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Alt 11.10.2007, 01:10   #16
Au.Souchy
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Au.Souchy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ja, Nessaio, dann hat der Mensch aber schon mit den ersten Kräutern, Baumharzen- und Säften in die Natur eingegriffen. Das Verständnis der Natur, also auch der Chemie, die natürlich dafür prädistiniert ist falsch und/oder missbraucht zu werden, und die Nutzung der Erkenntnis ist letztlich aber nicht damit gleichzusetzen.
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Die drei großen Feinde der Unabhängigkeit sind die Habenichtse, die Reichen und die Parteien.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
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Alt 13.10.2007, 22:05     #17
Fokker
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Ausbrechende, alles vernichtende Bakterien erscheinen doch eher als Horrorvision, denn als wirklichkeitsnahes Szenario.
Zum einen halten wir jetzt bereits äußerst tödliche Viren in Biowaffen-Laboren, denen ein beträchtlicher Teil der Menschheit zum Opfer fallen würde und zum anderen zeigen ja auch gerade diese Labore, wie sicher sie dennoch sind.
Zu guter letzt: Auf welchem Gebiet der Wissenschaften weiß der Mensch denn wirklich schon so gut bescheid, dass er alle Ergebnisse und Konsequenzen von Experimenten kennt? Da wäre ja die Forschung überflüssig, weil man ja so oder so wüßte, was passiert.
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Alt 13.10.2007, 23:17   #18
tfc
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Zu guter letzt: Auf welchem Gebiet der Wissenschaften weiß der Mensch den wirklich schon so gut bescheid? Da wäre ja die Forschung überflüssig, weil man ja so oder so wüßte, was passiert.
Den Satz habe ich nicht verstanden. Was meinst Du damit?
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Alt 14.10.2007, 00:10     #19
Fokker
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Ich habs mal ergänzt, besser?
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Alt 14.10.2007, 00:16   #20
tfc
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Ja, jetzt kann ich sagen: Da hast Du Recht.
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Alt 14.10.2007, 02:50   #21
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Ja, Nessaio, dann hat der Mensch aber schon mit den ersten Kräutern, Baumharzen- und Säften in die Natur eingegriffen. Das Verständnis der Natur, also auch der Chemie, die natürlich dafür prädistiniert ist falsch und/oder missbraucht zu werden, und die Nutzung der Erkenntnis ist letztlich aber nicht damit gleichzusetzen.
Richtig! Aber hat dann die Natur nicht auch schon mit der Produktion von Kräutern, Baumharzen und -säften in sich selbst eingegriffen?

Forschung auf allen wissenschaftlichen Gebieten halte ich für unabdingbar, denn nur durch Forschung kann es Fortschritt geben! Was ich meinte, war eben nur eine für mich nach gültigen Maßstäben ethische Grenze, die der Mensch als ein kleiner Teil der Natur nicht überschreiten sollte! Die Natur hat den Menschen die Fähigkeit gegeben, logisch denken zu können und nicht nur allein natürlichen Trieben zu folgen! Umso mehr haben Menschen die Verantwortung, mit dieser Fähigkeit eben "verantwortungsvoll" umzugehen und die Forschung in den Naturwissenschaften auf ein kontrollierbares Maß zu beschränken und nur Stück für Stück zu erweitern!

Leider scheint mir die Menschheit sich in manchen Dingen selbst zu überschätzen, statt sich darauf zu besinnen, dass auch sie nur ein kleiner Teil eines natürlichen Gesamtsystems ist, welches sie niemals vollständig beherrschen kann!
 
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Alt 14.10.2007, 03:34   #22
tfc
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Ich habe lange über Deine Postings, die Du in diesem Thread abgeschickt hast, nachgedacht, Nessaio.

Ich komme zu dem Ergebnis, dass Deine Grenze völlig willkürlich gesetzt ist.
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Alt 15.10.2007, 15:47   #23
Au.Souchy
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@Nessaio Was sind denn gültige Maßstäbe ethischer Grenzen.Wer legt diese fest. Ist es ethisch mein Wissen zu nutzen um Leid zu mindern oder gar zu verhindern. Und was wenn das mit den ethischen und/oder moralischen Grundsätzen religiöser Führer kollidiert.
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Alt 15.10.2007, 19:28   #24
Imago
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Was sind denn gültige Maßstäbe ethischer Grenzen.Wer legt diese fest.
Niemand legt die fest. Muss letztendlich jeder für sich alleine definieren. Und sicherlich oft zum Teil auch nach Gefühl und aus dem Bauch heraus. Und imho wird es bei der ganzen "gut" vs. "böse" Problematik immer auch ein paar irrationale Beweggründe geben.

Anderes Bsp.: Wunschanfertigungen von Kindern(Haarfarbe, Größe, Character, whatever) mittels Gentechnik. Ohne jetzt wirklich konkrete logische Gründe dafür sagen zu können fänd ich sowas ethisch nicht verantwortbar. Mit demselben Blanko-Argument dass der Mensch in etwas eingreift was ihn nix angeht.
Aber vielleicht fehlen mir auch nur ein paar Semester Philosophie um dafür eine ausschweifende Begründung zu schreiben *scnr*.

Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Ist es ethisch mein Wissen zu nutzen um Leid zu mindern oder gar zu verhindern.
Die Frage ist eher wo du die Grenze setzt um Wissen zu erlangen dass anderen helfen könnte. siehe auch Problematik Folterung von Gefangenen, Präventionsstaat, etc. ...

Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Aus meiner Sicht ist jedenfalls alles moralisch und ethisch Vertretbar solange kein Lebewesen, sei es auch "künstlich", Schaden nimmt und/oder ausgebeutet wird.
und da geht die ganze philosophische Debatte ja los
"Ein Lebewesen, dass ich erschaffe, und dem ich genetisch einprogrammiere dass es sein Leben ganz dem von mir ersonnenen Zweck unterstellt."
Kann man schon als Ausbeutung verstehen wenn man denn will oder?

Gut, dass mag jetzt bei den paar lebenden Zellen noch nicht _so_ die Gewissensbisse verursachen und sollte es vermutlich auch nicht. Aber die prinzipielle Richtung dieser Forschung, nämlich Lebewesen zu erschaffen "um sie für uns arbeiten" zu lassen, ist gerade unter den von dir genannten Punkten schon zumindest bedenkenswert.

Zitat: tfc
Wir beuten doch heute auch schon zahllose Lebewesen aus?
Und? Heißt aber nicht dass man das auch auch bedenkenlos ausweiten sollte, oder?
Imago ist offline  
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Alt 16.10.2007, 09:29   #25
Au.Souchy
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Zitat: Imago Beitrag anzeigen
Niemand legt die fest. Muss letztendlich jeder für sich alleine definieren. Und sicherlich oft zum Teil auch nach Gefühl und aus dem Bauch heraus. Und imho wird es bei der ganzen "gut" vs. "böse" Problematik immer auch ein paar irrationale Beweggründe geben.
"Gültige Maßstäbe" impliziert eine getroffene Festlegung für jedermann


Zitat: Imago Beitrag anzeigen
Anderes Bsp.: Wunschanfertigungen von Kindern(Haarfarbe, Größe, Character, whatever) mittels Gentechnik. Ohne jetzt wirklich konkrete logische Gründe dafür sagen zu können fänd ich sowas ethisch nicht verantwortbar. Mit demselben Blanko-Argument dass der Mensch in etwas eingreift was ihn nix angeht.
Aber vielleicht fehlen mir auch nur ein paar Semester Philosophie um dafür eine ausschweifende Begründung zu schreiben *scnr*.
Da sind hier die Meinungen auch schon arg auseinandergegangen.

Zitat: Imago Beitrag anzeigen
Die Frage ist eher wo du die Grenze setzt um Wissen zu erlangen dass anderen helfen könnte. siehe auch Problematik Folterung von Gefangenen, Präventionsstaat, etc. ...
Die Frage ist wie moralisch ist es die Erkenntnisse, die Andere durch Folter und Verstümmelung gewonnen haben, zu nutzen.

Zitat: Imago Beitrag anzeigen
und da geht die ganze philosophische Debatte ja los
"Ein Lebewesen, dass ich erschaffe, und dem ich genetisch einprogrammiere dass es sein Leben ganz dem von mir ersonnenen Zweck unterstellt."
Kann man schon als Ausbeutung verstehen wenn man denn will oder?
Über Ausbeutung bei Nichtmenschen zu reden ist eh so eine Sache. Grundsätzlich meine ich nutzen wir halt Tiere und Pflanzen. Ein Jäger beutet vielleicht die Natur aus. Der rennt durch den Wald, knallt Tiere ab und weiss nachher nicht wohin mit dem Fleisch.

Zitat: Imago Beitrag anzeigen
Gut, dass mag jetzt bei den paar lebenden Zellen noch nicht _so_ die Gewissensbisse verursachen und sollte es vermutlich auch nicht. Aber die prinzipielle Richtung dieser Forschung, nämlich Lebewesen zu erschaffen "um sie für uns arbeiten" zu lassen, ist gerade unter den von dir genannten Punkten schon zumindest bedenkenswert.

Und? Heißt aber nicht dass man das auch auch bedenkenlos ausweiten sollte, oder?
Ich hab mich da wohl etwas falsch ausgedrückt. Leben, egal in welcher Form, ist in gewisser Weise immer Selbstzweck. Wenn ich also jetzt über eine Lebensform verfüge die meinetwegen davon lebt Blaualgen in lecker Essen zu verwandeln, sollte ich diese Fähigkeit nutzen.
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Alt 16.10.2007, 17:51     #26
Fokker
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Fokker befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Eine Lebensform, die wir schaffen... kann man diese ausbeuten, wenn sie nur ihrer genetischen Programmierung nachgeht? Ist es nicht besser, dass sie überhaupt die Möglichkeit hat zu leben?
Außerdem erschaffen wir doch jetzt schon Tiere, die einen ganz bestimmten Nutzen dienen. Wir verändern seit langer Zeit Tiere durch Zucht. Tiere mit bestimmten Merkmalen werden mit ihren Geschwistern verpaart, damit das Merkmal auch zur Ausprägung kommt.
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Alt 17.10.2007, 00:08   #27
Gelöscht
 
Beiträge: n/a
Zitat: tfc
Ich habe lange über Deine Postings, die Du in diesem Thread abgeschickt hast, nachgedacht, Nessaio.

Ich komme zu dem Ergebnis, dass Deine Grenze völlig willkürlich gesetzt ist.



Ich gebe dir Recht in so fern, dass "meine" Maßstäbe natürlich willkürlich gesetzt sind, da es eine sehr persönliche Ansicht ist, die durch meine bisherigen Lebenserfahrungen und natürlich auch durch viele unterschiedliche Meinungen anderer Menschen und Medien zustande gekommen ist. Keinesfalls sehe ich diese "meine" Meinung als unumstößlich an, sondern nur als einen Standpunkt unter vielen, der sich mit anderen innerhalb einer Diskussion weiterentwickeln sollte.



Zitat: Imago
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Kann man schon als Ausbeutung verstehen wenn man denn will oder?

Gut, dass mag jetzt bei den paar lebenden Zellen noch nicht _so_ die Gewissensbisse verursachen und sollte es vermutlich auch nicht. Aber die prinzipielle Richtung dieser Forschung, nämlich Lebewesen zu erschaffen "um sie für uns arbeiten" zu lassen, ist gerade unter den von dir genannten Punkten schon zumindest bedenkenswert.


Und? Heißt aber nicht dass man das auch auch bedenkenlos ausweiten sollte, oder?


Diesen Überlegungen gebe ich meiner eigenen Meinung nach Recht, da ich es genauso sehe, aber wie schon gesagt, ist meine Meinung nur ein persönliches Statement und keinesfalls allgemeingültig! Man kann und muss über Alles diskutieren, um zu dem Weg zu kommen, der für alle Menschen/Lebewesen nach bestem Wissen und Gewissen tragbar ist!


Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Eine Lebensform, die wir schaffen... kann man diese ausbeuten, wenn sie nur ihrer genetischen Programmierung nachgeht? Ist es nicht besser, dass sie überhaupt die Möglichkeit hat zu leben?
Außerdem erschaffen wir doch jetzt schon Tiere, die einen ganz bestimmten Nutzen dienen. Wir verändern seit langer Zeit Tiere durch Zucht. Tiere mit bestimmten Merkmalen werden mit ihren Geschwistern verpaart, damit das Merkmal auch zur Ausprägung kommt.
Ist es denn richtig, neue Lebensformen zu schaffen als eine unter vielen anderen Lebensformen, über die man sich damit quasi stellt (wo besteht übrigens dazu die Berechtigung) und sie genetisch zu programmieren, gleich zu welchem Zweck? Gut, wir sollten dabei nicht vergessen, dass wir bestimmte Lebensformen bereits dazu geschaffen haben, um zum Beispiel auf medizinischem Gebiet uns selbst als Menschen nützlich zu sein. Wenn ich an die Tierzucht denke, so fällt mir als allererstes das sogenannte "europäische Nutzschwein" ein, welches durch Züchtung eben ein paar Rippen mehr hat, um mehr "Kotletts" zu erwirtschaften und damit den Gewinn des Landwirts zu steigern... Das lehne ich konsequenterweise natürlich ebenso ab und kaufe, wenn ich Fleisch haben möchte, beim Bauern meines Vertrauens und nicht im Supermarkt! Dies ist übrigens auch in Großstädten möglich, wenn man sich nur darum bemüht!
 
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