Global-Talk
Registrieren Wissens-Bank Chat Neue Beiträge Suchen Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren
Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 17.11.2007, 13:50   #16
tfc
/(bb|[^b]{2})/
 
Benutzerbild von tfc
 
Registriert seit: 26.09.2007
Ort: Aachen
Beiträge: 77
tfc befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Speziell bei den im Artikel geschilderten Fällen ist das Urteil völlig plausibel und richtig so.
tfc ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 19.11.2007, 21:39   #17
Ken
Benutzer
 
Benutzerbild von Ken
 
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
Ken befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Abschaffung der Schulpflicht?


In meinen Augen würde das bedeuten, den Erziehungsauftrag, der heute oft zu ca. 60% vom Fernsehen wahrgenommen wird, zu 90% auf die Medien zu übertragen.

Natürlich, es gibt den spektakulären Fall der Elterninitiative, deren Mitglieder (mit professioneller Unterstützung) über Jahre hinweg konspirativ und durchaus erfolgreich, ihre Kinder in Eigeninitiative unterrichtet haben. Aber solche positiven Einzelfälle wären für unsere Gesellschaft keineswegs repräsentativ. Die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung wäre sowohl in finanzieller als auch fachlicher Hinsicht mit selbst einfachen Anforderungen an einen modernen Bildungsauftrag überfordert. Und das keineswegs lediglich aus Bequemlichkeit, sondern weil auch bereits die Ansprüche von Gesellschaft und Arbeitsalltag an Erwachsene im Erwerbsleben dem entgegenstehen würden.


Mit einer Abschaffung der Schulpflicht hätte sich der Staat aus einer der letzten hoheitlichen Domänen verabschiedet, die IMHO eine zentrale Existenzberechtigung für seine Eingriffe in unsere Privatsphäre darstellen. Es würde den Trend zur Privatisierung aller Lebensbereiche weiter beschleunigen und damit zwangsläufig finanzschwache Gruppen noch weiter ins Abseits drängen, als dies ohnehin jetzt schon der Fall ist. Ein grosser Teil der Bevölkerung würde damit auf mittlere und lange Sicht dauerhaft vom Zugang zu Bildung, und damit wesentlichen Chancen der Gesellschaft, abgeschnitten.
__________________
Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov

Geändert von Ken (19.11.2007 um 22:21 Uhr).
Ken ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2007, 01:25     #18
Fokker
Forenbetreuer
 
Benutzerbild von Fokker
 
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 3.164
Fokker befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung wäre sowohl in finanzieller als auch fachlicher Hinsicht mit selbst einfachen Anforderungen an einen modernen Bildungsauftrag überfordert.
Naja, wenn Kontrollen stattfinden, würde man dies ganz schnell merken und würde die Kinder aufgrund der Bildungspflicht in eine Schule verfrachten...
Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Mit einer Abschaffung der Schulpflicht hätte sich der Staat aus einer der letzten hoheitlichen Domänen verabschiedet, die IMHO eine zentrale Existenzberechtigung für seine Eingriffe in unsere Privatsphäre darstellen.
Das kann ich nicht nachvollziehen, kannst du das nocheinmal anders formulieren?
__________________
Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement.
Fokker ist gerade online  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2007, 16:37   #19
Ken
Benutzer
 
Benutzerbild von Ken
 
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
Ken befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Nun, was sind denn die Aufgaben eines Staatswesens?

-Sicherung der Bevölkerung vor äusserer Agression; also Sicherung vor Krieg und fremdstaatlichen Eingriffen

-Herstellung und Wahrung der inneren Sicherheit und Stabilität; Rechtssicherheit und Durchsetzung der Gesetze durch Polizei und Justiz

-Daseinsvorsorge; Herstellung und Pflege einer wirtschaftlichen/industriellen Infrastruktur durch z.Bsp. Verkehrswege und Verkehrsmittel, öffentliche Einrichtungen, Sozialhilfe, Schulen und Behörden usw.

In diesem Bereich der Daseinsvorsorge wird oft kontrovers diskutiert, inwiefern es überhaupt noch sinnvoll und notwendig ist, den Staat für diese Aufgaben in Anspruch zu nehmen. Die Privatisierung von Bundespost zu Post und Telekom, die angestrebte Privatisierung der Bahn oder auch künftige privatfinanzierte Autobahnen sind Beispiele für den schrittweisen Rückbau der staatlichen Daseinsvorsorge. Wobei es sich in diesen Fällen häufig um Bereiche handelt, bei denen man sich von einer Bewirtschaftung nach unternehmerischen Gesichtspunkten im freien Wettbewerb deutlich bessere Ergebnisse verspricht, als bei der staatlich organisierten (wobei es auch Negativbeispiele gibt, wie die Privatisierung der Energieversorgung, die zu nur vier grösseren Anbietern geführt hat, die sich den gesamten Markt aufteilen und den Wettbewerb so untergraben).

Der Bildungsauftrag den der Staat im Rahmen dieser Daseinsvorsorge innehat, ist von seiner Charakteristik her nur bedingt geeignet, in private Hände, seien das nun die Eltern selbst oder privat bezahlte Lehrkräfte, überführt zu werden.

Sicherlich würden zwar Einzelne von einem privat organisierten Schulwesen profitieren (wie ja auch jetzt schon an vielen Privatschulen ausgezeichnete Bedingungen für Schüler und Lehrkräfte herrschen). Der Prozentsatz der Eltern, die entweder selbst zu unterrichten in der Lage sind oder für diese Aufgabe Privatlehrer bezahlen können, ist nach meiner Meinung allerdings immer noch relativ gering.

Wenn wir nun also auf die allgemeine Schulpflicht verzichten würden, um statt dessen ein Art jährliche Leistungskontrolle einzuführen, bei deren Nichtbestehen dann doch wieder eine Schulpflicht 'durch die Hintertür' greifen würde, laufen wir Gefahr, Kindern aus sozialen Randgruppen 'bildungsfernen Schichten' oder wie immer man das nennen mag, die Zeit bis zur Aufdeckung ihrer Defizite zu stehlen. Ihre Chance auf dem modernen Arbeitsmarkt wären nachhaltig beeinträchtigt.

Was also wäre gewonnen? Während sich für einige Schüler ein Homeschooling möglicherweise als wahrer Segen entwickeln könnte, wäre die überwiegende Mehrheit doch nach wie vor auf das gewöhnliche staatliche Schulwesen angewiesen. Wobei der Kreis der Schüler mit sozial schwachem Hintergrund möglicherweise noch weiter ins Abseits gedrängt wird, wenn für eine teilweise beträchtliche Zeit die staatliche Kontrolle über das Leistungsniveau dieser Kinder unterbleibt.

Über mehrere Generationen hinweg würde dies vermutlich dazu führen, diesen Gruppen überhaupt nur noch einen Notschulabschluss zu ermöglichen. Wobei es für jede Generation schwieriger wird, der Systematik aus schulischem Versagen, Chancenlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt und Abhängigkeit von der Sozialhilfe zu entgehen.


Das aktuelle Bildungssystem braucht sicherlich eine grundlegende Veränderung, auch verbunden mit einer deutlichen Erhöhung (lies: Vervielfachung) der Finanzmittel. Gerade die Leistungsfähigsten unter Schülern und Eltern aus diesem System herauszunehmen, wäre in meinen Augen ein Schritt in die falsche Richtung.
__________________
Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov
Ken ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2007, 22:24   #20
System
Schlächter
 
Benutzerbild von System
 
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 383
System befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Der Bildungsauftrag den der Staat im Rahmen dieser Daseinsvorsorge innehat, ist von seiner Charakteristik her nur bedingt geeignet, in private Hände, seien das nun die Eltern selbst oder privat bezahlte Lehrkräfte, überführt zu werden.
Wieso sind "privat bezahlte" Lehrkräfte schlechter als die "staatlich bezahlten" an unseren Schulen?

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Der Prozentsatz der Eltern, die entweder selbst zu unterrichten in der Lage sind oder für diese Aufgabe Privatlehrer bezahlen können, ist nach meiner Meinung allerdings immer noch relativ gering.
Weil arme und dumme Menschen also weder selbst unterrichten können noch Geld haben dafür jemanden zu bezahlen, willst du den nicht-armen und gebildeten dieses Recht aus "Sicherheitsgründen" verbieten?

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Wenn wir nun also auf die allgemeine Schulpflicht verzichten würden, um statt dessen ein Art jährliche Leistungskontrolle einzuführen, bei deren Nichtbestehen dann doch wieder eine Schulpflicht 'durch die Hintertür' greifen würde, laufen wir Gefahr, Kindern aus sozialen Randgruppen 'bildungsfernen Schichten' oder wie immer man das nennen mag, die Zeit bis zur Aufdeckung ihrer Defizite zu stehlen. Ihre Chance auf dem modernen Arbeitsmarkt wären nachhaltig beeinträchtigt.
Es handelt sich doch hier nur um ein Jahr. Ich sehe da kein Problem. Von mir aus kann man diesen elterngeschädigten dann den Wehrdienst erlassen und schon sind sie wieder gleich auf dem den anderen.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Was also wäre gewonnen? Während sich für einige Schüler ein Homeschooling möglicherweise als wahrer Segen entwickeln könnte, wäre die überwiegende Mehrheit doch nach wie vor auf das gewöhnliche staatliche Schulwesen angewiesen.
Ja, niemand will hier die Schulen abschaffen.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Wobei der Kreis der Schüler mit sozial schwachem Hintergrund möglicherweise noch weiter ins Abseits gedrängt wird, wenn für eine teilweise beträchtliche Zeit die staatliche Kontrolle über das Leistungsniveau dieser Kinder unterbleibt.
Ich glaube nicht, dass viele arme Eltern die meist den ganzen Tag arbeiten den Antrag für die Befreiung von der Schulpflicht stellen. Vor Annahme so eines Antrages könnte das Amt auch immer noch einmal die neuen Lehrer (ob Eltern oder privat) einer Leistungsprüfung unterziehen, ob wenigstens Grundkenntnisse vorhanden sind. Damit ist zumindest sicher gestellt, dass die Eltern schlau genug sind um selbst zu merken, wenn sie überfordert sind.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Über mehrere Generationen hinweg würde dies vermutlich dazu führen, diesen Gruppen überhaupt nur noch einen Notschulabschluss zu ermöglichen.
Was für ein "Notschulabschluss". Die kommen eben ein Jahr später in die Schule.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Wobei es für jede Generation schwieriger wird, der Systematik aus schulischem Versagen, Chancenlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt und Abhängigkeit von der Sozialhilfe zu entgehen.
Eltern ohne Abschluss oder mit deinem "Notschulabschluss" bekommen ihren Antrag einfach nicht genehmigt. Schicken sie ihre Kinder nicht in die Schule kostet das erst Geld und dann geht es in den Knast.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Das aktuelle Bildungssystem braucht sicherlich eine grundlegende Veränderung, auch verbunden mit einer deutlichen Erhöhung (lies: Vervielfachung) der Finanzmittel.
Ich glaube nicht, dass es mit Geld allein getan ist. Es muss eben auch immer sinnvoll ausgeben werden und die vielen PC-Räume ohne richtige Informatiklehrer an vielen Schulen sind meiner Ansicht nach verschwendetes Geld. Der Umgang mit dem Computer ist heute sicher wichtig, aber erstmal sollte die deutsche und englische Sprache sowieso Mathematik richtig sitzen, bevor man Details wie die Bedienung von Computern angeht.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Gerade die Leistungsfähigsten unter Schülern und Eltern aus diesem System herauszunehmen, wäre in meinen Augen ein Schritt in die falsche Richtung.
Die Leistungsfähigen sind dann mit ihrem Elternunterricht früher fertig und somit früher für den Arbeitsmarkt verfügbar. Das ist erstmal gut. In den Schulen verschwinden ein paar von den Kindern, die sich sonst 20 mal in der Stunde gemeldet haben. Ihr Platz wird von einem der anderen Kinder übernommen, auch wenn dieses sich vielleicht nur 10 mal in der Stunde meldet. Inhomogene Gruppen sind viel viel schwieriger zu unterrichten. Das gute Schüler die anderen mitschleppen, wäre mir neu.
__________________
System ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 21.11.2007, 18:25   #21
Ken
Benutzer
 
Benutzerbild von Ken
 
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
Ken befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat: System Beitrag anzeigen
Wieso sind "privat bezahlte" Lehrkräfte schlechter als die "staatlich bezahlten" an unseren Schulen?
Im Gegenteil, die dürften sich vielleicht sogar oft als besser erweisen, weil auf dem Privatsektor vermutlich weniger unmotivierte, ausgebrannte oder ganz enfach nicht für den Lehrerjob geeignete Leute unterwegs sind.


Zitat: System Beitrag anzeigen
Weil arme und dumme Menschen also weder selbst unterrichten können noch Geld haben dafür jemanden zu bezahlen, willst du den nicht-armen und gebildeten dieses Recht aus "Sicherheitsgründen" verbieten?
Homeschooling als Modell überfordert vermutlich nicht ausschliesslich arme und dumme Menschen. Eine Familie in der beide Eltern berufstätig sind, kommt dafür ja ohnehin kaum in Frage. Und wenn die finanziellen Mittel da sind und die Eltern dies wollen, können sie ihre Kinder ja bereits jetzt auf eine Privatschule schicken, was ja auch immer öfter vorkommt.




Zitat: System Beitrag anzeigen
Ich glaube nicht, dass viele arme Eltern die meist den ganzen Tag arbeiten den Antrag für die Befreiung von der Schulpflicht stellen. Vor Annahme so eines Antrages könnte das Amt auch immer noch einmal die neuen Lehrer (ob Eltern oder privat) einer Leistungsprüfung unterziehen, ob wenigstens Grundkenntnisse vorhanden sind. Damit ist zumindest sicher gestellt, dass die Eltern schlau genug sind um selbst zu merken, wenn sie überfordert sind.

Na ja, das wäre sicher die Grundvorausetzung, um das Homeschooling einzuführen. Allerdings wäre es auch mit dem Aufbau einer umfangreichen neuen Verwaltung verbunden, die die Befähigung der Eltern/Hauslehrer feststellt und konstant überwacht, die jährlichen Leistungsnachweise durchführt und beurteilt und im Bedarfsfall sofort Schritte einleitet, die Kinder wieder in die reguläre Schule einzugliedern. Ich finde, das ist ein doch sehr erheblicher Aufwand für eine potentiell ja recht kleine Zielgruppe.



Zitat: System Beitrag anzeigen
Ich glaube nicht, dass es mit Geld allein getan ist. Es muss eben auch immer sinnvoll ausgeben werden und die vielen PC-Räume ohne richtige Informatiklehrer an vielen Schulen sind meiner Ansicht nach verschwendetes Geld. Der Umgang mit dem Computer ist heute sicher wichtig, aber erstmal sollte die deutsche und englische Sprache sowieso Mathematik richtig sitzen, bevor man Details wie die Bedienung von Computern angeht.
Da stimme ich vollkommen zu. Nur Geld alleine ist sicher nicht die Lösung. Eine grundlegende Überarbeitung müsste zuerst einmal die Ausbildung der Lehrkräfte erfahren. Studenten für das Lehramt bekommen im Normalfall erst zum Ende ihrer Studienzeit die Gelegenheit, im Unterricht mit Schülern festzustellen, ob sie überhaupt für den Lehrberuf geeignet sind. Der überwiegende Teil der Ausbildung bezieht sich auf die fachspezifische Seite sowie theoretische Unterweisung in Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie und Pädagogik. Damit sind die künftigen Lehrer zwar fachspezifisch und theoretisch bestens ausgebildet. Aber es sind deswegen noch lange keine guten Lehrer. Oft noch nicht einmal mittelmässige.

Wohlgemerkt, ich bin nicht grudsätzlich gegen Homeschooling, wenn eine fachliche Befähigung der Eltern und die Einhaltung der üblichen Bildungsinhalte und Anforderungen gewährleistet ist. Ich denke aber, der dafür in Frage kommende Kreis der Bevölkerung ist vergleichsweise klein und überschaubar. Einen echten Bedarf für die Einführung sehe ich nicht, wohl aber die Gefahr, dass es von verschiedenen Gruppen aus unterschiedlichen Gründen missbraucht wird und die Kinder am Ende die Leidtragenden sind.
__________________
Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov
Ken ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 21.11.2007, 20:20   #22
System
Schlächter
 
Benutzerbild von System
 
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 383
System befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Im Gegenteil, die dürften sich vielleicht sogar oft als besser erweisen, weil auf dem Privatsektor vermutlich weniger unmotivierte, ausgebrannte oder ganz enfach nicht für den Lehrerjob geeignete Leute unterwegs sind.
Wieso hast du dann "Der Bildungsauftrag den der Staat im Rahmen dieser Daseinsvorsorge innehat, ist von seiner Charakteristik her nur bedingt geeignet, [...] zu privat bezahlte Lehrkräfte, überführt zu werden." gesagt?

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Eine Familie in der beide Eltern berufstätig sind, kommt dafür ja ohnehin kaum in Frage.
Kommt auch darauf an, wie viel die Eltern jeweils arbeiten und ob sie von zuhause aus arbeiten und wie ermüdend die Arbeit ist. Bei geringen Verdienst kann man auch einen Privatlehrer für ein paar Stunden die Woche bezahlen und nur den Rest selbst machen (etwa mit extra viel Unterricht am Wochenende).

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Und wenn die finanziellen Mittel da sind und die Eltern dies wollen, können sie ihre Kinder ja bereits jetzt auf eine Privatschule schicken, was ja auch immer öfter vorkommt.
Da ist aber auch nichts anders als auf einer normalen Schule.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Allerdings wäre es auch mit dem Aufbau einer umfangreichen neuen Verwaltung verbunden, die die Befähigung der Eltern/Hauslehrer feststellt und konstant überwacht, die jährlichen Leistungsnachweise durchführt und beurteilt und im Bedarfsfall sofort Schritte einleitet, die Kinder wieder in die reguläre Schule einzugliedern. Ich finde, das ist ein doch sehr erheblicher Aufwand für eine potentiell ja recht kleine Zielgruppe.
Konstant muss hier nichts überwacht werden, denn das ist dann die Aufgabe der Eltern. Eine oder zwei Prüfungen im Jahr sollten ja kein Problem sein. Theoretisch könnten diese sogar an einer ganz normalen Schule stattfinden.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Eine grundlegende Überarbeitung müsste zuerst einmal die Ausbildung der Lehrkräfte erfahren.
Ich persönlich wäre dafür das Lehramtsstudium komplett abzuschaffen. Stattdessen sollte man ganz normale Studenten mit Abschluss einfach pädagogisch weiterbilden. Diese Einmischung an den Universitäten taugt überhaupt nichts.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Studenten für das Lehramt bekommen im Normalfall erst zum Ende ihrer Studienzeit die Gelegenheit, im Unterricht mit Schülern festzustellen, ob sie überhaupt für den Lehrberuf geeignet sind.
Vorher geht es nun mal nicht. Oder willst du Leute, die selbst vor Monaten noch Schüler waren, als Probelehrer an die Schulen schicken, damit die herausfinden, ob ihnen das liegt?

Offensichtlich muss man erst die fachliche Kompetenz haben und ein gewisses Alter schadet sicher auch nicht, um wenigstens ein wenig Respekt bei den Kindern zu verschaffen.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Damit sind die künftigen Lehrer zwar fachspezifisch und theoretisch bestens ausgebildet.
Also ich sehe hier an meiner Uni auch viele Lehramtsstudenten und die sind weder fachlich noch theoretisch bestens ausgebildet, ja eigentlich nicht mal mittelmäßig. Das Lehramtstudium ist deutlich einfacher (muss es auch sein, denn man studiert ja zwei Fächer) und der pädagogische Anteil ist kaum erwähnenswert.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Ich denke aber, der dafür in Frage kommende Kreis der Bevölkerung ist vergleichsweise klein und überschaubar.
Das denke ich nicht. Ein Erwachsener mit Schulabschluss sollten mit ein wenig Lesen den Stoff der 1-6 Klasse beherrschen und auch vermitteln können. Erwachsene mit Abitur schaffen sicher auch in den meisten Fächern die Klassen 7-10, besonders wenn sie die ganze Zeit mit ihren Kindern zusammen gelernt haben.

Zitat: Ken Beitrag anzeigen
Einen echten Bedarf für die Einführung sehe ich nicht, wohl aber die Gefahr, dass es von verschiedenen Gruppen aus unterschiedlichen Gründen missbraucht wird und die Kinder am Ende die Leidtragenden sind.
Wenn die Kinder ihre Prüfungen bestehen, sollten sie so viel beherrschen wie die anderen Kinder auch. Ich vermute sogar eher, dass der intensivere Unterricht und das größere Engagement der Eltern zu besseren Ergebnissen führen wird.

Ich glaube auch nicht, dass Homeschool-Kinder keine Freunde haben und daher sozial benachteiligt sind.
__________________
System ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 21.11.2007, 21:28   #23
Ken
Benutzer
 
Benutzerbild von Ken
 
Registriert seit: 19.11.2007
Beiträge: 11
Ken befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Sorry, Fussball geht los. Melde mich morgen ausführlich.
__________________
Der Engländer liebt das Gefühl, daß er über sich selbst lachen kann. Er tut das aber nur, um den andern die Freude zu nehmen, über ihn zu lachen. Peter Ustinov
Ken ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 21.11.2007, 22:32   #24
tyska
Benutzer
 
Benutzerbild von tyska
 
Registriert seit: 26.08.2006
Beiträge: 97
tyska befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wurde hier eigentlich schon ein weiterer, im Zeitalter zunehmender Teamarbeit und Kommunikation doch eminent wichtiger Faktor genannt, der beim Homeschooling etwas zu kurz kommen könnte:

Sozialverhalten

Agieren in Gruppen

Kommunikation

Beziehungen


usw.


Die Schule muss auch diese Dinge vermitteln. Sie sind in meinen Augen genauso wichtig wie der reine Erwerb von Wissen.
tyska ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiSpurl this Post!Wong this Post!folk Post!Bei webnews.de bookmarken!Diesen Post bei linksilo.de bookmarken!Bei YiGG.de bookmarken!
Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2007, 07:48   #25
System
Schlächter
 
Benutzerbild von System
 
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 383
System befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat: tyska Beitrag anzeigen
Sozialverhalten
Agieren in Gruppen
Kommunikation
Beziehungen

Die Schule muss auch diese Dinge vermitteln. Sie sind in meinen Augen genauso wichtig wie der reine Erwerb von Wissen.
Unterrichtsstoff sind diese Dinge nicht und ich hatte auch immer den Eindruck, dass viele Schüler auch nach Jahren in der Schule immer noch Probleme hatte in einer Beziehung zu kommunizieren.

Die Schule gibt einem eigentlich nur ein paar Minuten am Tag Gelegenheit mit anderen Gleichaltrigen zu kommunizieren. Die effektive (also unterrichts-freie) Zeit ist dabei aber so gering, dass ein Homeschooler mit dem richtigen Hobby problemlos übertrumpfen kann.

Wir wollen ja auch nicht vergessen, dass der Umgang mit anderen Menschen nicht nur Vorteile hat. Viele Kinder werden in der Schule gehänselt und sind dann extrem verschüchtert. Für diese würde es sich lohnen erstmal zuhause ein paar Jahre Selbstbewusstsein beim Homeschooling zu tanken, bevor man sie mit anderen Schülern in eine Schule sperrt.
__________________
System ist offline  
Digg this Post!