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Alt 02.05.2008, 19:33   #31
Glober
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Ja, ich sehne mich auch nach der Zeit zurück als es reichte Jeans und T-Shirt zu tragen um von rechtschaffenen Bürgern beschimpft, in Geschäften nicht bedient und von der Polizei drangsaliert zu werden.
Zur Unfreiheit vor der 68er Zeit möchte ich noch Folgendes hinzufügen:
Ab 1956 trug man Jeans,auch Mädchen.Das wurde von den Erwachsenen akzeptiert.Rock ’n’ Roll,Elvis Presley,Bill Haley, AFN wurden gehört,Man kämmte sich wie Elvis.Die Erwachsenen nannten uns Halbstarke,behinderten uns aber nicht.Die Polizei behinderte uns auch nicht.Am Arbeitsplatz wurden wir genannt was wir nun mal waren:Lehrlinge und nicht Auszubildende.Unsere weissen Unterhemden trugen wir mit der Rückseite vorne,weil es noch keine T-Shirts gab und uns die T-Shirts GI´s si gut gefielen.In der Strassenbahn war es üblich,dass man den Arsch lüftete und den Sitzplatz den Alten anbot.Auch wir waren frech zu den Erwachsenen,redeten sie dabei aber immer mit sie an.Wir kannten auch unsere Grenzen und schlugen sie nicht brutal zusammen.Wer wollte ging zum Bumsen in Gottes freie Natur.Wir mussten nicht befreit werden.Wir fühlten uns wohl.
Als die 68er kamen hatten wir kein Interesse bei denen mitzumachen.Was sollte man z.B. in einer Komune,wo kreuz und quer durcheinander gevögelt wurde?Mit Dutschkes Parolen konnte man nichts anfangen.So konnte er uns Arbeiter mit Sicherheit nicht erreichen.Ausserdem mussten wir arbeiten,um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren.Im Gegegnsatz zu diesen Nichtsnutzen.
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Glober

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

Kurt Tucholsky
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Alt 03.05.2008, 10:56   #32
Au.Souchy
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Zitat: Glober Beitrag anzeigen
Was sollte man z.B. in einer Komune,wo kreuz und quer durcheinander gevögelt wurde?Mit Dutschkes Parolen konnte man nichts anfangen.So konnte er uns Arbeiter mit Sicherheit nicht erreichen.Ausserdem mussten wir arbeiten,um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren.Im Gegegnsatz zu diesen Nichtsnutzen.
Genau. Diese dreckigen Gymnasiasten und Studenten. Nutzen es schamlos aus, daß man ihnen beigebracht hat Verhütungsmittel zu benutzen und reden ein Zeug das man nur versteht wenn man über den eigenen Tellerrand gucken kann. Aber so ein halber Schnäuzer und ihr hättet uns schon beigebracht, daß ihr bestimmt welche Meinung man frei äußern darf. Unverschämtes Gesocks nimmt sich doch einfach raus den Amerikanern nicht unreflektiert alles nachzubeten.
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„Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.“
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Alt 04.05.2008, 19:27   #33
Fokker
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Zum Paragraphen 175 hat Au.Souchy ja schon etwas gesagt. Eine gesteigerte Obrigkeitshörigkeit kann ich jedoch nicht feststellen. Zwar sind die Deutschen seit jeher in Autoritäten verliebt, jedoch hat sich dies während der sechziger bereits abgeschwächt, ansonsten gäbe es bspw. nicht so viele Menschen die gegen die Vorratsdatenspeicherung mobil machen etc.

Große Demonstrationen, dann hätte die Polizei ja in den sechzigern besser auf die Studentenproteste vorbereitet sein müssen?! Unzweifelhaft wurden daraus auch bei der Polizei Lehren gezogen.
Zitat: Leitwolf
Hundertschaften? Wenn man den gängigen Quellen folgt, dann sollen es so um die 100 "Shahanhänger" gewesen sein. Von denen sollen wiederrum einige auf Demonstranten eingeschlagen haben. Da kann man wohl kaum von "Hundertschaften" reden.
Abgesehen davon: Ich habe keine Ahnung, warum diese Gruppierung dort in dieser Weise auftreten durfte. Denkbar ist, dass die westberliner Polizei der Meinung war zu wenige Einsatzkräfte zu haben (während des kalten Krieges konnten dort weder andere Landespolizeien, noch der BGS eingesetzt werden), ebenso aber auch dass es einfach eine diplomatische Geste gegenüber dem Shah sein sollte. Vielleicht war es sogar als eine Art Deeskalationstaktik geplant, um besser auf eventuell anwesende Exilperser einwirken zu können.
Na, das erfüllt doch schon die Vorraussetzung für eine Hundertschaft. Außerdem ist hundertschaft ein Begriff, der in der Geschichte seltenst genau 100 Mann bezeichnete.
Aber viel interessanter ist deine andere Aussage: Es ist also adäquat, wenn die Berliner Polizei, unter welchen Einsatzkräftemangel sie auch immer litt, Einsatzkräfte eines diktatorischen Regimes auf deutsche Staatsbürger losläßt?
Selbst als diplomatische Maßnahme halte ich den Einsatz von derartig vielen Einsatzkräften für unzulässig.

Die Quelle ist Wikipedia, ím Artikel über Peter Urbach.
Urbach arbeitete für das Westberliner Landesamt für Verfasungsschutz und wird als Verfassungsschutzagent bezeichnet, so steht es jedenfalls hier. Für mich hört sich das an, als wäre er mehr gewesen als ein einfacher Informant...? Aber wenn du diesbezüglich eindeutigere Informationen hast, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.
Zitat: Glober
Wer wollte ging zum Bumsen in Gottes freie Natur.Wir mussten nicht befreit werden.Wir fühlten uns wohl.
Nett, dass es dir gefiel. ich für meinen Teil ziehe es jedoch vor, mit meiner Freundin in einer Wohnung wohnen zu dürfen ohne gleich einen Trauschein zu besitzen.
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Alt 05.05.2008, 19:56   #34
Glober
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Zitat: Neuklon Beitrag anzeigen
@Glober
Alle seine gewalttätigen Planspielchen sind gedankliche Wirren die nie umgesetzt wurden. Er war ein Theoretiker der es immer ganz genau wissen wollte. Ich frage mich warum man ihm immer etwas anhängen will das er nie tat...
Dutschke war ein gefährlicher politischer Spinner und Utopiest.
Zitat Gerd Langguth.Link dazu in meinem Beitrag #20:
Zitat:
Dutschkes Frau Gretchen bringt in ihrer 1996 erschienenen, spannend zu lesenden Biographie hinsichtlich der Gewaltfrage Details ans Tageslicht: Wenn Dutschke von "Illegalität” sprach, habe es zwar wenig mit dem zu tun gehabt, was die RAF später tat. Aber er und manche andere vom SDS stimmten demnach darin überein, dass ein illegaler Kampf über die bisherigen Regelverletzungen hinaus notwendig sei, So habe Rudi Anfang des Jahres 1968 auch daran gedacht, "in verschiedenen europäischen Städten Arbeitergruppen zu unterstützen, die 'Sabotage-Akte' durchführen sollten, sofern dies möglich und sinnvoll erschien."

Notizen aus dem Nachlass Dutschkes zufolge sollten sich diese "gegen Transport, Telekommunikation, Hafen und Eisenbahn richten." Aus dem SDS und aus den mit ihm sympathisierenden Gruppen sollte eine 80 Mann starke Gruppe rekrutiert werden, die als illegaler Teil der Organisation vorgesehen war. Gretchen Dutschke berichtet ferner, dass ihr Mann und sein Kreis "fast fieberhaft" überlegten, "welche praktischen illegalen Schritte sie unternehmen sollten". Internationale Kooperationen wurden in Betracht gezogen: Es bahnten sich Kontakte zur ETA in Spanien und zur IRA in Nordirland an, "die illegal im Untergrund kämpften und nicht davor zurückschreckten, Waffen einzusetzen"...
... und er war auch einer der ersten, der Sprengstoffanschläge durchführen wollte. Wie wenig Dutschke vom Pluralismus hielt, geht aus einem Diskussionsbeitrag für die Evangelische Akademie Bad Boll hervor: "Die Freiheit des Andersdenkenden meint nicht die Freiheit des Faschisten", heißt es da, "sondern meint die Freiheit der verschiedenen Fraktionen des sozialistischen Lagers, die endlich ernst machen mit der Entfaltung der Demokratie und nicht mit der Unterdrückung der Demokratie." Wer nicht zu den verschiedenen Fraktionen des sozialistischen Lagers gehöre, so Dutschke, könne sich nicht auf Meinungsfreiheit berufen...
Dutschke vertrat letztlich eine Konzeption der Verbindung von legaler und illegaler Aktion. Im Gegensatz zur späteren Roten Armee Fraktion (RAF) wollte Rudi Dutschke keine militärische Auseinandersetzung - auch wenn er am Grab des nach einem Hungerstreik im Gefängnis gestorbenen Holger Meins ausrief: "Holger, der Kampf geht weiter!". Doch er war ein Gegner der parlamentarischen Demokratie, ein Befürworter von gezielten illegalen und gegebenenfalls gewalttätigen Aktionen. Schon 1965 schrieb Dutschke, die Konfrontation mit der Staatsgewalt sei zu suchen und unbedingt erforderlich. Und 1968 hat er auf die Frage, ob er sich von Gewalt distanziere, geantwortet: "Nein, aber die Höhe unserer gegenwärtigen Gewalt bestimmt sich durch das Maß der repressiven Gewalt der Herrschenden."
Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Genau. Diese dreckigen Gymnasiasten und Studenten. Nutzen es schamlos aus, daß man ihnen beigebracht hat Verhütungsmittel zu benutzen und reden ein Zeug das man nur versteht wenn man über den eigenen Tellerrand gucken kann. Aber so ein halber Schnäuzer und ihr hättet uns schon beigebracht, daß ihr bestimmt welche Meinung man frei äußern darf. Unverschämtes Gesocks nimmt sich doch einfach raus den Amerikanern nicht unreflektiert alles nachzubeten.
Ich hoffe,Du hast Dir den Schaum vorm Mund abgewischt.
Mit Nichtsnutze meinte ich dieses "demonstrierende"Pak.Weil Du meinst,Du kannst andere,die nicht eine höhere Schulbildung haben,nicht über den Tellerrand gucken können,so zeigt das,dass Du die Reaktionen der Alt-68er übernommen hast,die aggresiv ragieren,wenn man anderer Meinung ist als sie.Dann hast Du noch die Unverschämtheit uns zu unterstellen,wir wären bereitwillig einem Halbschnäuzer hinterhergelaufen,wenns einen gegeben hätte.Mich wundert nur,dass Du mir nicht den Vorschlag machtest,ich soll die Seite von Altermedia besuchen,weil ich da unter Gleichgesinnten wäre.Diesen Vorschlag bekam ich vor längerer Zeit auf Global-Talk von einem windigen Hanswursten.Es ist also üblich,dass man als Nazi beschimpft wird,wenn man anderer Meinung ist.Viele von denen,denen Du unterstellst,sie könnten nicht über den Tellerrand gucken,bewiesen im 3.Reich mehr politischen Weitblick,als viele,die ihre akademische Ausbildung nicht vor politscher Blödheit schützte.Ihre Gemeinheiten,zu denen sie dank dieser Ausbildung fähig waren stellten sie auch unter Beweis.
Weils nur ein halber Schnäuzer ist,ist wohl die andere Gesichtshäfte für Mao reserviert,einem Massenmörder,der einer der Idole der 68er war.
Dass der Mytos,den die Alt-68er von sich verbreiten,auf fruchtbaren Boden fällt,zeigen die Reaktionen hier.Man tut so,als habe damals eine Neugründung der BRD stattgefunden.Die 68er sind nur ein Teil des gesellschaftlichen Wandels der damaligen Zeit und nicht die Ursache.Wichtige Reformen und Veränderungen finden zum Teil schon in den 50ern und anfang der 60er statt.Strafrechtsreform,die Wachstumsgestze.mittelfristige Finanzplanung.Bildungsreform.
Dass die 68er der spiessigen Adenauer-Ära aufräumten,ist ein Märchen.Beatles,Elvis,Minirock,das freizügigere Verhältnis zwischen den Geschechtern war schon vor den 68ern da.
Mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit hat man schon vorher begonnen.Z.B. 1958 Ulmer Einsatzgruppenprozess, 1965 Auschwitz-Prozess.
Bücher derGeschichtswissenschaft von Autoren wie Bracher, Broszat und Hans Mommsen - waren damals erschienen.
Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
ich für meinen Teil ziehe es jedoch vor, mit meiner Freundin in einer Wohnung wohnen zu dürfen ohne gleich einen Trauschein zu besitzen.
Ich auch.
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Alt 06.05.2008, 09:07   #35
Au.Souchy
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@Glober. Das demonstrierende Pack, Nichtsnutze. Und du meinst ich sollte mir den Mund abwischen. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Aber wer so wie du seine Infos damals nur aus der Bild bezogen hat und bei keiner Demo dabei war, sollte sich besser kein Urteil darüber erlauben von wem die Gewalt bei Demos ausging. Der Spruch mit dem "halben Schnäuzer " war leider trauriger Alltag für uns und sagt mir mehr als genug über den Zustand der damaligen Gesellschaft.
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Alt 07.05.2008, 12:01   #36
Glober
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
@Glober. Das demonstrierende Pack, Nichtsnutze. Und du meinst ich sollte mir den Mund abwischen. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Aber wer so wie du seine Infos damals nur aus der Bild bezogen hat und bei keiner Demo dabei war, sollte sich besser kein Urteil darüber erlauben von wem die Gewalt bei Demos ausging. Der Spruch mit dem "halben Schnäuzer " war leider trauriger Alltag für uns und sagt mir mehr als genug über den Zustand der damaligen Gesellschaft.
Mit demonstrierendem Pak meinte ich die,die glaubten die Republik verändern zu müssen.Im Gegensatz zu Dir sprach ich damit keine persönlichen Beleidigung aus. Du unterstellst mir,ich hätte meine Infos damals aus der Bildzeitung bezogen.Und da ich bei keiner Demo dabeigewesen wäre,dürfte ich mir kein Urteil darüber erlauben,von wem die Gewalt ausging.Wer 1968 neun Jahre jung war,also noch wenige Jahre davor in die Windeln geschissen hat,sollte mir nicht raten, mir kein Urteil über die Demos zu erlauben,da ich nicht mitmachte.
Du stellst mich als Bild lesenden Trottel hin,ohne mich zu kennen,sonst würdest Du wissen,dass ich diese Zeitung prinzipiell nicht lese.In der Tat nahm ich an keiner Demo teil,auch die Anderen gleichen Alters nicht,da wir arbeiten mussten und auch kein Interesse hatten,die BRD zu verändern.Ungewollt trugen die 68er zur Festigung des Staates bei.Die Elterngeneration hatten die braune Zeit erlebt und wussten,dass sie in keinem neuen Faschismus lebten.Sie wussten,dass sie in einer Demokratie mit Mängeln lebten,in der man aber durchaus vorankommen konnte.Und wir Jungen fühlten uns auch frei.Wir konnten unsere Meinung frei äussern.Wir konnten frei entscheiden,ob wir Mitglied in einer der Pfadfinderorganisationen oder anderen Jugendverbänden werden wollten oder nicht.HJ und BdM gehörten der Vergangenheit an.Wer wollte,konnte den Wehrdienst verweigern.Wehr Interesse hatte,konnte Mitglied in einer der politischen Parteien werden.
Ich habe das Gefühl,dass Du hier mit Deinen persönlichen Beleidigungen einen verbalen Krieg provozieren willst.Das kannst Du meinetwegen haben.Aber zieh Dich warm an.
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Alt 07.05.2008, 17:13   #37
Fokker
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Man kann das ganze auch diskutieren, ohne irgendwelche Schimpfwörter in den Mund zu nehmen. Das gilt für alle Teilnehmer dieses Themas. Ansonsten mache ich von den Moderatiosnmöglichkeiten gebrauch.
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Alt 07.05.2008, 17:46   #38
Neuklon
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@Glober
"....Dutschke war ein gefährlicher politischer Spinner und Utopiest...."

Auch wenn du das nur zitiert hast, passt die Aussage zu deiner Meinung. Gut, so ist das eben. Es steht jedem frei seine eigene Meinung zu besitzen. Wir könnten darüber weitere Stunden und Wochen diskutieren, an der Meinungslage würde sich nichts ändern. Ich halte Dutschke weiterhin für eine sehr interessante Persönlichkeit abseits jeglicher terroristischer oder wahnsinniger Gedankenspielchen. Er hat die Probleme seiner Zeit nahezu perfekt analyisiert und kritisiert. Über seine Schlussfolgerungen in Bezug auf Veränderungen am System kann man kontrovers diskutieren. Er wird wohl auch noch in 50 Jahren die Geister polarisieren. Letztendlich war sein Antrieb der Drang nach "Weltverbesserung", so wie ihn gerade im 19. u. 20 Jh. viele Männer und Frauen besaßen. Heute lassen sich solche herausragenden Persönlichkeiten nicht mehr vorfinden, nicht auf diesem Gebiet. Zumindest kenne ich keine Gesellschaftskritiker oder Politiker die ihre Meinung hochwertig vertreten und gleichzeitig Lösungen über neue Wege anbieten können.

Das ist mir heute alles zu stromlinienförmig, Probleme werden kleindiskutiert oder unter den Teppich gekehrt...und dann diese vielen Populisten...wohin um alles in der Welt sind die Persönlichkeiten entflohen die mal so richtig auf den Putz hauen? Die Opposition in Deutschland ist doch mittlerweile ein Witz. Man kann schon fast sagen das ich mir wieder mehr radikale Personen samt Vorschläge wünsche, mit der Einschränkung auf humanistische Beweggründe. Radikalität muss zwangsläufig nichts mit Gewalt oder Diktatur zu tun haben, eher den Drang nach schnellen (positiven) Veränderungen.
Leider besetzen die Nische der radikalen Personen Leute wie Voigt oder Wagenknecht (meiner Ansicht nach die einflussreichste Kommunistin in der BRD)...muss das sein? Das fördert höchstens den Einheitsbrei in der Mitte.

Zurück zu Dutschke...
Schade das niemand auf meinen Beitrag bezüglich seiner Spät-70iger Aktivität angegangen ist. Dutschke sollte man keinesfalls auf die 68iger Bewegung reduzieren.
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Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln.
Otto von Bismarck
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Alt 07.05.2008, 22:36   #39
Leitwolf
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Was waren das doch für herrliche Zeiten als die Polizei noch nach gutdünken angemeldete, friedliche Demos mit Schlagstock und Wasserwerfer auflösen durfte weil der Obrigkeit das Thema nicht passte.
Ach, das passiert doch bis heute. Zumindestens wenn man den Linken/Rechten/Hooligans/Kurden/Moslems oder sonstigen armen unterdrückten Steinewerfern Glauben schenkt. Nur weil das polizeiliche Gegenüber lautstarke Propaganda verbreitet heisst das nicht, dass es Recht hat.

Zitat: Neuklon Beitrag anzeigen
Was mich etwas an der Diskussion stört ist das Dutschke auf die 68-Geschehnisse reduziert wird. Was ist mit seinem Vor- u. Nachleben? Es wird so getan als wäre er bei dem Attentat 1969 gestorben.
Na das ist doch voll und ganz im Sinne der Leute, welche die 68er glorifizieren wollen. Ein weiterer Märtyrer für die "gerechte Sache".
Aber keine Sorge, ich habe Dutschkes Leben nach dem Attentat nicht vergessen. Sein Wirken im RAF Umfeld hatte ich weiter oben bereits beschrieben.

Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
[...]reden ein Zeug das man nur versteht wenn man über den eigenen Tellerrand gucken kann.
Ich glaub um das Zeug was diese Leute geschwafelt haben verstehen will, muss man Psychiatrie studiert haben.
Schimpfen über "Faschismus" in der BRD und bewundern die Russen und Chinesen. Schimpfen auf Kriegsverbrechen der Amerikaner in Vietnam und schwärmen für den Vietcong, der seine Landsleute brutal unterdrückte. Lehnen diese Gesellschaft ab, lassen sich aber die eigene Bildung gerne von ihr bezahlen.

Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Eine gesteigerte Obrigkeitshörigkeit kann ich jedoch nicht feststellen.
Wie würdest du unsere: "Der Staat soll dies verbieten." "Der Bürger soll erklären warum ihm etwas erlaubt sein sollte." "Haltet bloß die Klappe, sonst macht ihr euch die Karriere kaputt." Gesellschaft denn sonst bezeichnen?

Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Große Demonstrationen, dann hätte die Polizei ja in den sechzigern besser auf die Studentenproteste vorbereitet sein müssen?!
Dann muss man mal betrachten, wie die Bereitschaftspolizeien und der BGS damals aufgebaut waren. Das waren paramilitärische Einheiten, die eher für einen Straßenkampf alà Weimar gerüstet waren, als für eine Auseinandersetzung mit "normalen" Steinewerfern. Da man aber aus politischen Gründen nicht mehr in die Menge schießen lassen wollte, stand man der Gewalt etwas hilflos gegenüber.

Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Aber viel interessanter ist deine andere Aussage: Es ist also adäquat, wenn die Berliner Polizei, unter welchen Einsatzkräftemangel sie auch immer litt, Einsatzkräfte eines diktatorischen Regimes auf deutsche Staatsbürger losläßt?
Selbst als diplomatische Maßnahme halte ich den Einsatz von derartig vielen Einsatzkräften für unzulässig.
Ich kann wie gesagt nicht sagen, warum diese Entscheidung getroffen wurde. Aber sie wurde in jedem Fall nicht von der berliner Polizei getroffen, sondern von der Regierung.

Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Die Quelle ist Wikipedia, ím Artikel über Peter Urbach.
Werd mir mal die Mühe machen und ihn durchlesen. Später mehr dazu.
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Alt 08.05.2008, 09:37   #40
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Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Ach, das passiert doch bis heute. Zumindestens wenn man den Linken/Rechten/Hooligans/Kurden/Moslems oder sonstigen armen unterdrückten Steinewerfern Glauben schenkt. Nur weil das polizeiliche Gegenüber lautstarke Propaganda verbreitet heisst das nicht, dass es Recht hat.
Da verwechselst du was. Und zwar die Zeit und die Vorgehensweise der Polizei damals und heute. Red lieber mal mit ein paar Leuten die bei den Demos waren und selber keine Steine geworfen haben.
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Alt 08.05.2008, 10:53   #41
Leitwolf
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Da kommt die gleiche Propaganda wie bei Leuten die heute auf Demos gehen. "Die Polizei hat dauernd provoziert." "Die waren viel zu brutal." "Die haben uns diskriminiert und die (hier wahlweise "Rechte", "Linke", "anderen Fans" oder beliebige Ausländergruppe einsetzen) beschützt." "Die haben ganz ohne Grund Leute verprügelt/verhaftet/schikaniert." usw.
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Alt 11.05.2008, 18:30   #42
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