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Pro und Kontra: Atomenergie - Ja/Nein
 #  Pro  #  Kontra
1 + nur 5% Lifetime Kostenanteil fallen auf Rohstoffkosten
05.08.2008 17:15 von T-Rex
6 - evtl. ist die demontierte Forschungslandschaft nun nicht mehr rechtzeitig wiederzubeleben.
05.08.2008 17:53 von T-Rex
2 + in Frankreich kostet Strom 10 cent pro KWh in Deutschland eher 18 und in Italien (no Atomstrom) 26
05.08.2008 17:16 von T-Rex
7 - Risiko eines SuperGAUs nur minimierbar, aber nicht auszuschließen.
06.08.2008 01:28 von tdd
3 + Atomtechnologie liefert konkurrenzlos effizient Grundlaststrom
05.08.2008 17:21 von T-Rex
8
Gegenargument zu #4:
- Mehr Müll vergrößert das Entsorgungsproblem. Die Folgekosten gehen noch gar nicht in die Stromkosten ein.
06.08.2008 01:30 von tdd
4 + man kann aus Atommüll nicht aussteigen. Das es kein vernünftiges Entsorgungskonzept gibt ändert nur der, der die Technologie voran treibt und eben nicht wer aussteigt.
05.08.2008 17:27 von T-Rex
9
Gegenargument zu #2:
Da der Strompreis nicht aufgrund der günstigsten Methode zur Energieerzeugung berechnet wird, macht Atomstrom keinen Unterschied bei den Strompreisen - außer man setzt auf 100% Atomstrom. Dann müssten allerdings tausende neuer AKWs gebaut werden, was ebenso illusorisch ist.
06.08.2008 02:43 von Fokker
5 + Nukleare Grundlasterzeugung ist die günstigste Voraussetzung für die wirtschaftliche Einführung von Solar- und Windenergie - ferner für einen Einstieg in die Elektrifizierung des Straßenverkehrs.
05.08.2008 17:29 von T-Rex
10 Nur 3% der Primärenergie weltweit wird aus Atmstrom erzeugt.
06.08.2008 02:44 von Fokker
15 + Ein SuperGau ist schon mit der jetzt verfügbaren Technologie physikalisch nicht mehr möglich.
08.08.2008 11:14 von T-Rex
11 Es gibt genügend wirtschaftliche Konzepte zur umstellung der Energieerzeugung auf erneuerbare Energien. Mehrere Studien zu dem Thema haben dies bewiesen, bspw. von der Uni-Kassel.
06.08.2008 02:47 von Fokker
16 + Die Mengen an Atommüll, die durch einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland vermieden würde ist irrelevant gering. Die Vermeidung dieser Mengen macht kein einziges Endlager und keine Entsorgungsforschung überflüssig.
08.08.2008 11:18 von T-Rex
12 Atomenergie wird zukünftig teuer und zum Klimakiller, da der Aufwand und auch der Preis des Rohstoffs in Zukunft steigen wird.
06.08.2008 02:48 von Fokker
17
Gegenargument zu #14:
Der Betrieb von Atomenergieanlagen oder Kohlekraftwerke ist die Voraussetzung für den Einsatz von "EE", die NICHT Grundlastfähig sind (alle außer Geothermie).

Die Forschung an - und der Einsatz von Atomenergieanlagen widerspricht nicht dem Ausbau von Solar- und Windkraft und schon gar nicht der Forschung im Bereich Energiesysteme sondern hat sie in der Vergangenheit und Gegenwart erst ermöglicht.
08.08.2008 11:41 von T-Rex
13 Atomanlagen werden in dritte Welt Länder exportiert, wo man zu recht um die Sicherheit fürchten muss.
06.08.2008 02:51 von Fokker
18 + Die CO2 Bilanz moderner Atomenergieanlagen ist besser als die von heute verfügbaren Solaranlagen - jedenfalls im Moment.
08.08.2008 11:58 von T-Rex
14 Durch die Umstellung auf EE kann Deutschland Marktführer auf diesem Markt werden. Da dies auf jeden Fall die kommende Technologie ist, kann man so eine wirtschaftsstrategische Position besetzen und halten.
06.08.2008 02:53 von Fokker
19 + Atomwaffenfähiges Material wird 'verheizt'
08.08.2008 12:03 von T-Rex
23
Gegenargument zu #17:
EE sind sehr wohl Grundlastfähig. Wie du schon schriebst, gibt es Geothermie und Wasserkraft, die man zur Deckung der Grundlast nutzen kann. Im Übrigen hat dies nichts mit der Marktführerstellung zu tun!
29.08.2008 15:13 von Fokker
20 + Die Freisetzung von Radioaktivität stellt nicht in jedem Fall ein Gesundheitsrisiko dar und nicht jeder Störfall ist ein Todesrisiko
08.08.2008 12:05 von T-Rex
24
Gegenargument zu #18:
Die CO2-Bilanz der Atomkraft wird in Zukunft schlechter werden.
29.08.2008 15:14 von Fokker
21 + Atomtechnologie steht erst am Anfang der Entwicklung. Hohes wirtschaftliches Potential bieten Kraftwerke, die nicht auf Uran 238 als Primärenergieträger angewiesen sind, neue Sicherheitskonzepte, neue Aufbereitungskonzepte und neue Entsorgungskonzepte.
08.08.2008 12:09 von T-Rex
25
Gegenargument zu #19:
Atomwaffenfähiges Material wird derzeit höchstens theoretisch verheizt. Bis dies marktreif ist, wird es noch dauern und abgerüstet wird derzeit ebensowenig.
29.08.2008 15:15 von Fokker
22
Gegenargument zu #10:
Nur weil Wasserkraft für viele Industrieländer mit Abstand die wichtigste Stromquelle ist - daraus kann sich logischerweise für Deutschland nicht ableiten, dass Atomstrom nicht benötigt wird.
13.08.2008 10:26 von T-Rex
26
Gegenargument zu #20:
Aber es gibt und gab immer wieder Störfälle bei denen große Mengen Radioaktivität frei wurden und ein Gesundheitsrisiko auf jeden Fall besteht/bestand. Außerdem sind in Zusammenhang mit der Kernenergie schon viele Menschen gestorben. Tschernobyl ist da nur ein Fall von vielen.
29.08.2008 15:17 von Fokker
34
Gegenargument zu #25:
In den 1990ern wurde Uran aus dem Rückbau von Atomwaffen gewonnen. Der Weltmarktpreis für Uran sank.
04.09.2008 11:23 von disputatio
27 Mit Atomkraft bleibt Deutschland weiterhin abhängig von Rohstoff-Importen (Uran) aus dem Ausland.
04.09.2008 10:54 von disputatio
35
Gegenargument zu #29:
Das Laden von Akkus für den Straßenverkehr ist auch nicht-kontinuierlich möglich - dennoch wird elektrischer Individualverkehr erst ähnlich nützlich wie der konventionelle, wenn auch eine effiziente und stetige Verfügbarkeit von Energie gegeben ist.

Akkus zu horten und zu tauschen um Netzschwankungen auszubüglen ist deutlich ineffizienter und unpraktischer als Akkus sofort und schnell zu laden.
08.09.2008 12:12 von T-Rex
28
Gegenargument zu #3:
Die wahren Kosten der Atomenergie stecken nicht im Strompreis: a) Die Rücklagen der AKW-Betreiber reichen nicht für die Endlagerung. b) Im Falle eines GAUS reichten die Rücklagen nicht mal mehr um 1% des Schadens zu bezahlen. c) Die Atomenergie wurde so wie die Erneuerbaren Energien heute - staatlich gefördert. Unterschied: Bei der Atomenergie flossen die Gelder direkt. Heute zahlt der Verbraucher über die Einspeisevergütung. d) Die Bewachung der Atomtransporte zahlt der Staat.
04.09.2008 10:59 von disputatio
36
Gegenargument zu #31:
Dies ist kein Gegenargument zu 16, denn es wurde in 16 nicht bestritten, dass zusätzlicher Müll Kosten verursacht - es ging in 16 auch nicht um die Betriebsrisiken sondern ledglich um eine Abschätzung der Kostenerleichterung durch einen Ausstieg.

Die Kosten werden kaum geringer, da auch im Falle eines Ausstiegs nicht auf die kapitalintensiven Infrastukturen verzichtet werden könnte. Lediglich die pro KWh vernachlässigbar geringen Kosten für die Einkapselung, Aufarbeitung und Transport würden gespart.
08.09.2008 12:17 von T-Rex
29
Gegenargument zu #5:
Das laden von Akkus (Elektrifizierung des Straßenverkehrs) funktioniert auch mit unkontinuierlichen Stromquellen.
04.09.2008 11:03 von disputatio
37
Gegenargument zu #27:
Die Abhängigkeit von Rohstofflieferanten bei der Erzeugung von Elektrizität ist nicht relevant. Lediglich 5% der Lebenszeitkosten eines AKWs entfallen auf Rohstoffe und ein AKW kann extrem kosteneffizient Strom erzeugen.

Uran ist nicht selten und es stehen als Ersatzstoffe Thorium sowie Isotope aus den Reststoffen von Uranbrennstäben zur Verfügung.
08.09.2008 12:55 von T-Rex
30
Gegenargument zu #15:
a) die verfügbaren Technologie (EPR-Reaktoren) haben nur ein 10 mal geringeres Risiko. Das Restrisiko besteht auch hier. [quelle]
b) die verfügbaren Technologie wird derzeit in den meisten AKWs nicht angewendet.
04.09.2008 11:07 von disputatio
38
Gegenargument zu #33:
Nr. 33 ------>

ist unwahr.

Die viel zitierten Experimente und Pilotanlagen zum Partitioning und der Transmutation sowie die experimentell fundierten Möglichkeiten zum Deep Burn zeigen, dass es realisierbare Möglichkeiten zur endgültigen Entsorgung und Vermeidung von gefährlichen Abfallstoffen schon heute gibt.

Der weltweite Boom der nuklearen Energieerzeugung begräbt alle Prophezeiungen eines vorzeitigen Endes des beginnenden nuklearen Zeitalters.
08.09.2008 13:03 von T-Rex
31
Gegenargument zu #16:
Das stimmt nicht. Jede Tonne Müll verursacht zusätzliche Kosten (Konditionierung, Verpackung, Transport, Einlagerung, 1. Kontrolle nach 1000. Jahren, 2. Kontrolle nach 2000 Jahren, ...).
Jede weitere Betriebstunde birgt das Risiko eines Unfalls.
04.09.2008 11:10 von disputatio
39
Gegenargument zu #32:
Das durch freigesetzte Radionukleide nicht unbedingt ein stark erhöhtes Krebsrisiko ausgeht - je nach Art und Menge - wird sehr wohl häufig und von einem Großteil der Menschen in Deutschland bestritten.

Das Vertrauen in atomare Technologie und in die Energieerzeuger ist irrational stark eingeschränkt, so wie es in den 50er Jahren irrational groß war. Dies ist sicher die natürliche Folge der haarsträubenden Nachläßigkeiten und der schlechten Informationspolitik in der Vergangenheit.
08.09.2008 13:04 von T-Rex
32
Gegenargument zu #20:
Stimmt - aber das hat auch niemand bezweifelt. Kein wirkliches Argument. Entscheidend ist, dass es bei einigen Unfällen zu Gesundheitsrisiken und Todesfällen kam, und jederzeit wieder kommen kann.
04.09.2008 11:12 von disputatio
40
Gegenargument zu #30:
30 ist kein Gegenargument zu 15.

In 15 wurde beauptet, dass ein SuperGau mit geeigneter Technik physikalisch auszuschließen ist. (EPR - THTR später evtl. Rubia).

In 30 wurde ein Wikipedia Artikel mit Neutralitätswarnung zitiert, der keinen Bezug auf einen SuperGau Fall nimmt.

In dem angeführten Artikel wird lediglich ein Bezug zum GAU des EPR genommen, der aber im Falle des EPR besonders weit ausgelegt wird - es wird beim EPR Konzept sogar der extrem unwahrscheinliche Fall einer Kernschmelze berücksichtigt.
08.09.2008 13:05 von T-Rex
33
Gegenargument zu #21:
Die Atomtechnologie ist am Ende. Seit 50 Jahren wurde keine praktikable Möglichkeit gefunden den Müll ungefährlich zu machen. Die Brütertechnologie hat sich als zu gefährlich erwiesen. Einzig die Sicherheitstechnologie wurde verbessert. Die praktische Umsetzung dieser Konzepte hinkt allerdings 20 Jahre hinterher.
04.09.2008 11:15 von disputatio
49
Gegenargument zu #42:
Eine dauerhafte Verzwanzigfachung des Uranpreises ist unrealistisch - schon durch eine Verdoppelung würden große Teile der bisher nicht abbauwürdigen Vorkommen abbauwürdig.

Ausserdem kann Thorium als Brennstoff genutzt werden
08.09.2008 19:30 von T-Rex
41
Gegenargument zu #36:
Hier geht es um Atomkraft generell und nicht um baldigen oder sofortigen Ausstieg. Oder!?
08.09.2008 15:14 von disputatio
50
Gegenargument zu #43:
Uran kommt von Natur aus in Seewasser vor. Selbstverständlich ist Uran auch dort gefährlich - die Gefahr ist nur nicht relevant - darum ging es in #39
08.09.2008 19:35 von T-Rex
42
Gegenargument zu #37:
Die Abhängigkeit von Rohstofflieferanten bei der Erzeugung von Elektrizität ist eben doch relevant. Schon mal was vom Öl-Kartell OPEC gehört? Warum sollte es bei Uran zu keiner Kostenexplosion kommen, wenn alle anderen Energie-Rohstoffe so teuer werden? Der Preis wird erst gedeckelt, durch die Kosten der Urangewinnung aus Meerwasser - und der ist sehr hoch. Auch wenn es nur derzeit nur 5% sind - wenn sich der Uranpreis verzwanzigfacht, dann macht das Uran plötzlich mehr als 50% des Energiepreises aus. Das bedeutet für den Energiepreis ein Anstieg um etwa 100%. Atomstrom wird in Zukunft nicht so "billig" bleiben. Erneuerbare Energien hingegen können nur günstiger werden.
08.09.2008 15:22 von disputatio
51
Gegenargument zu #47:
Enthält eine Bitte und eine Frage aber kein Argument - der Diskussionsteil befindet sich weiter unten
08.09.2008 19:44 von T-Rex
43
Gegenargument zu #39:
Welcher anerkannte Wissenschaftler / Studie bezeifelt die Gefährlichkeit radioaktiver Partikel? Quelle bitte.
08.09.2008 15:25 von disputatio
    44
Gegenargument zu #40:
A) In #15 wurde behauptet, dass die 100% sichere Technologie bereits existiert. Bitte Quelle dazu.
B) Die EPR-Technicht ist nicht sicher. Ein Resrisiko bleibt, und das wird auch immer so bleiben. Die Neutralitätswarnung bei Wikipedia bezieht sich auf den Abschnitt "Kritik" und nicht auf den Abschnitt "Sicherheitskonzept", die meine Aussage bestätig #30. Nenne erstmal selbst eine Quelle, die deine 100%ig sichere derzeit verfügbare Technologie belegt.
C) Kann ich nicht nachvollziehen, warum #30B kein Argument zu #15 sein soll.
08.09.2008 15:34 von disputatio
    45
Gegenargument zu #35:
Es bleibt dabei: Das laden von Akkus (Elektrifizierung des Straßenverkehrs) funktioniert auch mit unkontinuierlichen Stromquellen. Windkraftwerke erzeugen nacht zusätzlichen Strom, der die Akkus der E-Autos aufladen kann. Die stehen nachts nämlich meistens in der Garage. Die These #5, dass Atomstrom eine wichige Vorraussetzung für die Elektrifizierung des Straßenverkehrs sei, ist widerlegt.
08.09.2008 15:35 von disputatio
    46
Gegenargument zu #16:
Die zusätzlich Menge an Müll, die entsteht, wenn nicht aus der Atomenergie ausgestiegen wird, ist nicht gering. Es geht um 1000 von Tonnen von Müll.
08.09.2008 15:36 von disputatio
    47
Gegenargument zu #38:
Bitte Quelle ergänzen.
Besonders interessant wäre die Frage, was es kostet, aus einer Tonne hochradioaktivem Müll X Tonne(n?) Schwachradioaktiven Müll zu machen. Und um welche Potenz wird die Zeit reduziert, in der der Müll noch radioaktiv oder giftig ist.
08.09.2008 15:44 von disputatio
    48
Gegenargument zu #39:
Einzig Irrational ist, dass Atomkraft noch erlaubt ist. Die Gefahren der atomaren Technologien wurden und werden durch die Atomlobby maßlos verharmlost. Mann kann Strom auch ohne Restrisiko und ohne Atommüllproblem bereitstellen.
Die Atomlobby hat alleine mehr Geldmittel für die Propaganda zur Verfügung, als Greenpeace, die Anti-AKW-Bewegung und die Grünen zusammen. Und sie hat auch ein finanzielles Interesse am Weiterbetrieb der AKWs. Die Anti-Atom-Bewegung hingegen kann sich auflösen, wenn alle AKWs abgeschaltet sind.
08.09.2008 15:52 von disputatio

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Alt 22.04.2004, 13:40   #16
Raptor
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AW: Atomenergie - Ja/Nein

Zitat: Imago
Der Unterschied ist, dass ein Kohlekraftwerk die 6000t Kohle vernichtet, während ein AKW die 600t Müll produziert. Ausserdem schrieb ich ja, dass für uns dieses problem noch nicht so akut aussehen mag, allerdings wenn man etwas vorausschauen überlegt kommt man zu dem Problem, dass der Müll sich ja Jahr für Jahr addiert. Und irgendwann stehen wir dann vor dem Problem, wohin mit dem radioaktiven Müll, weil alle Salzstöcke schon belegt sind.
Ich denke dir ist das Gewichts/Volumenverhältnis der Brennelemente in den Castorbehältern nicht bewusst. ALLE Kernkraftwerke in Deutschland zusammen produzieren 600t im Jahr, das steht in keinem Verhältnis zu dem Müll der durch Kraftwerke die mir fossilen Brennstoffen btrieben werden verglichen werden kann. Selbst wenn Salz bei gleichem Volumen das Doppelte wiegen sollte: Wieviele Tonnen Salz meinst du, werdem jedes Jahr in Deutschland verbraucht, die aus Bergwerken stammen? In ein Bergwerk dürften weit mehr als 100kt abgebrannte Brennelemente passen und es gibt sehr viele von dieser Sorte. Das Problem der Entsorgung sehe ich nicht so eng. Und wie Gothmog bereits schrieb: Würden wieder Forschungsgelder in die Technik investiert ließe sich auch die Nutzung der Elemente noch weiter optimieren, doch das wird z.Z. in Deutschland abgelehnt.

Pro Kopf werden in Deutschland 14t CO2 im Jahr ausgestoßen, selbst bei einer unrealistisch niedrigen Rechnung mit einem Anteil von 50% der Kohlekraftwerke kommt man auf über 1 Milliarden Tonnen (für ca. 80Millionen Einwohner) Müll, der in die Athmosphäre geblasen wird. Für mich ist das Ozonrisiko ein größeres Risiko, als der in Deutschland erzeugte "Atomstrom". Es gibt eben auch Teile in Deutschland wo die vielen hohen Auflagen unbestreitbare Vorteile bringen .
__________________
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Alt 22.04.2004, 16:14   #17
Gothmog
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AW: Atomenergie - Ja/Nein

Zitat: Imago
Hmm also was mir so über den Schnellen Brüter in Erinnerung ist, ist dass er zwar weniger Müll produziert aber auch gleichzeitig eine größere Gefahr darstellt, das dort bei einem Störungsfall ein Vielfaches der Radioaktivität im gegensatz zu einem normalen AKW , austreten würde. Weiterhin wird beim schnellen Brüter Natrium als Kühlmittel verwendet, was ja auch nicht ganz ungefährlich ist, wenn dort mal was leckt(Stichwort Natriumbrand).
Beim Schnellen Brüter geht es darum, dass nicht nur U235 Kerne gespalten werden, sondern das sonst nutzlose U238 noch Teilchen einfängt und zu Plutonium wird. Das bleibt quasi übrig... Wenn Plutonium gespalten wird, wird allerdings sehr viel mehr Energie frei als bei der Spaltung von Uran. Daraus kann man auch besser Bomben bauen. Ein Schneller Brüter erbrütet mehr Kernbrennstoff, als er verbraucht.
Ist aber, wie du schon gesagt hast, nicht ganz ungefährlich. Deswegen sollte man da noch was dran tun.

Zitat: Imago
Der Unterschied ist, dass ein Kohlekraftwerk die 6000t Kohle vernichtet, während ein AKW die 600t Müll produziert.
Ein Kohlekraftwerk von hunderten in Deutschland verbrennt in der Stunde 6000t Kohle. Alle AKWs zusammen produzieren 600t Müll im Jahr.
Ist das Verhältnis jetzt klarer? :>

Zitat: Imago
Ausserdem schrieb ich ja, dass für uns dieses problem noch nicht so akut aussehen mag, allerdings wenn man etwas vorausschauen überlegt kommt man zu dem Problem, dass der Müll sich ja Jahr für Jahr addiert. Und irgendwann stehen wir dann vor dem Problem, wohin mit dem radioaktiven Müll, weil alle Salzstöcke schon belegt sind.
Und dieses Problem jetzt zu verharmlosen heisst imho es einfach nur auf zukünftige Generationen zu verlagern. Nicht wirklich verantwortungsbewusst oder?
Kohlekraftwerke pusten nicht nur Unmengen Dreck in die Luft, sie produzieren auch anderen Abfall. Beides wollen wir auch nicht der nächsten Generation hinterlassen. Und die Probleme sind sehr, sehr viel akuter als der Atommüll.

Ich habe ja auch prinzipiell nichts dagegen, Atomkraft abzuschaffen. Aber erstmal was besseres haben.
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Alt 22.04.2004, 18:08   #18
Imago
 
Beiträge: n/a
AW: Atomenergie - Ja/Nein

Zitat: Raptor
Ich denke dir ist das Gewichts/Volumenverhältnis der Brennelemente in den Castorbehältern nicht bewusst.
hmm nein hab ich echt nicht bedacht
Ist aber im Prinzip auch nicht der Punkt. Die Menge mag ja z.Z. noch relativ gering sein.
Ich hab ja geschrieben, dass das Problem der Lagerung momentan nicht das Problem ist.
Man muss sich nur vor Augen halten, dass dieser Müll auch für die nächsten 100000 Jahre dort liegen bleiben muss!

Zitat: Raptor
Wieviele Tonnen Salz meinst du, werdem jedes Jahr in Deutschland verbraucht, die aus Bergwerken stammen? In ein Bergwerk dürften weit mehr als 100kt abgebrannte Brennelemente passen und es gibt sehr viele von dieser Sorte. Das Problem der Entsorgung sehe ich nicht so eng.
Ich glaube du machst dir es da etwas zu einfach. Nicht jedes Bergwerk ist automatisch als Endlager zu gebrauchen.
Was denkst du warum der ganze Müll immer nach Gorleben gekarrt wird und nicht in irgendein Bergwerk in der Nähe?

Zitat: Raptor
Und wie Gothmog bereits schrieb: Würden wieder Forschungsgelder in die Technik investiert ließe sich auch die Nutzung der Elemente noch weiter optimieren, doch das wird z.Z. in Deutschland abgelehnt.
Selbst wenn man die Effektivität noch weiter optimiert bleibt das Problem des Atommülls bestehen

Zitat: Raptor
Pro Kopf werden in Deutschland 14t CO2 im Jahr ausgestoßen, selbst bei einer unrealistisch niedrigen Rechnung mit einem Anteil von 50% der Kohlekraftwerke kommt man auf über 1 Milliarden Tonnen (für ca. 80Millionen Einwohner) Müll, der in die Athmosphäre geblasen wird. Für mich ist das Ozonrisiko ein größeres Risiko, als der in Deutschland erzeugte "Atomstrom".
Das möcht ich auch garnicht in Abrede stellen.

Zitat: Gothmog
Ein Kohlekraftwerk von hunderten in Deutschland verbrennt in der Stunde 6000t Kohle. Alle AKWs zusammen produzieren 600t Müll im Jahr.
Ist das Verhältnis jetzt klarer? :>
kk, ist schon klar
Aber siehe oben, die Menge ist nicht der Punkt.

Zitat: Gothmog
Kohlekraftwerke pusten nicht nur Unmengen Dreck in die Luft, sie produzieren auch anderen Abfall. Beides wollen wir auch nicht der nächsten Generation hinterlassen. Und die Probleme sind sehr, sehr viel akuter als der Atommüll.
Ich habe ja auch prinzipiell nichts dagegen, Atomkraft abzuschaffen. Aber erstmal was besseres haben
Stimm ich dir voll und ganz zu. Ich wollte nur mal bei den durchweg positiven Antwort auch die negativen Seiten hervorheben
Eine wirkliche Lösung ist die Nutzung von Atomenergie bei der gegenwärtigen Technik jedenfalls nicht.

CU
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Alt 05.06.2008, 22:51   #19
friedebarth
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In diesem Punkt bin ich nicht links: Atomkraft JA!
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Alt 06.06.2008, 00:25     #20
Fokker
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Zitat: friedebarth Beitrag anzeigen
In diesem Punkt bin ich nicht links: Atomkraft JA!
Aber eine Begründung dafür hast du nicht?
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Alt 09.07.2008, 01:13   #21
Neuklon
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Das ist doch fast nicht mehr zu glauben. Vor wenigen Wochen gab es bei einem eher unbedeutenden Reaktorunfall in Slowenien europaweiten Alarm, Gift- oder Strahlensubstanzen gelangten nicht in die Umwelt.

Heute lese ich dagegen eher per Zufall von einem Zwischenfall in Frankreich bei dem Uran in 2 Flüsse gelangt ist, 30 Kubikmeter. Dieses Mal hält es wohl niemand für nötig Alarm auszulösen obwohl der Fall 3x brenzliger ausgegangen ist als der Letzte.

Da kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln.

Zitat:
...Die Umweltschutzbewegung Sortir du Nucléaire erklärte, es sei "unmöglich", dass es keine Gesundheitsgefährdung gebe. "Wenn die von der ASN akzeptierten Zahlen stimmen, macht das 360 Kilogramm Uran", erklärte die Organisation. Wer damit verseuchtes Wasser trinke, habe die Partikel im Körper. Auch bei geringer Strahlung entstehe dann erhebliche Krebsgefahr...
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Alt 09.07.2008, 13:37     #22
Fokker
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Das soetwas passiert ist schon beunruhigend und zeigt auch, dass trotz der hohen Sicherheitsstandards immer wieder etwas schief läuft.
So oder so, auch die Atomenergie ist endlich und in der heutigen Form ist sie nicht die Lösung aller Probleme.
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Alt 09.07.2008, 17:13   #23
Neuklon
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Zitat: Fokker Beitrag anzeigen
So oder so, auch die Atomenergie ist endlich und in der heutigen Form ist sie nicht die Lösung aller Probleme.
Wohl war, ich hoffe inbrünstig es bleibt auch über 2009 hinaus beim Atomausstieg in Deutschland. Der nächste Reaktor soll Ende 2009 (Biblis A) vom Netz gehen.

Fragt sich nur ob die Zukunft besser aussieht. Sollte eines Tages der Durchbruch in der Fusionskraft gelingen, wird sich das Gleiche in "Grün" wiederholen.
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Alt 15.07.2008, 19:13     #24
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Kernfusion ist ja noch Zukunftsmusik und wird mMn erst zu einem Zeitpunkt kommerziell nutzbar sein, wo man schon längst durch EE den Energiebedarf decken kann.

Besonders übel stößt mir aber derzeit auf, dass so getan wird, als würde überall in der Welt auf Atomenergie gesetzt und vor allem in Europa - die Realität sieht dagegen anders aus. Hinzukommt, dass man nicht nur von einer Verlängerung der Laufzeiten der AKWs spricht, sondern sogar den Neubau in betracht zieht.
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