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Alt 03.06.2004, 15:56   #1
Fokker
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Kriegerdenkmäler

Zitat:
Die kleinere stand im Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, und sie betraf eine Gedenktafel für die zwischen 1914 und 1918 gefallenen deutschen Soldaten. [...] Unter dem Bild eines behelmten Ritters steht die Inschrift: "Im Weltkrieg 1914-1918 / Starben für das Vaterland / Aus Eppstein" - und dann folgen die Namen.
Zitat:

Es war die "stahlhelmähnliche Kopfbedeckung" des Ritters, die den Unmut der Pfarrerin Heike Schuffenhauer wie des Kirchenvorstands erregt hatte. Man wollte in diesem Kreis eine, wie es hieß, "neutralere Form" der Erinnerung, bei der der Ritter abgedeckt worden wäre. Nur die Gemeinde machte nicht mit. [...]
Ein ähnlicher Fall in Frankfurt war die Gestaltung des Adornoplatzes in der Nähe des Universitätsgeländes: Da mußte ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1914 bis 1918 weichen, weil, wie ein Sprecher der Grünen damals erklärte, diese Nachbarschaft Adorno denn doch "nicht zuzumuten" sei.
[...]
Linke Gemeinden rissen nach 1945 die Gefallenendenkmäler ab, während sich die CDU-Städte eher für den Erhalt entschieden.[...]

Quelle und vollständiger Artikel:FAZ.net

Hm, persönlich tendiere ich zum Erhalt dieser Denkmäler. Immerhin haben diese Männer ihr Leben verloren, teilweise sogar noch minderjährig. Vergessen sollte man sie nicht und die Denkmäler stellen sie natürlich als das dar, was sie waren - Soldaten. Allerdings sicherlich nicht nicht Heldenhaft, sondern eher durch die Umstände in diese Kriege gezwungen.
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Alt 03.06.2004, 16:11   #2
MasterofDragons
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AW: Kriegerdenkmäler

Ich bin auch für die erhaltung der Denkmäler. Sie abzureißen finde ich irgendwie "undamkbar", wenn das dass richtige wort dafür ist. Und über die Figur kann man sich streiten. Immerhin waren sie ja "Krieger" wenn auch nich immer freiwillig.
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Kämpfe, vor allem die nicht-kriegerischen, enden mit Gewinn oder Verlust, nicht aber durch Aufgeben.

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Alt 03.06.2004, 16:28   #3
Raptor
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AW: Kriegerdenkmäler

Es ist eine Unverschämtheit diese Kriegerdenkmäler abzureißen, den immerhin sind diese Männer im Auftrag ihres Staates gestorben, warum darf man an die Gefallenen der Kriege nicht erinnern? Nur weil einem das Aussehen nicht gefällt so etwas zu entfernen halte ich für ziemlich unverschämt und unhaltbar den Angehörigen gegenüber.
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Alt 03.06.2004, 18:20   #4
Leitwolf
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AW: Kriegerdenkmäler

Zitat: Raptor
warum darf man an die Gefallenen der Kriege nicht erinnern?
Weil wir in Deutschland lieber Deserteure ehren...
Die Entmilitarisierung ist uns nach 1945 recht gut gelungen... zu gut, wenn ich ehrlich bin.
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"Political correctness is tyranny with manners".
Charlton Heston

Lieber eine Waffe in der Hand, als einen Polizisten am Telephon.

Leute die keine Waffe besitzen sollten, halten sich nicht an Waffengesetze.
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Alt 03.06.2004, 19:09     #5
Fokker
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AW: Kriegerdenkmäler

Zitat: Leitwolf
Weil wir in Deutschland lieber Deserteure ehren...
Meinetwegen, auch dazu gehörte Mut, in der Zeit des Nationalsozialismus. Eine Entscheidung gegen den Krieg ist auch voll und ganz zu respektieren!
Zitat:
Die Entmilitarisierung ist uns nach 1945 recht gut gelungen... zu gut, wenn ich ehrlich bin.
Naja, das hat nun keinen direkten Bezug zu den Opfern/Soldaten bzw. Soldaten-Denkmälern des WWII. Entmilitarisierung sehe ich in der Bundesrepublik eigentlich nicht - unsere Armee war eine der größten Landstreitmächte der NATO und ist heute auf vielen Kriegsschauplätzen aktiv.
Wenn in der Bevölkerung, kein so hohes Interesse mehr an der Armee vorherrscht, finde ich das persönlich gut.
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Alt 03.06.2004, 19:47   #6
Raptor
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AW: Kriegerdenkmäler

Zitat: Fokker
Naja, das hat nun keinen direkten Bezug zu den Opfern/Soldaten bzw. Soldaten-Denkmälern des WWII.
Doch, ich denke schon das es auch etwas damit zu tun hat, denn aus diesem Grund haben die Bürger die Indentifizierung mit ihrer Armee und somit auch den Bezug zu den Gefallenen zu einem großen Teil verloren. Vor allem vermutlich auch, weil es ja um die Gefallenen aus dem WK1 geht, von dem heute ja viele noch nciht einmal mehr wissen wann er stattgefunden hat.
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Alt 03.06.2004, 19:56     #7
Fokker
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AW: Kriegerdenkmäler

Zitat: Raptor
denn aus diesem Grund haben die Bürger die Indentifizierung mit ihrer Armee und somit auch den Bezug zu den Gefallenen zu einem großen Teil verloren.
Ob sich jetzt unbedingt unser Volk mit unserer Armee identifizieren muss, bezweifele ich. Würde ich auch nicht für gut befinden.

Vor allem da man ja eigentlich sowieso von drei verschiedenen Armeen sprechen müsste, in Bezug auf die Kriegerdenkmäler.

Nein, die Bürger sollten sich mit den Gefallenen identifizieren, die aus den Reihen unseres Volkes stammen.
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Alt 03.06.2004, 20:22   #8
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AW: Kriegerdenkmäler

Hi
ich denke solche Denkmäler sind wichtig. Garde heute, wo das interesse an der Geschichte gering ist, muss es etwas geben, dass an die Kriege und erst recht an die Millionen von Toten erinnert. Ansonsten könnte es sein, dass wir uns mal wieder in der selben scheiße befinden.
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Alt 03.06.2004, 20:47   #9
Raptor
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AW: Kriegerdenkmäler

Zitat:
Ob sich jetzt unbedingt unser Volk mit unserer Armee identifizieren muss, bezweifele ich. Würde ich auch nicht für gut befinden.
Mit der Armee identifizieren heißt für mich sich mit den Soldaten identifizieren zu können. Immerhin halten die für das gemeine deutsche Volk ihren Arsch hin. Bisherige Einsätze wurden jedenfalls von Mehrheiten unterstützt, dann soll man sich bitte auch für diejenigen verantwortlich fühlen die man in die Gefahr schickt.
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Alt 03.06.2004, 21:03     #10
Fokker
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AW: Kriegerdenkmäler

  1. Sehe ich aber nicht unbedingt anzeichen für eine Entmilitarisierung Deutschlands. Eine militarisierung des Volkes ist in keinem Fall wünschenswert, egal von welcher basis es ausgeht. Würde mich auch mal interessieren, wo Zivilisten militarisiert waren? - kann man das überhaupt so sagen? *g*
  2. Identifizierung mit der Armee - gerade in Bezug auf die Kriegsdenkmäler des WWII - wäre ungeschickt, denn das würde bedeuten: Identifizierung mit der Wehrmacht.
  3. Identifikation mit dem Soldaten - meinetwegen. Der einzelne Soldat steht für andere Ziele als die Armee als ganzes.
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Alt 04.06.2004, 00:04   #11
Leitwolf
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AW: Kriegerdenkmäler

Zitat: Fokker
Meinetwegen, auch dazu gehörte Mut, in der Zeit des Nationalsozialismus. Eine Entscheidung gegen den Krieg ist auch voll und ganz zu respektieren!
Ich habe volles Verständnis für jemanden, der keine Lust mehr hatte sich fünf Minuten vor zwölf noch für Herrn Hitler den Arsch wegschiessen zu lassen.
Aber das würde ich nicht zu einer Entscheidung gegen den Krieg und bewundernswertem Verhalten hochstylisieren.
Den Leuten ging es um ihren Arsch, nicht darum sich gegen den Krieg als solchen zu stellen.

Zitat: Fokker
Entmilitarisierung sehe ich in der Bundesrepublik eigentlich nicht - unsere Armee war eine der größten Landstreitmächte der NATO und ist heute auf vielen Kriegsschauplätzen aktiv.
Ich kenne kein anderes Land, das Sprüche wie "Soldaten sind Mörder" toleriert.
In keinem anderen Land kommt es vor, dass Priester sich weigern Soldaten in Uniform z.B. zu trauen.
Kein anderes Land der Welt lässt zu, dass sein Militär in der selben Weise behandelt wird, wie es hier in Deutschland geschieht.
Unsere Armee war an der reinen Bevölkerungszahl gemessen kleiner als die Armeen anderer Nato Länder.
Dass wir an vielen "Krisenschauplätzen" aktiv sind stimmt zwar, jedoch sind wir es mit knappem Personal, uraltem Material und geringsmöglicher Unterstützung durch die Politik...
Die Bundeswehr pfeift aus dem letzten Loch und was da an Nachwuchsgewinnung läuft...
Die UmSTRUCKturierung der Bundeswehr beschränkt sich im großen und ganzen darauf immer mehr Geld zu streichen.

Zitat: Fokker
Wenn in der Bevölkerung, kein so hohes Interesse mehr an der Armee vorherrscht, finde ich das persönlich gut.
Die Bevölkerung muss die Bundeswehr nicht lieben. Aber ich habe an dem Punkt bedenken, an der es der Truppe nicht einmal selbst erlaubt ist ein gewisses Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Wenn der moderne deutsche Soldat weder patriotisch noch soldatisch sein darf, was bleibt ihm dann noch?
Richtig: Der Egoismus.
Die meisten neuen Rekruten gehen wegen der Bildungschanden zum Bund. Inzwischen wollen 80% der Offiziersanwärter nur noch schnell studieren und dann so schnell wie möglich raus aus dem Laden...
Das ist einer der Gründe, warum ich mich dann doch gegen ein Verpflichtung entschieden habe.
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Alt 04.06.2004, 00:14   #12
Leitwolf
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AW: Kriegerdenkmäler

Zitat: Fokker
Identifizierung mit der Armee - gerade in Bezug auf die Kriegsdenkmäler des WWII - wäre ungeschickt, denn das würde bedeuten: Identifizierung mit der Wehrmacht.
Ich finde es eigentlich logisch sich als Deutscher mit der Wehrmacht zu identifizieren. Wir sind Deutsche und die Wehrmacht war seinerzeit unsere Armee. Mit wem soll ich mich denn sonst identifizieren? Mit dem Militär der USA oder der UdSSR?
Und noch eines solltest du in Bezug auf die Wehrmacht nicht ignorieren: Wenn du 60 Jahre früher gewesen wärest, dann hättest du auch dazu gehört!
Es ist leicht mit deinem heutigen Vorwissen auf andere herabzublicken. Aber frag dich mal ganz ehrlich: Wenn du nicht 1982 sondern 1922 geboren wärest, niemals etwas anderes als das 3. Reich gekannt hättest und 1940 eingezogen worden wärest, was wäre dann aus dir geworden?
Ich hätte weder den Mut, noch die Übersicht eines Stauffenberg gehabt, soviel ist sicher!
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Alt 04.06.2004, 04:47     #13
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Zitat: Leitwolf
Ich habe volles Verständnis für jemanden, der keine Lust mehr hatte sich fünf Minuten vor zwölf noch für Herrn Hitler den Arsch wegschiessen zu lassen.
Aber das würde ich nicht zu einer Entscheidung gegen den Krieg und bewundernswertem Verhalten hochstylisieren.
Ich hätte von Anfang keine Lust gehabt in diesen Angriffskrieg zu ziehen.
Wer desertierte musste mit der Exekution rechnen. Auch eine ziemlich beängstigende Vorstellung.
Zitat:
Den Leuten ging es um ihren Arsch,
Ja, ich finde das muss man respektieren. Ist irgendwie durchweg logisch gedacht von diesen Leuten. Gut, sie sind vielleicht keine Helden, aber wer ist das schon?
Zitat:
Ich kenne kein anderes Land, das Sprüche wie "Soldaten sind Mörder" toleriert.
Ahja und weil es so einen Spruch gibt, sind wir entmilitarisiert? Nebenbei, wir haben doch Meinungsfreiheit und ein Mann des Friedens ist nunmal kein Soldat.
Zitat:
Unsere Armee war an der reinen Bevölkerungszahl gemessen kleiner als die Armeen anderer Nato Länder.
Was nichts daran ändert, dass die Bundeswehr zu den schlagkräftigsten Landstreiträften zählte. Wir sind nunmal keine Weltmacht, die ihre Interesen auf der ganzen Welt vertreten muss.
Zitat:
Dass wir an vielen "Krisenschauplätzen" aktiv sind stimmt zwar, jedoch sind wir es mit knappem Personal, uraltem Material und geringsmöglicher Unterstützung durch die Politik...
Nunja, trotzdem haben wir nach den Amis am meisten Soldaten im Ausland stehen.
Zitat:
Die Bundeswehr pfeift aus dem letzten Loch und was da an Nachwuchsgewinnung läuft...
Die UmSTRUCKturierung der Bundeswehr beschränkt sich im großen und ganzen darauf immer mehr Geld zu streichen.
Woher soll denn das Geld kommen?? Wozu brauchen wir jetzt eine größere und besser bewaffnete Armee?