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#1 |
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Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 372
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Rudi Dutschke
11. April 1968 - Tatort Kurfürstendamm Ecke Joachim-Friedrich-Straße in Berlin - Josef Bachmann, aufgehetzt von der Springerpresse (Damals: "Stoppt Rudi Dutschke" / "Dutschke Volksfeind Nr.1") fragt sich zu ihm durch und schiesst 3 mal auf seinen Kopf, mitten auf der Straße - am gleichen Tag noch beginnen die Berliner Osterunruhen - 11 Jahre später stirbt Dutschke an den Spätfolgen - Der Täter nahm sich schon lange zuvor im Gefängnis das Leben
11. April 2008 - Gedenkfeier am Ort des Geschehens Morgen im RBB: Samstag: 20:15 Uhr "Die 68'iger"... Wer war dieser Mann? Ich denke man kann emotionslos davon sprechen das er Deutschlands bisher letzter Revolutionär war. Politisch distanzierte er sich schon früh von der Politik der USA und der Sowjetunion. Ich habe schon mit vielen über das Thema geredet. Keiner konnte aber bisher, ich selbst zweifle bisweilen auch an meinem Standpunkt, überzeugend darlegen wofür Dutschke eigentlich eintrat im politisch-idealistischen Sinne. Einige sehen in ihm einen Marxisten, andere lediglich einen Antikapitalisten oder "Zeitkritiker"...wiederum andere zählen ihn zu den Anhängern der "Kritischen Theorie" von Max Horkheimers. Kann man ihn überhaupt einordnen? Was meint ihr, welche Meinung habt ihr zu diesem Mann?
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Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln. Otto von Bismarck Geändert von Neuklon (11.04.2008 um 18:08 Uhr). |
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#2 |
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Querschläger
Registriert seit: 18.05.2004
Ort: Nürnberg
Beiträge: 1.130
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Bachmann war kein Leser der "Bild" oder eines sonstigen Springerblattes, sondern der "Nationalzeitung" und des "Stern" (den man wohl eher links der Mitte sehen kann). In der waren auch die angesprochenen Schlagzeilen abgedruckt. Aber mit dem Wahrheitsgehalt ihrer Parolen haben es die 68er sowieso nie so genau genommen.
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"Political correctness is tyranny with manners". Charlton Heston Lieber eine Waffe in der Hand, als einen Polizisten am Telephon. Leute die keine Waffe besitzen sollten, halten sich nicht an Waffengesetze. |
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#3 |
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Benutzer
Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 372
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Es ist unbestritten das die Springerpresse die journalistische Hetzjagd auf Dutschke und Co. anführte. Von der Intensität bis hin zur Auflagenverbreitung, kein anderes Verlagshaus besaß einen größeren und flächendeckenderen Einfluss. Richtig ist, auch andere Unternehmen schlossen sich in ähnlicher Manier an. Man hätte nicht einmal irgendeines dieser Blätter lesen müssen, das Thema war damals in aller Munde.
Wer (30% wochentags und 90% sonntags) gemessen an der Gesamtauflage aller Zeitungen einen so großen Einfluss hat und dann kühl berechnend die damalige Meinungsmache anzettelte, ist und bleibt der Hauptaktivist. In welcher Zeitung/Zeitschrift nun letztlich die beiden bekanntesten Schlagzeilen standen, entgeht meiner genauen Kenntnis. Mir war so als wenn sie von Springer kamen, aber ich kann mich da auch irren. Man mag mir das verzeihen. Vielleicht habe ich dazu auch einmal fehlerhafte Informationen gelesen, wer weiß. Nun ändert das aber nichts an der Ausgangslage, es war beileibe kein Zufall das sich der Hauptprotest noch am Tage des Attentates gegen den Axel-Springer-Verlag richtete.
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#4 |
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Registriert seit: 03.09.2007
Beiträge: 148
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Kommentar vom Mörder:
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#5 |
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Querschläger
Registriert seit: 18.05.2004
Ort: Nürnberg
Beiträge: 1.130
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Das Ganze wurde bewusst politisch und agitatorisch ausgenutzt, wie so manch anderer Zwischenfall auch. ![]()
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#6 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.965
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@Delegado
Das hat er kurz nach dem Attentat ausgesagt. Es gibt Leute die behaupten, dass Bachmann sich tötete, als der Kontakt zu Dutschke einschlief, dieser hatte nämlich mit seinem Attentäter Kontakt aufgenommen. ---------------------- Als letzten Revolutionär würde ich Dutschke nicht bezeichnen, der Mauerfall hat da sicher auch noch ein paar hervorgebracht. ![]() Ich weiß nicht wie ich ihn bewerten soll. Ich frage mich auch, wie wichtig er wirklich für die Studentenbewegung war. Schließlich war die Bewegung schon in Gang, bevor er bundesweit bekannt wurde. Dennoch bleibt er wohl für viele das Gesicht der 68er... ![]() Die Berichterstattung der Bildzeitung hat zur Eskalation beigetragen, was sich sicherlich auch Teile der 68er Bewegung zu eigen machen können.
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Good judgement comes from experience, experience comes from bad judgement. |
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#7 |
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Benutzer
Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 372
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Die Hauptschuld für die Tat liegt bei Herrn Bachmann, in seiner Lebensgeschichte liegen die Antworten. Für den Aufbau und Übernahme des Feindbildes zeichnen sich dagegen andere verantwortlich. Wo Hass gesäht wird, gibt es stets Abnehmer. Wie groß letztlich die Teilhabeschuld der Springerpresse ist, vermag ich in Zahlen nicht auszudrücken. Unbedeutend war sie jedenfalls nicht...
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#8 |
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Benutzer
Registriert seit: 09.04.2008
Beiträge: 372
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Ich denke die Bedeutung Dutschkes in der Hauptphase der Studentenbewegung war schon enorm. Spätere Größen wie Joschka Fischer gaben offen zu das sie von ihm mitgeprägt wurden. Zur damaligen Stimmung: "Die Welt" im Februar 1968 "...Ein junger Mann wurde sogar verprügelt, weil ihn Demonstranten fälschlicherweise für Dutschke hielten. - Über einen Lautsprecher ertönte die Stimme eines Gewerk-schaftsfunktionärs: "Wer unsere Demokratie in Gefahr bringt, muss mit der Entschlossenheit der Gewerkschaft rechnen." Tosender Beifall. Bauarbeiter trugen ein Holzplakat mit der gelben Aufschrift: "Volksfeind Nr. 1 - Rudi Dutschke, raus mit dieser Bande!" ... Nach Schluß der Versammlung elektrisierte das Wort "Dutschke ist hier" noch einmal mehr als 1 000 Personen. Unter Gejohle stürzte man sich zu dem vermeintlichen Aufenthaltsort des SDS-Ideologen. Man suchte Dutschke, doch man fand ihn nicht. Ein Bäckerladen wurde durchsucht, weil er angeblich dort sei; man rüttelte an einem Polizeifahrzeug, weil er sich hier versteckt haben sollte. Schließlich wurde Dutschke in einem Geschäft für Grabsteine vermutet. ... Mehr als 100 Polizisten mit gezogenen Schlagstöcken mussten die Masse davor zurückhalten, das Geschäft zu stürmen. Ein anderer Augenzeuge hörte bei der Gelegenheit folgende Rufe: "Lyncht die Sau!" - "Schlagt ihn tot!" - "Kastriert das Judenschwein!" - "Dutschke ins KZ!"... So geschehen in Berlin: Zeitzeugen berichten übereinstimmend folgendes: "Es war ein SPD-Senat, der diesen "Volkszorn" organisiert hatte und ihn schürte. Unterstützt wurde er von der CDU, den Gewerkschaften und insbesondere der Springer-Presse. Das war die Stimmung in Berlin, die im übrigen West-Deutschland nicht viel besser war."
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#9 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.965
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#10 |
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Querschläger
Registriert seit: 18.05.2004
Ort: Nürnberg
Beiträge: 1.130
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Wieviel Toleranz solche Leute in unserer Gesellschaft erfahren erlebt man regelmäßig wenn es um das Thema Rechtsextremismus geht. Eskalieren Staat, Medien und Gesellschaft diesen Konflikt etwa auch? Wieviel Sympathien hätten die Polen oder Franzosen in den 1930er Jahren wohl einer nationalsozialistischen Studentenbewegung entgegenbringen sollen? ![]()
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#11 |
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Forenbetreuer
Registriert seit: 26.11.2003
Ort: Emden/Göttingen
Beiträge: 2.965
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Die politische Ordnung sollte auch nicht generell verändert werden, da gab es ja unterschiedliche Strömungen der 60er Jahre. Die überwiegende Mehrheit wird sich wohl für Reformen eingesetzt haben, gegen den Vietnamkrieg und für die Rechte von Minderheiten. Natürlich gab es kommunistische Strömungen, die Bewegung der 60er Jahre allerdings darauf zu reduzieren ist falsch. Sicher wurden Straftaten begangen, was zu verurteilen ist, aber dann muss man auch folgendes erwähnen, wie zB eben die Schlagzeilen der Springerpresse und anderen Zeitungen oder die Aktionen des Staates (Verteilung von Molotow-Cocktails etc. an Studenten, Organisation von Mobs, Benno Ohnesorg etc.).
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#12 |
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Querschläger
Registriert seit: 18.05.2004
Ort: Nürnberg
Beiträge: 1.130
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Tue ich allerdings nicht, weil ich im Gegensatz zu diesen Pseudorebellen mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes stehe. Klar hatte die Masse der 68er ziemlich schnell die Schnauze voll von der Revolution. Nämlich genau in dem Moment, als sie ihr Studium fertig hatten und Karriere machen wollten. Ob man einen tragischen Unfall allerdings als geplante Aktion des Staates hinstellen kann wage ich doch zu bezweifeln.Beide Male letztlich nur ein Streit und Besoffenen, aber trotzdem werden Hundertschaften in Bewegung gesetzt, Verdächtige von vermummten Spezialkräften im Hubschrauber quer durch Deutschland geflogen und erstmal jeder Ossi präventiv als Nazi dargestellt. ![]()
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