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Alt 15.08.2006, 13:19   #1
Fokker
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Cool Die Frauen sind schuld!

So oder so ähnlich hörte sich letztens ein Radio-Bericht über das Problem der kinderlosigkeit von Frauen in Deutschland an. Offensichtlich ist das ein gutes Thema für das Forum Gesellschaft, darum hab ich mal einen Artikel ausgegraben.

Zitat:
Die Frau der unmittelbaren Gegenwart ist in aller Regel aktiv, berufstätig, selbstständig und verdient meist ihr eigenes Geld, ganz gleich, ob sie gebunden ist oder nicht. Zu ihrem selbstverständlichen Sein gehören Autonomie und als höchstes Ziel die Selbstverwirklichung. Wenn es darüber hinaus zeitlich passt und ein adäquater Partner in der Nähe ist, denkt sie eventuell auch über Kinder nach. Eventuell. Kinder sind für sie eine Option, keine Selbstverständlichkeit.

Ziehen wir Bilanz nach fast einem halben Jahrhundert Feminismus und Frauenemanzipation. Es werden so viele Ehen geschieden wie noch nie zuvor. In immer weniger Haushalten wird regelmäßig oder gar zeitaufwändig gesund gekocht.

Betrachten wir einmal den soziologischen und biologischen Kontext. Der Mann steht in der Schöpfung als der aktive, kraftvolle, starke und beschützende Part, die Frau dagegen als der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil. In den zurückliegenden Jahrtausenden richtete die Menschheit ihre Lebensform nach dieser Aufteilung aus, die Rollen waren klar definiert.

Der Mann ging zur Jagd, später zur Arbeit und sorgte für den Lebensunterhalt der Familie, die Frau kümmerte sich um das Heim, den Herd, die Kinder und stärkte ihrem Mann den Rücken durch weibliche Fähigkeiten wie Empathie, Verständnis, Vorsicht.
Welche Gnade sich in dieser schöpfungsgewollten Aufteilung findet, kann man heute nur noch selten beobachten. Wenn sie aber eingehalten wird, so hat das in aller Regel dauerhafte Harmonie und Frieden in den Familien zur Folge. Kinder, die in einem funktionierenden Biotop familiärer Stabilität aufwachsen – mit der anwesenden Mutter –, bringen durch diese Prägung auch für ihre eigene, künftige Familienplanung eine bindungsfähigere, solidere Basis mit.

Seit einigen Jahrzehnten verstoßen wir Frauen zunehmend gegen jene Gesetze, die das Überleben unserer menschlichen Spezies einst gesichert haben. Wir missachten sie, weil wir glauben, uns selbst verwirklichen zu müssen und mindestens genauso gut zu sein wie Männer.
Quelle: Cicero.de

So, ich hoffe jetzt weiß wirklich jeder, wer woran die Schuld trägt.
Wer sich aufregen möchte, sollte den ganzen Artikel lesen. *g*

Also stimmt der Ausspruch, "die Frauen sind schuld am demographischen Wandel"? ich gebe zu, dieser Artikel ist sehr einseitig, aber ich wollte mit ihm auch provozieren (den hat übrigens eine Frau geschrieben)

Was meint ihr? Woran liegt es denn nun, dass wir eine immerälter werdende Gesellschaft haben und Frauen "nur" 1,4 Kinder im Durchschnitt kriegen?
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Alt 15.08.2006, 17:45   #2
Drusilla
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AW: Die Frauen sind schuld!

Wenn ich sowas lese platzt mir doch echt die Hutschnur!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
GGGGGGGGGGGGRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRGGGGGGGG GGGGGGGGGGGGGG

*Beruhig dich Dru*
*Tief ein und aus atmen*
*bis 10 zählen*

Okay, vielleicht mag das ja für die eine oder die andere Frau stimmen.
Es gibt aber genauso Frauen, die einfach mal auf den Haushaltsplan geguckt haben und festgestellt haben, daß wenn 1 Einkommen wegbricht, man weder das Haus(die Wohnung), noch ein Kind damit erhalten könnte.
Vielen Frauen wäre es recht, wenn sie einfach auch mal zu Hause bleiben könnten. Aber wer kann sich das in unseren Zeiten denn überhaupt wirklich leisten, ohne direkt Hartz IV zu bekommen?

Sowas kann doch nur von einer geschrieben worden sein, die entweder so häßlich ist, daß sie keinen Mann abkriegt, oder, die noch nie nen kinderwunsch gehabt hat (geschweige denn, daß sie weiß wie man sowas schreibt!).

Kisses
Dru

*immer noch auf 180*
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Alt 15.08.2006, 21:50   #3
LPM
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AW: Die Frauen sind schuld!

Interessanterweise ist die Eva Herman selber berufstätig. In der Zeit, in der sie unproduktiverweise in der Tagesschauredaktion saß, hätte sie problemlos noch 5 "Junge werfen" können. Und damit Deutschland vom Aussterben retten können.

Zu Zeiten von Hartz IV ist warscheinlich nicht möglich, dass sich alle Familien ihren Kinderwunsch erfüllen können. Es wäre unverantwortlich ein Kind in die Welt zu setzen, wenn die Versorgung des Kindes nicht gewährleistet ist.

Zudem spielen auch mehrere soziale Gründe eine wichtige Rolle. Es gibt nicht genügend Kindergarten- und Hortplätze um die Kinder von Berufstätigen zu betreuen.
Bei der steigenden Anzahl der Akadermikerinnen können ruhig die Väter, die z.B. "nur" einen einfachen Beruf erlernt haben oder nicht so viel verdienen wie die Frauen, sich um die lieben Kleinen kümmern. Dieses wird in dieser Gesellschaft aber noch nicht akzeptiert, sondern wird nur müde belächelt.

Würden die Rahmenbedingungen stimmen, so würde es bestimmt auch mehr Kinder geben.

PS: Ich habe mir nicht das ganze sinnlose Geblubber von der Frau durchgelesen, dafür ist mir meine Zeit zu kostbar.
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Alt 15.08.2006, 22:56   #4
Killerkeks
 
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AW: Die Frauen sind schuld!

Sind wir mal ehrlich... Frauen sind ne gute Ausrede - aber nicht der Grund.

Hätten wir:
  • ne anständige Kinderbetreuung
  • keine sinkenden Reallöhne
  • Perspektiven
  • Zukunftsaussichten
  • kinderfreundliche Mitbürger

Ach was sag ich... hätten wir eine Politik, die auf Familien achtet, dann wäre das auch gar keine Frage...

Wenn ich mir angucke, dass man heutzutage 44h/Woche arbeitet, Überstunden nicht bezahlt werden, man dafür dann 1300.- BRUTTO erhält und davon sich und seine Kinder versorgen soll - und bald wohl auch noch die Eltern... Dann gott verdammt verzichte ich auf Kinder... Ich möchte nicht auf Teufel komm raus Kinder, um sie dann unter ner Brücke großzuziehn und die Schulbücher nicht zahlen zu können...

Ich wollte eigentlich schon von früh auf später Papa werden - ich hätte wohl 30 Jahre früher geboren werden sollen - oder 30 Jahre später (?!)
Naja was gibts für nen besseren Zeitpunkt Kinder zu kriegen als mit 67? Dann darf ich endlich zu Hause bleiben und muss womöglich eh alle 2h aufs Klo, dann kann ich auch zu dem kleinen Kerl/dem kleinen Mädel...


kex
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Es ist manchmal besser, überhaupt nicht zu denken als intensiv und falsch zu denken.

George Bernard Shaw (1856-1950)
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Alt 16.08.2006, 09:11   #5
Drusilla
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AW: Die Frauen sind schuld!

Recht hast Du Killerkeks!!!!!!!!!!!!!!!1

Und genauso geht fast jeder 3. Familie!

Kisses
Dru
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Alt 21.08.2006, 18:02     #6
Fokker
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AW: Die Frauen sind schuld!

Zumindest zum Teil ist Eva Herman durch eine Studie widerlegt:
Zitat:
Kinder berufstätiger Mütter hätten häufiger schulische Probleme, behauptet «Tagesschau»- Sprecherin Eva Herman. Das hat eine Studie der Bonner Universität jetzt widerlegt.

Herman schrieb in der Zeitschrift «Cicero», fast die Hälfte aller Kinder in Deutschland hätten bei vorschulischen Untersuchungen daher «deutliche Defizite wie motorische oder sprachliche Störungen» gezeigt. Laut den Bonner Wissenschaftlern sind aber gerade Kinder berufstätiger Mütter in der Schule erfolgreich. Das sagte die Psychologie-Professorin Una Röhr-Sendlmeier der Zeitschrift «Super Illu».
Netzeitung.de

Tja, die gute Frau hat sich da doch etwas sehr ereifert in ihrem Pamphlet.

Zum Thema: Ich muss meinen Vorrednern nur Recht geben, die Rahmenbedingungen sind nicht gut.
Einerseits will die Regierung, dass die Bundesbürger sich munter vermehren, versucht genug Kindergartenplätze zu schaffen (ist ja wohl aber noch nicht gelungen) und andererseits wird es immer schwieriger mit dem Lohn über die Runden zu kommen. Ob das nun Mehrwertsteuererhöhung, Gesundheitsreform oder was-weiß-ich ist.

Hinzu kommt das Problem, dass es nicht die Lösung sein kann, Kinder in den Hort abzuschieben, denn dann brauche ich mit meiner Freundin keine Kinder bekommen, wenn diese sowieso bei der Kindergärtnerin aufwachsen!
Wo wir wieder beim alten Problem sind, ein Gehalt allein reicht oftmals nicht.
Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht, Kindergärten an Betriebe anzuschliessen, so wie es damals in der DDR praktiziert wurde. Dazu müsste man aber erstmal die Betriebe bekommen...

Junge Leute sind sowieso schon arg belastet. Das beste Alter zum Kinder kriegen liegt ja zwischen 20 und 30 Jahren, nur drängt sich alles in diesem Lebensabschnitt: Berufseinstieg, Studium, Karriere, eher geringer Verdienst usw.
Da müssen die jungen Pärchen erstmal die Zeit zum Kinder kriegen finden. Vor allem müssen die Eltern ja auch beide erstmal berufserfahrung sammeln, denn es bringt nichts sein Examen, Diplom etc. gerade in der Tasche zu haben und danach gleich Vater- oder Mutterschaftsurlaub nehmen zu müssen.
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Alt 21.08.2006, 19:01   #7
Jockel
...
 
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AW: Die Frauen sind schuld!

Ich bin auch der Meinung, dass nicht die Frau an dieser Miesere schuld ist. Vielmehr ist es die Gesamtsituation.
Ich entscheide mich nicht alleine für oder gegen ein Kind, sondern mit meinem Partner zusammen. =>Männer sind genauso schuld.
Letztens kann noch tatsächlich ein Typ mit der Meinung an, dass ja auch so viele Frauen noch nichtmal einen Partner hätten und wenn sie sich endlich binden würden, dann hätten sie auch Kinder. Als wenn die Frauen alleine daran schuld sind, dass so viele arme Männer in Deutschland keine abbekommen.
Nicht jede ist so dumm und nimmt den erst besten Sch...z um anschließen dumm aus der Wäsche zu gucken.
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Alt 21.08.2006, 22:05   #8
Robroy
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AW: Die Frauen sind schuld!

Zitat: LPM
Interessanterweise ist die Eva Herman selber berufstätig. In der Zeit, in der sie unproduktiverweise in der Tagesschauredaktion saß, hätte sie problemlos noch 5 "Junge werfen" können. Und damit Deutschland vom Aussterben retten können.

Interessant ist doch: Unter den westlichen Industriestaaten gehören die USA zu den wenigen die kein Problem mit zu wenig Nachwuchs haben. Frau Herman zufolge müsste das Bedeuten dass sich die Frauen dort weniger der pösen Emanzipation hergeben und mehr im Haus arbeiten. Laut diesem Artikel weit gefehlt:
Zitat:
While American women work 36 hours per week on average, Dutch women put in only 24 hours per week, while German women work 30 hours.
...
The economists Ronald Schettkat and Richard Freeman have calculated that American women spend ten hours per week less on cooking, cleaning, and childcare than European women do.
Der Artikel beschäftigt sich generell mit den Unterschieden in der Arbeitszeit von Europäern und US-Amerikanern, um dann insbesondere auf die Unterschiede der Arbeit von Frauen auf beiden Seiten des Atlantiks einzugehen. Demnach verdienen Frauen in den USA mehr Geld, welches wiederum dazu verwendet wird andere für Haushaltsdienste die nicht selber verrichtet werden können zu bezahlen und so wiederum Arbeitsplätze schafft.
Das Problem in Europa sieht die Autorin darin dass hohe Steuern und Sozialleistungen den Anreiz erhöhen nicht zu arbeiten.
Wie auch immer man das sieht, der Artikel zeigt dass Job und Kinder sich nicht ausschließen müssen.
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Alt 22.08.2006, 15:50   #9
Scone
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AW: Die Frauen sind schuld!

Ihr vergeßt die Männer!
Wenn ein Mann mit einer Frau Kinder hat und sich von der Frau trennt, muss er -dank der deutschen Justiz- ewig Unterhalt zahlen. Das schreckt doch ab...
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Alt 22.08.2006, 18:37   #10
Jockel
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AW: Die Frauen sind schuld!

Also sind die Männer schuld, da sie wissen, dass sie eh nicht beziehungsfähig sind und sich irgendwann eine andere suchen??? Oder wie soll ich das verstehen
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Alt 22.08.2006, 19:22   #11
Drusilla
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AW: Die Frauen sind schuld!

Die Frau wollte sich doch nur irgendwie ins Gespräch bringen, damit auch wirklich jeder, ihr neues Buch kauft.
Mich sollt nicht wundern, wenn es jetzt ein totaler Reinfall für sie wird!

Kisses
Dru
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Alt 22.08.2006, 21:30   #12
Robroy
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AW: Die Frauen sind schuld!

Zitat: Drusilla
Die Frau wollte sich doch nur irgendwie ins Gespräch bringen, damit auch wirklich jeder, ihr neues Buch kauft.
Sicher, aber nachdem das Buch auch das Thema Emanzipation behandelt gehe ich schon davon aus dass sie ihr Gesabbel selber glaubt.

Zitat:
Mich sollt nicht wundern, wenn es jetzt ein totaler Reinfall für sie wird!
Mich schon, eine der Grundregeln des öffentlichen Auftretens: Es gibt keine negative PR, sich mit provokativen Aussagen ins Gespräch zu bringen, und seien sie auch noch so hirnlos, zieht immer.
Ich werde mir das Buch sicher nicht kaufen, aber es finden sich bestimmt genügend Neugierige.
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Alt 22.08.2006, 23:27   #13
Drusilla
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Ich finde es halt immer wieder lächerlich, wenn jemand, der ungefähr 180.000.000.000.000 (So ca. ) Angestellte hat, mir etwas übers Leben erzählen will.
Wenn der/die mal ne Woche mit mir tauschen würden..... hach, das fänd ich doch mal klasse!

Das Buch kauf ich mir auf gar keinen Fall. Und ich kenne viele, die es auch nicht kaufen werden. Für mich wirkt sich das direkt beruhigend aus. Ich weiß, daß nicht alle in diesem Land verblödet sind! Macht dann doch direkt mehr spaß weiter arbeiten zu gehen!