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Alt 11.06.2007, 23:03   #1
Fokker
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Jusos wechseln zur WASG/Linkspartei

Zitat: Spiegel
Die SPD vergreist. Nun haben die Sozialdemokraten wieder fünf junge Mitglieder verloren - ausgerechnet an die Linkspartei. Ehemalige Juso-Genossen unterstellen den Konvertiten, nur die Karriere im Auge zu haben. Doch der Schwund könnte ein Trend werden.

Hannover - Die ganz in schwarz gekleidete Jannine Hamilton lacht bitter auf, ihr Freund Robert Menger verdreht die Augen. Was sie da hört, empfindet die junge Frau erst recht als Bestätigung: Ehemalige Genossen machen ihr schwere Vorwürfe - die abtrünnige Juso-Landesvorsitzenden sei durch "unprofessionelle Arbeit, undemokratisches Verhalten und mangelnde Kooperation" aufgefallen. Sie habe immer nur "ihr eigenes Ding machen wollen". Die Germanistik-Studentin holt tief Luft: "Die Vorwürfe bestätigen mich in meiner Entscheidung, die SPD zu verlassen und der Linkspartei beizutreten", sagt die 28-Jährige. "Wenn den Jusos die Argumente ausgehen, wird gnadenlos denunziert. Fehler werden nicht eingestanden." Gemeinsam mit drei weiteren jungen Hochschulpolitikern aus Hannover hat das Paar der SPD den Rücken gekehrt.
Quelle
Steht es denn so schlecht um die SPD? Für mich wäre der Abstand zwischen SPD und WASG/Linkspartei zu groß, um einfach so zu wechseln. Dieser Wechsel war sicher Medienwirksam, vielleicht mag er was verändern, wenn ich aber wirklich hinter den grundsätzlichen Ideen einer Partei stehe, dann bleibe ich und versuche etwas zu verändern oder gehe - aber doch nicht zur nächstbesten Partei. Janine Hamilton war ja nun auch in einer Position, die doch recht weit oben in der Hierarchie lag.
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Alt 12.06.2007, 01:46   #2
Killerkeks
 
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Gehen wir doch mal 10-15 Jahre zurück und nehmen wir die dortige SPD, dort war sie ihren Namen noch wert und wesentlich näher an der WASG/Linkspartei...

Ich kann die Abwanderung nachvollziehn... Bin maßlos enttäuscht von dieser Partei...

kex
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Es ist manchmal besser, überhaupt nicht zu denken als intensiv und falsch zu denken.

George Bernard Shaw (1856-1950)
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Alt 12.06.2007, 18:53     #3
Fokker
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Und gerade deswegen wird es doch nicht besser, wenn der Linke Nachwuchs die Partei wechselt. Zumal diese fünf Jusos es ja noch medienwirksam ausgeschlachtet haben.
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Alt 13.06.2007, 21:40   #4
Killerkeks
 
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Vlt kommt dann die CPD äh SPU äh SPD zu Gesinnung... Vlt ist man darauf aus die Partei zur Vernunft zu bringen... Das schafft man nur bis zu einem gewissen Punkt parteiintern, und wenn man kein Gehör findet oder sich nicht mehr mit der Partei identifizieren kann, sucht man vlt. nach Alternativen... Auch Jusos sind Menschen, Menschen wie die Wähler auch....

kex
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Alt 14.06.2007, 18:57   #5
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Vom Regen in die Traufe kann man das wohl nur nennen!
Ich war selbst vor kurzem noch Juso Mitglied und bin noch SPD-Mitglied, was sich aber bald wohl ändern wird.
Ich denke das die Linkspartei keine alternative zur SPD ist , die SPD musste unpopuläre schritte machen, weil sie am ende doch nur teil der kapitalistischen eigendynamik ist. ich mache deshalb der spd keinen vorwurf, aber mit dieser erkenntnis ist es auch klar, dass es keine partei gibt die dazu eine alternative bietet.

mit der eigenen meinung innerhalb einer partei, ist das ja sowieso so eine sache!

diese jusos hängen immer noch der vorstellung nach das es einen guten und einen bösen kapitalismus gibt.

Außerdem haben die Jusos ja erst vor kurzem stolz verkündet das sie nicht mehr Jungsozialisten ,sonder Jungsozialdemokraten heißen würden!!!
der Sozialismus bzw Kommunismus wird von den meisten jusos, die ich kenne sowieso abgelehnt als begründung wird dann die SU oder DDR herangezogen...

Bitte Reeducation für die SPD!
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Alt 16.06.2007, 23:43     #6
Fokker
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Naja, wenn du Sozialismus willst, dann wäre die WASG/Linkspartei ja das richtige, die haben sich auf ihrem Vereinigungsparteitag ja gegen das bestehende System ausgesprochen.
Was erwartest du also von der SPD?

Für mich ist die WASG/Linkspartei als echte Wahlalternative mit der obigen Aussage gestorben, einen Systemwechsel hin zum demokratischen Sozialismus strebe ich ganz bestimmt nich an.
Meiner Meinung nach, kommt das Anziehen der Wirtschaft in den letzten Monaten nicht allein von der regierenden CDU, sondern viel mehr noch von den Reformen die unter Schröder eingeleitet wurden. Das diese Lorbeeren jetzt Angela Merkel einheimst, ist die Schuld der SPD-Führung, die sich wohl nicht genug profilieren kann. Mir fehlen auch einfach die Führungspersönlichkeiten in der SPD.
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Alt 17.06.2007, 01:46   #7
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Zitat:
Was erwartest du also von der SPD?
Nicht mehr all zu viel, da ich sie nun auch von "innen" kenne und weiß wie der politische Nachwuchs aussieht, soweit dieser überhaupt vorhanden ist.
Für die Genossen ist der Sozialismus immer mehr zum Hassbild geworden. Die SPD will auf der einen Seite nicht das sein was sie nun zwangsläufig ist und auf der anderen Seite will sie auch nicht zurück zu ihren Wurzeln.

Zitat:
einen Systemwechsel hin zum demokratischen Sozialismus strebe ich ganz bestimmt nich an.
Für das, was die SPD unter demokratischen Sozialismus verstand bzw. die PDS heute darunter versteht braucht man keinen Systemwechsel. Der "demokratische Sozialismus" ist in dem Parteipogramm der SPD nach Bad Godesberg seinerzeit so verweichlicht worden, dass er kaum noch etwas mit dem eigentlichen Sozialismus zu tun hat.
Diser wurde dann bei der SPD gänzlich gestrichen und von der PDS wieder aufgenommen, doch das macht ihn auch nicht besser.

Zitat:
Naja, wenn du Sozialismus willst, dann wäre die WASG/Linkspartei ja das richtige, die haben sich auf ihrem Vereinigungsparteitag ja gegen das bestehende System ausgesprochen
Für Sozialismus bzw. Kommunismus ist zunächst eine allumfassende und allgemeine Kritik des Kapitalismus von nöten, dies ist nicht bei der SPD gegeben und schon gar nicht bei der PDS.
Insbesondere die PDS meint ja polarisieren zu müssen und immer von ganz besonders schlimmen Kapitalisten mit Namen zu sprechen, hiermit impliziert man doch aber, wie ich das schon unten dargestellt habe und was nicht nur für die Jusos gilt, dass es guten und schlechten Kapitalismus gibt und damit ist eine allumfassende und allgemeine Kritik schon nicht mehr möglich.
Bestes Beispiel dafür ist ja auch die Heuschrecken-Hetze Münteferings, welche dann auch nur eine Projektion ist und keine Kritik.

Wahre Demokratie, also das die gesamte Macht vom Volk selbst ausgeht, kann es meiner Meinung nach nur im Kommunismus geben, denn erst hier ist der Mensch doch wirklich frei.
Leider wird dies wohl auf ewig ein Ideal bzw. eine Utopie bleiben und nie Realität.
Deshalb müssen wir uns wohl damit abfinden, dass es immer arme Menschen und reiche Menschen sowie Kriege geben wird solange die Menschen sich nicht selbst befreien.
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Alt 18.06.2007, 16:00   #8
Raptor
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Hier noch ein aktueller Link zum Thema:

ZEIT online - Deutschland - SPD : Alter, Krankheit, Überzeugung
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Alt 18.06.2007, 20:51     #9
Fokker
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Nach dem Artikel zu urteilen, wird die SPD zwar Mitglieder verlieren, daraus aber mit einem verläßlicheren Mitgliederstamm hervorgehen.
Zitat: SoPaDe
Für das, was die SPD unter demokratischen Sozialismus verstand bzw. die PDS heute darunter versteht braucht man keinen Systemwechsel. Der "demokratische Sozialismus" ist in dem Parteipogramm der SPD nach Bad Godesberg seinerzeit so verweichlicht worden, dass er kaum noch etwas mit dem eigentlichen Sozialismus zu tun hat.
Mit Sozialismus hat die SPD nun ja schon lange nichts mehr zu tun. Wie ein sozialistisches System ohne Systemwechsel eingeführt werden soll, musst du mir erst noch erklären.
Zitat:
Wahre Demokratie, also das die gesamte Macht vom Volk selbst ausgeht, kann es meiner Meinung nach nur im Kommunismus geben, denn erst hier ist der Mensch doch wirklich frei.
Leider wird dies wohl auf ewig ein Ideal bzw. eine Utopie bleiben und nie Realität.
Auch der Kommunismus wird keine wahre Freiheit bringen. Der Mensch ist immer Strukturen unterlegen, solange er sich in Systemen und Strukturen bewegen muss. Am nächsten käme dem wohl eher Anarchismus.
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Alt 18.06.2007, 21:36   #10
I prefer not to
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Zitat:
Mit Sozialismus hat die SPD nun ja schon lange nichts mehr zu tun. Wie ein sozialistisches System ohne Systemwechsel eingeführt werden soll, musst du mir erst noch erklären
Im Grundsatzpogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands vom 17.04.1998 (!), welches immer noch an die Mitglieder, die neu eintreten verteilt wird steht unter den Zielen sozialdemokratischer Politik auch der demokratische Sozialismus.

Ich zitiere mal die Stellen :
Zitat:
Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind die Grundwerte des demokratischen Sozialismus.
und

Zitat:
In unserer Geschichte wurzeln die Grundwerte des Demokratischen Sozialismus. Sie
bilden auch künftig das Fundament unserer Reformpolitik.
Also laut Pogramm wird der Demokratischer Sozialismus durch Reformen hergestellt bzw. erhalten. Laut SPD leben wir also schon im Demokratischen Sozialismus oder eben nicht und dann wird die SPD stets versuchen durch Reformen( also nicht durch einen Systemwechsel, sondern durch Erneuerung und Ausweitung einzelner Teile des bestehenden Systems) diesem Ziel näher zukommen.
Dies ist natürlich in der Realpolitik der SPD nicht mehr wirklich zu erkennen, auch wenn in dem Grundsatzpogramm insgesamt sieben mal der Demokratische Sozialismus benannt und als Ideal definiert wird (ich habe allerdings keine Lust die alle zu zitieren, wer es sich trotzdem antun will, kann ja zur SPD-Geschäftsstelle seines Vertrauens gehen und sich dort auch so ein Pogramm geben lassen).
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