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Alt 16.11.2007, 13:07   #46
Au.Souchy
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Zitat: Raptor Beitrag anzeigen
Das ist ein wunderschönes Märchen, aber leider nicht wahr. Die USA haben bereits 2004 über 400 Milliarden $ für Rüstung ausgegeben, Tendenz steigend. Dadurch wird man nicht reich, sondern arm. Mir wäre jedenfalls neu, dass die Staatsverschuldung abgenommen hat. Kriege sind höchstens gut um von der Innenpolitik abzulenken oder das Volk vor einer imaginären Gefahr zusammenrücken zu lassen. Aber die USA müssten schon jetzt ziemlich viel Öl aus dem Irak pumpen um auch nur die aktuellen Kosten zu decken.
Und wohin sind die 400 Milliarden gegangen? Kann das sein, daß du irgendwie die Rüstungsindustrie vergißt?

Zitat: Raptor Beitrag anzeigen
Beim Postmindestlohn steht man doch eh vor einem Riesenproblem. Es geht gar nicht um den Mindestlohn an sich. Führt man ihn ein, sind die kleinen Firmen dran und können dicht machen.
TNT und PIN sind nun wirklich mehr als weit weg davon kleine Firmen zu sein.
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Die drei großen Feinde der Unabhängigkeit sind die Habenichtse, die Reichen und die Parteien.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
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Alt 17.11.2007, 06:49   #47
System
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Und wohin sind die 400 Milliarden gegangen? Kann das sein, daß du irgendwie die Rüstungsindustrie vergißt?
Wird die USA dadurch reich, dass sie Steuergelder in ihre Rüstungsindustrie steckt? Das geht dann ja vermutlich erstmal an irgendwelche amerikanischen Privatleuten und mit ein wenig Pech müssen die das Material für die Waffen dann aus dem Ausland kaufen. Für die Forschung an neuen Waffen hat man sicher auch die ein oder andere ausländischen Experten eingesetzt haben. Die Soldaten selbst muss man ja auch bezahlen und die bestellen sich dann Elektronik aus China.

Die USA verdienen an dem Krieg ja nur dann, wenn sie auch irgendwelche Einnahmen haben. Etwa weil die Bevölkerung für den Krieg mehr Steuergelder locker macht und weil man aus den "befreiten" Gebieten etwas wertvolles abziehen kann. Das Geld im eigenen Land von A nach B zu schicken, macht sicher nicht so besonders reich.
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Alt 17.11.2007, 08:28   #48
Au.Souchy
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Zitat: System Beitrag anzeigen
Wird die USA dadurch reich, dass sie Steuergelder in ihre Rüstungsindustrie steckt? Das geht dann ja vermutlich erstmal an irgendwelche amerikanischen Privatleuten und mit ein wenig Pech müssen die das Material für die Waffen dann aus dem Ausland kaufen. Für die Forschung an neuen Waffen hat man sicher auch die ein oder andere ausländischen Experten eingesetzt haben. Die Soldaten selbst muss man ja auch bezahlen und die bestellen sich dann Elektronik aus China.

Die USA verdienen an dem Krieg ja nur dann, wenn sie auch irgendwelche Einnahmen haben. Etwa weil die Bevölkerung für den Krieg mehr Steuergelder locker macht und weil man aus den "befreiten" Gebieten etwas wertvolles abziehen kann. Das Geld im eigenen Land von A nach B zu schicken, macht sicher nicht so besonders reich.
Das siehst du doch genau richtig. Die Rüstungskonzerne, genau so wie alle anderen Konzerne, bereichern sich mit Hilfe unserer Regierungen an den Bürgern. Warum sollte denn ausgerechnet die Rüstungsindustrie Interesse am Wohlstand der Bevölkerung haben?
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Alt 17.11.2007, 08:41   #49
System
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Das siehst du doch genau richtig. Die Rüstungskonzerne, genau so wie alle anderen Konzerne, bereichern sich mit Hilfe unserer Regierungen an den Bürgern.
Jaja, die bösen Konzerne. Wie auch immer, ich sehe nicht, wie diese Geldumverteilung die USA aus einer Krise herausführen soll und genau das wurde von Killerkeks behauptet.

Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Warum sollte denn ausgerechnet die Rüstungsindustrie Interesse am Wohlstand der Bevölkerung haben?
Weil die Rüstungsindustrie aus schlauen Kapitalisten besteht, die nur das Beste für sich wollen. Ein Land, wo die Bevölkerung so arm ist, das sie einem Rückungsindustriechef die Kehle durchschneiden, um sich die 100 $ aus seinem Portmonee zu mopsen, ist nicht optimal. Was für eine alberne Frage...
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Alt 18.11.2007, 16:00     #50
Killerkeks
 
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Zitat: System Beitrag anzeigen
Ein bisschen Umverteilen kann man immer, aber spätestens, wenn man für das Arbeiten nicht mehr bekommt als für das Nichts-Tun, hören die Leute einfach zu arbeiten auf.
Dann schau dich im Dienstleistungsgewerbe mal um.... Ein erheblicher Teil der beschäftigten bekämen mit Hartz IV mehr als für ihren Job... Sie gehen trotzdem putzen etc...
Ist es jetzt in deinem Ansehen das Hartz IV zu senken? Oder wäre es dein Ansehen zu sagen, jeder muss einen Lohn bekommen, von dem er ohne staatliche zuschüsse leben kann, so dass der Staat Löhne nicht noch mitsubventionieren muss und oberhalb dieser Grenze gilt die tarifautonomie?


Zitat: System Beitrag anzeigen
Unsere zuverlässigen Züge sind es wohl nicht, die hier den Ausschlag geben. Was haben wir hier tolles an Infrastruktur, die es etwa in China, Polen oder Indien nicht gibt?
Es geht um die bestfunktionierendste Infrastruktur der ganzen Welt. Dazu zählt nicht nur der Zug, sondern auch das Autobahnnetz, die Flughäfen, den Hafen und auch das Schienennetz - und wann gabs da den letzten Streik?... Das alles gehört dazu, zudem noch die gute Lage des Landes...


Zitat: System Beitrag anzeigen
Zumindest wird hier in Deutschland niemand Geld dafür bezahlen, dass er dir dein Bad von seiner Putztruppe reinigen lassen darf.
Das passiert doch längst... Sieh dir die Unterbietungsbörsen im Internet an... Mehrere Betriebe unterbieten sich gegenseitig bis du dich für einen entscheidest...
  • Putz1 putzt deine Fläche für 400.-/Monat
  • Putz2 putzt deine Fläche für 380.-/Monat
  • Putz3 putzt deine Fläche für 300.-/Monat
  • Putz2 putzt deine Fläche für 280.-/Monat
  • Putz1 putzt deine Fläche für 250.-/Monat
  • -Putz2, Putz3, Putz4 steigen aus-

Der Betrieb hat aber Ausgaben von 240.- Muss aber auf Grund des Wettbewerbs soweit runtergehen. Damit er das jetzt noch irgendwie zu einem Gewinn bringen kann, muss er den Lohn der Putzkräfte um 40% absenken auf einen Stundenlohn von sagen wir 2,80.-

Das ist der Wettbewerb im Niedriglohnsektor, wie er heute existiert - und genau deshalb fordern auch 51% der Unternehmen einen Mindestlohn, weil damit ihr eigener Betrieb ruiniert wird. Und jetzt sag bitte nicht "Jeder kann sich aussuchen ob er einen Auftrag annimmt oder nicht"

Zitat: System Beitrag anzeigen
Selbst wenn 100% der Bevölkerung den Mindestlohn fordern würden, muss es deswegen noch keine gute Idee sein. Die Wirtschaft ist weder demokratisch noch sozialistisch. Das mussten schon oft genug Länder merken, die Reichtum per Gesetz verordnet haben. Reichtum muss erarbeitet und nicht im Bundestag erlassen werden. Eigentlich ist das einfach zu verstehen.
Reichtum wurde erarbeitet - nur fließt es nicht zu denen, die ihn erarbeitet haben...

Zitat: System Beitrag anzeigen
Gibt es in diesen anderen Ländern so hohe Lohnnebenkosten wie bei uns? Das wäre nur eine von vielen Fragen, die man sich stellen muss, bevor man vergleichen darf.
DA gibt es eine viel einfachere Möglichkeit. Man nimmt die Lohnstückkosten... Das ist nämlich das was wirklich zählt... Und dort sind wir billiger als Polen oder die USA.
Zudem zahle ich gerne Lohnnebenkosten, weil davon meine Sozialversicherung bezahlt wird und meine Rente... Also ich möchte darauf nicht verzichten, du etwa?
Was wir machen ist den Betrieben ihren Prozentsatz an Krankenversicherung zu erlassen, wir lösen das paritätische System auf und wer zahlt jetzt den Betrag der fehlt? Ja wer wohl... ich...

Eine Senkung der Lohnnebenkosten ist eine Lohnsenkung - mehr nicht...


Zitat: System Beitrag anzeigen
Außerdem gibt es doch anständige Löhne für die Leute, die etwas gelernt haben. Und so unanständig, das man davon nicht noch menschenwürdig leben kann, finde ich die Löhne hier dank staatlicher Unterstützung nicht.
Dann schau dir Lohntabellen mal an, Schau dir mal an, wie leicht man einen Lohn durch einen einfachen Betriebsübergang nach §613a BGB durchführen kann und somit Löhne um, wenn du willst 80% kürzen kannst. Von heute auf Morgen... ohne Übergangsfristen... Wenn du morgen 80% weniger Lohn verdienst (ok du studierst noch), aber dann pass dein Leben mal von eheute auf morgen an... Wer zahlt deine Kredite ab? Wer zahlt ein Haus noch ab?
Sieh dir mal an, was du noch verdienst... Da kannst du gelernt haben was du willst, der Reallohn sinkt seit Jahren.
Und dann sieh dir noch an, wer den Job macht, den er gelernt hat... Man kann sich seinen job nicht mehr aussuchen und wenn auf Willen der Aktieninhaber 30.000 Leute abgebaut werden und jene nichts finden... Und dann vor der Wahl stehen ob sie Putzen gehen oder daheim sitzen bleiben, dann sollen sie doch deiner Auffassung nach Putzen gehn... Dann aber schiebst du sie in die Schublade ungelernt und die haben auch keinen anständigen Lohn verdient...

Und warum um alles in der Welt, soll ich denn die Putzfrau noch mitfinanzieren, wenn der Ertrag in voller Höhe dem Unternehmen zu geht? Ich hab doch davon nix, dass in irgendeinem Betrieb die Klos sauber sind, oder?

Zitat: System Beitrag anzeigen
Ist es nicht eher polemisch von dir zu behaupten, dass Leute hier schlimmer als in der dritten Welt hausen müssen und nicht mal genug für die zweite Playstation 3 haben, weil sie ohne Schulabschluss keine 100 € pro Stunde verdienen?
Das habe ich nie behauptet... Sieh dir mal den Armutsbericht an... Im speziellen auf Deutschand bezogen... Mit dem Hintergedanken, dass wir eins der Reichsten Länder der Welt sind..

Zitat: System Beitrag anzeigen
Wieso gründest du nicht eigentlich eine von diesen fiesen Managerfirmen, die soviel verdienen, das sie es nie mehr in ihrem Leben ausgeben können, und stellst dann alle Armen in Deutschland fürs Nichts-Tun ein? Wenn die Profitmargen da offenbar so riesig sind, dass das alles möglich ist, weiß ich gar nicht, was dich hält. Während du hier im Forum herumdiskutierst, hättest du schon längst alle finanziellen Probleme Deutschlands verzaubern können.
Polemik


Das ist Unsinn. Aktuell kriegt man etwa den Internet-Inder, der für einen alle Aufgaben erledigt, die aus Indien zu erledigen sind (Internet/Bibliothek-Recherche, Einkaufen, Programmieren, Übersetzen, Telefonanrufe, ...) für schlappe 4 US$ pro Stunde. Die Preise gehen aber auch hoch bis 15 US$ pro Stunde bei großen Agenturen, wo dann ganze Inder-Teams für einen arbeiten.[/quote]
Du kriegst auch noch einen Handwerker für 70.- die Stunde und für 20.- die Stunde und der Pole machts dir für 5.- und nen Kasten zu Trinken... Beispiele bringen uns nicht voran. Sieh dir an, was du in einem 3. Welt Land für Arbeit zahlst. Ein Nike-T-Shirt für 0,7ct wird in nem riesen Flieger zusammen mit tausenden anderen shirts in die usa geflogen und dort für 70$ verkauft... Wem fließt jetzt die Gewinnmarge zu?

Zitat: Raptor Beitrag anzeigen
Das ist ein wunderschönes Märchen, aber leider nicht wahr. Die USA haben bereits 2004 über 400 Milliarden $ für Rüstung ausgegeben, Tendenz steigend. Dadurch wird man nicht reich, sondern arm.
Man verkauft alte Waffen an den Gegner, produziert neue, führt einen Angriffskrieg und nimmt dort den Ertrag mit nach Hause. Die Aufträge für den Wiederaufbau fließen wohin? Genau...
War das denn bei uns vor 60 Jahren anders?


Zitat: System Beitrag anzeigen
Weil die Rüstungsindustrie aus schlauen Kapitalisten besteht, die nur das Beste für sich wollen. Ein Land, wo die Bevölkerung so arm ist, das sie einem Rückungsindustriechef die Kehle durchschneiden, um sich die 100 $ aus seinem Portmonee zu mopsen, ist nicht optimal. Was für eine alberne Frage...
Naja, das ist jetzt aber sehr naiv. Warum zahlt man denn Niedriglöhne, wenn man genau weiß, dass das Unruhe ins Land trägt? Die Rüstungsindustrie hat ein Interesse an Angst, Schrecken, Misstrauen und Unterdrückung - denn dann ist wieder Kohle zu scheffeln. An Ruhe und Wohlstand hat die Rüstungsindustrie nun wirklich kein Interesse...
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Es ist manchmal besser, überhaupt nicht zu denken als intensiv und falsch zu denken.

George Bernard Shaw (1856-1950)
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Alt 18.11.2007, 17:22   #51
System
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Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Dann schau dich im Dienstleistungsgewerbe mal um.... Ein erheblicher Teil der beschäftigten bekämen mit Hartz IV mehr als für ihren Job... Sie gehen trotzdem putzen etc...
Kein Wunder, dass diese Leute Hartz IV bekommen, denn schlau ist das nicht. Würde kein Arbeitnehmer für weniger als das Hartz-IV-Geld arbeiten gehen (und das muss ja niemand, weil man Hartz IV bekommt) so würde niemand weniger Geld bekommen. Schaufeln sich diese Leute nicht ihr eigenes Grab?

Die Hartz-IV-Zeit könnte man etwa sinnvoll nutzen um sich weiterzubilden und vielleicht mal etwas zu machen, wo man mehr verdienen kann.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Ist es jetzt in deinem Ansehen das Hartz IV zu senken? Oder wäre es dein Ansehen zu sagen, jeder muss einen Lohn bekommen, von dem er ohne staatliche zuschüsse leben kann, so dass der Staat Löhne nicht noch mitsubventionieren muss und oberhalb dieser Grenze gilt die tarifautonomie?
Solange man von Hartz IV noch irgendwie leben kann und nicht verhungern muss, sehe ich nicht ein, wieso ich den Unternehmen irgendwelche Löhne vorschreiben sollte. Eingriffe des Staates in die Wirtschaft kosten immer nur Geld. Irgend jemand muss auf jeden Fall die Zeche bezahlen, die durch Mindestlöhne entsteht und du solltest doch selbst wissen, dass sich die bösen Manager wie immer aus der Verantwortung stehlen werden.

Auch bin ich immer noch der Meinung, dass man mit absurd wenig Geld leben kann und viele Leute einfach nicht richtig wirtschaften können. Das ist natürlich zum Teil wieder die Schuld des Staates der nicht mal eine passable aufs Leben vorbereitende Schulbildung anbieten kann. Die Löhne im Niedriglohnbereich zu steigern, wird meiner Ansicht nach nicht zur von dir erwünschten Steigerung des Lebensstandards von Armen führen, sondern das Geld wird wieder für irgendwelchen Ramsch und Kinkerlitzchen ausgegeben.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Es geht um die bestfunktionierendste Infrastruktur der ganzen Welt. Dazu zählt nicht nur der Zug, sondern auch das Autobahnnetz, die Flughäfen, den Hafen und auch das Schienennetz - und wann gabs da den letzten Streik?... Das alles gehört dazu, zudem noch die gute Lage des Landes...
Auch vor dem Streiks war ich von der deutschen Bahn wenig überzeugt. Was hat ein Geschäftsmann davon, wenn das letze Kuhdorf angefahren wird, aber dafür jeder Zug Verspätung hat? Insgesamt wäre mir auch nicht bekannt, dass gerade in Deutschland die Transportkosten besonders billig wären. Im vielen Bereichen (etwa Briefe, Internet, ...) ist es bei uns sogar horrend teuer.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Der Betrieb hat aber Ausgaben von 240.- Muss aber auf Grund des Wettbewerbs soweit runtergehen. Damit er das jetzt noch irgendwie zu einem Gewinn bringen kann, muss er den Lohn der Putzkräfte um 40% absenken auf einen Stundenlohn von sagen wir 2,80.-
Wieso steigt er nicht aus dieser Branche aus und macht etwas anderes? Viele Handwerksberufe gibt es etwa heutzutage nicht mehr, weil wir etwa heute keinen Kesselschmied mehr brauchen. Die Zeiten ändern sich und wer nicht reagiert, sondern unflexibel ist und einem Geschäftsmodell nachgeht, das nicht mehr funktioniert, muss eben damit rechnen kaum etwas zu verdienen.

Trotz der vielen Arbeitslosen wird in Deutschland immer noch in vielen Bereichen nach Fachkräften gesucht. Die Leute sind eben nicht flexibel. Die Zeiten in denen man sein ganzes Leben den selben Job machen konnte, sind vorbei.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Das ist der Wettbewerb im Niedriglohnsektor, wie er heute existiert - und genau deshalb fordern auch 51% der Unternehmen einen Mindestlohn, weil damit ihr eigener Betrieb ruiniert wird. Und jetzt sag bitte nicht "Jeder kann sich aussuchen ob er einen Auftrag annimmt oder nicht"
Vielleicht haben wir zu viele Unternehmen im Niedriglohnsektor? So wie ich gegen die Steinkohlesubventionen bin, wäre ich auch gegen Schutzmaßnahmen für solche unrentablen Betriebe. Wer ohne staatliche Hilfe auf dem Markt nicht mehr überleben kann, muss eben über eine neuen Einsatzbereich nachdenken.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Reichtum wurde erarbeitet - nur fließt es nicht zu denen, die ihn erarbeitet haben...
Ich denke schon. Wie gesagt: Wenn jemand meint für seine Arbeit zu wenig zu verdienen, soll er diese eben selbst am Markt anbieten. Leider ist es doch so, dass die meisten Menschen dazu nicht in der Lage sind. Das zeigen die vielen fehlgeschlagenen Firmengründungen. Wenn jemand etwas kann, was andere nicht können, darf er sich das entsprechend bezahlen lassen. Wer mitverdienen will, darf ja gerne auf dem freien Markt mitkonkurrieren.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Zudem zahle ich gerne Lohnnebenkosten, weil davon meine Sozialversicherung bezahlt wird und meine Rente... Also ich möchte darauf nicht verzichten, du etwa?
Ich möchte nicht, aber ich muss vermutlich. Sicher sind die Renten zumindest nicht. Ich sehe also nicht, wieso ich dort Geld einzahlen sollte. Ich sichere lieber privat vor. Von der Sozialversicherung halte ich ähnlich wenig. Ich habe bereits jetzt während des Studiums genug Geld zusammengespart um problemlos eine gewisse Zeit ohne staatliche Hilfe überleben zu können. Kleinvieh macht eben auch Mist.

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Was wir machen ist den Betrieben ihren Prozentsatz an Krankenversicherung zu erlassen, wir lösen das paritätische System auf und wer zahlt jetzt den Betrag der fehlt? Ja wer wohl... ich...
Unser Krankenversicherungsystem ist zu teuer. Ich bin etwa ein großer Fan von Praxisgebühr und Zuzahlungen bei Medikamenten. Hier könnte man problemlos noch einiges mehr an Kosten sparen. Wenn wir in Afrika Menschen verhungern lassen können, sollte es auch gern Problem sein Menschen in Deutschland an Krankheiten sterben zu lassen, wenn deren Behandlung zu teuer ist. Geld ist nun mal nicht unbegrenzt da. Wenn die Leute meinen zu wenig zu haben, sollten wir eben an Dingen sparen, die ihnen nicht wichtig sind. Bei der Zahl der Raucher, Trinker, Zu-Wenig-Sportler oder Zu-Schnell-Fahrer kann man nur vermuten, dass bei den meisten Leuten ihre Gesundheit nicht an erster Stelle steht.

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Dann schau dir Lohntabellen mal an, Schau dir mal an, wie leicht man einen Lohn durch einen einfachen Betriebsübergang nach §613a BGB durchführen kann und somit Löhne um, wenn du willst 80% kürzen kannst. Von heute auf Morgen... ohne Übergangsfristen... Wenn du morgen 80% weniger Lohn verdienst (ok du studierst noch), aber dann pass dein Leben mal von eheute auf morgen an... Wer zahlt deine Kredite ab? Wer zahlt ein Haus noch ab?
Wenn mir diese Kürzung nicht passt, kann ich ja kündigen und mir eine Stelle suchen, wo man mir mehr zahlt. Finde ich so eine nicht, ist meine Leistung einfach nicht mehr wert.

Da bekannt ist, dass heutzutage die Arbeitsplätze nicht so sicher sind, wie früher, sollte man eben keine zu großen Kredite aufnehmen, wenn man sich nicht sicher ist, wieder irgendwo unter zu kommen. Oder man lebt mit dem Risiko und durchlebt notfalls eine Privatinsolvenz. Wer davor Angst hat, kann sich aber auch gegen seine eigenen Zahlungsschwierigkeiten versichern. Diese Sicherheit muss man natürlich entsprechend bezahlen.

Ich verstehe allerdings nicht, wieso jeder meint unbedingt ein Haus haben zu müssen. Mir reicht ein 20qm-Appartement momentan völlig aus.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Sieh dir mal an, was du noch verdienst... Da kannst du gelernt haben was du willst, der Reallohn sinkt seit Jahren.
Ich brauche überhaupt nicht so viel zu leben. Nach meinen aktuellen Schätzungen würde ich direkt nach dem Studium schon mehr als doppelt so viel verdienen, wie ich noch sinnvoll ausgeben kann.

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Und dann sieh dir noch an, wer den Job macht, den er gelernt hat...
Dann muss man eben umlernen oder man zieht um. Wären viele in der Schule fleißiger gewesen und könnten passabel Englisch, Französisch oder so, gäbe es oft auch noch gute Möglichkeiten im Ausland. Für viele Leute scheint es ja eine unvorstellbare Sache zu sein, ihr kreditfinanziertes Haus zu verkaufen um zum neuen Arbeitsplatz zu ziehen.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Man kann sich seinen job nicht mehr aussuchen und wenn auf Willen der Aktieninhaber 30.000 Leute abgebaut werden und jene nichts finden...
Der typische Aktieninhaber will verdienen. Wenn er das durch Einstellen von 30.000 neuen Mitarbeitern macht, weil er dann mehr verkaufen kann, so wird er das tun. Bekommt er aber nur so wenig verkauft, dass die Mitarbeiter alle Däumchen drehen, so ist klar, dass einige gehen müssen.

Wäre es dir lieber, wenn der Betrieb pleite geht und neben den 30.000 abgebauten Stellen auch noch die 100.000 anderen Mitarbeiter gehen müssen?

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Und dann vor der Wahl stehen ob sie Putzen gehen oder daheim sitzen bleiben, dann sollen sie doch deiner Auffassung nach Putzen gehn... Dann aber schiebst du sie in die Schublade ungelernt und die haben auch keinen anständigen Lohn verdient...
Ungelernt ist eine Schublade mit Ausgang. Meine Auffassung ist, dass sie ihre Arbeitskraft möglichst effizient einsetzen sollten. Arbeiten für einen Hungerlohn ist nicht effizient. Stattdessen sollte man mal sein Köpfchen einsetzen und überlegen, wo die eigenen Fähigkeiten sonst noch gefragt sein könnten.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Und warum um alles in der Welt, soll ich denn die Putzfrau noch mitfinanzieren, wenn der Ertrag in voller Höhe dem Unternehmen zu geht? Ich hab doch davon nix, dass in irgendeinem Betrieb die Klos sauber sind, oder?
Wenn es dein Betrieb ist, dann schon. Für einen anderen Betrieb solltest du die Putzfrauen jedoch nicht bezahlen müssen.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Das habe ich nie behauptet... Sieh dir mal den Armutsbericht an... Im speziellen auf Deutschand bezogen... Mit dem Hintergedanken, dass wir eins der Reichsten Länder der Welt sind..
Und nun? Muss es im einem der reichsten Länder der Welt den Putzfrauen besser gehen als anderswo?

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Du kriegst auch noch einen Handwerker für 70.- die Stunde und für 20.- die Stunde und der Pole machts dir für 5.- und nen Kasten zu Trinken... Beispiele bringen uns nicht voran. Sieh dir an, was du in einem 3. Welt Land für Arbeit zahlst. Ein Nike-T-Shirt für 0,7ct wird in nem riesen Flieger zusammen mit tausenden anderen shirts in die usa geflogen und dort für 70$ verkauft... Wem fließt jetzt die Gewinnmarge zu?
Den fähigen Geschäftsleuten, die dort billig kaufen und hier teuer verkaufen. Meinst du es wäre besser, wenn wir keine Shirts mehr dort kaufen und die Leute dort in Ruhe und Frieden verrecken lassen ohne von unseren ekeligen Geldangeboten belästigt zu werden?

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Naja, das ist jetzt aber sehr naiv. Warum zahlt man denn Niedriglöhne, wenn man genau weiß, dass das Unruhe ins Land trägt?
Welche Unruhen? Die handvoll von Leuten, die sich beschwert und was unternimmt, so wie etwa du, ist meist weniger arm noch minder qualifiziert. Ich sehe momentan noch kein ernsthaftes Problem. Ein bisschen Meckern über Hartz IV, die Regierung, die bösen Manger und Aktieninhaber holt doch keinen mehr hinterm Offen vor.

Zitat: Killerkeks Beitrag anzeigen
Die Rüstungsindustrie hat ein Interesse an Angst, Schrecken, Misstrauen und Unterdrückung - denn dann ist wieder Kohle zu scheffeln. An Ruhe und Wohlstand hat die Rüstungsindustrie nun wirklich kein Interesse...
Die amerikanische Regierung lässt sich also von den Buhmännern der Rüstungslobby so viel Angst machen, dass sie einen Kriegt anfangen? Bush macht nur Krieg, weil er sich vor Angst in die Hosen macht, dass Osama ihm morgen eine Kopfnuss verpasst, während er schläft?
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Alt 18.11.2007, 18:56   #52
tfc
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Unser Krankenversicherungsystem ist zu teuer. Ich bin etwa ein großer Fan von Praxisgebühr und Zuzahlungen bei Medikamenten. Hier könnte man problemlos noch einiges mehr an Kosten sparen. Wenn wir in Afrika Menschen verhungern lassen können, sollte es auch gern Problem sein Menschen in Deutschland an Krankheiten sterben zu lassen, wenn deren Behandlung zu teuer ist. Geld ist nun mal nicht unbegrenzt da. Wenn die Leute meinen zu wenig zu haben, sollten wir eben an Dingen sparen, die ihnen nicht wichtig sind. Bei der Zahl der Raucher, Trinker, Zu-Wenig-Sportler oder Zu-Schnell-Fahrer kann man nur vermuten, dass bei den meisten Leuten ihre Gesundheit nicht an erster Stelle steht.
Nein, ist es eigentlich nicht. Viel problematischer ist die Tatsache, dass Privatversicherte nicht mit in den großen Volkspott der gesetzlichen Versicherungen miteinzahlen.

Privatversicherte werden überall bevorzugt und besser behandelt, weswegen sie im Schnitt gesünder sind als gesetzlich versicherte Menschen. (Hinzu kommt noch dass Privatversicherungen sich die Kunden aussuchen können und die wirklich richtig kranken und teuren Fälle am Ende im gesetzlichen Pott landen)

Das heißt, dass in den gesetzlichen Pott gleichzeitig die kleinen Beiträge von denen rein kommen, die sich die Privatkasse nicht leisten können, während dieser Teil der Bevölkerung aber auch der deutlich krankere ist.
Die Privatversicherten zahlen alle im Schnitt mehr, weil besserverdienend, in einen Pott ein, aus dem seltener Heilung für wirklich schwere Krankheiten bezahlt werden muss, wodurch die privaten Kassen mehr für Lappalienmedizin und -Beratung bezahlen können, was wiederum darin resultiert, dass sie beim Arzt bevorzugt werden.
Diese Bevorzugung führt wieder dazu, dass das Bestreben in der Bevölkerung, sich privat zu versichern, ansteigt und somit immer weniger und weniger privilegiertere Menschen in den gesetzlichen Versicherungspott einzahlen. Und das wiederum hat zur Folge, dass die gesetzlichen Versicherungen NOCH MEHR einsparen müssen und Uninformierte sagen "Unser Krankenversicherungsystem ist zu teuer."

Unser Zweiklassen-Gesundheitssystem konnte sich an der oberen Schicht nur etablieren, weil Privatversicherte einfach so perverser Weise davon befreit werden, mit in den "Volkspott" einzuzahlen.
Wie bei einem Teufelskreis bleiben am Ende die ärmsten und kranksten, weil schlechter versorgten auf ihren hohen Kosten sitzen, während die privilegierte erste Klasse sich Schnupfenspray für 10 Euro bezahlen lässt, da deren Versicherung für viel weniger schwere Fälle aufkommen muss.

Unser Krankenversicherungssystem ist nicht zu teuer, sondern völlig unfair und schizophren aufgespannt.

Zitat:
Den fähigen Geschäftsleuten, die dort billig kaufen und hier teuer verkaufen. Meinst du es wäre besser, wenn wir keine Shirts mehr dort kaufen und die Leute dort in Ruhe und Frieden verrecken lassen ohne von unseren ekeligen Geldangeboten belästigt zu werden?
Wenn man den Arbeitern dort mehr Geld geben würde, als sie gerade zum Überleben bräuchten, dann würden sie evtl. ihren Kindern eine bessere Bildung verschaffen können, welche wiederum besser gebildet höhere Jobs annehmen können und irgendwann machen die sich alle selbstständig und es gibt kaum noch Arbeiter dort, die für 0,7ct/Std. arbeiten.

FUCK! Woher kriegen wir dann unseren Wohlstand noch, wenn wir nicht mehr zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis Wucher klatschen können, weil diese frechen Arbeiter aus armen Ländern sich emanzipiert haben?!
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Alt 25.11.2007, 11:32   #53
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Wenn wir in Afrika Menschen verhungern lassen können, sollte es auch gern Problem sein Menschen in Deutschland an Krankheiten sterben zu lassen, wenn deren Behandlung zu teuer ist.
Mit diesem Satz alleine disqualifizierst du dich und deine gesamte Aussage. Hier wird eindeutig klar wes Geistes Kind du bist.
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