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Alt 13.02.2008, 17:18   #76
Leitwolf
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Fakt ist, dass die Europäer im Allgemeinen und wir Deutschen im Besonderen dazu neigen uns vom Staat bzw. von einflussreichen Interessengruppen bevormunden zu lassen. Der Wunsch eigene Verantwortung zu tragen (im positiven wie auch im negativen), ist nicht besonders groß.
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"Political correctness is tyranny with manners".
Charlton Heston

Lieber eine Waffe in der Hand, als einen Polizisten am Telephon.

Leute die keine Waffe besitzen sollten, halten sich nicht an Waffengesetze.
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Alt 13.02.2008, 22:29     #77
Fokker
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Zitat: T-Rex Beitrag anzeigen
Ja das könnte man meinen, wenn man Spiegel oder Stern liest. Da steht immer ganz detailliert 'drin, wenn der dumme Ammi mal wieder so richtig was vor den Latz bekommt.
Nein, man könnte zu dem Schluß kommen, wenn man sich bisherige Kriege gegen Guerilla mit Rückhalt in der bevölkerung anschaut.

Zitat: T-Rex Beitrag anzeigen
Er sagte mir, das er in Afghanistan zum ersten mal in seinem Leben wirklich das Gefühl hatte, an etwas von großer Bedeutung mitzuwirken.
Das ist schön für deinen Kollegen, aber ebenso subjektiv. Ich kenne Soldaten, die von Afghanistan die Schnauze voll haben.
Das deutsche Soldaten als PRTs gute Arbeit leisten, ist gut. Sollen sie ja auch weiter machen, immerhin sind diese Provinzen weitaus besser aufgestellt als andere.

Zitat: Raptor Beitrag anzeigen
Richtig, aber das ist ja keine Schlacht. Man will die Anhänger anderer Kulturen ja nicht zerstören, sondern eher zum Überlaufen bringen.
Das eine würde das andere nicht ausschließen. Ob dem überhaupt so ist wäre sicher auch ein treffliches Streitthema.

Zitat: Raptor Beitrag anzeigen
Gerade in Deutschland kämpft man doch eher für ein freies (vor Allem in Sinne persönlciher Freiheit) Afghanistan als noch gegen die Terroristen. Da kommt doch die Frage auf, warum man plötzlich keine Lust mehr an sowas hat.
Keine Lust mehr? Soweit mir bekannt, wird die Truppenstärke dort sogar noch erhöht. Ein Rückzug ist derzeit nicht abzusehen.

Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Fakt ist, dass die Europäer im Allgemeinen und wir Deutschen im Besonderen dazu neigen uns vom Staat bzw. von einflussreichen Interessengruppen bevormunden zu lassen.
Darum gibt es im Bundestag auch wissenschaftliche beiräte, damit man sich allein auf Lobbyisten verlassen kann. Auch Bürgerinitiativen sind vielerorts tätig, willst du das übersehen?
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Alt 13.02.2008, 23:35   #78
Raptor
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Das eine würde das andere nicht ausschließen. Ob dem überhaupt so ist wäre sicher auch ein treffliches Streitthema.
Naja, ich würde es zumindestens zum Teil schon so sehen. Aber das ist ja wie schon ein anderes Thema.
Natürlich schließt sich das nicht völlig aus, aber wenn denn (wie du ja oben sagst) ein Rückhalt in der Bevölkerung gegeben ist, so will man diese mit Sicherheit weder auslöschen noch sonst irgendwie schädigen. Es geht doch IMO viel mehr darum zu zeigen, dass man mit einem freiheitlicheren (ja, halt auch westlicheren) Lebensstil genauso gut leben kann. Nur das man entsprechende Freiheiten gewinnt. Das Glaube an sich sich relativ schnell wandeln kann, sieht man ja auch in unserer derzeitigen Gesellschaft, wie auch in der Geschichte.

Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Keine Lust mehr? Soweit mir bekannt, wird die Truppenstärke dort sogar noch erhöht. Ein Rückzug ist derzeit nicht abzusehen.
Das bezog sich nicht auf unsere Regierung, sondern auf die mehrheitliche Auffassung der hiesigen Bevölkerung. Viele würden doch einen Rückzug lieber sehen und sich das Problem dann eben von alleine lösen sehen (oder auch nicht). Sollte es nötig sein unterstütze ich persönlich jedenfalls eine Aufstockung der Kräfte. Das damit auch eine Restrukturierung (die ja schon eingeleitet ist) der Bundeswehr einhergeht sollte wohl klar sein.
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Alt 14.02.2008, 09:20   #79
Leitwolf
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Nein, man könnte zu dem Schluß kommen, wenn man sich bisherige Kriege gegen Guerilla mit Rückhalt in der bevölkerung anschaut.
Man sollte aber auch mal überlegen, wie diese Kriege verloren wurden. Nämlich nicht in erster Linie auf dem Schlachtfeld, sondern durch den Druck der eigenen Bevölkerung. Hier dürfte in erster Linie die Wahrnehmung des Geschehens eine Rolle spielen.
Die amerikanischen Verluste in Vietnam waren lächerlich gering, wenn man sie mit dem zweiten Weltkrieg vergleicht. Die derzeitigen im Irak sind wiederum lächerlich gering im Vergleich mit Vietnam. Und trotzdem erscheinen diese der Öffentlichkeit als schwerwiegend.
Ebenso geht es mit echten oder vermeintlichen Kriegsverbrechen. Welchen Amerikaner hat die Zerstörung Dresdens mit zehntausenden Toten gestört? Und wie reagiert man heute auf vereinzelte Tötungen von Zivilisten im Irak?
Faktisch ist den westlichen Kulturen jedes Verständnis für Krieg abhanden gekommen. Insofern werden wir den Kampf auf Dauer verlieren. Nicht weil es uns personell oder materiell unmöglich wäre zu siegen, sondern weil es uns am notwendigen Willen dazu fehlt.

Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Auch Bürgerinitiativen sind vielerorts tätig, willst du das übersehen?
Keineswegs. Aber wogegen richten sich denn 99% dieser Bürgerinitiativen? Gegen spielende Kinder, gegen Fluglärm und andere echte oder gefühlte Belästigungen. Dann gibt es vielleicht noch ein paar die mehr politisch korrektes Verhalten fordern und einige für den Umweltschutz. Und damit hat es sich im großen und ganzen erledigt.
Und was wollen sie erreichen? Mehr Verbote und Bevormundung ihrer Mitbürger durch den Staat.
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Alt 14.02.2008, 10:15   #80
Au.Souchy
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Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Man sollte aber auch mal überlegen, wie diese Kriege verloren wurden. Nämlich nicht in erster Linie auf dem Schlachtfeld, sondern durch den Druck der eigenen Bevölkerung. Hier dürfte in erster Linie die Wahrnehmung des Geschehens eine Rolle spielen.
Die amerikanischen Verluste in Vietnam waren lächerlich gering, wenn man sie mit dem zweiten Weltkrieg vergleicht. Die derzeitigen im Irak sind wiederum lächerlich gering im Vergleich mit Vietnam. Und trotzdem erscheinen diese der Öffentlichkeit als schwerwiegend.
Ebenso geht es mit echten oder vermeintlichen Kriegsverbrechen. Welchen Amerikaner hat die Zerstörung Dresdens mit zehntausenden Toten gestört? Und wie reagiert man heute auf vereinzelte Tötungen von Zivilisten im Irak?
Faktisch ist den westlichen Kulturen jedes Verständnis für Krieg abhanden gekommen. Insofern werden wir den Kampf auf Dauer verlieren. Nicht weil es uns personell oder materiell unmöglich wäre zu siegen, sondern weil es uns am notwendigen Willen dazu fehlt.
Ich stimme dir in diesem Punkt zu. Wir haben eine seltsame Einstellung zum Krieg bekommen. Ich bin zwar gegen Krieg überhaupt, aber wenn man schon einen Krieg anfängt, sollte man auch was kaputt machen wollen. Entweder man führt einen Krieg oder, was viel wirkungsvoller wäre, bricht jedweden Kontakt ab. Kein Handel und vor allen Dingen keine humanitäre Hilfe.

Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Keineswegs. Aber wogegen richten sich denn 99% dieser Bürgerinitiativen? Gegen spielende Kinder, gegen Fluglärm und andere echte oder gefühlte Belästigungen. Dann gibt es vielleicht noch ein paar die mehr politisch korrektes Verhalten fordern und einige für den Umweltschutz. Und damit hat es sich im großen und ganzen erledigt.
Und was wollen sie erreichen? Mehr Verbote und Bevormundung ihrer Mitbürger durch den Staat.
Bürgerinitiativen sind allerdings mittlerweile zu einer Farce geworden.
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Alt 14.02.2008, 10:32   #81
Leitwolf
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Was erwartest du dir denn, von einem Abbruch aller Kontakte?
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Alt 14.02.2008, 13:06   #82
Raptor
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Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Ich stimme dir in diesem Punkt zu. Wir haben eine seltsame Einstellung zum Krieg bekommen. Ich bin zwar gegen Krieg überhaupt, aber wenn man schon einen Krieg anfängt, sollte man auch was kaputt machen wollen. Entweder man führt einen Krieg oder, was viel wirkungsvoller wäre, bricht jedweden Kontakt ab. Kein Handel und vor allen Dingen keine humanitäre Hilfe.
Du meinst so wie im erfolgreichen Kampf gegen Nordkorea, ja? Der Erfolg erscheint doch sehr zweifelhaft.
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Alt 14.02.2008, 21:53   #83
Benny
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Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Faktisch ist den westlichen Kulturen jedes Verständnis für Krieg abhanden gekommen.

Ich würde sagen, inzwischen haben wir ein Verständnis für Krieg bekommen. Dass einen Tausende Tote, wie z.B. bei der Bombardierung Dresdens früher nicht interessiert hatten, das war viel bedenklicher und zeugte von mangelnden Verständnis.
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Alt 15.02.2008, 02:05     #84
Fokker
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Zitat: Raptor Beitrag anzeigen
Es geht doch IMO viel mehr darum zu zeigen, dass man mit einem freiheitlicheren (ja, halt auch westlicheren) Lebensstil genauso gut leben kann.
Das kommt ja nun auch darauf an, wen du fragst. Ich bin nicht der Überzeugung, dass die Mehrheit der Bevölkerung Muslime überzeugen will, sondern eher eine Distanz aufbaut. Forderungen nach Ausweisung aller Muslime gibt es ja auch von Vertretern extremerer Positionen.
Zitat: Raptor Beitrag anzeigen
Das bezog sich nicht auf unsere Regierung, sondern auf die mehrheitliche Auffassung der hiesigen Bevölkerung.
Die hiesige Bevölkerung kämpft sowieso nicht für ein freies Afghanistan oder glaubst du, es existiert eine Tiefe "Lust" (um deine Worte zu benutzen) dies zu tun. Diese Zielsetzung liegt vielen wohl relativ fern.
Außerdem hatte ich bei deinem Beitrag Deutschland = den staatlichen Institutionen gesetzt, war wohl ein Mißverständnis.

Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Man sollte aber auch mal überlegen, wie diese Kriege verloren wurden. Nämlich nicht in erster Linie auf dem Schlachtfeld, sondern durch den Druck der eigenen Bevölkerung.
Es ging nicht unbedingt um das Gewinnen oder verlieren, sondern um die Motivation der Soldaten und die hat dort gelitten.
Bei dieser Formulierung kommt mir die Dolchstosslegende in den Sinn.
Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Die amerikanischen Verluste in Vietnam waren lächerlich gering, wenn man sie mit dem zweiten Weltkrieg vergleicht. Die derzeitigen im Irak sind wiederum lächerlich gering im Vergleich mit Vietnam. Und trotzdem erscheinen diese der Öffentlichkeit als schwerwiegend.
[...] Und wie reagiert man heute auf vereinzelte Tötungen von Zivilisten im Irak?
Für dich erscheinen Tote nur in einer Statistik, aber das kann es nun auch nicht sein.
Zitat: Leitwolf Beitrag anzeigen
Und was wollen sie erreichen? Mehr Verbote und Bevormundung ihrer Mitbürger durch den Staat.
Hm, es gibt für alle möglichen Dinge Bürgerinitiativen, da hast du recht. Auf der kommunalen Ebene bewegen die auch einiges. Die Eingrenzung der Themengebiete halte ich aber für sehr einseitig, denn zum einen sind das sicher nicht alles unwichtige Themen und zum anderen gibt es auch Bürgerinitiativen, deren Zielsetzung durchaus auch die Finanzpolitik der Kommunen oder auch die Bildungspolitik betrifft, hier in der Region gab es diesbezüglich auch Erfolge.

Zitat: Au.Souchy Beitrag anzeigen
Bürgerinitiativen sind allerdings mittlerweile zu einer Farce geworden.
Keineswegs. Als aktuelle und bundesweit bekannt gewordene Erfolge könnte man beispielsweise die Rücknahme der Gesetze über den Volksentscheid in Hamburg nennen oder die Verhinderung eines Kohlekraftwerks in Ensdorf. Wie ich schon sagte, gab es vor ein paar Jahren auch in meiner Region eine Bürgerinitiative die recht erfolgreich gegen einen Ratsbeschluss vorgegangen ist.
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Alt 15.02.2008, 03:53   #85
Raptor
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Das kommt ja nun auch darauf an, wen du fragst. Ich bin nicht der Überzeugung, dass die Mehrheit der Bevölkerung Muslime überzeugen will, sondern eher eine Distanz aufbaut. Forderungen nach Ausweisung aller Muslime gibt es ja auch von Vertretern extremerer Positionen.
Von extremen Positionen bin ich natürlich nicht ausgegangen. Bist du nicht der Meinung, dass ein Großteil der Deutschen einen Dialog mit den Muslimen will? Ich meine hey, sogar der Pabst ist mittlerweile da angekommen. Das das gesamte Verhältnis ziemlich belastet ist, ist richtig. Jedoch glaube ich, dass der Wille schon vorhanden ist, mit Muslimen in einer Welt zu leben und sie nicht aktiv auszusperren. Entsprechende Verhaltensweisen vorausgesetzt, mit absoluter Intoleranz kann man natürlich nur schwer arbeiten. Aber vielleicht kenne ich auch nur die falschen (richtigen?) Leute.
Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
Die hiesige Bevölkerung kämpft sowieso nicht für ein freies Afghanistan oder glaubst du, es existiert eine Tiefe "Lust" (um deine Worte zu benutzen) dies zu tun. Diese Zielsetzung liegt vielen wohl relativ fern.
Außerdem hatte ich bei deinem Beitrag Deutschland = den staatlichen Institutionen gesetzt, war wohl ein Mißverständnis.
Welche Zielsetzung haben die Unterstützer denn? Terroristen zu stören? Wozu brauche ich dann ISAF, man kann doch auch alle paar Monate die OEF vorbeischicken und aufräumen lassen. Die mögen zwar schicke Höhlen haben, aber so toll kann man da drin auch nicht üben. Wenn es nur um die Verteidigung unserer Sicherheit geht, warum fliegt man keine Angriffe auf pakistanische Camps?
Ich persönlich denke, man sollte jetzt dort auch etwas vernünftiges aufbauen, nachdem dort von Anderen ja schon die unsaubere Arbeit gemacht wurde. So kann man am Ende nicht nur Gutes leisten, sondern bekommt vielleicht auch noch etwas Positives für sich selbst heraus.
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Alt 15.02.2008, 14:20   #86
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