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#1 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.968
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Viele Lehrstellen werden von Abiturienten besetzt. Sei es, weil das Abitur als Vorraussetzung vom Arbeitgeber angesehen wird oder weil der Abiturient vor seinem Studium noch eine Lehre absolvieren möchte.
Dementsprechend hat man mit einem Realschulabschluß schon keine Chance mehr an viele Ausbildungsstellen zu kommen. Meiner Meinung nach zeichnet sich hier eine Entwicklung ziemlich deutlich ab, die eigentlich schon seit langem bekannt ist: - Der Hauptschulabschluß ist eigentlich nichts wert. - Der Realschulabschluß reicht nicht mehr für jeden Ausbidungsberuf aus. Dadurch gehen viele Lehrstellen verloren, da sie von Abiturienten besetzt werden, die Deutschland viel besser an Universitäten und Fachhochschulen gebrauchen könnte. Schuld daran sind Betriebe, die Vorraussetzungen fordern die eigentlich überflüssig sind. Schuld daran ist unser Bildungssystem, dass diese Abschlüsse nicht den Anforderungen anpaßt.
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement. |
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#2 |
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Registriert seit: 24.12.2003
Ort: Keksdose ;)
Beiträge: 838
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AW: Azubi-Abiturienten
Du hast jetzt keine Frage gestellt, aber ich gehe mal auf deinen Beitrag ein. Ich habe ne durchschnittliche Mittlere Reife gemacht und direkt ne Ausbildung gefunden. 2 Bewerbungen, 2 Großfirmen, 2 Zusagen. Und ich weiß, dass ich sehr wohl ein Einzelfall bin.
Schuld ist das System in Gänze betrachtet. Gleiches Spiel wie bei den "Großen", halte ich die Anzahl der freien Stellen möglichst geringe, kann ich mir die Besten auswählen. Der ach so tolle Ausbildungspakt ist gescheitert, da kann ihn ein Herr Klos oder die IHK/HWK/FDP noch so toll reden. Wie hat ein FDPler doch so schön gesagt: "Die Unternehmen kommen ihrer Pflicht vorbildlich nach. Immerhin bilden 72% der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern aus" Das sind 28% (fast 1/3) das es nicht tut. Und es ist ein Tritt in jedes einzelne Gesicht der Azubis. Schuld ist die marode bzw. nicht existierende Integrationspolitik und die nicht vorhandene Perspektive auf Hauptschulen. Schuld ist das marode Schulsystem und schuld sind die egoistischen Betriebe. Mit einem Hauptschulabschluss konnte ich früher problemlos im Handwerk einen Job finden - heute geht das kaum mehr. Was aber ist das Ende des Lieds? Ein Kind muss von den Eltern aus auf das Gymnasium - daran führt kein Weg vorbei. Unter stetig wachsendem Erfolgsdruck muss das Kind es durchstehen. Unter Allen Umständen wird es durchgeschleift... Das kann nicht die Lösung sein. Was also sind Alternativen? Ich sage:
Um mal ein Bruchteil an Ansatzmöglichkeiten anzubieten. kex PS: Da der Bildungsweg in eindeutiger Verbindung zur sozialen Herkunft steht, sind wir somit auf dem Besten Weg zu einer weiteren Zweiklassen-Gesellschaft.
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Es ist manchmal besser, überhaupt nicht zu denken als intensiv und falsch zu denken. George Bernard Shaw (1856-1950) |
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#3 |
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Beiträge: n/a
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AW: Azubi-Abiturienten
Neulich holte ich meine Tochter von der Schule ab.
Ich stieg aus dem Auto und gesellte mich zu den am Schulparkplatz/Bushaltestelle wartenden Schülern. Zunächst verstummten sämliche Gespräche und man beäugte mich wie einen Alien. Nach kurzer Zeit war das Ungewöhnliche vergessen und man verhielt sich wie zuvor. Gegen 13:00 Uhr waren Schüler der 6.; 7.; 8. und 9. Klasse anwesend. Vorab klärend muß erwähnt werden, daß meine Tochter eine Gesamtschule mit den Zweigen H, R und G besucht. Wie mir später erklärt wurde, waren ausschließlich Schüler der Zweige H und R anwesend. Nun zu Dem, was ich erzählen will: In dieser hessischen Kleinstadt ist der Ausländeranteil mit ca. 10% recht gering. Trotzdem hatte ich erheblich Mühe den Unterhaltungen um mich herum auch nur ansatzweise folgen zu können. Erst nach einigen Minuten begriff ich, daß der überwiegende Teil der Konversation aus sich ständig wiederholenden, sinnfreien Floskeln bestand. Meine Tochter erzählt, daß es nahezu keinerlei Kommunikation zwischen dem gymnasialen Zweig und den Haupt- und Realschülern gäbe. ? Ich bewerte das, entgegen meiner Gewohnheit, ausnahmsweise und in der Hoffnung die Diskussion zu fördern, nicht. |
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#4 |
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Registriert seit: 24.12.2003
Ort: Keksdose ;)
Beiträge: 838
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AW: Azubi-Abiturienten
Und warum nicht? Weil man ja was besseres ist und sich über andere stellt. Ein Klischee walten lässt... Dies hab ich schon nahezu überall festgestellt. Lernt man aber jene mal besser kennen, würde es auch anders laufen... vorurteile...
Hab ich bei uns mitm Jugendzentrum festgestellt... "Äh dagehn wir nich hin, da sind nur die Assozialen Haupschüler", hat man sie aber mit sanfter Gewalt dorthin gezwungen, waren sie aufeinmal begeistert.... Diese Ausgrenzung fördert nämlcih die Integration der Hauptschüler keineswegs... Bei uns gibts diese Probleme mit der Realschule und gymnasium übrigens nciht eher mit Gym/RS gegen Hauptshcule kex
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#5 |
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Beiträge: n/a
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AW: Azubi-Abiturienten
Och Keks!
![]() Um das zu beantworten, muß ich schon wieder einen auf Opa machen. Zu meiner Zeit *g* : Hatten Hauptschüler üblicherweise mit Abschluß fundierte Kenntnis der 4 Grundrechenarten, des Dreisatzes, das Wissen über die Funktion des Staates, eine akzeptabele Schrift und die Fähigkeit sich in ihrer deutschen Muttersprache weitestgehend fehlerfrei verbal und schriftlich auszudrücken. Frag´ doch einfach mal einen Handwerksmeister der die letzten 25 Jahre naiverweise auszubilden versuchte. Ein Freund ist Optiker- und Hörgeräteakkustikermeister. Er bildet aus Überzeugung aus. Seit Gründung seines Geschäftes vor 13 Jahren hat er nur einen Realschüler ausgebildet. Der Rest waren Abiturienten. Zur Bewerbungsbewertung zog er mich häufig, mit der Bitte um eine fachfremde Beurteilung, hinzu. Die, sogenannten,Bewerbungen waren häufig absolute Lachnummern. Supertoll mit dem Computer ausgedruckt und schön bunt. Aber vor orthographischen und interpunktionellen Fehlern strotzend. Mit Mathe oder Physik 4/5 bewirbt sich ein solches Rindvieh bei einem Optiker! Da ich beruflich sehr viel mit dem Handwerk zu tun habe, hörte ich die abstrusesten Geschichten. Da bewirbt sich einer bei einem Klempner, der aber gleich vorausschickt, daß er hofft, da eigentlich nur an der theoretischen Seite interessiert, eher selten mit mühsamen Arbeiten betraut zu werden (und legt gleich noch ein Attest bei). Bei einem Zimmermann landet die Bewerbung, daß man den Umgang mit Holz zwar liebe und auch schon einige Modellfugzeuge auf Balsaholzbasis gebastelt habe, aber leider nicht schwindelfrei sei und unter Höhenangst leide. Der Fernsehtechnikermeister stellt einen Lehrling ein, dessen mathematische Kenntnisse Addition und Subtraktion kaum umfassen, der aber sein Zeugnis beinahe genial gefälscht hatte. In den 90ern bewarben sich bei mir Jungs mit der verblüffenden Argumentation schonmal eine Soundkarte eingebaut zu haben. Ich verstehe wirklich nicht mehr, was die Schulen ausstoßen. ![]() |
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#6 |
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Registriert seit: 24.12.2003
Ort: Keksdose ;)
Beiträge: 838
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AW: Azubi-Abiturienten
Abschließend die Frage:
Fehler eines jeden einzelnen Schülers oder des Schulsystems? kex
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#7 |
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Beiträge: n/a
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AW: Azubi-Abiturienten
Nee Keks!
Nicht abschließend. Gewiß kann man dem System so einiges anlasten, aber das eigentliche Problem ist, daß der schubkarrenschiebende Baubudenrülps einfach nicht mehr gefragt ist. Im Grunde diskutieren wir hier auch nur Nebenkriegsschauplätze aus. Ein erheblicher Teil der hoffnungsfrohen Jugend hat einfach nicht realisiert wo der Hammer hängt. |
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#8 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.968
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AW: Azubi-Abiturienten
Ähm, zum Baubudenrülps (man erkennt deine Geringschätzung
) ist der Hauptschüler doch erst geworden. Du beschreibst es im vorletzten Beitrag selber:Früher konnte der Hauptschüler mit seiner Qualifikation einen Handwerksberuf problemlos erlernen und ausüben. Natürlich, viele Arbeitsplätze für Geringqualifizierte fallen weg. Aber Handwerker werden wir weiterhin brauchen und da ist es eigentlich nicht richtig, dass Abiturienten diesen Job übernehmen.
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#9 |
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Beiträge: n/a
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AW: Azubi-Abiturienten
Geringschätzung? Ja zweifelsohne!
Eventuell hast Du mich aber trotzdem mißverstanden. Hier bezog ich mich keineswegs auf den Hauptschüler, der seinen Stoff erlernt hat. Vielmehr meinte ich jene Leute, die mit konsequenter Vehemenz Bildung verweigern. Und natürlich hast Du völlig Recht! Auch in meinen Augen wäre es eine absolute Katastrophe, würde für Handwerksberufe das Abitur Voraussetzung. |
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#10 |
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Registriert seit: 24.12.2003
Ort: Keksdose ;)
Beiträge: 838
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AW: Azubi-Abiturienten
Ohne Perspektive, Erfolgschancen und Unterstützung ist das nunmal schwer. Wenn keine Resultate oder positive Tendenzen da sind, dann resigniert man.
Ich denke mal an meine Realschulzeit zurück. War in Mathe fit im Unterricht und Hausaufgaben... kein Thema - in der Klassenarbeiten 3x Blackout... komplett alles weg... Das zert tierisch am Selbstvertrauen - ein Glück hab ich genug davon ^^ Du hast eben ein ganz anderes Bildungsniveau, soziale Umfelder & Elternhäuser als auf Realschulen oder Gymnasien
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#11 |
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Beiträge: n/a
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AW: Azubi-Abiturienten
Nochmal was zur Begriffsdefiniton:
Der "Baubudenrülps"(sächsische Umgangssprache) ist ein Bauhilfsarbeiter. Mithin die Sorte, die die Schubkarre eher selten geradeaus schiebt. Übrigens, der "Straßengrabenverlauser", identische Herkunft s.o., ist ein Synonym für Leitwolf und Kollegen. ![]() |
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#12 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.968
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AW: Azubi-Abiturienten
Eigentlich muss man die drei Schulformen (HS, RS, Gym) abschaffen, so wie sie heute existieren.
Eine neue Struktur müsste her, die auch denen eine Chance verleiht, die früher die Hauptschule besucht hätten. Mit Bildungsverweigerern tut man sich allerdings schwer... Da muss man sich fragen, woher das kommt? Vielleicht ist auch die Perspektivlosigkeit der HS ein Grund dafür.
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#13 |
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Registriert seit: 24.12.2003
Ort: Keksdose ;)
Beiträge: 838
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AW: Azubi-Abiturienten
Ganz deiner Meinung.
Ein Schulsystem und dann ne Aufteilung wie aufm Gymi mit Leistungskursen... Das was man gut kann fordern, das was man weniger gut kann fördern kex
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#14 |
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Schlächter
Registriert seit: 07.05.2004
Beiträge: 382
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AW: Azubi-Abiturienten
Einfache Probleme wie die Bildung unserer Kinder erfordern natürlich auch einfache pragmatische Lösungen. Wenn das mit der Zusammenlegung der Schulen nicht reicht, können wir ja noch jedem ein Laptop in die Hand drücken. Wer da nicht schlau wird, muß doch wohl selbst schuld sein? Ich persönlich halte nicht viel vom Auflösen des dreigliedrigen Schulsystems. Wieso sollten Hauptschüler dadurch plötzlich schlauer werden? Wenn statt einer Menge Haupt- und Realschülern jetzt plötzlich viele schlechte und mitteler "Universalschüler" den Ausbildungsmarkt überfluten, entstehen ja trotzdem nicht mehr Stellen als vorher. Heute ist es ja auch so schlimm, dass man meist ohne das Zeugnis gesehen zu haben, nach einem kurzen Gespräch schon erkennt mit wem man da redet. Auf alle Zeugnise das selbe zu schreiben wird also niemand wirklich weiter helfen. Kosten würde es aber eine Menge. Die Frage ist doch eher wieso unsere Hauptschüler so abgrundtief schlecht sind. Zumindest einige, die ich aus dem Internet kenne, wissen so unvorstellbar wenig, dass dies mit Dummheit oder Faulheit allein nicht zu erklären ist. Wenn man das genaue Problem (oder die Probleme) nicht erkannt hat, kann man nun mal auch keine schlauen Lösungsvorschläge machen, die übers Stammtischniveau hinausgehen. Etwa bin ich nicht davon überzeugt, dass Perspektivenlosigkeit ein entscheidenter Grund für die mangelnde Qualität unserer Hauptschüler ist. Ich bin zwar selbst aufs Gymnasium gegangen, habe mir jedoch eigentlich keinerlei Gedanken über die Zukunft gemacht, besonders weil ich die meiste Zeit noch nicht wußte, was ich später mal machen will. Sind Hauptschüler jetzt die großen Lebensplaner, die schon in der 6. Klasse gedanklich für die Rente vorsorgen, oder wieso ist dort das Unterichten an Hauptschulen für Lehrer immernoch zu "schwer"? Ich würde intuitiv auch meinen, dass normale Menschen in so einer Drucksituation sich eher mehr Mühe geben und somit auch mehr leisten. Wenn ich mich richtig erinnere, ist es doch auch so, dass das Entfernen von Klassenbesten in Schulklassen dazu führt, dass sie die anderen mehr melden und aktiver am Unterricht beteiligen. Auch ist es viel leichter auf das Lerntempo der langsameren Schüler einzugehen, wenn alle gleich langsam sind. Ich etwa habe mich in manchen Fächern auf dem Gymnasium immer gelangweilt, weil ich das Gefühl hatte jemand hätte offensichtlich geistig minderbemittelte so verkleidet, dass sie wie meine Mitschüler aussehen. Welchen Nutzen hat man nun in so eine Klasse jetzt auch noch den nicht mal richtig deutsch sprechenden Hauptschüler zu setzen? Ich sehe das eher als schädlich für die anderen nicht so "blöden" Schüler. Statt also einfach durch Vernichtung der Hauptschule zu verheimlichen, wer selbst nach Jahren noch Probleme mit Lesen, Schreiben und den Grundrechenarten hat, sollte man eher dort ansetzen und diese Probleme mindern. Mir fallen da hunderte Dinge ein, die man in dieser Sache auf Effektivität prüfen könnte. 1. Wieso verdienen Hauptschullehrer etwa noch weniger als die anderen Lehrer? Eigentlich müßten die bei dem, was die sich da antun, noch um einiges mehr verdienen als so ein Lehrer auf dem Gymnasium. 2. Wäre es nicht vielleicht sinnvoll unnötige Fächer abzuschaffen, damit man mehr Zeit für die Kernkompetenzen hat? Mir fallen da etwa Kunst, Musik, Sport und Religion ein. Andere Fächer wie Geographie, Geschichte, Biologie, Chemie und Physik sollte man straffen. Ich messe dem Sammeln von Blättern und Auswendiglernen der Namen von Bäumen nur geringen Wert bei. Stattdessen sollte man mehr Deutsch und Mathematik betreiben, wobei ich den Fokus hier auf Deutsch legen würde. In Mathematik würde dann auch rein wirtschaftliche Dinge ansprechen, etwa wie man sich verschulen kann und was man dagegen tun kann. Vielleicht müßte man das ganze dann in Mathematik und Recht umbenennen oder so. ![]() 3. Auf Hauptschulen gibt es ja vielfach Probleme mit Gewalt, Mobbing usw. Würde es sich nicht vielleicht lohnen je nach Schule 5-10 schlecht bezahlte Leute einzustellen, die einfach den ganzen Tag das Schulgelände kontrollieren? Die Lehrer kommen mit der Pausenaufsicht doch auch nicht hinterher. Ich hab schon sehr oft von Fällen gehört, wo sich Leute nicht mehr auf ihre Hauptschule trauen, weil sie dort geschlagen oder bedroht werden. Damit Leute weniger gehänselt werden, wären sich auch vom Staat bezahlte Schuluniformen interessant. So sieht keiner mehr arm oder unmodisch aus. 4. Ich denke man sollte die ganze Art zu unterrichten überdenken. Lernen sollte spannend sein und Spaß mache. Beides trifft aber aktuell für das Lernen in der Schule nicht zu. Die Leute auf dem Gymnasium machen trotzdem aus den verschiedensten Gründen ordentlich mit, aber die Hauptschüler werden gern unruhig und stänkern in der Klasse rum. So entsteht erst keine richtige Atmosphere zum Lernen. Ich habe mir deswegen überlegt, was man da machen könnte. Wirklich tolle Sachen sind mir nicht eingefallen. Erst dachte ich, dass man eventuell spannendere Lernvideos konzepieren könnte, die auch mit größerem Aufwand produziert werden. Ruhig fernsehen fällt vielen Hauptschülern leichter. Dort könnten dann Personen in ihrem Alter den aktuellen Stoff in praktischen Beispielen zum Anschauen "erfahren". Das entlastet auch den Lehrer, der danach wirklich nur noch auf die Probleme der Schüler eingeht und keine Zeit mehr mit der Vermittlung von Wissen verschwendet. Doch weiß ich, dass wir in der Schule auch so komische Filme im Erdkundeunterricht über die Sahel-Zone, den Erdkohleabbau oder irgendwelche Probleme in Russland angesehen haben. Vom Inhalt weiß ich aber nichts mehr. Geht man also mit solchen Videos schlecht um, ist dies eher schädlich und nach meiner Erfahrung machen der Staat und die Lehrer immer alles falsch, was man falsch machen kann. Also wäre hier nur eine idioten-sichere Lösung akzeptabel. Helfen würde es wohl, wenn die Schüler mehr Respekt vom Lehrer haben und auf diesen hören würden. Wenn der Lehrer Ruhe sagt, müßte Ruhe sein. Das klappt heute nicht mehr, da den Schülern ja auch nicht mehr wirklich viel passieren kann. Der Rohrstock ist verboten und schlechte Noten kümmern die meisten nicht. Ir |