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Alt 29.06.2004, 09:10   #1
Fokker
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Frage Antiamerikanismus

Zitat: FAZ.net
Am südlichen Ende der Berliner Friedrichstraße, kurz bevor sie die Leipziger Straße kreuzt, liegen sich die Filialen zweier Kaffeehausketten wie Rivalen gegenüber.

Und doch fällt es dieser Tage schwer, keine symbolische Handlung darin zu wittern, wenn Jeffrey Gedmin vom Aspen Institute Berlin sich ganz selbstverständlich für das "Starbucks" entscheidet.

Das ist keine leichte Sache, trotz all der Normalitätsbekundungen der vergangenen Wochen. Die Versöhnungsgesten des Juni, die ausgestreckten Hände über den Gräbern der Normandie, beim Treffen der G 8 auf Sea Island und nun beim Nato-Gipfel in Istanbul, können das Fortbestehen tiefer Dissonanzen kaum überdecken. Die Harmonie-Rituale, zu denen sich Bush und Schröder bequemten, gleichen Pflastern über Wunden, in denen noch das Blut pocht.

Nein, sagt Jeffrey Gedmin, er glaube nicht, daß Amerika und Deutschland nach dem beispiellosen Streit des vergangenen Jahres schon wieder im partnerschaftlichen Alltag angekommen seien. An der Asymmetrie der Machtverhältnisse, an den Unterschieden bei der Gefahreneinschätzung und der Bereitschaft, militärische Mittel einzusetzen, hat sich ja nichts geändert.
Zitat:
Und das Mißtrauen der Deutschen, die von Haß mitunter kaum zu unterscheidende Abneigung gegen die Regierung Bush sind nach den Bildern aus Abu Ghraib vollends explodiert.
Hm, warum wohl? Kann der Mann sich das wirklich nicht vorstellen?
Zitat:
Gedmin, der William Kristol und Robert Kagan, die publizistischen Vordenker der Neokonservativen in Amerika, zu seinen Freunden zählt, ist einer der polemischsten, witzigsten und hartnäckigsten Kritiker deutscher Illusionen und Denkfaulheiten.
Achso, nun wissen wir woher der Wind weht?
Zitat:
Gedmin spottet über die Michael-Moore-Liebe der Deutschen, dessen Bücher und Filme hier wie Offenbarungen rezipiert werden.
Na gut, wo er Recht hat, hat er Recht.
Zitat:
Und er kann es kaum fassen, wie viele Menschen der Verschwörungstheorie anhängen, nicht Usama Bin Ladin habe die Attentate vom 11. September 2001 eingefädelt, sondern die CIA.
Kommt das nicht ursprünglich aus den USA selber?
Zitat:
Viel stärker als solche Klischeebilder irritiert Bernstein das Paradoxon der deutschen Außenpolitik, stets das sittlich Richtige zu wollen, sich zuverlässig auf die Seite von Moral und Gerechtigkeit zu schlagen, ohne selbst aktiv zu werden. Wie Schröder nach einer UN-Resolution für den Irak zu rufen, doch sogleich die Entsendung deutscher Soldaten auszuschließen, das sei das "Privileg der Machtlosen". Diese Politik garantiere, daß alles, was Deutschland wolle oder sage, irrelevant bleibe.
Nur weil die USA ohne ein Resolution losgeprescht ist, ist soetwas dennoch sinnvoll. Deutschlands Engagement in der internationalen Fredenssicherung ist wohl nicht als unbedeutend zu bezeichnen, wie kommt es sonst, dass Deutschland, nach den USA, am meisten Soldaten im Ausland stehen hat?
Zitat:
Er spricht von Vergangenheitsfixierung und einer Tendenz zum Hypermoralismus,
Und das von einem Amerikaner.
Zitat:
Die relative Bedeutung Europas in der Welt ist gesunken, jedenfalls aus amerikanischer Sicht. Nicht wegen des Streits über den Irak-Krieg allein. Vielmehr haben sich mit dem Ende des Kalten Krieges und den Anschlägen vom 11. September 2001 die strategischen Koordinaten verschoben.

Der Publizist Thomas Donnelly, Mitarbeiter des konservativen "think tanks" American Enterprise Institute, hat jüngst einen Text mit dem provozierenden Titel "Learning to Live without Europe" ("Lernen, ohne Europa zu leben") veröffentlicht, in dem er den Vereinigten Staaten nahelegt, alle transatlantische Nostalgie fahrenzulassen und sich statt dessen auf die zukünftigen Herausforderungen in China und Arabien zu konzentrieren.
Ok, aber zumindest heutzutage ist Europa wirtschaftlich nicht zu ignorieren, auch nicht für die USA.
Wenn die USA sich auf China ausrichten wollen, bittesehr, eine aufstrebende Welt- oder gar Supermacht, bis jetzt war allerdings nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, bei den zwischenstaatlichen Verbindungen.
Gespannt darf man dann auf die Beziehungen zu Arabien sein.
Zitat:
Nichts, sagt Gary Smith, verstehe sich künftig noch von selbst. Man könne sich weder darauf verlassen, daß Deutschland und Amerika natürliche Partner seien, noch darauf, daß die Vereinigten Staaten sich darum bemühten, ihre Außenpolitik auch der Weltöffentlichkeit zu erläutern.
Wenn das man kein Eigentor wird und zur Isolation führt..

[FAZ]http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E9C1A52F146CE45EFB12D251AA20893B1~ATpl~Ecommon ~Scontent.html[/FAZ]

Sind das wirklich die Kritikpunkte der Amerikaner? Die wird Europa so schnell nicht entkräften. Oder sind das jetzt ausgewählte Interviewpartner mit einem eher republikanischen Hintergrund?
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Alt 29.06.2004, 14:03   #2
invi
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AW: Antiamerikanismus

Keine Ahnung was der Vogel für nen Problem hat. Hat von nix ne Ahnung und dann so einen Mist erzählen..
Wer ist den grade in Afghanistan und sorgt dort für nen bischen Ruhe
Ich finde eher die Bedeutung Europas hat mit dem Irakkrieg zugenommen...
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Alt 29.06.2004, 14:50   #3
Leitwolf
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AW: Antiamerikanismus

Zitat: invi
Wer ist den grade in Afghanistan und sorgt dort für nen bischen Ruhe
Und wer muss uns da rausholen, wenn die Kacke am Ende wirklich am Dampfen sein sollte?
Wer schützt unsere Konvois mit seinen Apaches?
Wer übernimmt alle wirklich gefährlichen Aufgaben, an die sich unsere Regierung nicht rantraut?
(Übrigens weniger aus Sorge um unsere Soldaten, als aus Sorge um Bilder von durch die Bundeswehr getöteten Gegner... ).
Amerikaner, Briten und Niederländer...
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"Political correctness is tyranny with manners".
Charlton Heston

Lieber eine Waffe in der Hand, als einen Polizisten am Telephon.

Leute die keine Waffe besitzen sollten, halten sich nicht an Waffengesetze.
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Alt 29.06.2004, 16:43     #4
Fokker
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AW: Antiamerikanismus

Auf jeden Fall nehmen die deutschen Soldaten den Amerikanern Arbeit ab.
Ausserdem wird so auch Geld gespart, seitens der USA.

Das bedeutet nicht, dass die USA nicht ohne die Deutschen auskämen, trotzdem sind sie eine Hilfe.
Ebenso kann man behaupten die USA seien mit ihrer Art der Kriegsführung auch nicht entscheidend weitergekommen. Viele militärische Engagements der USA haben sich nachgerade als nachteilig oder gar als Niederlage erwiesen.

Aber das ist ja nicht der einzige Punkt, der in diesem Text negativ auffällt.
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Alt 30.06.2004, 05:09   #5
Andreas57
 
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AW: Antiamerikanismus

Ich kann, beim besten Willen, keine weltpolitisch/moralische Bedeutung im Engagement Deutschlands erkennen.
Realistisch betrachtet hat sich auf dem Balkan und in Afghanistan nichts geändert.
Im Irak wird sich nichts ändern und, angenommen es würde gegen Nordkorea gehen, ist Ostasien ein Pulverfaß, welches uns Alle in die Scheiße reißt.
Gekonnt hat, bisher und dann, niemand was.
 
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Alt 30.06.2004, 21:20   #6
Leitwolf
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AW: Antiamerikanismus

Zitat: Andreas57
Realistisch betrachtet hat sich auf dem Balkan und in Afghanistan nichts geändert.
Werden wir auch nicht, weil unsere Politik mal wieder nicht den Mut hat (und nie haben wird) Fakten zu schaffen...
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Alt 03.07.2004, 04:05   #7
Andreas57
 
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AW: Antiamerikanismus

Zitat: Leitwolf
Werden wir auch nicht, weil unsere Politik mal wieder nicht den Mut hat (und nie haben wird) Fakten zu schaffen...
Beinahe hätte ich zugestimmt.

Aber, welche Fakten meinst Du?
 
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Alt 03.07.2004, 13:56   #8
Leitwolf
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AW: Antiamerikanismus

Du wirst im Kosovo nur dann Ruhe haben, wenn du es endlich in einen serbischen und einen alabnischen Teil spaltest und die Leute dann auch konsequent umsiedelst.
Dann achtest du darauf, dass die Leute dort wo sie hinkommen nicht in Lager gesteckt werden wie die Palestinenser, sondern integriert wie z.B. die Sudetendeutschen nach 1945.
Anschliessend schlägst du die beiden Teile Serbien und Albanien zu, wartest eine Generation lang und hoffst, dass die Leute es endlich akzeptieren.
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Alt 03.07.2004, 23:23   #9
Andreas57
 
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AW: Antiamerikanismus

Hmm, eine denkbare Lösung.
Leider aber völlig unrealistisch.
Eine große Mauer drumrum und in 50 Jahren nachgucken wer übriggeblieben ist, ist zwar ebenfalls völliger Blödsinn, aber wenigstens bezahlbar.
 
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Alt 03.07.2004, 23:35   #10
Leitwolf
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AW: Antiamerikanismus

Dann kannst du auch gleich die Atombombe werfen...
Das ist möglich und bezahlbar.
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Alt 04.07.2004, 00:06   #11
Andreas57
 
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AW: Antiamerikanismus

Zitat: Leitwolf
Dann kannst du auch gleich die Atombombe werfen...
Das ist möglich und bezahlbar.
Richtig! Und ebenfalls Blödsinn.
 
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