. Die Schule muss auch diese Dinge vermitteln. Sie sind in meinen Augen genauso wichtig wie der reine Erwerb von Wissen. |
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#25 |
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Schlächter
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 383
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Die Schule gibt einem eigentlich nur ein paar Minuten am Tag Gelegenheit mit anderen Gleichaltrigen zu kommunizieren. Die effektive (also unterrichts-freie) Zeit ist dabei aber so gering, dass ein Homeschooler mit dem richtigen Hobby problemlos übertrumpfen kann. Wir wollen ja auch nicht vergessen, dass der Umgang mit anderen Menschen nicht nur Vorteile hat. Viele Kinder werden in der Schule gehänselt und sind dann extrem verschüchtert. Für diese würde es sich lohnen erstmal zuhause ein paar Jahre Selbstbewusstsein beim Homeschooling zu tanken, bevor man sie mit anderen Schülern in eine Schule sperrt.
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