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Alt 10.10.2004, 02:53   #1
Fokker
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Daumen runter Afghanistan: Unregelmäßigkeiten bei der Wahl

Die erste freie Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist jetzt vorbei. Befürchtete Angriffe von Taliban blieben aus.
Allerdings gab es Probleme bei der Stimmabgabe. So hatten einige Wähler zwei Wählerausweise. Um eine doppelte Stimmabgabe zu verhindern, wollte man den Wählern die Daumen mit einer wasserfesten Tinte schwarz färben. Dies mißlang und viele Afghanen wuschen sich einfach die Tinte ab.

Andere berichteten, sie wären bedrängt worden ihre Stimme einem bestimmten Kandidaten zu geben.
So kommt es auch, dass 14 der 18 Kandidaten Neuwahlen fordern.

Karzai hingegen erklärte die Wahl für legitim.

Zitat:
Zum Beweis für die Wahlfälschung gestanden einige Kandidaten sogar ein, sich selber strafbar gemacht zu haben. Sayed Abdul Hadi Dabir brüstete sich, fünfmal Stimmzettel in verschiedene Urnen eingeworfen zu haben. Ebenso stolz berichtete er, dass seine Anhänger viele Karzai-Wähler von der Stimmabgabe abgehalten hätten. Wie das passiert war, wollte er nicht sagen. "Wir kämpfen mit den gleichen Waffen wie die Betrüger", sagte er und ging ins Haus. Dort wollten die Kandidaten bei einem Mittagessen das weitere Vorgehen besprechen. Am Ende des Tages aber blieben sie bei ihrem Boykott und der Forderung nach Neuwahlen.
[SPI]http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,322414,00.html[/SPI]
Mein Gott.
Bestätigt das die Behauptung, dass in einem arabisch/islamischen Land keine Demokratie möglich ist?
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Alt 10.10.2004, 11:28   #2
Tequila!
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AW: Afghanistan: Unregelmäßigkeiten bei der Wahl

Zitat: Fokker
Bestätigt das die Behauptung, dass in einem arabisch/islamischen Land keine Demokratie möglich ist?
Das is ja so falsch. Es gibt auch arabisch/islamische Länder, in denen die Staatsform eine Demokratie ist. Als Beispiele sind dort Ägypten und die Türkei zu nennen.

Es zeigt allerdings, dass man einem Land die Demokratie nicht aufzwängen kann. Diese ist ein langwieriger Prozess. In den europäischen Staaten hat das mehrere Jahrzehnte gedauert.

Das Problem ist auch, dass der Karsai ja von den USA und ihren Verbündeten eingesetzt wurde. Frei nach dem Motto: "Es braucht einen Präsidenten, nehmen wir den, der uns am besten passt." Das so eine Milchmädchenrechnung natürlich nicht so einfach aufgeht hätte den Verantwortlichen eigentlich klar sein sollen.
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Tequila!

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Alt 10.10.2004, 12:33   #3
Tequila!
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AW: Afghanistan: Unregelmäßigkeiten bei der Wahl

Oh, da is mir nochwas eingefallen:
Der Karsai war ein hohes Tier bei Union Oilcompany of California (UNOCAL). Diese Firma wollte noch vor dem 11. September 2001 eine Pipeline von Turkmenistan, durch Afghanistan nach Pakistan bauen um die Öl und Gasvorräte für die USA erschließen zu können. Zu dumm nur, dass die Taliban nicht für die genügende Stabilität in ihrem Land sorgen konnten.
Und jetzt ist ein UNOCAL Mitarbeiter Präsident von Afghanistan. Und ein anderer wurde vom Bush zum Gesandten der USA ernannt. Tolle Regierung!
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Tequila!

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Alt 10.10.2004, 13:14   #4
Gothmog
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AW: Afghanistan: Unregelmäßigkeiten bei der Wahl

Jahrzehnte? Die Entwicklung der Demokratie in Europa hat viele Jahrhunderte gedauert.
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Alt 10.10.2004, 14:00   #5
Leitwolf
Querschläger
 
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Leitwolf befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
AW: Afghanistan: Unregelmäßigkeiten bei der Wahl

Demokratie und Rechtsstaat kann man nur langfristig anstreben. Kurzfristig wäre für Afghanistan eine starke, säkularisierte (Militär-)Diktatur das Richtige.
Wenn sich die Lage dann stabilisiert hat (nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch wirtschaftlich), dann kann man langfristig über die Einführung demokratischer Strukturen nachdenken.
__________________
"Political correctness is tyranny with manners".
Charlton Heston

Lieber eine Waffe in der Hand, als einen Polizisten am Telephon.

Leute die keine Waffe besitzen sollten, halten sich nicht an Waffengesetze.
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Alt 10.10.2004, 17:38   #6
tdd
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AW: Afghanistan: Unregelmäßigkeiten bei der Wahl

Hi
so schlecht ist die Wahl gar nicht gelaufen. Ok, es war sicher keine Perfekte Wahl, wie wir es z.b. in Deutschland erwarten. Aber für die allereste Wahl in Afganistan, in einem Land, wo Chaos die Normalität darstellt, lief es wirklich überraschend gut. Auch die OSZE nannte die Forderung von 14 der 18 Präsidentschaftskandidaten "ungerechtfertigt", den Urnengang wegen Unregelmäßigkeiten zu wiederholen. Ich finde, Afganistan ist auf dem richtigen Weg.
__________________
mfg
tdd
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