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Alt 27.05.2004, 19:15   #1
Killerkeks
 
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[Kritik] Das Schulsystem

Verbesserung der schulischen Ausbildung (speziell auf IT-Systemkaufleute und Informatikkaufleute)

Wir alle wissen das unser Schulsystem fürn Arsch ist. Ich hab mir mal Gedanken gemacht, was man ändern müsste. Das ganze ist jetzt halt sehr auf meinen Berufsschulunterricht bezogen – aber ihr könnt ja auch eure Meinungen zur Schule posten


Absprache der Lehrer untereinander

Es kann nicht sein, dass manche Dinge in 3 Fächern durchgenommen wird und andere vernachlässigt werden.
Desweiteren sollte eine gewisse Wissenstransparenz da sein, dass der Präsentationslehrer weiß, dass man in Deutsch/Kommunikation schlecht steht und hier Nachholbedarf besteht


Praxisnaher Unterricht – statt theoretischer „Auswendiglernunterricht“

In der Praxis sind viele Sachverhalten ganz anders als man sie in der Theorie lernt
Die Lehrer beten oftmals den Stoff nach Routine runter
Praxisnahe und zeitgerechtere Themen anschneiden
Weg von diesem Gymnasialdenken – Praxisorientierte Arbeitskräfte braucht das Land

Lehrpläne überarbeiten – Unterrichtsstoff nicht mehr zeitgemäß

Man sollte alte Prinzipien mit neuen Erkenntnissen kombinieren
Was nutzt es mir wenn ich Methoden bis in die Tiefe ansehe und es NIE wieder brauchen werde, weil neue Dinge Standard sind (Koax – RJ45)

Auf keinen Fall Fächer wie Sozialkunde oder Religion aus dem Programm nehmen. Religion ist laut GG sowieso fester Bestandteil – aber Sozialkunde wird benötigt um wenigstens den geringen Teil der politisch begeisterten bei der Stange zu halten und eine Informationsplattform bilden. Ich würde sogar weitergehen und den Sozialkundeunterricht verstärken um auch auf Kommunale Probleme eingehen und aktuelle Politik. Denn nur so kann ich etwas gegen das Desinteresse der Jugendlichen tun und sie zum Wählen motivieren

Strukturiertes Konzept

Damit der Schüler weiß warum er etwas wann tut bevor er beigebracht bekommt wie er es tut.
(Wir bekommten zB gezeigt wie man IP-Adressen vergibt – wissen aber noch nicht wozu die gut sind – klar ich weiß es schon aber Mädels etc nicht )

Die Lehrer sind sich dem Wissensstand des/der Schüler nicht bewusst oder ignorieren es einfach.

Mehr auf Wünsche der Schüler eingehen, wenn sie etwas interessiert


Chancengleichheit

Bei uns in der BS-Klasse sind Leute die auf einer HBF DV (Höhere Berufsfachschule für Datenverarbeitung) waren, die Excel/Rechnungswesen etc schon alles können. Und wir mit einem Mittleren Bildungsabschluss (MR) müssen darunter leiden, da der Lehrer darauf keine Rücksicht nimmt und einfach voll durchzieht.

Wettbewerbsverzerrung durch Großbetriebe – Ich selbst bin in einem Großbetrieb und wird auf das Präsentieren gedrillt und hab alte IHK-Bögen zum Üben – das bleibt den Kleinbetrieben verwährt

Schüler mit Schüler mit schwachen Vorkenntnissen sollten berücksichtigt werden und auf ihnen aufgebaut werden

Keine unnützen Bussysteme bis ins Detail erklären sondern eher auf Verkaufsstrategien etc eingehen. Ich muss einem Kunden NIE Bussysteme erklären
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Alt 27.05.2004, 21:34   #2
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Zitat: Killerkeks
Auf keinen Fall Fächer wie Sozialkunde oder Religion aus dem Programm nehmen. Religion ist laut GG sowieso fester Bestandteil – aber Sozialkunde wird benötigt um wenigstens den geringen Teil der politisch begeisterten bei der Stange zu halten und eine Informationsplattform bilden. Ich würde sogar weitergehen und den Sozialkundeunterricht verstärken um auch auf Kommunale Probleme eingehen und aktuelle Politik. Denn nur so kann ich etwas gegen das Desinteresse der Jugendlichen tun und sie zum Wählen motivieren
Religionsunterricht ist im GG festgelegt? Das musst du mir aber erst mal zeigen.
Ich bin strikt gegen Religionsunterricht an den Schulen. Laut Grundgesetz herrscht bei uns doch Religionsfreiheit, da muss ich mir sowas nicht anhören.
Ansonsten hast du schon recht. Ich weiss nicht wie das woanders ist, aber hier wurde in der Oberstufe(7-10) der Sozialkundeunterricht mit dem Geschichtsunterricht zussammengetan. erst in der gymnasialen Oberstufe gibts dann ein extra Fach(Politische Weltkunde), das auch von jeden belegt werden muss(mind. 2 Semster).


Ansonsten hast du die wesentlichen Punkte schon angesprochen. Nämlich ein überarbeiteter Lehrplan, dermöglichst auch deutschlandweit einheitlich ist. Momentan ist der Wissensstand ja sogar von Schule zu Schule verschieden.
Auch wenn die Forderung nach mehr Praxis durchaus berechtigt ist, wirst du nicht ganz weg von der Theorie wegkommen, grade z.b. in den Gymnasium.

CU
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Alt 28.05.2004, 00:21     #3
Killerkeks
 
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Du eule hab dir schon auf dem anderen Board gesagt, dass es i-wo festgehalten ist. obs jetzt GG war oder sonst wo kA. Aber es ist einfach so


Dazu kommt noch unser Schul-TÜV der ganz dringend her muss
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Alt 28.05.2004, 17:41   #4
Imago
 
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

narf
ich hab dir doch auch gesagt, dass es nicht sein kann, dass das gesetzlich festgehalten ist.
Weil es z.b. in unserer Schule so einfach überhaupt nicht gibt.
 
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Alt 28.05.2004, 17:56   #5
System
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

guckst du hier:
Zitat:
Artikel 7 [Schulwesen]

(1) Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.
(2) Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen.
(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.
(4) Das Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet. Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen und eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.
(5) Eine private Volksschule ist nur zuzulassen, wenn die Unterrichtsverwaltung ein besonderes pädagogisches Interesse anerkennt oder, auf Antrag von Erziehungsberechtigten, wenn sie als Gemeinschaftsschule, als Bekenntnis- oder Weltanschauungsschule errichtet werden soll und eine öffentliche Volksschule dieser Art in der Gemeinde nicht besteht. (6) Vorschulen bleiben aufgehoben.
Ich bin für eine viel freiere Gestaltung des Unterrichts. Das bedeutet auch keine einheitlichen Standards. Jede Schule sollte einen gewissen Spielraum haben, welche Fächer und welche Inhalte sie anbieten will.

Außerdem bin ich für eine Abschaffung von Klassen bzw Stufen und damit dem Sitzenbleiben. Es sollten nur noch Kurse angeboten werden, die Schüler dann nach ihren Wünschen frei belegen können. Jedes Jahr wieder und ohne Zwang. Wenn ich etwa schon in einem bestimmten Bereicht Erfahrung habe, so macht es keinen Sinn mich zu zwingen die Einsteigerkurse zu beenden, bevor ich zu den Fortgeschrittenen darf.

Auch sollte keine Benotung mehr in der Schule stattfinden, außer vielleicht ein Schüler wünscht eine Einschätzung seiner Fähigkeiten. Sowas könnte man viel eher in der freien Wirtschaft von Unternehmen machen lassen, die gegen Bezahlung und Könnens-Nachweis einem bestimmte Zertifiktate ausstellen mit denen man sich dann bewerben kann.

Die Noten, die von Schulen im Moment verteilt werden, sind absolut nutzlos. Ich kenn ihr genug Leute in Informatik oder Mathe, die gute Noten haben, die etwa soviel von Computern und Mathe verstehen wie ein Stück Brot. Jedoch werden hier ja auch Dinge wie mündliche Mitarbeit und das plichtbewußte Machen der Hausaufgaben belohnt.

Ein Arbeitgeber weiß bei dann also über die Angestellten nur, dass diese unter Druck gern noch fleisig primitivste Arbeiten erledigen, ob sie jedoch einen leisen Schimmer von dem haben, was in dem Fach hätte unterrichtet werden sollen, weiß er nicht.

Der Unterricht am Gymnasium ist sicher sehr theoretisch. Das ist ein Problem. Jedoch heißt die Lösung nicht, den Unterricht am Gymnasium praktischer zu machen. Eigentlich ist das Gymnasium genau dafür da solche "theoretischen Fachidioten" zu erstellen. Die werden auch gebraucht und zwar mehr als genug. Jedoch sollte nicht jeder zwangsweiße aufs Gymnasium gehen müssen. Fast alle Eltern versuchen doch ihre Kinder aufs Gymnasium zu pushen, unabhänig davon ob diese geeignet dafür sind oder nicht. Heute wird ja sogar an vielen Stellen Abitur verlagt für Arbeitsplätze, die auch ein guter Realschüler erledigen könnte. Ergo ist die momentane von der "Inteligenz" des Schülers abhänige Verteilung auf die Schulformen einfach falsch. Das sollte mehr nach Interessen gemacht werden. Bzw vielleicht ist diese Aufspaltung einfach nicht sinnvoll. Leute, die gern an der PC Elektronik rumtütfteln sollen oder Brötchen backen, wählen eben den einen Kurs und die anderen, die eher Programme für den PC entwickeln und Brötchen weltweit vermarkten wollen, den anderen Kurs. Und die Freaks, die definieren wollen was ein PC überhaupt ist und darüber nachdenken wie sich ein Brötchen im vierdimensionalen Raum verhält, nehmen eben den Freak-Kurs.

Ich bin ebenfalls strikt gegen Relgionsunterricht an Schulen. Ich halte auch Artikel 7 unseres Grundgesetz für verfassungswidrig.

Von einem Schultüv halte ich nicht viel. Wenn eine Schule schlecht ist soll man sie eben wechseln dürfen und wenn eine Schule nicht genug Schüler ranschafft, dann werden die Lehrer eben rausgeworfen. Es gibt doch genug Privatschulen bei denen das weltweit klappt. Wieso wollen wir alles in staatlichen Hand haben?

Geändert von System (28.05.2004 um 18:29 Uhr).
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Alt 30.05.2004, 14:45   #6
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

thx @System für den Gesetzverweis.Hätte ich echt nicht für möglich gehalten.Kann dir auch nur zustimmen, dass dies nicht mit der Verfassung konform geht.

Trotzalledem hatte ich auch Recht, dass es bei uns kein gesetzlich verschriebenen Religionsunterricht gibt:

Zitat:
GG Artikel 141
[Religionsunterricht, Bremer Klausel]
Artikel 7 Abs.3 Satz 1 findet keine Anwendung in einem Lande, in dem am 01.Januar 1949 eine andere landesrechtliche Regelung bestand.
Quelle

Das trifft afaik auf Bremen und Berlin zu

Cu
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Alt 31.05.2004, 01:17   #7
invi
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Zur not kann man auch Werte und Normen wählen, habe ich fürs nächste Jahr gewählt, mal sehen wie das so ist. Naja, ist letzendlich auch egal...

Halt Reli gar nicht für so schlecht, solange es so ist, das man in Reli über alle Religionen informiert wird und es nicht solche fanatischen Lehrer sind ( was ich bisher noch nicht erlebt habe).
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Alt 01.06.2004, 01:31   #8
Gothmog
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Da wir in Deutschland keine Verfassung haben, ist der besagte Artikel wohl kaum verfassungswidrig. Immerhin haben wir anstatt einer solchen ein Grundgesetz. Leider steht das mit dem Religionsunterricht ausgerechnet dadrin. Aber den gesetzmäßig verpflichtenden Religionsunterricht hat Adolf Hitler eingeführt, dass kann nicht schlecht sein.
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Alt 01.06.2004, 02:12   #9
System
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Gothmog, schau mal bitte hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung

Ein Bundesgrundgesetzgericht hab ich bisher hier noch nicht gesehen.
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Alt 01.06.2004, 15:21   #10
Gothmog
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Nichtsdestotrotz haben wir in Deutschland das Grundgesetz als Grundlage aller anderen Gesetze. Das ist zwar so etwas wie eine Verfassung, heißt aber anders. Vor allem liegt ihm aber keine Verfassung zugrunde; und eine Verfassung kann schlecht verfassungswidrig sein.
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Alt 01.06.2004, 17:37   #11
System
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Unser Grundgesetzt ist die Verfassung, da ändert auch der Name nichts dran. Die obskure Namensgebung diente ja nur dem Zweck, dass man nach der Wiedervereinigung dann eine "echte" Verfassung verkünden kann. Hat man aber wohl deswegen nicht gemacht, weil unser Grundgesetzt seinen Dienst ja getan hat.

Und der Begriff ist doch nunmal so definiert, dass er auch das Grundgesetzt mit einschließt. Beim Herrscher eines Landes würde ich ja König, Kaiser, Führer, Zar, Fürst usw akzeptieren, auch wenn die nicht extra noch ein Namensschildchen mit Berufsvermerk bei sich tragen.
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Alt 01.06.2004, 22:29   #12
Gothmog
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Der Name war eher in der Hoffnung gegeben, dass die Russen ihren Teil Deutschlands nicht total abschotten. Hat leider nicht geklappt.

Ich sagte ja auch bereits, das Grundgesetz ist im Prinzip eine Verfassung. Mein zentraler Punkt war, dass ein Artikel im Grundgesetz nicht verfassungswidrig sein kann.
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Alt 01.06.2004, 23:10   #13
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AW: [Kritik] Das Schulsystem

Zitat: Gothmog
Mein zentraler Punkt war, dass ein Artikel im Grundgesetz nicht verfassungswidrig sein kann.
Warum nicht?
Das Grundgesetz besteht doch aus vielen einzelnen Paragraphen/Abschnitten etc. Und wenn einer davon gegen einen anderen verstößt, dass ist dieser Punkt nunmal verfassungswidrig.
 
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Alt 02.06.2004, 00:34   #14
Gothmog
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