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#1 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.913
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Der Bundestag debattierte über Patientenverfügungen bereits Ende letzten Monats - ein Gesetz darüber kann man wohl erst im nächsten Jahr erwarten.
Im Bundestag gab es mehrere Positionen zu diesem Thema: Die Form einer Patientenverfügung soll allerdings festgelegt werden, in diesem Punkt sind sich so gut wie alle Abgeordneten einig. Problematisch finde ich die Aussage Stünkers, "keine Pflicht zu leben". Wenn unter dieser Begründung ein Gesetz zustande kommt, ist es nur noch ein kleiner Schritt hin zur aktiven Sterbehilfe. Auch frage ich mich, ob man dann am Ende nicht verklagt werden könnte weil man einen Selbstmörder rettet. Aber zurück zur Patientenverfügung: Würdet ihr eine Patientenverfügung für euch erstellen? Für mich sehe ich da keinen Bedarf. Ich möchte schon in den Genuß der heutigen und zukünftigen medizinischen Möglichkeiten kommen. Auch wenn dies bedeutet beatmet und künstlich ernährt zu werden. Zudem sehe ich auch nicht den Sinn über eine Situation theoretisch zu entscheiden, die ich weder kenne, noch in irgendeiner weise vorraussehen kann, wie ich mich fühle in der Situation - und wenn ich nichts fühle, dann ist es mir letztendlich auch egal.Wer sich noch weiter mit dem Thema Patientenverfügung beschäftigen will oder direkt eine solche erstellen will, der sollte folgende Links beachten: Malteser PDF-Dokument mit Vordruck Formulierungshilfe des Bundesministeriums f. Justiz (PDF) Information und Muster - Ärztekammer Hamburg Um alle Eventualitäten auszuschliessen sollte man mit einem Anwalt und dem Hausarzt Rücksprache halten.
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement. |
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#2 |
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Beiträge: n/a
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Allerdings sehe ich das Thema und die Problematik völlig anders. Es geht tatsächlich darum, daß man das Recht zum Sterben haben darf. Und muß! Das Leben, sobald es "vegetieren" bedeutet, kann zur Qual werden. Auch wenn ich nicht mehr fähig bin, der Folter ein Ende zu setzen, so sollte ich immerhin über die Möglichkeit verfügen, der Eventualität vorzubeugen. |
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#3 |
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.:Big Al:.
Registriert seit: 11.10.2006
Ort: Lünen
Beiträge: 64
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Ich kann nur für mich sprechen. Also ich will Leben und wenn es noch so qualvoll ist. Ich finde es sollte aber jedem freigestellt sein darüber zu entscheiden, die Frage ist nur inwieweit kann man das. Solange noch ein Funke Hoffnung besteht, solange noch niemand wirklich zu 100 % sterben wird an seinen Qualen, sollte auch so eine Verfügung nicht greifen. Wer kann wenn er gesund ist schon sagen, das er sterben will, in einer bestimmten Situation!
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#4 |
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Registriert seit: 24.12.2003
Ort: Keksdose ;)
Beiträge: 838
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Wenn ich nicht so faul wäre, hätte ich bereits eine... Ah neben der Faulheit noch die wenige Zeit und der viele Stress.... Deshalb brauch ich sie ja auch
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Es ist manchmal besser, überhaupt nicht zu denken als intensiv und falsch zu denken. George Bernard Shaw (1856-1950) |
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#5 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.913
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Hier verschwimmt mMndie Grenze zwischen Unterlassung einer Maßnahme und Sterbehilfe. Wenn ihr im Koma liegt, dann habt ihr keine Schmwerzen, ihr kriegt nichts mit. Was ist daran schlimm, wieso wollt ihr diesen Zustand vermeiden? Woher wollt ihr wissen wie ihr euch in dem Moment entscheiden würdet - woher nehmt ihr die Sicherheit soetwas jetzt - unter ganz anderenBedingungen - entscheiden zu können?
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement. |
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#6 |
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Registriert seit: 22.06.2006
Ort: hessen
Beiträge: 192
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Ich will nicht künstlich am Leben gehalten werden, wenn nicht wirklich eine Chance auf Besserung besteht. Zum Glück weiß ich, dass meine Eltern die in so einem Fall die Entscheidung ob Geräte an oder aus in meinem Sinne entscheiden. Durch Vorfälle in meiner Familie die zum Teil auch mich betroffen haben, haben wir uns damit schon oft auseinander gesetzt. Ich möchte einfach nicht, wenn mein Leben eh nur noch ein Häufchen Elend ist, dass auch noch meine Angehörigen unter dieser Situation leiden. Im Gegenteil finde ich es sehr egoistisch auf biegen und brechen noch ein paar Monate vielleicht auch Jahre auf die erst beste tödlich verlaufenden Lungenentzündung zu warten. Den Tod kann man verarbeiten, ein immer wiederkehrendes hilflos daneben stehen nicht.
Wegen mir soll keinem ein zukünftiges glückliches Leben verwehrt bleiben.
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Before you can be old and wise, you must be young and stupid |
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#7 |
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Photonenwissenschaftler
Registriert seit: 26.07.2006
Beiträge: 79
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Ich sehe das so wie Jockel. Solange die Chance auf ein "normales" Leben besteht, moechte ich am Leben erhalten werden. Unter "normalem" Leben verstehe ich, dass ich mich immernoch selbststaendig bewegen kann und in der geistigen Verfassung bin meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ich will aber nicht zur Last werden oder mein ganzes restliches "Leben" lang in meinem Bett vegitieren.
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#8 |
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Beiträge: n/a
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Ich verstehe nicht was Du verteidigst. Darf man, nach Deiner ureigenen Überzeugung, nun nicht mal mehr ganz normal verrecken? Einer letalen Krankheit zu erliegen hat definitiv nichts mit Suizid zu tun. Hippokrates von Kos hätte niemals Todgeweihte künstlich am Leben erhalten wollen. |
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#9 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.913
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement. |
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#10 |
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Registriert seit: 05.07.2006
Ort: Quickborn
Beiträge: 72
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Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu bleiben. - Christian Morgenstern (1871 - 1914) |
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#11 |
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Registriert seit: 22.06.2006
Ort: hessen
Beiträge: 192
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naja der grund meine Angehörigen nicht Jahre lang aufs Äuserste zu belasten obwohl eh keine Hofnung mehr besteht ist für mich Grund genug so eine Verfügung zu schreiben. Mich würde der Gedanke an meine Eltern die nicht mehr Lachen können sehr belasten
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#12 |
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Beiträge: n/a
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Im Verlauf Deiner künftigen Ausbildung, Fokker,
hoffe ich inständig, daß Du zur Realität findest. Dein Enthusiasmus ist ebenso bewundernswert wie naiv. Ich erinnere, daß wir dieses Thema bereits hatten. Was ich Dir abspreche ist Lebenserfahrung! Möge Dein Lebensweg weit von üblen Krankheiten entfernt sein. |
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#13 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.913
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Ich verstehe nicht worauf du hinaus willst. Ob ich nun eine solche Verfügung aufsetze ist meine Sache. Aber sicherlch zeugt es nicht von mangelnder lebenserfahrung keine Aufzusetzen, bzw. wäre das eine arge Verallgemeinerung.
Anscheinend musst du dich ja angegriffen fühlen, wenn ich nach deinen Beweggründen frage, Jockel und LPM waren in dieser beziehung ehrlich. Wenn du dich dazu nicht äußern möchtest ist das auch ok, aber dann sag es doch bitte. Ich stelle mich diesen Verfügungen nicht in den Weg, wer sich dessen sicher ist, soll sie ausfüllen und es wird Ärzte geben die in seinem Sinne handeln. Ich werde sie jedoch nicht ausfüllen. Ich hege auch keinen Enthusiasmus, dass die Medizin in der zeit in der ich künstlich am Leben erhalten werde Fortschritte macht und so eine Heilung zuläßt. Im Koma zu liegen, beatmet und künstlich ernährt zu werden, halte ich zwar nicht für erstrebenswert, aber aufgrund des ausgeschalteten bewußtseins meine ich mir weitaus größere Qualen vorstellen zu können. Die kann man aber nicht durch eine Patientenverfügung beenden.
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#14 |
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Beiträge: n/a
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Nee Fokker, so einfach ist das nicht. Auch geht es nur partiell um Koma und Agonie(im weitesten Sinne). Im Grunde, so ist meine Sichtweise, geht es letztlich nur um das ureigene Recht des Individuums seine Existenz freiwillig beenden zu können. Will sagen: " Ist meine Existenz, mein Leben, für mich, aus welchen Gründen auch immer, unerträglich, so kann und darf niemals die abstruse Gesetzgebung außenstehender Theoretiker meine persönliche Qual verlängern. Ist es denn wirklich so abwegig, daß man nicht gerettet werden will? Und können, dürfen und müssen diese, persönlichen, Gründe nicht einem Jeden selbst überlassen bleiben? Was ist so verrucht daran, daß man einfach nicht gerettet werden will? Schau´ mal. Ich habe dieses erbärmliche und maßlos qualvolle Sterben innerhalb meiner nächsten Verwandschaft mehrfach bis zur Neige auskosten dürfen. Mithin bin ich ein "gebranntes Kind". Nur mein Großvater bat, 1967, darum, man möge ihn erschießen. Der Rest, meine Mutter, mein Onkel usw., litt schicksalsergeben und hoffnungsfrei über lange Monate bis zum Ende. |
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